Alkoholunverträglichkeit

    Servus,


    ich, 26 Jahre alt und männlich, habe seit ca. 2 Jahren immer größer werdende Probleme nach dem Konsum von Alkohol.


    Anfangen hat es eines Abends nach einer durchzechten Nacht. Plötzlich fühlte ich mich extrem unwohl, wie vor einem Kreislaufzusammenbruch. Dieses Gefühl, was dann auch von Erbrechen und Herzrasen begleitet wurde, hielt ca 5-6 Stunden an. Ich war kurz davor den Krankenwagen kommen zu lassen weil ich sowas noch nie erlebt hatte.


    Seit diesem Erlebnis werden die Kater beständig schlimmer. Naja die Konsequenz war den Alkoholkonsum drastisch zu reduzieren sodass er mittlerweile gegen Null geht. Trotzdem merke ich schon die kleinsten Mengen Alkohol, da sie nach ein paar Stunden diese Symptome auslöst. Die Intensität schwankt je nachdem wie viel ich getrunken habe. Ebenso die Dauer bis zum Einsetzen der Symptome.


    Ich habe seit ca. der selben Zeit häufig mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen für die bisher keine Ursache gefunden wurde.


    Nun zu meiner Frage, kennt jemand sowas ähnliches? Da Alkohol in unserer Gesellschaft ein fester Bestandteil ist, würde ich gerne der Ursache auf den Grund kommen. Dabei geht es mir nicht drum, wie früher, bis zum Exodus trinken zu können sonder einfach nur nicht nach der kleinsten Menge mich schon sehr schlecht zu fühlen. Der Konsum ansich löst diese Symptomatik auch nicht aus sondern erst wenn der Körper quasi wieder runter kommt.


    Bsp: Heute war ich nach der letzen Vorlesungen mit ein paar Leuten auf dem Weihnachtsmarkt und habe einen Glühwein getrunken. Circa 1-2 Stunden später (immoment) treten wieder Herzrasen und dieses starke Unwohlsein auf, ähnlich Kreislaufproblemen die auch eine extreme Unruhe mitbringen.


    Beim Arzt habe ich das nicht angesprochen, zum einen weil andere Beschwerden viel schwerwiegender sind und zum anderen weil ich auch glaube das ein Arzt bei der Schilderung die Probleme wahrscheinlich nicht wirklich ernst nimmt.


    Vielleicht hat ja jemand was ähnliches durchgemacht und kann mir da weiterhelfen :D


    Grüße


    Alex

  • 18 Antworten

    Mein Cousin läuft schon bei kleinsten Mengen rot im Gesicht an, bekommt Herzrasen und Schweißausbrüche. Das hat ihm früher niemand geglaubt bis er auf einer Familienfeier dank vieler dummer Sprüche das einmal anschaulich demonstriert hat.


    Du wirst dann wahrscheinlich auch eine Alkoholallergie haben, die kann sich erst im Laufe des Lebens ausbilden und verschlimmern. Ob es dagegen Heilung gibt weiß ich nicht, da wirst du aber wohl eher einen Arzt fragen müssen.


    Bis dahin würde ich die Finger davon lassen.

    Wenn du keinen Alkohol verträgst, aus welchem Grund auch immer, wüsste ich da eine einfache Lösung: Trink einfach keinen.


    Ich habe noch nie Alkohol getrunken (außer mal probiert oder in Medizin und so). Schmeckt mir nicht, will ich nicht und basta. Es ist zwar richtig, dass es Idioten gibt, die das nicht verstehen und meinen, einen zum Alkoholkonsum animieren zu müssen, aber die können mir einfach mal den Buckel runterrrutschen.


    Wenn es allerdings so ist, dass dir sogar geringste Alkoholmengen zusetzen, z.B. ein Glas Apfel- oder Traubensaft, ein Löffel Hustensaft, ein Stück Kuchen mit Alkohol zusetzen, dann würde ich das vielleicht mal untersuchen lassen.

    Alkohol ein fester Bestandteil unserer Gesellschaftsform? Dass er allgegenwärtig ist, muss trotzdem nicht bedeuten, mittrinken zu müssen; viele trockene Alkoholiker beweisen, dass es auch ohne geht. Es lässt sich auch ohne Alkohol leben, und Mitfeiern geht wirklich. Es ist aber ein Entschluss, den du nur allein fassen kannst. Manchmal kann das auch bedeuten, sich ein neues Umfeld zu schaffen, in dem nicht dauernd gebechert wird.


    Wenn du dir erst einmal angewöhnt hast, dann wenn andere einen Glühwein schlürfen, einen Kinderpunsch zu nehmen, ist es eben deine "Gesellschaftsform" - was solls, du verträgst es eben nicht und Punkt. Es geht mehr darum, das zu akzeptieren als zu verstehen, was da körperlich passiert. Das kannst du ja durch Verständnis der Körpervorgänge nicht ändern. Allergisch auf etwas zu reagieren, das kennen viele, und es geht ihnen gut, solange sie die jeweilige Substanz meiden. Dass dir so ein Entschluss schwierig erscheint, kann sich wohl jeder gut vorstellen, aber das ist die Realität: Entweder - oder.

    Ein Freund von mir hat sowas auch.


    Bei ihm sind es die Hefeenzyme, die den Alkohol produzieren - keine Weine und keine Biere, das resultiert in Ausschlag, Übelkeit und Herzrasen. Alkohol an sich ist bei ihm kein Problem. Er kann Jack Daniels trinken, ohne darauf zu reagieren.

    Zitat

    habe einen Glühwein getrunken. Circa 1-2 Stunden später (immoment) treten wieder Herzrasen und dieses starke Unwohlsein auf, ähnlich Kreislaufproblemen die auch eine extreme Unruhe mitbringen.

    Glühwein enthält ja keine Hefe. Das ist es dann wohl nicht.

    Ich habe früher sehr gut Alkohol vertragen. Irgendwann wurde es mir nach einer Flasche Wein wahnsinnig schlecht. Ich bekam Herzrasen, mir schwindelig und ich musste mich übergeben. Hat ein paar Tage angehalten, dann war wieder alles gut.


    Aber seit dem vertrage ich Alkohol gar nicht mehr. Von Bier wird mir schwindelig und zwei Schlucke Wein oder Sekt reichen, dass ich mich übergeben muss.


    Am besten gehen noch harte Sachen wie Wodka oder Whiskey, aber da reicht auch schon eine Minimenge für einen richtigen Rausch.


    Mittlerweile habe ich mir das Alkoholtrinken komplett abgewöhnt. Aber auf Partys und Festen, wo jeder trinkt, finde ich es schwierig. Auch in meinem Freundeskreis wird recht viel Alkohol getrunken und gemeinsame Abende enden meist mit einem Totalabsturz bei den anderen. Als Einzige da nüchtern zu sein, finde ich immer sehr anstrengend. Und ich würde gerne mal wieder einen Cocktail trinken :-(


    Leider kann ich dir auch nicht weiter helfen. Aber du bist zumindest nicht alleine mit dem Problem.

    Zitat

    ":/ ???

    Der User hat doch, wie er oben schreibt, z.B. Glühwein nicht vertragen, also sind es bei ihm vermutlich keine Hefeenzyme, die ihm nicht bekommen. Oder hab ich jetzt etwas falsch verstanden. ":/ ???

    Danke erstmal für die ganzen Antworten, ist schön zu sehen das es nicht nur mir so geht.


    Natürlich ist ganz auf Alkohol zu verzichten die einfachste und im Endeffekt auch gesündeste Lösung. Trotzdem wäre es halt interessant zu wissen wie und warum sich sowas manifestiert.


    Ich bin halt auch der Meinung das man sich nicht direkt mit möglichen Allergien usw arrangieren muss, eventuell steckt ja auch mehr dahinter.


    Hautrötung hab ich auch häufig, meist direkt nach dem ersten Schluck, im Laufe des Abends bessert sich das dann wieder. Allerdings hatte ich das auch schon vor der "Unverträglichkeit".

    Du meinst, ob man sich bei Allergieneigung allgemein desensibilisieren kann? Manchmal funktioniert das im Speziellen ja durch Spritzen, aber von einer Alkoholallergiein diesem Sinne habe ich zumindest noch nie gehört, das wäre vielleicht doch eine direkte Frage an einen Allergologen wert.


    Überempfindlichkeit insgesamt ("atopische Neigung") zu reduzieren, hat für mich z. B. geklappt. Aber dazu gehörte auch, erst mal über lange Zeit das wegzulassen, was ich nicht vertrug, also wirklich jahrelang pedantisch das zu vermeiden, worauf man so übel reagiert.


    Nach einigen wirklich konsequenten Jahren konnte ich plötzlich wieder Äpfel und Mohrrüben und Nüsse essen, was vorher absolut nicht mehr ging - bei mir aufgrund einer Kreuzallergie. Auch habe ich mich bemüht, gesünder zu essen und Stress zu minimieren.

    Zitat

    Der User hat doch, wie er oben schreibt, z.B. Glühwein nicht vertragen, also sind es bei ihm vermutlich keine Hefeenzyme, die ihm nicht bekommen.

    Der Hauptbestandteil von Glühwein ist nun mal Wein. Und der Ethanol in Wein stammt nun mal von Hefezellen. Man kann beim Abfüllen von Wein zwar das Sediment der Hefe (je nach obergärig oder untergärig) entfernen, aber Wein ist kein klinisch steriles Produkt, welches keine Rückstände davon hätte.


    Wie kommst du darauf, dass in Glühwein keine Hefeenzyme mehr wären - wer soll die denn rausgenommen haben?

    Dann war das schlicht und einfach eine naive Wissenslücke: Ich wusste bisher nur, dass Bier Hefe enthält, von Wein dachte ich, dass er aus gegorenen Trauben besteht und ein bisschen Schwefel drin ist. ;-D

    Hallo, eine Frage: läuft dein Gesicht nach dem Konsum von Alkohol auch etwas rot an? Dann könnte es bei dir das "flushing-Syndrom " sein. Es entsteht, wenn dem Körper irgendwelche Enzyme zur Verarbeitung von Alkohol fehlen. Das ist gar nicht so selten, allerdings mehr bei anderen Völkern, z.B. Bei Asiaten. Da gibt es tatsächlich Unterschiede: am besten wird Alkohol von Europäern und Afrikanern vertragen, weniger von Asiaten und am schlechtesten von australischen und amerikanischen Ureinwohnern.


    Ob man gegen dieses Syndrom etwas machen kann, z.B. Diese Enzyme einnehmen wie bei Laktose-Unverträglichkeit, weiß ich nicht. Aber wenn diese Enzyme wirklich fehlen, mußt du wohl auf Alkohol verzichten.

    Hey,


    Ja manchmal habe ich dann ein gerötetes Gesicht, ähnlich einer Brille außerdem ist meist der Hals und die Brust gerötet. Das legt sich allerdings nach meist einer Stunde wieder und taucht dann auch nicht wieder auf egal ob ich weiter Alkohol trinke oder nicht. Bisher konnte ich nicht ausmachen bei welcher Sorte Alkohol im speziellen das Auftritt, häufig merke ich das selbst auch nicht, nur wenn die Haut dazu noch warm wird oder es mir jemand sagt fällt es mir dann selbst auf.


    Mir kommt es halt so vor als ob der Alkohol auf einmal nichtmehr richtig verstoffwechselt wird, weil die Probleme immer erst mit dem Abklingen des Alkohols richtig anfangen. Ist natürlich nur ne Vermutung weil ich da kein Fachmann bin ;-)


    Ist es möglich das die Enzyme die im Körper für das Verstoffwechseln von Alkohol zuständig sind plötzlich fehlen? Ich dachte immer das sei ein Gendefekt, wobei das vllt nicht das richtige Wort ist, wie z.B bei den Asiaten.