• 11 Antworten

    Sicherlich, Distraneurin (bei Delir), soweit ich weiss werden auch Benzos gegeben, und Betablocker um die überschießende Kreislaufreaktion, Herzrasen, Blutdruck zu dämpfen.


    Warum fragst Du? Ein "richtiger Entzug" sollte nicht im Alleingang stattfinden.

    rr2017 schrieb:

    Sicherlich, Distraneurin (bei Delir), soweit ich weiss werden auch Benzos gegeben, und Betablocker um die überschießende Kreislaufreaktion, Herzrasen, Blutdruck zu dämpfen.


    Warum fragst Du? Ein "richtiger Entzug" sollte nicht im Alleingang stattfinden.

    Zumal ein Alkoholentzug absolut unberechenbar ist. Eine Therapie solltre sich auch anschließen.

    Unter einem Entzug kann es zu extrem vielen Begleiterscheinungen kommen, daher sollte dieser in einer speziellen Fachklinik stationär, unter strengster ärztlicher Überwachung stattfinden. Bei einem Entzug werden u.a. folgende Medikamente eingesetzt: Antabus, Campral, Adepent, Lioresal, unterschiedliche Benzodiazepine, Carbamazepin, Haloperidol - hochpotentes Neuroeleptikum bei Delir. Unter der Medikation von Naltrexon ist eventuell auch ein Entzug zu Hause möglich, mit ärztlicher Begleitung. Die Entscheidung trifft dein Arzt. Alles Gute!

    Zu Distraneurin!!! Das ist ein sehr bekanntes Medikament und darf nur unter stationären Bedingungen eingesetzt werden. Nimmt ein Alkoholiker dieses Medikament zu Hause ein und trinkt eine kleine Menge Alkohol, weil er die Sucht noch nicht unter Kontrolle hat, besteht Lebensgefahr. Unter Distraneurin kann es zu einer Atemdepression und einer Depression des kardiovaskulären Systems kommen.

    Aber als Otto Normaltrinker kommt man auch nicht so ohne weiteres an Distra ran. Schon eher an Betablocker und Diazepam.

    Hyazynthe schrieb:
    rr2017 schrieb:

    Aber als Otto Normaltrinker kommt man auch nicht so ohne weiteres an Distra ran. Schon eher an Betablocker und Diazepam.

    Da bist du aber auf dem Holzweg. In einer Großstadt an jedem Bahnhof, leider. Es gibt nicht genügend Polizisten, die so etwas kontrollieren.https://www.alk-info.com/thera…egretal-timonil-tiapridex

    Naja, aber er sich auf diesem Wege Mittel verschafft, dem ist über das Forum auch nicht mehr zu helfen. Es wurde eindeutig dazu geraten sich unter ärztliche Beobachtung zu begeben,ob der TE diesen Rat annimmt liegt in seiner Verantwortung.

    Ich habe ein Jahr auf einer Entzugsstation gearbeitet - und ja, es gibt verschiedene Medikamente.

    Nehmen dem altbekannten Distra (was täglich neu dosiert wird in Abhängigkeit von div. Parametern) kann man ergänzend auf den Blutdruck einwirken, auf Übelkeit,... Es hängt sehr vom individuellen körperlichen Zustand und den Entzugssymptomen ab, was man gibt. Wir hatten Patienten, die bis auf ein bisschen Distra nichts gebraucht hatten. Wir hatten Patienten, die doch ins Delir gerutscht sind und intensivmedizinische behandelt werden mussten. Die mit starker Übelkeit, die mit Blutdruckproblemen,...


    Daher: Entzug NIE auf eigene Faust zu Hause, sondern in der Klinik. Angenehmer und um Welten sicherer.


    Ob danach Medikamente sinnvoll sind, die bei der Abstinenz helfen: Die sind nicht unumstritten und getrennt von den reinen Entzugsmedikamenten zu betrachten.


    Sinnvoll ist nach dem eigentlichen Entzug eigentlich immer noch eine stationäre oder ambulante langfristige Entwöhnungs-Behandlung. Der Entzug ist nämlich nur der erste Schritt; erst danach fängt eigentlichen die Herausforderung "trocken leben" an.


    Buchtipp:

    Johannes Lindenmeyer: "Lieber schlau als blau". Gibt es auch eine tolle Website zu.

    Ergänzung:

    Einige Patienten haben bei uns auch Antiepileptika (Mittel gegen epileptische Anfälle) bekommen. Weil auch dafür ein Risiko besteht im Entzug.

    Aber das muss eben individuell ein Arzt entscheiden.