Entzug von Cannabis so schlimm, kann das sein?

    Hallo Zusammen


    Ich habe einige Beiträge zum Thema Cannabis Entzug gelesen.


    Ich erkläre vielleicht kurz um was es geht. Meine private Situation ist gerade nicht die einfachste.


    Job weg, und überhaupt überall alles etwas chaotisch. Ich habe einen lieben Freund, mit dem ich auch bald zusammen ziehen werde.


    Ich hatte vor 2 Wochen einen schlimmen Alptraum der mich seither verfolgt. Ich bringe Leute um die ich liebe. Diese Gedanken ziehen sich in meinen Alltag. Sie schmerzen sehr weil ich sowas doch niemals tun würde. Nun aber zu meinem Problem. Seit diesem Traum habe ich wieder angefangen Fluctine zu nehmen.


    Ich rauche seit Jahren Cannabis und in der letzten Zeit war der Konsum sehr stark.. bis zu 4 Joints am Abend. Da ich aber dies nicht mit den Antidepressiva mischen wollte, habe ich logischerweise aufgehört Cannabis zu rauchen.


    Seit da plagen mich Panikattacken, ich schlafe nicht mehr richtig, tagsüber habe ich ständig Angst und komme kaum zur Ruhe.


    Die ganze Sache geht nun schon über eine Woche, und erst heute bin ich darauf gekommen dass diese Symtome vielleicht durch den Entzug kommen?


    Euren Berichten zufolge, kann das sein oder? Ich brauche einfach jemanden dem es genau so geht oder ging. Nebenwirkungen von den Antidepressiva können es nicht sein, da ich diese auch schon genommen habe.


    Zur Beruhigung habe ich von meinem Hausarzt Temesta bekommen, die nützen aber auch nur bedingt.


    Am schlimmsten ist der Morgen.. da drehen meine Gedanken nach schlimmen Träumen und schleichen sich wieder in den Alltag.


    Einerseits habe ich ein enormes Bedürfnis nach Nähe, dies ändert sich dann aber auch manchmal ganz schnell, und ich ertrage es nicht angefasst zu werden. Es tut mir so leid für meinen Freund weil er das alles nicht versteht.. ich ja auch nicht so ganz wenn ich ehrlich bin.


    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Gerade im Bezug auf den Entzug?


    Ich bin auch in Psychologischer Betreuung und meine Psychologin sagt, dass es halt Zeit braucht auch mit dem Jobverlust umzugehen.


    (Ich wurde sehr unschön nach 8 Jahren in meinem Lehrgeschäft gekündigt, obwohl man mir eine Woche vorher noch Aufsstiegschancen zugesichert hatte.. das kam also Schlag auf Schlag)


    Kann sein dass das nun alles ein bisschen verzweifelt klingt.. das bin ich eigentlich auch, weil es halt niemand aus meinem Umfeld nachvollziehen kann. Ich will nun auch ganz mit dem Cannabis rauchen aufhören, denn sowas kanns ja nicht sein. Zu meinen Anfangszeiten vor ca. 12 Jahren war das Gras noch nicht so stark wie heute. Ich hätte nie gedacht dass das so schlimm sein kann.


    Vielen Dank im Voraus falls jemand einige beruhigende Worte über hat.

  • 6 Antworten

    Du suchst jemanden der dieselben Symptome hatte/hat? Gehen wir das durch, dich plagen folgende Dinge:


    - Panikattacken


    - Albträume, bzw. Albträume die dich verfolgen was dich sehr mitnimmt


    - diese quälenden Gedanken (nach Albträumen)


    - dieses Gefühlschaos mit der "Liebe", einerseits will man diese Gefühle annehmen die einem der Partner vermittelt andererseits kann man es nicht


    - Schlaflosigkeit (die finde ich im Thread grad nimmer aber meine sie gelesen zu haben)


    Ich kenne das auch alles (bis auf die Schlaflosigkeit) von mir selbst. Habe auch viel gekifft und hatte auch schon einige Panikattacken, auch musste ich mal AD's nehmen gegen starke Depressionen und Zwänge. Ich verstehe dich!


    Ich glaube aber nicht das es nur der Entzug ist, sondern alles drumherum. Antidepressiva können (auch wenn du vorher keine Nebenwirkungen hattest) ein wahres Gefühlschaos bringen! – Das habe ich selbst erlebt und dazu zählten besonders in der Anfangsphase diese Albträume mit schweißgebadetem Aufwachen in der Nacht, wo man derartig schlimme Dinge träumt und wo man SO TIEF im Traum drin ist! – Das kenne ich zu gut. Auch das mit deinem Partner kann ich nachvollziehen, weil ich auch gefühlstechnisch völlig neben der Spur stand.


    Bei mir wars beim zu schnellen Absetzen der Tabletten, aber auch am Anfang wo sich "mein Gehirn" einstellen musste. Und ich schätze bei dir ist es auch entweder das "einstellen" oder weil diese Probleme und der Cannabisentzug in einem zu viel für dich sind. Besonders bei Cannabis und Antidepressiva "Mischkonsum" kann die Psyche solche Dinge produzieren, oder andere, das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Auch der Entzug kann dann solche Symptome bringen die er ohne Antidepressiva vll. nicht gezeigt hätte. Das soll nicht heißen das die Antidepressiva schuld sind aber diese sind für deine Psyche auch kein einfacher Prozess, ein Entzug genausowenig. Auch plötzliches Absetzen der AD's kann daran schuld sein, was du hoffentlich nicht gemacht hast ;-) – Regelmäßige Einnahme sind das Um und Auf!


    Was ich an deiner Stelle tun würde:


    1. Ruhe bewahren!


    2. Wenn du noch am Hochdosieren, einschleichen der Antidepressiva bist diese abbrechen und erstmal den Cannabisentzug mitmachen. Natürlich nur wenn du für dich bestimmst das der Cannabisentzug zu heftig für dich ist!


    3. Kein Cannabis konsumieren während du AD's nimmst. Wenn du mit der Medikation fertig bist mach was du willst aber währenddessen tut dir das überhaupt nicht gut. Da kannst du Probleme in Richtung Panikstörung bekommen und auch andere Dinge können sein wenn du da zu locker bist. Cannabis und deine Psyche können wie ein Chemiegemisch wahrhaftig explodieren und Dinge anrichten und (psychische) Krankheiten auslösen! Viele undokumentierte Fälle oder auch Psychosen können die Folge sein, bitte unterschätze das nicht!


    Zusätzlich kann ich dir nur empfehlen falls es geldtechnisch machbar ist (ich zahle 70€ die Stunde und bekomme 20€ zurück) die Stundenanzahl der Therapeutin zu erhöhen. Umso öfter umso mehr Bindung umso besser die Schritte die man machen kann. Am meisten hat sich das Prinzip bewährt 1 mal die Woche, 2mal die Woche, usw. Aber das musst du selbst wissen.


    Rette deine Psyche und ernähre sie mit "gesunden" Dingen wie Sport, guter Laune und positiven Erlebnissen! – Geh raus und geh mit deinem Freund spazieren, Händchen halten (wenn du willst), versuche das Leben zu spüren und geh aktiv Hobbies nach: Die lenken ab und bringen Spaß! – Fotografier die Natur, spiel Billard mit deinen Freunden, hab "Spaß" aber grübel nicht lange rum wies wäre wenn die Welt untergeht ;-)


    Und falls es dich bedrückt: Sprich ein wahres Wort mit deinem Freund und sag es ihm genauso wie uns. Scheinbar hast du eine schwere Zeit und scheinbar hat er dich in einer Zeit kennengelernt wo alles weniger schwierig war. Er wird es verstehen weil er dich liebt und weil du wahrscheinlich für ihm die wichtigste Person bist! Und ganz ehrlich: Du würdest doch auch verstehen wenn dein Freund aufgrund einer solchen Episode mal nicht fähig wäre körperliche Nähe zu akzeptieren. Wenn er es dir erklärt und ehrlich meint würdest du es bestimmt auch verstehen, also wieso er nicht? :)


    Wünsche dir gute Besserung und hoffe für dich das du bald wieder einfachere Zeiten vor dir hast. Alles wird gut! :)


    lg

    Ich kann nur sagen wenn man davon los kommen will muß man durchhalten,mit der Droge konnte man auch durchhalten wieso nicht ohne,es kostet sehr viel Zeit und Geduld der Körper muß dich wieder daran gewöhnen,Sport,Freunde,Abwechslung helfen sehr dabei,haltet durch man kann es schaffen... :)^

    Hallo Leute,


    ich habe zwar keine Erfahrung mit Antidepressiva aber würde gerne über meine aktuelle Situation berichten. Ich hoffe es wird mir ein wenig gut tun, mir das von der Seele zu schreiben.


    Ich habe bereits mit 14, 15 mit dem Kiffen begonnen und bin mittlerweile 32 Jahre alt. Zum Ende hin, waren es viele Joints am Tag, je nach finanziellen Möglichkeiten und Verfügbarkeit. Dabei wusste ich früh, dass mich das irgendwann in den Ruin treiben wird aber die Sucht ist sehr stark. Vor etwa einem Jahr startete ich den letzten ernsthaften Versuch aufzuhören. Ich hatte sehr viel Zeitdruck im Studium (Diplomstudiengang, der bald ausläuft). Ich wollte nachdem mich das Kiffen bereits so viele verschwendete Semester gekostet hat endlich scheinfrei werden. Es war ein harter, sehr steiniger Weg, habe es aber etwa 4 – 5 Monate durchgehalten und meine Prüfungen trotz der widrigen Umstände (Entzugserscheimungen) gut bestanden. Unterstützt wurde ich durch eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme eines Wohlfahrtsverbandes sowie durch viele lange Telefonate mit meinem Vater, meiner Schwester und meinem besten Freund, welche alle in einer anderen Stadt leben. Kaum hatte ich diese Prüfungen hinter mich gebracht und meine Ergebnisse bekommen, meinte ich mich belohnen zu können und mir mal wieder einen Joint gönnen zu können....


    Die Folge war natürlich, dass ich sehr schnell wieder in die alten Muster verfallen bin. Ich bin einfach nicht mehr zu der Rehabilitationsmaßnahme gegangen, habe wieder täglich gekifft, in den Tag hinein gelebt, schlechten Umgang gehabt und meinem Vater, meiner Schwester und meinem besten Freund unheimliche Sorgen bereitet, da ich mich wochenlang nicht gemeldet habe.


    Nun stehe ich richtig mit dem Rücken zur Wand und muss innerhalb der nächsten 4 Wochen meine Diplomarbeit anmelden. Deshalb wurde ich einsichtig und habe alles was mit Gras zu tun hat weggeschmissen. Heute ist der 3. Tag meiner Abstinenz und die Entzugserscheinungen nagen schwer an mir:


    - Schlaflosigkeit


    - Schüttelfrost


    - starke Depressionen und Selbstzweifel


    - starkes Schwitzen


    - innere Unruhe und Leere


    - extreme Appetitlosigkeit


    - Konzentrationslosigkeit


    - schwere Depressionen


    - Angstzustände und Panikattacken


    Das alles führt dazu, dass ich mich total in meinem Zimmer isoliere und echt panische Angst davor habe, auf die Straße zu gehen. Ich zerfließe in Selbstmitleid. Ständig kommen Erinnerungen in mir hoch an Situationen aus meiner Vergangenheit, in denen ich Menschen, denen ich nahe lag oder denen ich teilweise noch nahe liege vor den Kopf gestoßen habe. Ich habe das Gefühl, dass jeder auf der Straße mir ansehen könnte, was mit mir los ist. Verbunden damit extreme Selbstvorwürfe und ein hohes Maß an Schamgefühl. Ich befürchte, dass ich vielleicht bereits an Psychosen leide und dass ich nie wieder ein zufriedenstellendes Leben führen kann.


    Das geht soweit, dass ich echt schon daran denke mich von einem Hochhaus zu stürzen!


    Ich kann kaum einen klaren Gedanken mehr fassen geschweige denn mich auf die Diplomarbeit konzentrieren.


    Ich hoffe, dass mir jemand mit ähnlichen Erfahrungen vielleicht durch Tipps oder Erfahrungsberichte helfen kann.

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    Hi @ all


    Ich möchte hier mal meine Erfahrungen platzieren, denn ich habe mich auch gefragt, ob ich der einzige wäre mit den Entzugserscheinungen, denn als ich mit Kollegen gesprochen hatte, die nur gelegentlich Pausen einlegten, sagten diese, sie würden nichts verspüren, weil sie wahrscheinlich alle sich ins Koma gesoffen hatten, als Pol zum Entzug.


    Also zu meinen schlimmsten Zeiten, verdampfte ich (oft zusammen mit meinem Bruder) beinahe 100 Gramm pro Monat, einmal hatten wir es auf 40g pro Woche geschafft, dann hatte ich ohnehin meinen Deadline gesetzt.


    Ich bin ich in meinem 2 "grösseren" Entzug. Nach dem ersten Entzug stürzte ich in eine Depression, die aber nicht durch Cannabis per se, sondern psychischer Überbelastung zurückzuführen war, denn meinen zweiten Entzug habe ich vor genau 3 Wochen gestartet und bin nicht nochmals in eine Depression zurückgefallen. Jedoch aber weiss ich, dass ich eine lange Zeit mit "sehr wahrscheinlich" Heroin gestrecktes Zeugs rauchte, denn als ein Kollege und sein Vater davon rauchten, hatten sie beide einen Kreislauf Kollaps, den sie nur bei dem Zeugs haben und nicht aufgrund von Cannabis. Die Entzugserscheinungen waren auch viel heftiger als jetzt..


    Nun meine Entzugserscheinungen/Symptome in den letzten 3 Wochen, dabei habe ich begonnen, mich nährstoffreicher zu ernähren und viel Wasser getrunken.


    Tag 1-3


    - Appetitlosigkeit


    - Übelkeit


    - Durchfall


    - einschlaf- und durchschlaf Probleme mit nächtlichem extremen Schwitzen


    - Hitzewallungen, Schüttelfrost im Akkord


    - Schweissausbrüche


    - Wilde Träume


    - Craving (= unsterbliches Verlangen nach einem Joint)


    - Gereiztheit


    Tag 4-7


    - einschlaf- und durschlaf Probleme


    - nächtliches Schwitzen


    - unruhige Träume


    - Appetitlosigkeit und "Gegenappetit" hatte schlichtweg keinen Hunger und beim Essen wurde mir gar schlecht


    - Gereiztheit


    - starke Müdigkeit


    - Durchfall, vor allem am Morgen


    - Emotionen und Sorgen, Ängste und Zweifel (partielle Angst vor Menschenmassen, was andere über mich denken, Selbstzweifel...), die ich mit dem Zeugs abtötete, es kommt einfach alles "Verdrängte und Vergessene" wieder hoch.

    @ MoveForward

    Ein Tipp: Was andere von mir denken ist mir egal, denn das ist ihr Bier, denn das sind ihre Wertvorstellungen von der Welt und wenn ich für sie komisch erscheine, na und?. Versuche zu notieren, wann du Angstattacken bekommst, in welchen Situationen, was deine Gedanken dabei sind (was sagt dein Über-Ich = Gewissen = Innerer Kritiker), ob du so etwas schon mal erlebt hast. Suche im Internet nach Ratgebern oder Tipps zur Steigerung deines Selbstwertgefühls, das hat mir extrem viel gebracht, da mein Psychiater ein, sry, Depp war, der mich nur solange bei ihm haben wollte, bis ich nur noch Medikamente benötigte, welche einfach nur doof sind. Achte auf dich, mach nichts unüberlegtes und tu dir schon gar nichts an, das wäre das Dümmste. Falls die Symptome nach ein paar Wochen nicht nachlassen, empfehle ich dir denn Gang zu einem Therapeuten, der dir unbedingt weiterhelfen kann.


    Tag 7- heute


    - Die Gereiztheit lässt nach


    - Mein Schlaf normalisiert sich wieder


    - Verdauungsprobleme bestehen weiterhin


    - Selbstzweifel und Angstzustände habe ich so gut es geht unter Kontrolle und werde mit meiner Psyche diese einfach vertreiben, so gut es geht


    - Der Antrieb für Vieles ist wieder da


    Des Weiteren habe ich in Studien gelesen, dass manche Entzugserscheinungen (ich denke vor allem die psychischen) bis zu drei Monate und länger dauern können, bis sich alles wieder einigermassen normalisiert. Des Weiteren hat mein Bruder unseren Hausarzt gefragt, wie viel Einfluss der Tabak bei dem Entzug noch spielt und dieser sagte, dass man Nikotin (Für alle, die ihren Joint nicht pur rauchten) auf keinen Fall vernachlässigen sollte.