Alkoholkonsum nach Trennung

    Ich mache mir Sorgen um eine gute Freundin von mir. Sie ist mittlerweile 28 und verfällt gerade wieder in ein pubertäres Partystadium. In meinem Umfeld wurde gerade zu Abizeiten recht viel getrunken, was sich aber mit der Zeit gelegt hat. Beim anderen mehr , beim anderen weniger. Bei mir eher mehr. Trinke nur noch recht selten.


    Besagte Dame hat sich vor ca 3 Monaten von ihrem Freund getrennt und macht seitdem "Party". Party ist hier gleichzusetzen mit volllaufen lassen. Ich habe keine Bedenken das sie ihr Leben nicht gemeistert bekommt oder den ganzen Tag säuft, aber sobald man sich z.B. abends trifft gibts kein Halten mehr. Letzten Monat waren wir mit Freunden übers Wochenende weg. Da war sie eigentlich von Freitagnachmittag bis Sonntagabend besoffen. Wir trinken auch gern mal was über den Tag, aber nicht in dem Ausmaß. Heute sind wir mit Freunden gegen 13.00 in den Biergarten was Essen gegangen. Um 16.30 bin ich mit ihr heim. Bei unserer Unterhaltung hat sie gelallt und an grade gehen war auch nicht zu denken. Habe sie auf ihren Alkoholkonsum angesprochen. Sie meinte das sie jetzt einfach mal Lust hätte bißchen die Sau rauszulassen und bald wieder damit aufhört. Ich frage mich nur wann das ist. Ich werde andere Freunde darauf ansprechen. Mir kommt das nämlich schon etwas zuviel vor. ???

  • 15 Antworten

    Ich sehe das auch recht kritisch. Ich habe während dem Studium und einige Zeit auch noch


    danach viel getrunken. Zusammen mit Freunden und Arbeitskollegen. Aber irgendwann hatte ich


    plötzlich keine Lust mehr dazu. Habe mich Hobbies gewidmet, die einen klaren Kopf erforderten


    und fand es nicht mehr lustig, wenn ich morgens mit einem Kater aufgewacht bin.


    Nun, Deine Freundin hat ein neues Leben begonnen und will dies ausgiebig feiern. Aber die Art und


    Weise , wie sie es tut, scheint mir auch recht überzogen. Und es ist wirklich die Frage, wann sie wieder


    damit aufhört. Ich würde sie mal fragen, ob sie schon am frühen Vormittag alleine zum Gläschen


    greift, um damit den Tag besser zu meistern. Wenn dem so wäre, wäre das ein Alarmsignal.


    Auf jeden Fall sollten ihre Freunde wachsam sein, ohne dass sie das Gefühl hat,


    bevormundet zu werden.


    Aber sooo schnell wird man kein Alkoholiker. Da ist das Mädchen noch weit davon entfernt.

    Man darf auch nicht vergessen , dass einige es eben nicht schaffen und ganz schnell als Alkoholiker enden, da gibtes wohl unterschiedliche Veranlagungen. Die Freunde wenden sich dann schnell ab, die vorher alle mit getrunken haben.


    Habe soetwas im eigenen Bekanntenkreis erlebt.


    Sprich auf alle Fälle mit deiner Freundin und weise sie daruf hin, dass da eben eine Gefahr besteht. Denn, was sie für Anlagen hat, kann sie eigentlich nicht wissen...sie bringt sich in Gefahr.

    Mit dem "Party-Machen" kompensiert sie die Trennung, was ein sehr ungünstiger Grund ist, zu trinken. Zumal sie ja nicht Anfang 20 ist, wo man sich ausprobiert und die Freiheit als junger Erwachsener über Gebühr genießen will. Sie ist Ende 20, wo man sich eigentlich in jeder Beziehung die Hörner abgestoßen haben sollte.


    Drei Monate ist jetzt noch nicht so viel, wenn ihr Trinkverhalten vorher in Ordnung war. Aber ihre Freunde sind ja auch älter und gereifter geworden. Da wird sie ja vermutlich weniger willkommen sein als Party-Girl, sondern eher auffallen. Es gibt einen Punkt, wo Alkohol je nach Umfeld einsam macht. Darüber sollte sie mal nachdenken. Denn Betrunkene bleiben am besten unter sich - sie teilen dann den Humor und die Stimmung und sind insgesamt hemmungsloser und unkritischer. Aber wenn sie sich stets vollaufen lässt, während der Rest der Gesellschaft ein bisschen im Rahmen bleiben will, dann wird ihr Verhalten früher oder später auf Ablehnung stoßen.


    Achte auf sie, dass sie von dem Trip wieder runterkommt. Eine gute Freundin von uns hat auch Beziehungsprobleme und Trennung mit Alkohol kompensiert. Nach einem Jahr war ihr Trinkverhalten so auffällig, dass es nur noch unangenehm war und wir den Kontakt eingestellt haben. Es brauchte weitere 4 Monate, bis ihr klar war, dass sie mittlerweile eine erstklassige Alkoholikerin geworden ist. Die erste Therapie hat nicht lange gehalten, sie wurde jetzt im Herbst wieder rückfällig. Die zweite Therapie (stationär) folgt. Es ist alles andere als Party, wenn man diese Grenze überschritten hat.

    In solchen Phasen habe auch ich sehr viel getrunken, was sich irgendwann aber von selbst wieder legte. Offenbar gehöre ich nicht zu jenen Menschen, die schnell vom Alkohol abhängig werden. Ich kenne aber auch Fälle, bei denen es tatsächlich und auch verhältnismäßig schnell zur Sucht kam, z.T. sogar mit geringeren Mengen Alkohol als bei mir damals (es war bei mir im Durchschnitt eine Flasche Weißwein, mitunter auch mehr, also klar zu viel). Einer (ebenfalls nach einer Trennung) fing mit vielen Bieren am Tag und am Abend an. Schon wenig später kamen Schnäpse hinzu. Bereits nach einem halben Jahr war er zum Alkoholiker geworden. Insofern schließe ich mich wintersonne an: Vorsicht ist geboten.

    Ja, Wintersonne, da hast Du recht. Es gibt Menschen, die suchtgefährdeter sind als andere.


    Und wenn man Pech hat, verliert man vielleicht den Führerschein oder noch schlimmer


    den Arbeitsplatz. Und das sind dann oft Gründe, dass man erst recht viel trinkt.


    Und dann kann es steil bergab gehen......

    Genau das ist auch ein Problem das sich unserer Verhalten insgesamt geändert hat. Deswegen schreibe ich ja auch "pubertär". Ihr Verhalten ist manchmal echt zum fremdschämen und nicht mehr lustig zu sehen. Ich will jetzt mal rausfinden ob es noch anderen so geht, oder ob ich alleine dieses Gefühl habe das sie sich lächerlich macht.

    Und obwohl sie heute nachmittag schon betrunken war ist sie heute abend auch nochmal weg. Gegen 10 tauchte sie nochmal in unserer "Stammlokalität" auf. Habe sie eben grad deswegen schon zum zweitenmal für heute heimbegleitet. Sie war ja schon betrunken und hatte dann in 1,5 Stunden drei Weizenbier plus ein paar Kurze. Da ging grad nicht mehr viel.


    Ich habe eben auch auf die Stimmung geachtet. Ich denke das ich nicht der einzige bin der ihr momentanes Trinkverhalten für etwas zu ambitioniert hält. ":/

    Wenn das deine Freundin ist, solltest du nicht mit anderen über ihr Verhalten reden, sondern mit ihr persönlich.


    Sag doch ganz offen gerade heraus, dass du ihr Verhalten unangenehm findest und sie dir peinlich ist. Dass ihr Verhalten in ihrem Alter nicht mehr angemessen ist. Und dann frag, wieso sie sich so volllaufen lässt. Ob sie es aus Frust tut oder weil ihr etwas fehlt oder weil sie was nachholen will oder oder oder.


    Sie tut es ja nicht grundlos. Du solltest für dich selbst wissen, inwieweit du da mitziehen magst. Ziehe bei ihrem Verhalten für dich eine Grenze und die Konsequenzen daraus.


    Ob das eine Phase ist oder nicht, kann von hieraus ja schlecht jemand beurteilen. Ich finde, da ist jetzt rein vom Alter her nicht so super viel zu meckern. Mit Ende 20 feiern auch meine Freunde und ich manchmal recht feucht-fröhlich. Aber die Betonung liegt auf manchmal...

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    Ich rede nicht mit anderen über ihr Verhalten. Ich habe gestern nur andere Leute in ihrer Anwesenheit beobachtet. Das ist schon wichtig. Vielleicht übertreibe ich ja auch einfach oder bin die letzten Jahre zum Spießer geworden. Ich glaube aber das ich nicht der einzige bin der so denkt und das wollte ich erstmal wissen.


    Sie ist mir schon sehr wichtig. Ich werde sie die Tage direkter ansprechen.

    Hallo fussel


    Ja, ich hatte letzte Woche ein gutes Gespräch mit ihr. Sie meinte das es ihr einfach nicht gut gehe und es auch mit Party machen zu kompensieren versuche. Allerdings waren ihr auch einige ihrer letzten Ausfälle im Nachhinein unangenehm seien. Sie findet es gut das ich sie angesprochen habe, weil sie sich schon länger überlegt hat eine alkoholische Auszeit zu nehmen, es dann aber doch nie durchgezogen hat. Unser Gespräch nimmt sie als Anlass nun damit zu beginnen. Ich denke auch nicht das sie schon körperlich abhängig ist. Aber irgendwann kommts soweit. Deswegen finde ich diese Entwicklung gerade sehr positiv. Übers WE und den Feiertag war sie auch schon abstinent. Das weiß ich. Es war gut hier mit euch zu sprechen um den Mut aufzubringen das Gespräch zu suchen. Danke

    Hallo Heiko28 ,


    Wie singt Grönemeyer, Alkohol ist der Rettungsring mit dem du untergehst. Als Frau denke ich mal ist es noch schlimmer.


    Aber was bleibt als gut zuzureden, alles andere könnte schnell die Freundschaft beenden !!


    Die eigene Einsicht muss kommen !!!


    Liebe Grüße *:) :)*