Bekomme trotz chronischer Schmerzen keine Schmerzmittel

    Ich versuche mich mal kurz zu fassen: Ich hatte vor 6 Jahren einen OP im Intimbereich. Allerdings heilte das alles sehr schlecht aus. Zwei Jahr konnte ich nur unter Schmerzen sitzen und laufen, war größtenteils arbeitsunfähig. Zu dieser Zeit erhielt ich punktuell Tramadol zur Schmerzlinderung, weil oft auch gar nichts ging.


    Durch viel Eigeninitiative und Bewegung konnte ich das Schmerzlevel deutlich mindern und bin heute nicht schmerzfrei, aber zumindest in einer Situation, in der ich damit leben kann. Dennoch benötige ich punktuell (1-2x die Woche) weiterhin Taramadol - nach längeren Tage, Touren, etc. Nur ist es so, dass mir das seit einiger Zeit kein Arzt mehr verschreibt, weil die offenbar denken, dass ich simuliere. Ich nehme stattdessen Ibuprofen 4-5 Tabletten und halte dies nicht für zielführend. Zumal sie auch nicht die Wirkung aufweisen.


    Mein Endokrinologe schickt mich zur Gynäkologin, und die schickt mich zum Hausarzt. Alle sind irgendwie nicht zuständig und meine Hausärztin möchte es mir nicht verschreiben. Ich vertrage es super und nehme es ja auch nicht ständig! Andere bekommen problemlos viel stärke Medikamente verschrieben und ich muss jedes Mal bei den Ärzten betteln. Ich überlege schon mir das Zeug irgendwie im Internet zu besorgen ... wieso wird man dazu gezwungen?

  • 72 Antworten
    Alias 973134 schrieb:

    Andere bekommen problemlos viel stärke Medikamente verschrieben

    Andere stehen hier aber nicht zur Debatte... und deren Medikation ist nicht Deine.


    Tramadol beinhaltet nun mal ein Suchtpotential, und Deine Ärzte verschreiben es ganz sicher nicht, weil sie denken, dass Du simulierst.. sondern wohl eher, um Dich zu schützen. Weil sie vielleicht in Deinem Konsum das kritische Maß erreicht sehen. Hast Du mit Deinen behandelnden Ärzten darüber gesprochen, warum sie Dir kein Tramadol verschreiben ?


    Du könntest Dich an eine Schmerzpraxis wenden, oder mal ganz genau in Dich hinein horchen, warum eine starke Dosis IBU nicht mehr hilft und Du auf Tramadol bestehst.

    Alias 973134 schrieb:

    Zu dieser Zeit erhielt ich punktuell Tramadol zur Schmerzlinderung...


    Alias 973134 schrieb:

    Ich vertrage es super und nehme es ja auch nicht ständig! Andere bekommen problemlos viel stärke Medikamente verschrieben und ich muss jedes Mal bei den Ärzten betteln. Ich überlege schon mir das Zeug irgendwie im Internet zu besorgen ... wieso wird man dazu gezwungen?

    Du klingst auf mich schon so leicht süchtig, also so wie " Ich muss das jetzt haben und wenn ich das nicht kriege hol ich mir das selber":-/



    https://www.mywaybettyford.de/tramadol-abhaengigkeit/


    Zitat


    Je höher die Dosierung, je häufiger die Einnahme und je länger der Zeitraum der Verwendung, umso schneller und intensiver setzt eine Tramadol-Sucht ein. Bei manchen Patienten, die das Opiat regelmäßig nehmen, sind erste Symptome einer Abhängigkeit bereits nach wenigen Tagen zu erkennen, bei anderen hingegen erst nach Wochen oder Monaten. Um das Risiko zu minimieren und das Problem einer Suchterkrankung gar nicht erst manifest werden zu lassen, sollten die Dosis und die Dauer der Einnahme stets so gering wie möglich gewählt werden. Wer bemerkt, dass die eigenen Gedanken sich immer wieder um die nächste Einnahme drehen und eine Dosissteigerung nötig wird, um die Schmerzen mithilfe des Opioids loszuwerden, ist mit großer Wahrscheinlichkeit bereits in eine psychische oder physische Abhängigkeit geraten







    Du weisst das Tramadol süchtig machen kann und das Ärzte damit sehr vorsichtig sind?


    Lies hier

    https://www.drugcom.de/drogenlexikon/buchstabe-t/tramadol/



    Zitat

    Abhängigkeit

    Wenn die Einnahme über Wochen oder Monate erfolgt, kann sich eine Abhängigkeit entwickeln.



    Wie schon gesagt wurde.

    Wende dich an einen Schmerztherapeuten und Besprich mit ihm deine Schmerzmittel.


    Deine Schmerzmittel kann man sicherlich anpassen oder ändern.

    Andere bekommen auch andere Medikamente als ich und ich bin seit fast 20 Jahren ein chronischer Schmerzpatient.

    Andere sind nie ein Argument.

    Wer überlegt, sich verschreibungspflichtige Medikamente im Internet oder auf sosnstigen Kanälen zu besorgen, der steckt offenbar tiefer drin, als er sich selbst glauben machen möchte.

    Für Schmerzproblematiken gibt es extra Schmerzmediziner, lass Dir dort einen Termin geben und Dich beraten, es gibt mittlerweile ein sehr breit gefächertes Spektrum an Analgetika, so dass für jeden das passende gefunden werden kann und das muss nicht zwingend Tramal sein. Wenn Du dort hin gehst, glaube dem Arzt und reite nicht fortwährend auf dem Tramal herum.

    Hallo,


    du hast geschrieben das du die OP vor 6 Jahren hattest!!! Ähh und SOO lange haben die dir Tramadal verschrieben?!?! Alleine DAS finde ich schon heftig!


    Ich hatte vor 8 Jahren eine Rücken-OP, hab eine künstliche Bandscheibe bekommen, nachdem die dritte Schmerztheraphie nicht mehr angeschlagen hat und mein rechtes Bein taub wurde. Ich konnte weder sitzen noch liegen, das war echt heftig! Nur langsames laufen und stehen ging gerade so, probier mal im stehen zu schlafen! Ich war völlig am Ende und bin nur noch heulend ins KH das sie irgendwas machen sollen!

    Auf jedenfall hab ich in der Wartezeit zwischen der dritten Schmerztherapie und meiner OP nachher morphin bekommen damit ich irgendwie über die Runden komme, das wurde aber auch ca 4 Wochen nach der OP wieder ausgeschliefen und ich bekamm dann "nur" noch diclo 75. Und das reicht mir heute auch, ich brauche es, vielleicht ein- zweimal im Monat und komme mit einer großen Packung ca ein Jahr hin.Deswegen hab ich auch keine Probleme mir das beim Hausartz verschreiben zu lassen.


    Du siehst bei dir ist irgendwas echt schief gelaufen, wie die anderen schon schrieben geh in ein Schmerzzentrum, die können dir sicher helfen.

    cocosun_75 schrieb:

    Hallo,


    du hast geschrieben das du die OP vor 6 Jahren hattest!!! Ähh und SOO lange haben die dir Tramadal verschrieben?!?! Alleine DAS finde ich schon heftig!

    Wenn man zu X verschiedenen Ärzten geht, immer im Wechsel, dann kann man das schon geraume Zeit hinziehen..... aber offenbar ist es denen jetzt auch aufgefallen.

    ANDERE bekommen Tramadol v.a. retardiert, wodurch das Abhängigkeits- u. Missbrauchsrisiko deutlich reduziert werden. Tramadol als Bedarfsmedikation bei ansonsten keinerlei grundsätzlicher Schmerzmedikation lässt JEDEN verantwortungsbewussten Schmerzmediziner aufhorchen. Das ist KEIN akzeptiertes Schema: Grundsätzlich keine Medikation, bei Bedarf aber sofort ein schnellwirksames Opioid mit Abhängigkeitsrisiko.

    Denn da gibt es Alternativen. Besser als Ibuprofen, aber eben auch kein Opioid.

    Dazu muss man sich aber intensiv beraten lassen und von SEINEN Wünschen abrücken. Nur Tramal zu fordern ist nicht konstruktiv.


    Ich habe selber einige Zeit Tilidin genommen, auch ein Opioid. Das gab es aber nur als Retard-Präparat, alle 12 Stunden, nix mit "bei Bedarf". Dafür gab es andere Mittel. Und da ich selber im schmerztherapeutischen und suchtmedizinischen Bereich gearbeitet habe, kennt man die Schemata, Risiken - und Patienten, wo man hellhörig wird.

    Sunflower_73 schrieb:

    ANDERE bekommen Tramadol v.a. retardiert, wodurch das Abhängigkeits- u. Missbrauchsrisiko deutlich reduziert werden. Tramadol als Bedarfsmedikation bei ansonsten keinerlei grundsätzlicher Schmerzmedikation lässt JEDEN verantwortungsbewussten Schmerzmediziner aufhorchen. Das ist KEIN akzeptiertes Schema: Grundsätzlich keine Medikation, bei Bedarf aber sofort ein schnellwirksames Opioid mit Abhängigkeitsrisiko.

    Denn da gibt es Alternativen. Besser als Ibuprofen, aber eben auch kein Opioid.

    Dazu muss man sich aber intensiv beraten lassen und von SEINEN Wünschen abrücken. Nur Tramal zu fordern ist nicht konstruktiv.


    Ich habe selber einige Zeit Tilidin genommen, auch ein Opioid. Das gab es aber nur als Retard-Präparat, alle 12 Stunden, nix mit "bei Bedarf". Dafür gab es andere Mittel. Und da ich selber im schmerztherapeutischen und suchtmedizinischen Bereich gearbeitet habe, kennt man die Schemata, Risiken - und Patienten, wo man hellhörig wird.

    Sunflower_73 : Exakt meine Meinung ! Da da offenbar noch nie ein Schmerzmediziner dran war, wurde das Tramal wie mir scheint bei verschiedenen Ärzten besorgt, die da keinen Überblick hatten / haben. Ein Schmerzmediziner würde das nie so verordnen, schon garnicht 6 Jahre später...

    Ich kann das auch nur so unterschreiben. Ich hatte jetzt mehrere Monate als Dauermedikation Tramal, habe auf die retardierte Form bestanden und völlig problemlos noch von Schmerztherapeuten zusätzliche Präparate bekommen.


    Ärzte stellen sich bei gegebener Indikation keineswegs quer, was das angeht.


    Wenn Du zwingend bei diesem unüblichen Schema auf Tramal bestehst, solltest Du Dein Ansinnen dringend hinterfragen.


    Ich für meinen Teil habe die Aussicht, jetzt nach einer OP vielleicht für immer darauf verzichten zu können und mache gerade Luftsprünge, weil Ibuprofen ausreicht. :-)

    Bisher hat mir das Tramadol (Tropfen) mein Endokrinologe verschrieben. Ein Fläschchen mit 50ml reicht bei mir ein halbes Jahr. Ich hatte deutlich gesagt, dass ich es nur 1-2 Mal die Woche nehme - eben dann, wenn die Schmerzen deutlich spürbar sind und meinen Alltag beeinträchtigen. Ich finde es völlig übertrieben da von einer Sucht zu sprechen. Meine Schmerzen sind immer da, aber ich kann damit meistens umgehen und beiß die Zähne zusammen.


    Was wären denn Alternativen für eine langfristige Einnahme? In meinem Schmerzkompendium (Fachbuch für Ärzte) steht, dass in puncto Leber- und Nierenschädigung eine Opioid-Anwendung die beste Schmerztherapie ist. NSRA wie Ibuprofen haben immer ein deutliches Schädigungspotenzial, genauso wie Novalgin. Dort steht auch klipp und klar, dass heute niemand mehr an Schmerzen leiden muss, weil es vielfältige Medikationen gibt. Ich leide aber darunter.


    Die einzige Option ist derzeit Ibuprofen. Meine OP war kein Routine-Eingriff und die Komplikationen auch nicht. Das Gewebe ist vernarbt und schlecht verheilt, es wurden Nerven verletzt. Das sieht man nicht, das kann niemand röntgen ... ich könnte dem Arzt sonst was erzählen. Meine Mutter hat seit 10 Jahren Nervenschmerzen und die hat eine regelrechte Odyssee hinter sich - von den ganzen Ärzten hat niemand etwas diagnostiziert. Sie nimmt derzeit Oxycodon und muss sich auch regelmäßig anhören, dass sie eigentlich (als BU-Rentnerin) gesund ist.


    Wenn ich jetzt zum Schmerzmediziner gehe (ich kenn die Storys von meiner Mutter), erzählt der mir genauso, dass ich gesund bin und nichts habe, schickt mich wieder zur Gyn, weil die ja für den Initimbereich zuständig ist. Unterm Strich ist niemand zuständig.


    Hast du wenn das Gespräch aufkommt, immer auf die Tropfen bestanden?


    Retardiert ist Tramal nicht schlechter, hat aber de facto ein anderes Suchtpotential. Mal angenommen, es gibt keinerlei Suchtproblematik bei Dir, dann wäre retard doch auch sehr hilfreich, oder?


    Kam das mal auf den Tisch und würde Dir verweigert?


    (btw: ich habe Endometriose und für meine Schmerzen gibt es keinen einzigen „Beweis“, außer einer grundsätzlichen Diagnose. Die, mit denen ich im letzten Jahr kooperiert habe - Hausarzt, Gyn, Schmerztherapeut - mussten mir das einfach so glauben...)



    und weshalb der Endokrinologe? ich sehe die Schnittmenge zu deiner vergangenen OP gar nicht so recht...

    Bei Nervenschmerzen werden auch Antidepressiva und Antiepileptika verwendet.


    Und bei einer Bedarfseinnahme nur wenn es weh tut bringen Retard-Präparate tatsächlich nichts. Ja, man muss immer abwägen. Aber wenn Du es eh nicht TÄGLICH nimmst, warum ist dann ein Medikament mit extremem Suchtrisiko besser als ein NSAR???


    Wenige Einzeleinnahmen im Monat sind bei ALLEN Medikamenten zu vertreten. Ich habe Novalgin über Jahre genommen (war für mich die beste Lösung). Ich habe lange Diclo genommen. Selbst das hatte keine weiteren Folgen; allerdings war ich unter engmaschiger Kontrolle.

    Tramal-Tropfen hätte ich NIE bekommen, von keinem meiner noch so verständnisvollen Ärzte. Und die hatte ich.

    Der Endokrinologe veschreibt Tramal wegen einer 6 Jahre zurückliegenden Gynäkologischen Operation ??

    Und es wird fast NIE gebraucht, ist aber so dringend, dass es im Ernstfall aus dem Internet bezogen werden soll ?

    Zum Schmerzmediziner kann man nicht gehen, weil die Mutter da "Storys" erlebt hat und es bereits ohne je stattgefundenen Besuch bekannt ist, was der sagen wird ?.... also echt, das kann doch nicht ernst gemeint sein ?

    Aber das Kompendium, das weiß Bescheid, na bravo.

    Wie bereits erwähnt, ich bin seit 20 Jahren chronischer Schmerzpatient, unzählige Male operiert, diverse Schmerztherapien.... aber sowas hab ich auch noch nicht gehört.

    Da alles, was geraten wird, negiert wird und immer wieder auf dem Tramal herumgeritten, vermute ich einen anderen Grund als "nur" Schmerzen.