Er kifft, hat Depression und bricht zwischendurch den Kontakt ab

    Hallo, ich bin 29 Jahre und neu hier. Habe schon einige interessante Beiträge hier gelesen und hoffe, dass mir jemand helfen kann.


    Ich bin sehr verzweifelt und kann die Situation nicht mehr einschätzen.


    Ende 2012 bin ich mit meinem Freund zusammen gekommen und bin schon im Januar 2013 zu ihm gezogen. Ich war zu der Zeit verheiratet, habe meinen Mann sofort verlassen, bin 300 km von meiner Stadt, meiner Mutter und meinen Freunden weggezogen.


    Ich selber leide seit 2011 unter Panikattacken und Agoraphobie.


    Mein Freund hat schon Jahre vor uns gekifft und der Konsum war wohl auch hoch. Seinen Führerschein hatte er deshalb schon verloren. Ein halbes Jahr, bevor es mit uns begann, hatte er mit dem kiffen aufgehört und besuchte eine Schule speziell für Drogenabhängige.


    Es lief auch ganz gut, er war regelmäßig da und hatte gute Noten.


    Zwischen uns war es sehr herzlich, habe mich sehr geliebt und geborgen gefühlt. Wir kennen uns schon seit wir 14/15 sind, weil wir zusammen im Heim waren.


    Mit der Zeit kamen immer mehr Lügen ans Tageslicht. Die meisten drehten sich ums Geld. Wir hatten immer mehr Streit, er ist sehr unvernünftig, wichtige Dinge wurden nicht bezahlt. Irgendwann hatten wir soviel Streit, dass er wieder kiffte, obwohl ich ihn weinend anflehte, dies nicht zu tun.


    Es blieb zwar (meines Wissens) bei diesem einen Mal, aber er hatte durch die Lügen mein Vertrauen so stark missbraucht, dass ich im Mai 2013 auszog. Zurück in meine Stadt.


    Es war unerträglich ohne ihn und ich wollte einfach nur zurück. Er hatte auch stark gelitten und hatte den perfekten Grund wieder zu kiffen. Aber richtig, von morgens bis nachts. In der Schule war er kaum noch. Mich hat er die meiste Zeit abgeblockt bzw ignoriert. Ich bin ihm hinterhergelaufen und habe alles getan, damit ich zurück darf. Hatte aber auch die Bedingung gestellt, dass er aufhört zu kiffen.


    Also bin ich im Juli 2013 wieder zu ihm zurück. Die Freude war groß, auf beiden Seiten und wir wollten nicht mehr ohne den anderen sein. Einen Monat später sind wir in eine größere Wohnung gezogen, ich wurde zwischenzeitlich geschieden und er hörte auf zu kiffen. Die Zeit war schlimm, er war leicht reizbar, wollte sich umbringen. Sagte er, hätte er aber nicht gemacht. Die Stimmung zwischen uns war angespannt. Er hat mich immer wieder belogen.


    Er wurde immer depressiver und wollte dann zwischendurch mal einen kiffen um "wieder klarzukommen". Es blieb natürlich nicht dabei. Er kiffte von morgens bis nachts, ging quasi nie zur Schule, vernachlässigte stark die Körperpflege, lag nur vorm Fernseher und war wenig gesprächsbereit. Finanziell war es eine Katastrophe. Am 10. war das Geld weg und wir hatten kaum zu Essen. Er hat den restlichen Monat auf Pump geholt. Später wurde es zwischen uns immer kälter und obwohl ich ihn so sehr liebe, entschied ich mich dazu auszuziehen, damit ich nicht kaputt gehe. g noch 40 kg.


    Eine Woche vor meinem Auszug, sagte ich ihm, dass ich ausziehe. Wir weinten beide und beschlossen, dass jeder die Zeit nach meinem Auszug für sich nutzt, wir in Kontakt bleiben und uns treu bleiben. Es sollte eine Pause sein.


    Seit meinem Auszug im Mai dieses Jahres, ist es sehr schlimm. Ich will einfach nur zurück und bin bereit alles hinzunehmen, er sagt, er braucht Zeit. Er vermisst und liebt mich, aber ist froh, allein zu sein und keine Verantwortung mehr zu haben. Ich habe angefangen mich für alles mögliche zu entschuldigen und habe ganz viel Einsicht gezeigt, aber er sagt, dass wir beide Zeit brauchen.


    Leider verletzt er mich sehr viel. Seit ich weg bin, ist er emotional total auf Abstand gegangen, meldet sich oft mehrere Tage gar nicht, egal ob ich mich melde oder ihn in Ruhe lasse. Er hält sich nicht an Abmachungen, hat z.b. den Beziehungsstatus bei Facebook entfernt, alle unsere Bilder gelöscht und als ich ihn darauf angesprochen habe, hat er mich erstmal bei whatsapp blockiert.


    Ich bin ihm immer hinterhergelaufen und er ist sich meiner Gefühle sehr sicher. Jetzt hatte ich mich eine Woche nicht bei ihm gemeldet, er sich auch nicht. Ich wollte wissen, ob es für ihn vorbei ist und fragte ihn. Plötzlich die totale Wendung. Er erklärte mir, dass er noch nie so tief unten war und das er nicht weiß was er will. Er vermisst mich und liebt mich. Ich reagierte wie immer verständnisvoll. Es lief die letzten Tage traumhaft. Heute kompletter Kontaktabruch. Er hat mich nach meiner Nachricht blockiert.


    Ich weiß nicht mehr weiter. Bis vorgestern haben wir noch unsere Zukunft geplant.

  • 11 Antworten

    Allein wenn ich deine Schilderung lese fühle ich mich gestresst :-/ Stresst dich dieser Zustand nicht? Dieses Hin und Her und Hin und Her... Und dann diese Umzieherei jedesmal.

    Zitat

    Ich will einfach nur zurück und bin bereit alles hinzunehmen

    Das warst du doch beim ersten Mal auch und dann wurde es wieder scheiße. Das klingt nach einem Kreislauf der immer so weiter geht. Du gehst zurück, es wird irgendwann wieder beschissen, du hältst es nicht mehr aus und gehst (wobei, dass du das tust, find ich schon mal gut, andere würde in der Situation ausharren), stellst fest dass du ihn vermisst und willst zurück. Stresst dich dieser Zustand nicht?

    Du solltest Dich mit Dir selbst auseinandersetzen. Man kann sich in der Liebe irren. Das kann man korrigieren. Der Schmerz wird vergehn, vor allen Dingen, wenn man sich zum Ziel setzt, was man selbst im Leben braucht.


    Wenn Du soooo was brauchst, dann halte es aus, leide. Heute, in 10 STunden, 10 Tagen, 10 Monaten, 10 Jahren.


    Wenn Du so was nicht brauchst, sondern jemanden der verläßlich ist, wo man sich anlehnen kann, dem man vertrauen kann, der einen wirklich liebt, dann hast Du vielleicht 10 Monate Liebeskummer, vielleicht auch 2 Jahre, aber wenn Du Dir und dem Leben vertraust statt auf so einem RumEierer, könntest Du genau auf jemanden treffen, der positivere Aspekte aufweist.


    Das entscheidest Du selbst. Es ist Dein Leben. Man kann es vertüdeln und unglücklich sein, so wie Du es jetzt bist, oder Du kannst Dich entscheiden, so was nie wieder in Dein Leben zu lassen. Weil Du Dir für so was zu schade bist.

    Hallo,


    hast Du schon mal was von einer Psychose gehört? Warscheinlich ist Dein Freund gerade in so einer Psychose. Da kann man nur abwarten, das es ihm demnächst wieder besser geht. Auf jeden Fall nicht drängeln bzgl. Kontakt zu Dir. Vielleicht ist es für ihn auch ratsam, in eine betreute Einrichtung zu gehen, in Form einer Aussen WG eines Wohnheimes.

    Nein, mit dem Thema Psychose habe ich mich noch nicht auseinander gesetzt.


    Er würde in keine Einrichtung gehen. Er sieht zwar selber, dass er Probleme hat, unternimmt aber nichts, außer sich die Birne vollzukiffen. Als ich noch bei ihm wohnte, war ich mit ihm beim Psychiater. Er hat Antidepressiva bekommen, aber bis heute nicht genommen. Er hatte mir vor paar Tagen auch geschrieben, dass er heute nicht weiß, was morgen ist und er sich im Moment nicht auf sich verlassen würde. Blockiert hat er mich immer noch. Alle denken, er spielt Spielchen mit mir, aber ich glaube das nicht.


    Vielleicht bin ich auch naiv, aber ich denke, er ist krank und hat gewaltige Probleme mit sich selbst.

    Ich vermute, seine Probleme stammen alle noch aus seiner Kindheit...warum war er denn im Heim und nicht im Elternhaus....

    Sein Vater hat die Familie verlassen als er 6 war. Seine Mutter war alkoholabhängig. Als er 10 oder 11 war, entschloss sie sich zu einer Therapie. Er sollte solange zu seinem Vater, der sich aber nicht verantwortungsbewusst kümmerte. Eine Tante hat dann das Jugendamt informiert und dann kam er ins Heim.

    Zitat

    Alle denken, er spielt Spielchen mit mir, aber ich glaube das nicht.


    Vielleicht bin ich auch naiv, aber ich denke, er ist krank und hat gewaltige Probleme mit sich selbst.

    Das schließt sich doch überhaupt nicht gegenseitig aus. Er kann doch gerade deswegen Spielchen spielen und dich manipulieren nicht trotz sondern weil er krank ist und gewaltige Probleme mit sich selber hat.

    Ich denke auch der ist krank.


    Wollte schon vorschlagen, dass er mal zum Psychiater gehen soll, aber da war er ja schon. Mehr kannst du auch nicht für ihn tun.


    Pass auf dich selbst auf. Es gibt auch nette Typen die nicht kiffen.


    Kann es sein, dass Leute die viel gekifft haben, auch nach dem Aufhören irgendwie komisch sind, so einzelgängerisch und passiv? Ist mir bei zwei Bekannten aufgefallen. Sind nette Typen, könnten gute Freunde sein, aber ich müsste denen immer nachlaufen weil von denen selbst fast nix kommt. Ist mir auf Dauer zu einseitig sowas.