• Alkohol – willenlos verloren?

    Ich fragte mich in letzter Zeit mehrfach, anhand von Beiträgen hier im Forum, eigenen Erfahrungen und auch Leuten aus dem Bekanntenkreis, ob es sein kann, dass jemand, der Alkoholiker ist, gar keine Chance hat, irgendwas gegen die Sucht zu tun.. ob es das vorbestimmte Schicksal ist, bis zum bitteren Ende weiterzutrinken (und eventuell auf dem absoluten…
  • 174 Antworten

    Ich finde kontrolliertes Trinken sehr schwierig, da bei über 90% die Gefahr besteht, wieder tief abzurutschen. Viele kennen das kontrollierte Trinken nicht. Daher sollte man überhaupt nicht trinken.


    Ich kenne das Phänomen von Glücksspielsüchtigen. Kontrolliertes Spielen ist einfach nicht drin. Sobald man was verloren hat, jagt man dem Geld hinterher. Hat man was gewonnen, will man den Gewinn erhöhen. Das führt dazu, dass man in dem Teufelskreis landet. :|N

    @ bright&shiny

    Ich vermute allerdings auch, dass das Erlebnis des Alkoholrausches (von einigen/vielen) als so beglückend und überwältigend empfunden wird, dass es tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlässt und auch durch nichts zu ersetzen ist. Der trockene Alki muss darauf verzichten, für immer, wissend, dass es rein gar nix auf der Welt gibt (ausser Heroin vielleicht, haha), was ihm dieselben Gefühle beschwert wie der (anfängliche) Rausch. Ich hab auch mal gelesen dass irgendein relativ bekannter Schriftsteller nach erfolgreichem Alkohol- und Drogenentzug Selbermord begangen hat, weil ihm das Leben ohne diese "glücksbringenden Substanzen" nicht mehr lebenswert erschien.


    Das spricht auch gegen kontrolliertes Trinken. Es macht wenig Sinn, die Gier auf den Suchtstoff noch weiter zu füttern.

    Zitat

    Der trockene Alki muss darauf verzichten, für immer, wissend, dass es rein gar nix auf der Welt gibt (ausser Heroin vielleicht, haha), was ihm dieselben Gefühle beschwert wie der (anfängliche) Rausch

    Ich denke, dass so ein Vorurteil eines der Gründe ist, warum jemand nicht aufhört. Es ist ja absoluter Quatsch, dass es kein Hochgefühl ohne Allkohol gibt. Es ist ja auch nicht so, als würde jeder, der trinkt ein Hochgefühl erreichen. Manche verstärken ihre seelischen Schmerzen damit nur.

    Zitat

    Ich hab auch mal gelesen dass irgendein relativ bekannter Schriftsteller nach erfolgreichem Alkohol- und Drogenentzug Selbermord begangen hat, weil ihm das Leben ohne diese "glücksbringenden Substanzen" nicht mehr lebenswert erschien.

    Ja, manche können angeblich nur betrunken schreiben, Musik spielen, etc. Ist kein Kompliment.

    Zitat

    Der trockene Alki muss darauf verzichten, für immer, wissend, dass es rein gar nix auf der Welt gibt (ausser Heroin vielleicht, haha), was ihm dieselben Gefühle beschwert wie der (anfängliche) Rausch

    Was für eine Verherrlichung des Alkohols! :-o :-X

    Jan74

    Zitat

    Ich vermute allerdings auch, dass das Erlebnis des Alkoholrausches (von einigen/vielen) als so beglückend und überwältigend empfunden wird, dass es tiefe Spuren im Gedächtnis hinterlässt und auch durch nichts zu ersetzen ist.

    ich bin kein Alkoholiker, aber meistens geht doch der Teufelchen/Engelchen Kampf vorweg, dann sind sie gereizt und total angespannt. Manche Gefühle sind verstärkt, andere Abgestumpft, zeigt was sich im Gehirn verstellt, manches bleibt verstellt und das macht es zur Krankheit. Das es beglückend empfunden wird ist doch nur zu Anfang so wenn man noch die Menge am steigern ist, später ist es dann nur Saufen bis das zittern und der Druck nachlässt, der Kontrollverlust.

    Zitat

    Ich hab auch mal gelesen dass irgendein relativ bekannter Schriftsteller nach erfolgreichem Alkohol- und Drogenentzug Selbermord begangen hat, weil ihm das Leben ohne diese "glücksbringenden Substanzen" nicht mehr lebenswert erschien.

    kommt drauf an was er vorher konsumiert hat, einige Drogen machen Flashs obwohl man lange nichts genommen hat. Wer weiß welches Delirium er vor dem Selbstmord gehabt hat.

    Zitat

    Das es beglückend empfunden wird ist doch nur zu Anfang so wenn man noch die Menge am steigern ist

    Aber ist halt leider auch das, was im Gehirn gespeichert wird. Kater und so werden eher nicht gespeichert, toller Rausch schon.


    Was ich geschrieben hab, haben mir halt einige Alkis (direkt oder indirekt) berichtet. Finde ich auch nachvollziehbar. Man darf nie wieder trinken, muss verzichten; das ist schon ein Verlust, bzw wird als solcher empfunden.


    Natürlich gibts auch andere Formen von "Hochgefühl", aber DIESES halt nie wieder. Und das ist auch keine Verherrlichung sondern einfach das Empfinden diverser (vermutlich nicht weniger) Betroffener.

    Zitat

    Aber ist halt leider auch das, was im Gehirn gespeichert wird. Kater und so werden eher nicht gespeichert, toller Rausch schon.


    Was ich geschrieben hab, haben mir halt einige Alkis (direkt oder indirekt) berichtet. Finde ich auch nachvollziehbar.

    es beschreibt die psychische Abhängigkeit. Sobald die Körperliche dazu kommt geht es ums beruhigen der Entzugserscheinungen bzw des Suchtdrucks, Unruhe, Zittern, Angstgefühle usw.

    Zitat

    Man darf nie wieder trinken, muss verzichten; das ist schon ein Verlust, bzw wird als solcher empfunden.

    dient als Entschuldigung und Legitimation, vor allem als Grund weil man doch so sehr gestraft ist, alle können nur ich nicht. "Ich wollt doch nur mal probieren ob es nicht doch geht", ist mir bekannt der Satz. Sind aber Erklärungsmuster einer veränderten Persönlichkeit, klar ist das eine Verherrlichung um sich Alk schön zu reden. Kein Mensch braucht Alk.

    Nee.. auch sehr viele nicht-süchtige würden so eine Einschränkung als Verlust im Leben betrachten. Ich hab aber auch gar nichts davon geschrieben dass das als Entschuldigung oder Legitimation dient. Eher, dass es einfach eine Erschwernis ist. Und in dem Faden gehts ja schließlich um die Frage "warum fällt Abstinenz offenbar so schwer, obwohl es so dringend notwendig wäre (bei abhängigen Trinkern)". Für zufriedene Abstinenz braucht man m.M. nach eine tiefgreidende Umkrempelung der Lebensstruktur. Wenn man dazu nicht bereit ist, wird es schwierig.

    genussvolles Trinken ist in unserer Gesellschaft anerkannt


    und ist Bestandteil selbiger.


    Natürlich ärgert 's mich,


    dass ich meinen Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle habe.


    Das hat m.E. mit Selbstmitleid nichts zu tun.


    Man(n) und Frau trinkt doch doch in erster Linie um sich zu entspannen


    und in eine bessere Stimmung zu versetzen,


    selbige könnten ja auch einen guten Fruchtsaft trinken.


    Wenn dem nicht so ist, warum reicht man zu festlichen Anlässen beispielsweise keinen alkoholfreien Sekt?


    Den Kräuterlikör trinken die meisten Leute angeblich nur zur Verdauung,


    so ein Blödsinn!


    Alkohol fördert die Verdauung nicht,


    selbiger sorgt eher für die Belastung der Leber.


    Die Menschen, welche angeblich nur ab und zu


    bzw. eher selten Alkohol konsumieren – in welcher Form auch immer,


    verstecken sich hinter Ausreden, um sich zu rechtfertigen


    und damit ihr Gewissen zu beruhigen.


    Klugscheißer sind in diesem Forum


    und zu diesem Thema oft Trittbrettfahrer


    und haben nur wenig bis keine Erfahrung von der Materie, so sieht 's aus.

    Zitat

    und in eine bessere Stimmung zu versetzen,


    selbige könnten ja auch einen guten Fruchtsaft trinken.


    Wenn dem nicht so ist, warum reicht man zu festlichen Anlässen beispielsweise keinen alkoholfreien Sekt?

    Sehe ich genau so. Und zum Thema Selbstmitleid. Was ist schlimm daran. Ja, manchmal tue ich mir selbst leid, genau so wie mir manchmal andere leid tun.

    Zitat

    Nee.. auch sehr viele nicht-süchtige würden so eine Einschränkung als Verlust im Leben betrachten.

    Genau das ist doch der Kern der Sache, wie es jemand sieht. Wenn ich nicht trinken will, dann sehe ich es nicht als Einschränkung.

    Zitat

    genussvolles Trinken ist in unserer Gesellschaft anerkannt

    Ja, das heißt aber nicht, dass es Alkohol sein muss.

    Zitat

    Man(n) und Frau trinkt doch doch in erster Linie um sich zu entspannen


    und in eine bessere Stimmung zu versetzen,

    Ja, viele haben sich das Trinken aus diesen Gründen angeeignet, denn es geht eben auch so:


    selbige könnten ja auch einen guten Fruchtsaft trinken.

    Zitat

    Wenn dem nicht so ist, warum reicht man zu festlichen Anlässen beispielsweise keinen alkoholfreien Sekt?

    Wird es doch – es besteht kein Alkoholzwang und wenn ich einen Orangensaft trinke und keinen Sekt, dann ist das auch kein Problem.

    Zitat

    verstecken sich hinter Ausreden, um sich zu rechtfertigen


    und damit ihr Gewissen zu beruhigen.

    Die einen ja, andere nicht. Ich trinke selten Alkohol und wenn ich trinke, dann weil es mir schmeckt und nicht, um mich zu beruhigen oder mich zu entspannen. Ich bin schon vorher entspannt. Es gibt auch niemanden, vor dem ich mich rechtfertigen müsste.

    Zitat

    Klugscheißer sind in diesem Forum


    und zu diesem Thema oft Trittbrettfahrer


    und haben nur wenig bis keine Erfahrung von der Materie, so sieht 's aus.

    Muss man ja nicht haben – es ist eine allgemeine Diskussion und jeder bildet sich aufgrund seiner Denkzusammenhänge seine eigene Meinung, ob nun mit oder ohne eigener Erfahrung. Ich habe keine Erfahrung mit eigenen Alkoholproblemen, dafür mit einem alkoholkranken Vater, Onkel, Freund und Mann. ;-)

    Zitat

    Ich hab aber auch gar nichts davon geschrieben dass das als Entschuldigung oder Legitimation dient.

    ach Jan, ich versuche dir zu erklären das dieses Denken, das der Verzicht schwer ist, durch die Alkoholkrankheit begründet ist. Meiner Meinung nach gibt es auch den Druck durch die Gesellschaft, Werbung etc nicht, junge Menschen teilweise ausgenommen.


    Ein wirklich gesunder Erwachsener trinkt nicht täglich und nicht nach einer Routine.

    Zitat

    Nee.. auch sehr viele nicht-süchtige würden so eine Einschränkung als Verlust im Leben betrachten.

    Ich bin Sicher wer einen wirklich vernünftigen Umgang mit Alk hat dem wird auch ein totaler Verzicht nicht als Einschränkung vorkommen.

    Zitat

    Für zufriedene Abstinenz braucht man m.M. nach eine tiefgreidende Umkrempelung der Lebensstruktur. Wenn man dazu nicht bereit ist, wird es schwierig.

    und noch mal, dass "dazu nicht bereit sein" wird durch die Sucht gesteuert. Die tiefgreifende Umkrempelung braucht es, aber ein therapierter trockener Alkoholiker braucht sich vor der Party mit Alk nicht zu verstecken weil er dafür für sich Antworten hat. Außerdem lernt er auch sich seinem Umfeld mitzuteilen.


    Ich habe eine Freundin die 2005 erfuhr das sie eine Autoimmunerkrankung der Leber hat (PBC) und möglichst keinen Alkohol mehr trinken soll. Das war ihrer Aussage nach ihr kleinstes Problem und sie hat bis heute nichts mehr angerührt.


    Damit will ich erklären das wenn es aus gesunder Vernunft gesteuert ist das überhaupt kein Problem darstellt auf Alk zu verzichten.


    War interessant :-D *:)

    Ich finde, Du siehst viel zu sehr die Sucht als "Primärproblematik". Bei Dir klingt es so, all die beschriebene Dinge sind von der Sucht gesteuert, und wäre die Sucht nicht, wäre das alles kein Problem. Aber diese Meinung teile ich nicht. Die Sucht ist doch häufig ihrerseits eher schon ein Symptom einer zugrundeliegenden Persönlichkeitsstörung, und die besagte "Lebensumkrempelung" setzt vor allem voraus, dass man bereit ist, "sich selber zu stellen", seine wahren, zugrundeliegenden Probleme anzugehen, und davor hat manch einer so massiv Angst, dass er sich lieber in Verdrängung und Kompensation flüchtet (wo der Alkohol dann ein Baustein im Gesamtgefüge ist). Und das ist ein psychisches Problem und keineswegs "von der Sucht gesteuert".


    ich finde Deine ganze Sicht auf dieses Thema irgendwie sehr schwarz-weiss, was allerdings durch Deine Hintergrundgeschichte auch nicht verwunderlich ist.


    Es gibt mit Sicherheit jede Menge nicht-süchtige, nicht-regelmäßig trinkende "weitgehend gesund" Erwachsene, die vollständigen Verzicht (also auch nicht mal am Wochenende am Stammtisch mit Freunden) trotzdem schade fänden und in Maßen genossenes Bier und Wein als Bereicherung des Lebens empfinden. Das heisst ja auch nicht, dass Verzicht für diese Leute ein großes Problem wäre. Aber "etwas schade finden" halt schon.

    Mach dich mal locker


    Das ist mein Grund um zum Alk. zu greifen und in meinem Umfeld auch üblich.


    Abends wenn ich alleine bin, dient es zum Entspannen und Abschalten, wohl auch zum Vergessen.


    Und in Gesellschaften, dient es ebenfalls um locker und fröhlich zu werden und mitfeiern zu können.


    Ich empfinde es schade, das ich es ohne Alk. anscheinend nicht kann.