Autofahren auf Subutex

    Ich habe im Internet schon ein bisschen herumgesucht, bin aber nicht wirklich fündig geworden, bzw. habe nichts "Offizielles", sondern nur widersprüchliches zum Thema gefunden.


    Hier im Forum scheinen ja auch einige Leute zu sein, die im Subu-Programm sind, vielleicht weiß ja jemand von Euch, wie es mit dem Autofahren auf Subutex aussieht?


    Vor allem frage ich mich, wie das versicherungstechnisch aussieht?


    Muss die Versicherung trotzdem zahlen, falls ein Unfall passiert etc.?


    Ich denke, dadurch, dass die Fahrtüchtigkeit auf Subu nicht so eingeschränkt ist (da "klar im Kopf"), wie auf Metha oder Pola, müsste das eig. erlaubt sein?


    Gibt es da von Bundesland zu Bundesland Unterschiede?

  • 6 Antworten

    Guten Morgen


    Schwieriges Thema...


    Im Prinzip kann man Autofahren auf Subutex, die Konzentration und Reaktionsfähigkeit ist ja kaum eingeschränkt. Auf Methadon sieht das ganz anders aus.


    Wir haben hier mal versucht eine allgemein gültige Aussage dazu zu bekommen und haben auch widersprüchliche Infos bekommen. Die Palette reichte von: Ist nicht erlaubt bis hin zu kein Problem.


    Strassenverkehrsamt: Geht gar nicht, sie dürfen nicht fahren.


    1. Substitutionsarzt: Sie dürfen fahren


    2. Substitutionsarzt: Sie dürfen nur niedrigdosiert fahren.


    Polizei: Zeigen Sie mal ihren Ausweis.....;-D


    KFZ-Versicherung: Im Fall eines Unfalls wird geprüft ob Sie fahrtüchtig waren, unter Umständen müssen Sie selber zahlen und verlieren den Versicherungsschutz.


    Es war also nicht möglich da eine allgemein gültige Aussage zu bekommen. Mir persönlich war die Aussage des Strassenverkehrsamtes entscheidend denn die ziehen den Führerschein ein. Der Freund für den ich gefragt habe ist dann also lieber nicht gefahren.


    Ich denke bei Substituierten wird gerne ein besonders strenger Massstab angelegt, wenn jemand in einen Unfall verwickelt ist dann stösst man auf das Vorurteil Süchtige seien sowieso verantwortungslos. Die Versicherung wird natürlich jeden Grund dankbar heranziehen um nicht zahlen zu müssen.


    Tut mir also leid dass ich keine klare Antwort geben kann, vielleicht gibt es ja jemanden der das kann. Es würde mich auch interessieren.

    Hi,


    ich hatte vor Jahren meinen Führerschein verloren (Fahren unter Drogen mit Verkehrsunfall).


    Nach bestandener MPU bekam ich ihn dann wieder, obwohl dem Strassenverkersamt bekannt war, dass ich noch Pola bekam. Der Grenzwert ist von Bundesland zu Bundesland glaub ich verschieden.


    Mir wurde gesagt, dass der Grenzwert bei 4ml liegt (Konzentration weiss ich nicht mehr)


    Ich bekam damals noch 3ml.


    lg

    Hi Berryblue!*:)


    Tja, Autofahren unter Subutex - ich kann Dir ein Lied davon singen.


    Es kommt meiner Meinung wirklich darauf an in welchem Bundesland Du lebst. Hier in Bayern ist das alles eine Katastrophe. :(v


    Wenn Du recherchierst wirst Du auf juristischen Fachseiten am ehesten Antworten finden, und zwar im Sinne von Urteilen die zu diesem Thema gesprochen wurden.


    Ein eindeutiges Statement kann ich Dir nach 20 Jahren drauf/substituiert sein auch nicht geben. So ähnlich wie Kater habe ich schon alles gehört.*:)


    Ich habe aktuell auch schon wieder Ärger -mit meinem Tschechischen- FS und muss mir wieder was überlegen, weil ich beruflich davon abhängig bin.:=o


    Kleiner Tip (ich weiss, sehr skurril und typisch Drogengaga): Ich kenne Leute, die wenn Auto fahren, haben Sie immer ein kleines Fläschen in der Hosentasche. Darin ist sauberes Urin. Die Polizei in meiner Stadt lässt bei Verdacht die Leute direkt an der Strasse (also hinterm Busch oder Auto) abpissen und macht dann sofort einen Teststreifen rein. Wenn man sich weigert auf der Strasse abzupinkeln muss man aufs Revier oder in die Rechtsmedizin und dann eben dort. ???]:D*:)


    Bei einem Unfall nützt das natürlich gar nichts - bis auf versaute Hose- , denn ich bin mir ziemlich sicher das beim leisesten Verdacht (auffälliges Verhalten, Vorstrafen, etc.) die Polizei auf Bluttest besteht und die Versicherungen ohnehin alles probieren um nicht zu bezahlen.:(v


    Mein Arzt sagt auch: Kein Problem, natürlich darf man fahren!!! Ich habe mal gehört das man sich mittels extra MPU Fahrtüchtigkeit und Substitut nachweisen lassen kann. Ob das stimmt, keine Ahnung.:-/


    mazwie

    Danke erstmal für Eure Antworten.


    Soweit ich das jetzt sehe, ist man also auf der sicheren Seite, wenn man das Autofahren eher bleiben lässt, auch wenn man damit ein Stück Lebensqualität (da man ja mobiler/flexibler ist) einbüßt.


    Das Risiko einen Unfallschaden (evtl. mit Personenschaden, Schmerzensgeld und allem, was dann noch so dazu gehört) zu zahlen, finde ich persönlich nicht so prickelnd.


    Wobei die Sache halt auch immer die ist, ob man wirklich direkt getestet wird, wenn man sich nicht unbedingt superaufällig verhält und keine Vorstrafen hat.


    Extra MPU klingt schon eher nach gedecktem Versicherungsschutz, allerdings auch erstmal nach einem Kostenberg, der da auf einen zukommen wird.


    Im Internet habe ich bezüglich MPU in NRW folgende Preise gefunden:


    - MPU wegen Drogenauffälligkeit:


    564,54 €


    - MPU wegen Drogenauffälligkeit und Punkten:


    738,28 €


    - MPU wegen Drogen- und Alkoholauffälligkeit:


    765,65 €


    Hinzukommen würde dann noch evtl. ein "Vorbereitungstraining", Beratung etc.

    Hab auch noch was zum Autofahren auf Metha gefunden, könnte für einige hier vielleicht auch ganz interessant sein:


    Methadon und Fahreignung


    Sollten Sie an einem Methadonprogramm teilnehmen, lassen Sie sich am besten individuell beraten.


    Unabhängig von Ihrer persönlichen Situation müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit Sie wieder zu Ihrem Führerschein kommen:


    Sie sollten sich intensiv und selbstkritisch mit Ihrem früheren Drogenkonsum auseinandergesetzt und konkrete Vorstellungen für ein Leben ohne illegale Drogen und auch ohne Alkohol entwickelt haben.


    Sie müssen anhand von mehreren Drogenscreenings (s.o.) nachweisen, dass Sie über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten keinerlei Drogen (einschließlich Haschisch und psychoaktiven Medikamenten) genommen haben. Dies muss vom behandelnden Arzt bescheinigt werden, der auch dafür Sorge tragen muss, dass die Drogenscreenings den geforderten Qualitätsmaßstäben genügen.


    Auch Alkoholabstinenz ist von Ihnen gefordert. Anhand von mindestens vier Laborwerten (sog. Leberwerte und MCV) können Sie diese über einen Zeitraum von 12 Monaten nachweisen.


    Bitte bringen Sie eine Bescheinigung über Ihre Teilnahme an einer begleitenden psychosozialen Betreuung - ebenfalls über den Zeitraum von 12 Monaten - mit.


    In der Begutachtung müssen Sie nachweisen, dass Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Belastbarkeit ausreichend zum Führen eines Kraftfahrzeugs sind.

    Laut Subutex Beipackzettel sollte man die erste Zeit nicht fahren, ich kann nicht mehr genau sagen was drin steht aber ich fand es nicht so negativ.


    Laut Drogenberater darf man fahren, wenn man in eine Kontrolle kommt und Ärztlich verordnetes (egal ob Schmerzpatient oder Substituiert) Opiat festgestellt wird, muß man eine MPU machen.


    Und diese entscheidet dann ob man Fahrtüchtig ist und den Führerschein behalten darf oder nicht. Meine Drogenberatungsstelle macht auch vorbereitungsstunden für die MPU.


    Ich denke mal die Menge des Opiats auch noch eine Rolle spielt, aber irgendwas handfestes kann dir keiner sagen.