• Alkohol – willenlos verloren?

    Ich fragte mich in letzter Zeit mehrfach, anhand von Beiträgen hier im Forum, eigenen Erfahrungen und auch Leuten aus dem Bekanntenkreis, ob es sein kann, dass jemand, der Alkoholiker ist, gar keine Chance hat, irgendwas gegen die Sucht zu tun.. ob es das vorbestimmte Schicksal ist, bis zum bitteren Ende weiterzutrinken (und eventuell auf dem absoluten…
  • 174 Antworten

    Woher kommt eigentlich diese These ("Der abhängige Trinker kann nach einer emotionalen Nachreifung wieder normal trinken")?

    Zitat

    "Der abhängige Trinker kann nach einer emotionalen Nachreifung wieder normal trinken"?

    Zitiere bitte nicht, was nie gesagt wurde. DER abhängige Trinker kam jedenfalls nicht von mir; im Gegenteil.


    Dann noch mal deutlich: Ich meine, dass hier sehr differenziert werden muss, und dass es auf diese Weise gelegentlich funktionieren KANN, dass aber auch jeder selbst die Verantwortung dafür trägt, wenn es das nicht tut.

    Ähm, doch?

    Zitat

    es geht bei vielen – nicht bei allen – um eine emotionale Nachreifung, und danach können sie ENTWEDER gemäß ihrem Entschluss das erste Glas stehen lassen ODER es auch mal (wieder) trinken, denn der Grund fürs übermäßige Trinken hat sich aufgelöst.

    Oder um was für Leute gehts? Ich rede die ganze Zeit von körperlich schwer abhängigen (Pegel-)Trinkern, nicht von "psychisch abhängigen Problemtrinkern".

    Zitat

    es geht bei vielen – nicht bei allen

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil … ":/


    Vor mir aus ersetze "bei vielen" durch "bei manchen" oder "bei wenigen", dann passt es hoffentlich besser.


    Wenn es ausschließlich um schwer Abhängige geht, verstehe ich Deine Intention zu dem Thread überhaupt nicht. ":/ Du gehörst doch gar nicht dazu, sonst würdest Du Dich jedesmal komplett zusaufen.


    Oder Du gehörst doch dazu, und dann wärest DU der beste Beweis für die Möglichkeit einer gewissen Kontrolle über den Alkohol … ???

    Ok, dann konkret: "Bei vielen – nicht bei allen" – aus welcher Personengruppe?


    Schwer Abhängige?


    Psychisch, aber nicht körperlich Abhängige?


    Hältst Du die These aufrecht "viele, aber nicht alle, körperlich abhängige Trinker können wieder normal trinken, nachdem eine psychische Nachreifung erfolg ist"? Ja oder nein?


    Um diese Frage zu beantworten musst Du auch weder mich noch die Intention des fadens verstehen.

    Och nee, Jan, so insistierend lasse ich mich nicht befragen – zumal ich aus meiner Sicht die Frage mehr als hinreichend beantwortet habe. Sich an einem Wort festzubeißen, und dann noch solch provozierende Worte wie Deinen letzten Satz hinzuzuügen, finde ich daneben, es dient jedenfalls nicht der Diskussion.


    Es gibt, auch wenn es Dir und anderen nicht gefällt, hier und da jemanden, der mal als Alkoholiker galt und es schafft, wieder zu trinken, gelegentlich und ohne abzustürzen.


    Und es gibt mittlerweile ein paar Bestrebungen, mit Sucht und Abstinenz etwas anders umzugehen, als die Gruppen, die sämtlich aus dem vorigen Jahrhundert stammen.


    Was Du daraus machst, ist nicht meine Sache.

    Das ist echt lustig. Du stellst eine These auf (bzw Du und Hugenottin gemeinsam), die man, sofern man die bisherigen medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema Alkoholismus als wahr annimmt, als haarsträubenden Unsinn bezeichnen kann, und wenn man Dich dann mal konkret darauf festnageln will, ob Du diese These nun tatsächlich so siehst oder nicht, eierst Du erst rum und je konkreter man wird, machst Du nun sogar Vorwürfe. Ich kanns nur noch amüsant finden, was die Diskussion betrifft vollkommen disqualifizierend.

    Es gibt für trockene alkoholkranke Menschen kein kontrolliertes Trinken. Es gibt Trinken und sterben oder Abstinenz und leben. Und daran wird sich so schnell nichts ändern.

    Dies finde ich sehr interessant.


    ALPHA – Trinker, auch Konflikt – oder Problemtrinker genannt. Sie trinken


    Alkohol, um sich zu entspannen, um Angst und Verstimmungen zu beseitigen oder um Ärger runterzuspülen. Konflikttrinker haben durchaus eine seelische Abhängigkeit zum Alkohol, aber sie haben noch die Freiheit, mit dem Trinken aufzuhören. Konflikttrinker sind nicht alkoholkrank im Sinne der RVO (Reichsversicherungsordnung), aber gefährdet.


    BETA – Trinker, auch Gelegenheitstrinker genannt. Ihr Trinkverhalten wird oft vom sozialen Umfeld mitbestimmt. Anlass, Alkohol zu trinken, sind Familienfeiern ebenso wie Arbeitsjubiläen oder Verabredungen in Gaststätten. Das Trinken kann auf diese Weise zur Gewohnheit werden. Beliebt ist das Trinken beim Fernsehen, eine der weit verbreiteten Arten "gemütlich" Bier zu trinken. Gelegenheitstrinker bekommen nicht selten Organschädigungen. Sie sind weder körperlich noch seelisch vom Alkohol abhängig, aber gefährdet.


    GAMMA – Alkoholiker sind suchtkrank, weil sie ihren Alkoholkonsum nicht mehr steuern können. Die Gamma – Alkoholiker erleiden den Kontrollverlust, das eigentliche Merkmal der Alkoholkrankheit, d.h. sie können ihren Alkoholkonsum nicht mehr kontrollieren, mengenmäßig nicht mehr steuern. Sie müssen trinken, weil ihr Körper den Alkohol verlangt. (Zwischendurch haben sie völlig alkoholfreie Perioden, manchmal sogar über längere Zeiten bis zu mehreren Monaten).


    DELTA – Alkoholiker, auch Spiegeltrinker genannt.


    Sie entwickeln sich von gewohnheitsmäßigen Trinkern zu Spiegeltrinkern, denn sie müssen einen andauernden, ständigen Blutalkoholspiegel aufrechterhalten. Fehlt die Zufuhr von Alkohol, kommt es zu starken Entzugserscheinungen. Die Spiegeltrinker sind nicht abstinenzfähig. Die Entzugserscheinungen sorgen für ein ständiges Weitertrinken.


    Die Spiegeltrinker sind krank.


    EPSILON – Alkoholiker werden im Volksmund auch schlicht und einfach " Quartalsäufer " genannt. Sie verspüren in zeitlichen Abständen einen unwiderstehlichen Drang nach Alkohol, der sich oft Tage zuvor durch Ruhelosigkeit und Reizbarkeit ankündigt. Sie veranstalten dann regelrechte Sauf – Exzesse, die einige Zeit andauern können, und leben dann oft tagelang in einem Rauschzustand.


    Während dieser Trinkphase haben sie den Kontrollverlust. Sie trinken hemmungslos und haben Erinnerungslücken (" Filmrisse").


    Zwischen den einzelnen Trinkphasen leben die Kranken oft wochenlang ohne Alkohol und haben nicht einmal das Bedürfnis, Alkohol zu trinken, bis wieder eine Rauschphase beginnt.