Alkoholentzug - und dann nie wieder?

    Hallo liebe Forumteilnehmer,


    ich sehe oft Fernsehsendungen, in denen trockene Alkoholiker über "das Leben danach" berichten.


    Immer wird gesagt, dass ein trockener Alkoholiker niemals wieder im Leben auch nur einen Tropfen Alkohol mehr anrühren darf. Mich interessiert das. Denn warum ist das so? Angenommen, es vergehen 20 Jahre ohne Alkohol. Angenommen derjenige ist geistig völlig abstinent und geht mit dem Vorsatz "aber nur ein Gläschen" an ein Glas Wein o.ä. Warum ist derjenige sofort wieder abhängig? Vergisst der Körper nicht irgendwann? Das interessiert mich einfach ohne bestimmten Grund. Ich habe gerade mit dem Rauchen aufgehört und Zigaretten schmecken mir nicht mehr. Trotzdem kann ich ja irgendwann mal wieder an einer ziehen, ohne dass ich sofort wieder damit anfange. Warum ist das bei Alkohol anders? Und ist es das überhaupt oder hängt es nicht doch nur von der Willensstärke ab?


    LG Jenny

  • 16 Antworten

    Hallo Schlumpfhexe, ich habe vor ca. 20 Jahren mit den saufen (nach Klinikentzug) aufgehört, kann Heute einen Schnaps oder ein Glas Wein trinken OHNE das ich Verlangen nach mehr habe. Es ist ein Kopfproblem ich habe auch in meiner momentan etwas schweren Lage kein Verlangen nach Alkohol obwohl wir welchen im Haus haben.

    softfox

    Zitat

    Hallo Schlumpfhexe, ich habe vor ca. 20 Jahren mit den saufen (nach Klinikentzug) aufgehört, kann Heute einen Schnaps oder ein Glas Wein trinken OHNE das ich Verlangen nach mehr habe.

    Herzlichen Glückwunsch.


    Bitte aber nicht als wirklich darzustellen. Meiner Erfahrung nach- jahre langer regelmässigerr Besuch von 4 Fachkliniken- geht so etwas fast immer schief. Also : Noch einmal: Es mag dir gelungen sein, aber es ist nicht die Regel. Die Suchterkrankung bleibt dem Erkrankten (leider) bis an das Ende seiner Tage erhalten.


    LG

    Zitat

    Trotzdem kann ich ja irgendwann mal wieder an einer ziehen, ohne dass ich sofort wieder damit anfange. Warum ist das bei Alkohol anders?

    Schlumpfi!!! NEIN! Das geht nicht.


    Ich spreche jetzt nur von mir. Ich habe vor 30 Jahren aufgehört zu rauchen und ich weiss genau: Wenn ich heute wieder eine Zigarette rauchen würde, wäre ich morgen wieder voll auf Zigaretten drauf. Bei mir ist das ganz klares Suchtverhalten. Auch nach einem Jahr kamen noch "kritische Phasen", in denen ich starkes Verlangen hatte zu rauchen und das waren gefährliche Zeiten. Das musst du und auch sonst jeder Raucher wissen: Nie wieder eine Zigarette!


    Das Passivrauchen, d.h. der Qualm von anderen Raucher wirkt nicht so auf mich. Das wirkt auf mich eher abstossend und verdeutlicht mir immer wieder aufs Neue, wie eklig Rauchen in Wirklichkeit ist.


    Für süchtige Alkoholiker gilt genau das Gleiche!

    Wolfgang

    Deinem Beitrag kann ich nur zustimmen.


    Mit der Abhängigkeit von Suchtmitteln ( Stoffgebunden oder nicht stoffgebunden) ist das eine ganz gemeine Falle.


    Noch nach 20 Jahren ist die Sucht in deinem Gehirn gespeichert. Es gibt dann Leute, die sagen, na ja jetzt habe ich so lange nicht getrunken da kann ich es ja mal versuchren. Der Nachbar kann es ja auch. Dann trinkt er ein Glas. Super, es geht. Dabei bleibt es eine Woche oder so. Dann sagt er sich , ach was, als ich es probierte war es doch ok. Dann kommt hinterher: Ach was das Eine hat mir nichts getan, tut mir auch das Zweite nichts. So peu a peu werden dann die Abstände zwischen dem Trinken kürzer und die Mengen werden immer grösser. Nach sehr kurzer Zeit ist der Suchtmittelabhängige wieder da wo er vor zwanzig Jahren aufgehört hat. ´


    Das sind meine Erfahrungen als eine zufrieden abstinent lebender Alkoholabhängiger

    hallo,woran erkenne ich ob jemand ernsthaft süchtig ist?


    habe in meiner familie jemanden der am wochenende ziemlich oft(in letzter zeit)


    betrunken ist.mache mir etwas sorgen.


    christine07

    christine07

    Das ist eine sehr schwierige FRage.


    Wenn ein Mensch den Konsum irgend eines Mittels nicht mehr kontrollieren kann (Kontrollverlust) dann ist er/sie mit Sichreheit abhängig.


    Google bitte mal nach der Jellinek-Kurve.


    Da müsstest du mehr darüber finden.


    LGA

    hallo,danke für den tip werde ich tun,ich und meine familie


    glauben das,es handelt sich leider um meinen mann,es sich bei ihm um eine abhängichkeit


    handelt.


    er trinkt alleine in unserem arbeitszimmer nicht in gesellschaft,und hat immer mehr probleme


    mit uns gemeinsam am leben teilzunehmen:°(


    wenn ich ihn darauf anspreche wird er sehr gereizt und schiebt


    die schuld auf mich ,auf seine arbeit usw.


    ich glaube ich muss was tun und hoffe ich liege falsch.


    alles gute für euch.:)*


    christine07

    Das hört sich nicht gut an.:°(:°_:°_:°_


    Wenn jemand den Verdacht hat, dass jemand abhängig ist, dann stimmt das meist. Andere Kriterien (siehe oben) können den Verdacht ja erhärten.


    :)*:)*:°_:°_

    christine0

    Das sind eben so vertrackte Situationen. Wenn er etwas getrunken hat wird er mit Sicherheit wütend werden. Du hälst ihm ja den Spiegel vor und das möchte er aber nicht sehen. Wenn du etwas tun willst dann bitte gehe zu einer Suchtberatungsstelle( Ich weiss du hast kein Problem. Die Leute dort arbeite anonym und kostenlos und sind zum Schweigen verpflichtet. Solche Beratungsstellen gibt es bei der Diakonie und der Caritas. Die fragen dich auch nicht nach deiner Religion. Dort wirst du erfahren können was Sucht ist und im Besonderen wie Abhängige reagieren , und wie du dich daruf einstellen kannst.


    LGa

    danke,ich bin irgentwie erleichtert das ich mir das von der seele


    schreiben kann.ich mache mir so viele gedanken ob es doch an mir liegt,aber so bald ich


    mit ihm reden möchte blockt er total ab.


    vielleicht kann man ihm ja noch helfen,er meint das ich spinne.


    aber ist es normal das ganze wochenende betrunken zu sein.


    und zwar so das er wenn er mal aus seinem zimmer kommt,ständig das gleiche fragt oder


    erzählt.:°(


    aber ich werde jetzt etwas tun,auch wenn ich dafür vielleicht einen hohen


    preis zahlen muss.danke


    christine07

    Ein paar kurze Anmerkungen:

    Zitat

    ob es doch an mir liegt,

    Nein, das ganz sicher nicht! Er hat ein Problem, nicht du! Mache dich frei von jedem Schuldgedanken! Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Das gilt eigentlich (fast) immer und in (fast) jeder Situation, aber ganz besonders bei Suchtproblemen! Er muss etwas ändern, nicht du. Zu allererst muss er aber einsehen, dass er das Problem hat und darf es nicht auf andere, z.B. dich abwälzen.

    Zitat

    vielleicht kann man ihm ja noch helfen,

    Das wird das schwierigste. Niemand kann ihm helfen, solange seine Einsicht fehlt und ich lese hier nicht, dass er einsichtig ist.

    Zitat

    auch wenn ich dafür vielleicht einen hohen preis zahlen muss

    Ich wünsche dir die Kraft dazu. Anders wird es wahrscheinlich nur noch sehr viel schlimmer.

    Hallo ihr,


    Danke für eure ehrlichen antworten!


    Ich bewundere alle, die es geschafft haben aus der Alkoholhölle rauszukommen!!!


    Allerdings habe ich auf meine Frage noch keine richtige Antwort gefunden:


    Was pssiert im Körper, wenn nach vielen Jahren wieder Alkohol getrunken wird?


    Warum ist man dann meist wieder sofort süchtig?


    Was läuft da im Gehirn ab?


    GLG


    Jenny

    Was da auf molekularer Ebene im Gehirn abläuft, das ist eine sehr schwierige Frage. Wie sind Erinnerungen überhaupt gespeichert? Ich möchte es etwas einfacher versuchen zu beantworten:


    Ein Rausch (oder auch der Zustand, den die Zigarette verursacht) ist ja für sich genommen ein angenehmer Zustand. Das Gehirn nimmt das wahr und merkt sich das. Auch nach vielen Jahren wird es dann bei erneutem Genuss daran erinnert und sofort legt es einen geistigen Schalter um, der das zwanghafte Verhalten auslöst und der den Kontrollverlust (Ich muss jetzt ...[trinken / rauchen]) erzeugt.