Ausschleichen von Diazepam in Klinik zu schnell?

    Mahlzeit und Frohes Neues!


    Ich bin seit dem 23.12.11 stationär in einer Klinik um von Zopiclon und Alkohol zu entgiften.


    Die Abhängigkeit mit Alkohol und Zopiclon entwickelte sich rasant schnell über einen Zeitraum von 6 Wochen. Wegen allabendlichen Alkoholkonsum (ca. 6 Bier) konnte ich nur sehr schlecht schlafen und griff daher zu Zopiclon 7,5mg. Mir ging es von Tag zu Tag körperlich schlechter weswegen ich in einer Entgiftung den letzten vernünftigen Ausweg sah um aus diesem Teufelskreis wieder rauszukommen.


    In der Nacht der Einlieferung bekam ich zunächst das eigentlich sehr starke Distraneurin was überhaupt nicht anschlug. Der Arzt meinte, dass ich durch die Zopiclon/Alkohol Kombi eventuell eine hohe Toleranz entwickelt habe sodass Distra deshalb nicht richtig anschlägt.


    Am nächsten Tag bekam ich dann 4x täglich 5mg Diazepam womit ich trotzdem nicht zur Ruhe (innere Unruhe) kam. Später dann einige Tage als absolute Höchstdosis 6x 10mg täglich was half. Seit einigen Tagen wird bereits ausgeschlichen und ich bekomme Abends nur noch 10mg. Heute soll ich Abends nochmal 5mg bekommen und dann Morgen entlassen werden.


    Ich bin jetzt den 10. Tag hier und habe leider teilweise den Überblick über die ganz genaue Dosierung/Ausschleichung verloren. Mir geht es körperlich erheblich besser als noch zur Einlieferung, dennoch leide ich unter Stimmungschwankungen die zwischen depressiven Verstimmungen und Euphorie schwanken. Manchmal heule ich, manchmal lache ich albern über Mitpatienten. Außerdem Konzentrationsstörungen und leichte Verwirrtheit welches aber seit der Ausschleichung besser geworden ist.


    Um auf den Punkt zu kommen, ich habe einfach Angst, dass ich inzwischen eine Abhängigkeit von Diazepam entwickelt haben könnte. Was mache ich nach der Entlassung wenn draußen Probleme auftreten? Absetzsymptome, Entzugserscheinungen usw. Könnte ich nicht darauf bestehen, dass man mich solange hierbehält bis ich sanft ausgeschlichen auf 0 bin anstatt nach dem abrupten Absetzen einfach nach Hause zu schicken?


    Vielen Dank für Rat


    Jarliceland

  • 1 Antwort

    Es wird doch i.d.R. nicht "abrupt abgesetzt". Abhängig warst Du vorher, Distra schlägt nicht an, also bleibt nur das Diazepam. Eine Abhängigkeit davon hast Du indirekt sicherlich – aber nur indirekt.


    Entzugserscheinungen sind mehr als unwahrscheinlich – denn das Diazepam soll genau diese ja lindern. Deswegen setzt man das langsam ab. Frag' doch nach, bei welcher Dosis Du mittlerweile bist!


    Bekommst Du noch ein Mittel gegen epileptische Anfälle? I.d.R. ist es so, dass das 3 Tage raus sein muss, bevor man über Entlassung spricht. Man wird auch das Diazepam weiter reduzieren, bis Du auf Null bist – und Dich dann entlassen.


    Draußen wirst Du keine Probleme bekommen – außer dass Dich DIE Probleme erwarten, die ursprünglich zum Alkohol etc. geführt haben. Daher solltest Du die Befürchtungen in der Klinik thematisieren – und Dir einen ambulanten Therapieplatz suchen bzw. Dich an eine evtl. vorhandene Institutsambulanz/Suchtambulanz anbinden lassen.


    Und auch den verschreibenden Arzt informieren und vereinbaren, dass best. Mittel NICHT mehr verschrieben werden dürfen!!! Du musst Dir quasi selber den Weg zum Nachschub abgraben.