Binge Eating

    Liebes Forum,


    Ich wollte eigentlich schon gestern abend schreiben, aber da war ich beschäftigt mit dem essen einer Pizza, 4 Eis und anderen Süßigkeiten.:-/


    Bei mir dreht es sich momentan viel um essen und wiederum weiß ich es geht um was ganz anderes. Es ist eine Sucht, die sich seit einem Jahr breitgemacht hat, nachdem ich von dem kiffen und rauchen weggekommen bin.


    Mein Essverhalten war zuvor auch nicht normal. Es ändert sich oft von den Routinen her, wann ich esse, mal eher Richtung vegan, mal viel Obst und Gemüse, mal sehr ungesund. Aber immer irgendwie VIEL.


    Ich hab gemerkt, dass das Austauschen und Schreiben über dieses Problem mir hilft, ich mich andererseits aber auch nicht zu viel mit Ernährung im Allgemeinen beschäftigen darf. Daher bitte ich irgendwelche Ernährungstipps zu unterlassen.


    Würde mich aber über einen Austausch mit Betroffenen freuen und Fragen könnt ihr gerne stellen.

    Der Tag war heute ok, aber das sind die Tage auf solche Fresstage meistens, da ich dann auch nen ziemlich sensiblen Magen habe und quasi "bedient" bin.


    *:)

  • 43 Antworten

    Ich hab Angst mich mit diesem Thread hier selbst zu triggern, aber egal.

    Es lief heute auch gut. Es hätte genug Gelegenheiten gegeben sich noch irgendwo "Stoff" zu kaufen, ist ja klar. Ich hatte aber irgendwie immer noch Magenprobleme. Was mir zu "Gute" kommt.


    Ich schreib Euch mal die drei letzten Tage essensmäßig auf und dann mal gucken ob man hier überhaupt mal ins Gespräch kommt:


    Samstag:

    Sojaghurt mit Apfelmus, Kernen, Leinsamen

    Möhren

    Hänchen, Reis Pfanne mit Gemüse (sehr viel)

    zwei Bier

    ab hier dann der "Ausraster" (ich war zu dem Zeitpunkt sehr satt):

    Pizza, halbe Tüte Toffeebonbons, halbe Tüte Haribo, 4 Eis


    Sonntag:

    Rest Toffeebonbons, Kaffee (mhhh lecker direkt zum Frühstück)

    Erbsen, Möhren, Mais

    Toast mit Schinken

    Nudeln mit Senfsauce


    Montag:

    Sojaghurt (s.o)

    Brot mit Käse, Apfel

    zwei Toast mit Avocado

    paar Haribos

    Hänchen, Gemüse m. Avocado

    Wassereis (nur eins :p>)


    Wünschte das es immer so wäre wie an den beiden letzten Tagen.


    *:)

    Ich habe schon immer absichtlich wenig Essen zu Hause. Nahrungsmittel bei denen ich kein Stopp kenne, kaufe ich nicht mehr. Gerne würde ich hier einige Süßigkeiten, Nüsse und Chips haben, aber ich weiß ja dass ich dann soviel davon esse wie nur geht. Es gab auch Zeiten, in denen ich kein Geld und EC Karte mitgenommen habe. Wie ein Junkie. Und gekotzt habe ich auch desöfteren, manchmal auch um danach noch mehr zu essen.:-X

    Ich rauche in letzter Zeit wieder mehr und hoffe meine Fressattacken damit kompensieren zu können, aber das ist nur Illusion. Ich wünschte mir sogar generell eine andere Sucht und habe Gedanken wie ich das hinkriegen soll aber letztlich ist das nur Spinnerei. Mittlerweile ist das Gefühl der Übelkeit etwas völlig normales für mich.

    Richtig verzweifelt bin ich über das Ganze nicht, ich lach oft auch darüber weil ich es so dumm finde. Ich bin auch überzeugt davon, das deutlich dickere Menschen nicht soviel essen wie ich teilweise, nur dann im Schnitt evt. mehr? Ich würde echt sehr gerne mit jemanden darüber reden.

    Worunter leidest du in Bezug auf dein Essverhalten denn konkret: das sich aufbauende Übergewicht, körperliche Folgeerkrankungen, Isolation und Scham, hohe Geldausgaben ... ?


    Hast du für dich schon hinterfragt, wann/weshalb du diese Sucht brauchst/auslebst?

    Am meisten leide ich unter dieser Machtlosigkeit. Das selbst jetzt gerade nach einer Pizza, zwei Müsliriegel, zwei großen Keksen und mir extrem schlecht ist, ich permant abwäge ob ich einfach noch mehr essen soll oder kotzen und dann essen soll.

    Ja darunter dass ich nicht einfach normal einkaufen kann ohne diese Zwangsgedanken. Wie ferngesteuert fühle ich mich.


    Ja dieses dumme Kiffen hat das eh schon problematische Essverhalten bei mir zu einer Essstörung werden lassen und da ich jeden Abend alleine bin, hält mich niemand ab. Früher war es mir etwas peinlich vor meinem Exfreund, das hat mich dann ein Stüxk weit gebremst.


    Danke dass du geantwortet hast.

    Essstörungen sind ja immer so wunderbar individuell. Vielleicht erkennst du bei dir aber dennoch ein Muster: wann isst du viel, wann normal, wann ungesund, wann gesund? Welche Faktoren müssen erfüllt sein, damit es bei dir in eine bestimmte Richtung kippt?


    Wenn du Fragen wie diese relativ sicher beantworten kannst, lässt sich ggf. die auslösende Situation vermeiden, umgehen oder wenigstens abmildern?


    Du schreibst, dass du dich beherrschen konntest als du einen Freund hattest. Würdest du sagen, dass Alleinsein ein auslösender Faktor für deine Fressattacken ist? Oder war die Anwesenheit einer anderen Person bloß ein Bremser, obwohl der Drang genauso stark vorhanden war?

    So richrig erkenne ich das Muster nicht, also ich will meist einen entspannten Abend verbringen und komm dann auf den Gedanken da auch irgendwas Süßes, Fastfood essen weil das für mich anscheinend dazu gehört zum entspannen.

    Das perfide ist, dass ich in dem Moment der Beschaffung immer davon ausgehe, ich müsse ja nicht alles davon essen und mich nicht vollstopfen. Oft denke ich auch, ok das wird wieder ausarten, aber das war jetzt eh das letzte Mal.


    Zur letzten Frage...ich denke da war die Essstörung wie sie jetzt ist, einfach noch nicht, ich hab noch gekifft was mein ganzes Essverhalten irgendwie gesteuert hat.

    Wenn ich aber JETZT jeden Abend Gesellschaft hätte, wäre das auf jeden Fall erstmal die totale Bremse. Ich kann essen in Anwesenheit anderer nicht genießen und esse dann wenig. Wobei ich essen generell nicht mehr genießen kann seit diesem horrorjahr.

    Es ist einfach eine Sucht - wenn es mir gut geht will ich mich vielleicht mal belohnen oder bagatellisiere alles weil ich positiv denke. Wenn es mir schlecht geht, denke ich ja wenigstens was leckeres essen oder ist doch eh alles egal. Gründe findet man immer seiner Sucht zu fröhnen. Aber wenn ich mir alles bewusst mache und nicht aufgebe, schaffe ich es auch daraus. Bin mir sicher dass ich es schaffe, auch wenn ich heute morgen das erstemal eis gefrühstückt habe:[]{:(


    Ja genau, was ich auch noch sagen wollte, es ist wie bei anderen Drogen. Man dosiert höher mit der Zeit und wenn man Grenzen einmal überschreitet, ist es beim nächsten mal nur ein Katzensprung. Leider.

    Ich weiß nur, dass ich zu viel esse, weil Essen (im Gegensatz zu Sex, Liebesbekundungen, Massagen o. a. schönen Sachen) halt fast immer verfügbar ist. Ich höre selten sofort auf, wenn ich satt bin, nur wenn es mir nicht schmeckt. Wenigstens überfresse ich mich kaum noch. So große Mengen wie bei dir hatte ich wohl selten, aber sehr oft viel mehr, als nötig gewesen wäre. Ich weiß, dass das starke Verlangen verfliegt, wenn man ihm nicht nachgibt, aber das passiert eben nur, wenn nichts mehr da ist. Tut mir leid für dich. Die Zusammenhänge sind leicht zu verstehen, aber es ist nicht so leicht, entgegegenzuwirken.

    greta_ schrieb:

    Ich höre selten sofort auf, wenn ich satt bin, nur wenn es mir nicht schmeckt. Wenigstens überfresse ich mich kaum noch. So große Mengen wie bei dir hatte ich wohl selten, aber sehr oft viel mehr, als nötig gewesen wäre. Ich weiß, dass das starke Verlangen verfliegt, wenn man ihm nicht nachgibt, aber das passiert eben nur, wenn nichts mehr da ist.

    Wie hast du es denn geschafft dich nicht mehr zu überfressen? Ich kann mir keine Phase meines Lebens erdenken in der ich das nicht getan habe.

    Den letzten Satz verstehe ich nicht.

    Hallo :) Ich habe leider seit vielen Jahren ebenfalls eine Esssucht und komme da nicht von weg, phasenweise schaffe ich es weniger zu essen aber dann esse ich zu wenig. Bei mir geht nur ganz oder gar nicht, entweder vollfressen oder hungern. Denkst du ein Arzt könnte helfen? Ich habe überlegt mich meiner Hausärztin anzuvertrauen weil ich selber nicht schaffe normal zu essen. Sie würde dann wahrscheinlich eine Psychotherapie empfehlen nehme ich an. Hast du oder jemand anders da Erfahrung gemacht in Bezug auf Essstörungen?

    Eine Therapie wäre sicher gut. Mir würde es aber reichen, dass mein Essverhalten so wäre wie vor dem Kiffen. Habe mich zwar ab und an mal überfressen aber es stand nicht dieser Zwang dahinter.


    Heute bin ich zufrieden. War vllt etwas zu viel insgesamt, aber ich hab mich nicht überfressen. Dafür zwar abends geraucht und Bier getrunken, aber ich fühl mich momentan so labil dass ich es mir nicht zutraue "ohne Sucht".


    Vielleicht sollte ich wirklich mal Fasten und wenn ich es dann eine Woche durchgezogen hab, ist bestimmt nicht meine Sucht geheilt, aber vielleicht ist es dann etwas leichter, das Problem ernsthaft in den Griff zu kriegen?

    Gestern:

    Ich hab den Tag über eher wenig gegessen, die Fressattacke war quasi schon geplant. Manchmal esse ich den Tag über mehr, um die FA zu vermeiden, aber das hat nie geholfen bzw hat einfach nichts damit zu tun.


    Ich hab mir im vollen Bewusstsein, dass ich das alle esse, folgendes geholt und rechne das jetzt mal aus einfach nur für den Beitrag (ich zähle keine kcal aus Angst dass es mich triggert.)

    Kitkat: 1000kcal

    Pizza: 1000kcal

    Eis: 700kcal

    Nicnacs: 600kcal


    Komme also wenn ich davor ca. 1000kcal gegessen habe, auf 4300kcal.

    Okay cool. Vielleicht hilft das ja irgendwem, was ich hier schreibe, jedenfalls ging es mir gestern richtig richtig schlecht. Ich hatte Schmerzen, die sich anfühlen als wäre schon was in mir kaputt gegangen.

    Wenn ich versuche gedanklich auf Lösungsansätze zu kommen, denke ich nur in Extremen, wie ich müsste eine Woche mindestens Fasten oder jeden Tag Sport machen.

    Ich versuche jedes mal was neues, um damit klarzukommen. Wenn ich es geschafft habe melde ich mich wieder oder auch vorher, falls mal jemand was schreibt.

    okay und jetzt mal zur Erklärung wie mich das triggert mit den Kcal und zwar habe ich mit mehr gerechnet, so etwas unerreichbares wie 7000kcal. Ich denke jetzt so was wie, ach das lässt sich locker kompensieren, wenn ich heute nichts esse usw.

    Oder wenn ich so und soviel Sport mache mir das öfter erlauben könnte, dabei war das gestern richtig schrecklich.

    Manchmal denke ich ich sollte nicht so radikal sein, andererseits gibt mir ein Schokoriegel rein gar nichts, es muss schon eine ganze Packung sein. Daher wäre der radikale Verzicht vllt doch sinnvoll?!