• Alkohol – willenlos verloren?

    Ich fragte mich in letzter Zeit mehrfach, anhand von Beiträgen hier im Forum, eigenen Erfahrungen und auch Leuten aus dem Bekanntenkreis, ob es sein kann, dass jemand, der Alkoholiker ist, gar keine Chance hat, irgendwas gegen die Sucht zu tun.. ob es das vorbestimmte Schicksal ist, bis zum bitteren Ende weiterzutrinken (und eventuell auf dem absoluten…
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    Ich finds schon krass, wenn ich an diese Unmengen von Discounter-Bier denke (Maternus, Grafenwalder, Adelskrone..), die zu billigen Preisen in großen Mengen verkauft wird und wo völlig klar ist, was für eine Klientel da größtenteils zugreift.. Auch für die Firmen, die das Zeug herstellen. Wissend, das man einen großen Teil seines Profits mit der krankhaften Sucht vieler Menschen erzeugt. Wobei das Zeug nichtmal schlecht schmeckt, an sich braucht man kein teureres Bier.


    Alkohol ist und bleibt halt einfach "die billige Volksdroge", selbst wer ganz unten ist, kann sich den billigen Discounter-Suff noch leisten (womit zumindest dramatische Beschaffungskriminalität erspart bleibt).

    mir auch nicht (...nur manchmal, wenn ich rückfällig geworden bin)


    Übrigens Grafenwalder und Maternus gibt 's schon lange nicht mehr...

    Doch!? Grafenwalder ist das Lidl Bier (zumindest in Hamburg), Maternus das von Aldi Nord.. Maternus ist sogar eine gewisse Spezialität, mit seinem signifkant hervorstechenden, etwas süßlichem, sehr malzigem Geschmack.

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    Nun ja, dem Gemeinwesen entstehen aber auch Kosten, wenn die Gesundheit leidet.

    Meiner Ansicht nach ist es der einzige Grund – das "soziale" Verständnis. Bei solchen Verboten geht es überhaupt nicht mehr um die Freiheit des Einzelnen, sondern wie sich die Mehrheit Geld spart – Argumente sind die gleichen wie z. B. auch bei Übergewichtigen.

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    Zigaretten sind meiner Meinung nach zwar schlimmer, aber vergleichbar ist es schon.

    Mir ist es egal, wo die Grenze gezogen wird – für mich ist es schlichtweg eine Bevormundung und somit indiskutabel. Natürlich achte ich das Gesetz und habe auch keine Schwierigkeiten damit, da ich weder dem Alkohol noch so genannten harten Drogen zugetan bin, dem Rauchen bin ich zugetan. Ist ja nicht so, als ob Alkohol nicht auch schon mal verboten war.

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    Und inzwischen, sind ja doch einige, durch die Maßnahmen, zur Entscheidung gekommen, das Rauchen schlecht ist.

    Ja, ganz klar. Es ist gesundheitlich schädlich - das weiß doch jeder, der halbwegs einen gesunden Hausverstand hat. Wenn es eine entsprechende Aufklärung gäbe, dann könnte ich dem Bürger auch zugestehen, dass er entscheidet, was er will. Das heißt ja nicht, dass keine Hilfe angeboten werden soll, von Süchten wegzukommen, wenn es jemand will. Meiner Meinung nach wird mit einem Verbot nur das Symptom bekämpft. Die Ursachen - das juckt "die Gesellschaft" wieder nicht, denn das würde ja schon wieder Geldaufwand bedeuten, damit das verhindert wird. Da entzieht sich "die Gesellschaft" ihrer aus meiner Sicht Verantwortung. Wen juckt es denn, wenn die Nachbarn ihr Kind vernachlässigen, schlagen, unterdrücken? Selten jemanden und wenn dann das Jugendamt kontaktiert wird, dann kündigen die mal nett an, wann sie kommen. %-| Mehr können "wir uns nicht leisten". Erst in den letzten Jahren wird eine therapeutische Behandlung von ehemaligen Opfern auch entgolten.

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    Klar trifft es auch die Vernünftigen, aber die weniger Vernünftigen, kommen dann vllt doch zu dem Schluß es wenigstens zu reduzieren. Und die Vernünftigen, sollten auch in der Lage sein, einen extra Laden aufzusuchen.

    Ich denke gar nicht, dass es so wenige Vernünftige gibt. Eine Sucht hat doch nun viele Auswirkungen, die jemand dann vielleicht doch nicht haben will und sich entscheidet sich anders zu verhalten. Letztlich streben Menschen schon ein glückliches Leben an.

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    Ich sehe es so, ist ein Bier im Kühlschrank, ist die Verführung da, es zu trinken, auch ganz spontan. ist keins im Kühlschrank, muß ich erst eins rein legen, 1 von 3 Bieren würde dann wohl schon mal weg fallen.

    Bier kannst Du hier bei mir Kistenweise lagern, es werden nach einem Jahr wenn es hoch kommt, 6 Flaschen fehlen – allerdings eher 3. Schokolade gar nicht. ]:D Wahrscheinlich würden das auch einige verbieten wollen oder es nur Leuten verkaufen, die Idealgewicht haben. Normalgewicht ist ja schon gefährlich *Ironieaus*.

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    Klar ich kann das Kaufen ja auch so lassen, aber der extra Laden wäre nochmal eine kleine Hürde, die es zu überwinden gilt.

    Klar, Du gehst ja auch von einer realistischen Möglichkeit aus und ich, wie ich mir die Welt malen würde, wenn ich könnte.

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    Diese Verbote bestehen vermutlich wegen der sonst zu erwartenden gesellschaftlichen Folgekosten, die der Gesetzgeber auf diese Weise zu unterdrücken versucht.

    Aus meiner Sicht, ja und das ist halt die Frage, die schon Kirk und Spock diskutiert haben, ob das Wohl vieler wichtiger ist als das Wohl weniger, oder eines Einzelnen.

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    Alkoholsucht wurde mal irgendwo als der "Versuch einer Selbstbehandlung" bezeichnet. Könnte was dran sein, oder?

    Naja – sollte nach "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" doch die meisten davon abbringen ;-) .

    Tja, gerade wieder über das Thema gestolpert.


    Habe meine 2 Bier getrunken und fühle mich gut, fast ein wenig glücklich und alles ruft 'noch eins'. >:(


    Dabei sind schon geringe Mengen schädlich


    Alkohol lässt die Hormone sprudeln


    Interessant wäre noch der Zusammenhang Depression und Alkohol.


    Man lechtzt ja gerade nach den kurzen Momenten des Glücksgefühls.

    Ehrlich gesagt kommen mir die wissenschaftlichen Zusammenhänge, die da geschildert werden, etwas abstrus vor, und widersprechen auch meinem bisherigen Kenntnisstand. Dopaminausschüttung als Reaktion auf Zerstörung der Fett-Hülle der Zellen durch einige wenige Alkoholmoleküle... hmmm.

    Ich habe mich noch nicht intensiver damit beschäftigt, ist aber ein interessantes Thema Dopamin – Alkohol. Für mich ließt sich der Bericht durchaus schlüssig.


    Zumal ich wirklich feststellen konnte, da bei dem Bierkonsum tatsächlich sowas wie Glücksgefühle aufkam, habe es aber bei den 2 Bier gelassen und nicht ausgetestet ob es ins Gegenteil umschlägt. Aber die Versuchung weiter zu trinken war groß.

    Beim Essen ist es, bei mir sehr ähnlich, ich kann fast den ganzen Tag ohne was auskommen. Wenn ich aber anfange, wird das Verlangen nach mehr größer.

    Hier etwas fachlicher


    http://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/alkoholismus/403


    Naja, dass Alkohol aufs Dopaminsystem wirkt, wusste ich schon, und auch, dass es im Rahmen des Stoffwechsels in der Leber zu Opiaten umgebaut wird (de fakto dürfte ein Alkoholrausch gewisse Ähnlichkeiten mit einem Heroinrausch haben). Aber dass die Dopaminfreisetzung ein Nebeneffekt der Zerstörung von Zellen sein soll, kommt mir fragwürdig vor. Ich denke, in nicht allzu hoher Dosierung zerstörgt Alkohol wieder den landläufigen Gerüchten gar keine Hirnzellen.. hemmt allerdings die Entwicklung neuronaler Verbindung (was Lerneffekt schwächt und so).

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    Interessant wäre noch der Zusammenhang Depression und Alkohol.

    Bei regelmäßigem Konsum begünstigt Alkohol Depressionen, wenn er diese nicht sogar provoziert/auslöst. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr wo ich es gelesen habe, weil ich schon so viele verschiedene Quellen durchgerast bin ... ;-D