Chronischer Amphetaminkonsum: Was hilft mir, clean zu werden?

    Ich (m., 35 ) konsumiere seit längerer Zeit Amphetamine ( gut 3 Jahre ), andere Drogen habe ich auch ausprobiert ( THX, Benzos, Kokain ). Mit allen Substanzen konnte ich problemlos fast sofort aufhören und habe auch jetzt kein Bedürfnis, diese zu nehmen.


    Leider ist es mit Amphetamin anders. Ich habe schon mehrere Versuche unternommen zu entziehen, leider ohne großen Erfolg. Drei Tage habe ich mal geschafft, das war allerdings auch das absolute Maximum.


    Ich bekomme schlechteste Laune, bin saumüde, total kaputt, habe Muskelschmerzen und merke auch nach drei Tagen keine positive Tendenz. Und obwohl ich weiß, dass es nicht so ist denke ich, dass diese Symptome dann nie verschwinden werden. Es ist ein Zustand übelster Depressionen.


    Tja, was soll ich sagen, mag jemand von seinen Erfahrungen berichten ? Was ihm / ihr geholfen hat ?


    Über ernsthafte Beiträge wäre ich super dankbar !


    Inducibile

  • 9 Antworten

    Auf jeden Fall professionelle Hilfe suchen und eine stationäre Entgiftung machen. Alleine ist einer Sucht nicht beizukommen und die Entzugs-Symptome können im Notfall medikamentös gelindert werden.

    Ich mache schon eine ambulante Psychotherapie. Ein Klinikaufenthalt sollte das letzte Mittel sein. Ich möchte es auf jeden Fall vermeiden, dass mein "normales", soziales Umfeld mitbekommt, dass ich Drogen nehme. Ich kenne Leute, die konsumieren schon seit einem halben Jahr nicht mehr, warum nicht also auch bei mir ?


    Langsam kotzt mich der Konsum an, es ist kein Feiern mehr, sondern nur noch das wegwischen von Entzugserscheinungen. Außerdem ist es sau teuer und schädigt meine Gesundheit. Irgendwas muss es doch geben, was mir hilft, mich motiviert, den Entzug durchzuhalten und auch clean zu bleiben.

    Hey Inducibile,


    da dir die anbulante Therapie nicht hilft, Rate auch ich dir auf jeden fall zu einer stationären Entgiftung. Du kannst es bekannten ja auch als Burn Out oder ähnliches verkaufen!


    Wie sieht es mit dem "nicht-normalem" Umfeld aus? Kannst du und willst du den Kontakt dazu abbrechen? Es klingt als würdest du wollen, aber nicht können! Dazu musst du dann wohl doch drastischere Maßnahmen ergreifen!

    hi inducibile,


    ich würde erdbeerlimo zustimmen, wenn du es so nicht schaffst aufzuhören, musst du's stationär machen, logische konsequenz!


    um dein umfeld würd ich mir da weniger gedanken machen, du bist süchtig also musst du was dagegen tun und je länger du es hinausschiebst, desto schlimmer ist es.


    in meinem umfeld sind einige suchteln, die wenigsten schaffen tatsächlich clean zu bleiben, wenn sie nicht eine stationäre entgiftung machen und hinterher noch eine therapie.


    natürlich geht es auch anders, eine freundin von mir war auch jahrelang auf pepp und hat es gesteckt, als sie erfahren hat dass sie schwanger war. der entzug ging wochenlang und sie wäre am liebsten rückfällig geworden, der einzige grund es nicht zu werden, war ihr ungeborenes kind.


    ich selbst war auch lange zeit mit allen möglichen substanzen konfrontiert, wobei mich aber mehr dass kiffen gefangen hielt. erfolgreich gesteckt hab ich nach 20 jahren den tabak und nach 25 thc.


    der rest war nicht der rede wert und auch nur sporadisch, von daher spreche ich da nicht von sucht oder entzug.


    bin jetzt 17 monate clean und finde es cool.


    drück dir die daumen :)^

    Vielen Dank für eure offenen und ehrlichen Antworten. Jetzt sind seit meinem ersten Post wieder ein paar Tage vergangen und bei mir hat sich leider NICHTS geändert. Vermutlich weiß ich es selbst und will es nicht wahrhaben oder hab´ zu starke Angst vor einem stationären Aufenthalt, aber es führt doch kein Weg drum herum. Wenn ich morgens aufwache ist Konsum mein erster Gedanke und erst danach fühle ich mich einigermaßen wohl.


    D.h. richtig "wohl" fühle ich mich schon lange nicht mehr. Es ist kein ankicken mehr, sonders nur der verzweifelte Versuch, Entzugssymptome zu verscheuchen. Es ist schon traurig sich einzugestehen, dass man ( jedenfalls zur Zeit ) nur noch mit dieser übelen Substanz funktioniert. Ohne bin ich unansprechbar, mir tut alles weh, alles ist scheußlich und die Zeit zieht sich wie Kaugummi. Ein Tag vergeht unerträglich lange und bei dem Gedanken, dass dieser Zustand "mehrere Wochen lang" anhält . . . . unvorstellbar.


    Ich wünsche euch alles Gute und viel Erfolg dabei clean zu bleiben/zu werden. Ich habe schon einen Arzttermin und dann werde ich ihm mal erzählen, was bei mir so los ist . . .

    Inductible, Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung! :)*


    Vielleicht gibt es ja eine Suchtberatung in deiner Nähe, die könnten dir auf jeden Fall Therapiemöglichkeiten aufzeigen und dich beraten. ich weiß nicht genau, wie es bei Amphetaminen ist, aber bei anderen Substanzen ist ein kalter Entzug überhaupt nicht zu empfehlen, weil Krampfanfälle und ähnliches auftreten können. Von daher wäre ein qualifizierter Entzug sicher nicht schlecht.

    Hi Inducbile,


    hört sich alles sehr gut an, aber mit nur einer Entgiftung ist es noch lange nicht vollbracht. Ich selber habe viele Jahre gebraucht, damit mein Leben wieder einen Sinn hatte. Ich bin schon sehr,sehr lange Clean," man sollte auch nicht so Arrogant mit seinen Cleanen Jahren prallen. Sondern einfach mal was machen. Ich selber habe keine guten Erfahrungen in Therapeutischen -einrichtungen gemacht. Ich selber bin damals Kaputt wie ein Fahrradschlauch nach Synanonn ,dass ist in Berlin.


    Keine Therapeuten, alles läuft unter Selbsthilfe. Du ganz allein bestimmst wie lange du bleiben möchtest. Synanonn ist eine ganz harte Baustelle, aber es lohnt sich dort zu Arbeiten.


    wünsche dir alles gute :)=


    Henck