Freiwilliger Verzicht auf Alkohol

    Hallo Leute *:)


    Auch wenn der Thread für die Meisten nicht besonders interessant sein wird möchte ich euch das mitteilen, schon allein um mich in meinem Vorhaben zu stärken und ggf. ein paar Tipps und Erfahrungen von anderen zu hören.


    Also folgendes Problem: Ich (w) bin nun 20 Jahre alt und in meinem Freundeskreis gehört es einfach dazu in sehr unregelmäßigen Abständen große Mengen an Alkohol zu trinken. Sprich mal 4-6 Wochen gar nichts und dann innerhalb von 2 Wochen durchaus mal 5-6 mal.


    Ich trinke gerne mit und es sind immer größere Anlässe an denen wir feiern. Ich habe Spaß am Feiern nur leider hab ich echt oft Ausfallerscheinungen.


    Habe mir etz mal nen Überblick über mein Trinkverhalten im letzten halben Jahr verschafft und das Resultat ist, dass ich durchschnittlich jede Woche einmal trinke. Allerdings leider bei knapp jedem zweiten mal recht exzessiv, sprich mit Filmriss, Erbrechen, diverse Ausfallerscheinungen (grundloses Weinen oder selten auch Aggressionen) DAS IST MIR ZU VIEL UND ZU UNKONTROLLIERT ":/ Deswegen möchte ich definitv etwas daran ändern auch wenn ich mich selber (noch) nicht als alkoholkrank einstufen würde. Ich habe einfach eingesehen, dass ich ein gestörtes Verhältnis zu Alkohol habe und möchte was dagegen tun bevor ein ernstes Problem draus wird.


    Habe etz erstmal beschlossen, nichts mehr zu trinken. Also gar nichts mehr, um zu testen wie ich damit zu recht komme nüchtern auf den Feiern zu sein und wie die Akzeptanz im meinem Freundeskreis ist. Bin mir sehr sicher in meinem Vorhaben und im Zweifellsfall müssen halt andere Wochenendbeschäftigungen her.


    Ich kenn das ja selber. Die Leute die ohne driftigen Grund nicht trinken, wenn es alle tun, werden immer komisch beäugt %-| und irgendwie außen vor gelassen. Darauf habe ich eigenlich keine Lust aber nur wegen dem Gruppenzwang weiter zu trinken kommt nicht in Frage.


    Gibt es hier im Forum Leute mit ähnlichen Erfahrungen? Wie ist es euch ergangen? Wie sieht es mit euren Freunden aus? Seid ihr bei denen auf Akzeptanz gestoßen oder musstet ihr euch Neue suchen? Wie macht man den Anderen klar, dass man kein kleines Schlückchen machen möchte? Wie geht man damit um, wenn die Freunde anzufangen einen nicht mehr einzuladen mit der Begründung, dass man ja eh nicht richtig feiern würde?


    Schonmal großes Dankeschön im Vorraus @:)

  • 11 Antworten

    Weis nicht, entweder hast du die falschen Freunde oder du machst dir zu viel Gedanken und sie würden es einfach hinnehmen. Kannst du nicht auch einfach mittfeiern mit weniger Alkohol ohne dich endgültig zu besaufen oder bekommst du das nicht hin? Wenn du das nicht kontrollieren kannst, hast du schon ein kleines Problem.

    Ja ich habe das Problem, dass sich irgendwann im angetrunkenen Zustand mein Gehirn irgendwie ausschaltet und ich dann relativ unkontrolliert weiter trinke. Ich glaube aber nicht, das das ein Zeichen eines bestehenden Alkoholproblems ist, denn das ist irgendwie schon immer so bei mir gewesen. Ich habe einfach von Anfang an kein angemessenes Verhältnis zum Alkohol gefunden und nach etwa 5 Jahren bin ich nun soweit, dass ich sage, dass ich es nun lieber ganz bleiben lasse.

    OK das ist deine Entscheidung. Es ist aber nicht normal ohne Grenze zu trinken. Irgendwie ist bei dir da ein Problem schon immer vorhanden gewesen. Es ist eine Gute Entscheidung zu verzichten. Wenn es nicht anders geht ist die Entscheidung durchaus akzeptabel.

    Hey nail art!


    Ich denke die Idee mal gar nicht zu trinken ist gut. Wenn es Dir so entgleitet in der Intensität, also Du wenn Du trinkst nicht stoppen kannst und bis zum Kontrollverlust trinkst, ist es für Dich ja auch nicht schön, sondern belastend.


    Sag Deinen Freunden doch ruhig, daß Du es einfach eine Zeit lang ruhiger angehen möchtest, wenn sie mitbekommen haben, daß Du so extrem trinkst, sollten sie doch Verständnis haben. Wenn Dir das zu heftig ist, den anderen beim trinken zuzusehen, dann spricht ja auch nichts dagegen nicht ewig auf einer Feier zu bleiben, wenn zu extrem gebechert wird. Ich würd Dich auf jeden Fall auch einladen, wenn Du keine Lust auf Alk hast, deshalb feiert man ja nicht weniger "gut".


    Mein Freund ist Leberkrank und trinkt gar keinen Alkohol (mehr).


    Ich geh mit ihm jetzt nicht unbedingt in die Kneipe, aber Spaß haben wir trotzdem und die anderen gucken ihn auch nicht doof an, im Gegenteil sie haben Respekt davor, daß er nicht trinkt!

    Zitat

    ...im Gegenteil sie haben Respekt davor, daß er nicht trinkt!


    ~Traumkristall~

    Und genau diese Erfahrung kann ich seit über zwanzig Jahren bestätigen :)z


    Bei mir hat es, zum Glück keine gesundheitlichen Gründe und jeder meiner Bekannten weiss, dass ich gerne 'mal eine über den Durst trinke, aber berufs- und wohnbedingt ist es so, das ich bei Feten grundsätzlich keinen Alkohol trinken kann, es sei denn, ich habe einen Fahrer und muss am nächsten Morgen nicht arbeiten.


    Wenn nach der Party die Letzten ausgenüchtert sind, werde ich so manches mal gefragt, wie ich den lustigen Abend so ganz "ohne" überstanden hab, antworte ich immer, ich hätte mich vorzüglich (über sie) amüsiert. ]:D

    Ich hab auch ähnliche Erfahrungen.. was den Freundeskreis muss man sagen dass das Saufen schon ein sozialer Schmierstoff ist, der die Freundschaft zusammenhält. Nachdem ich damit aufgehört hatte, sind einige Sachen wirklich weggebrochen; man hat gemerkt dass das nüchtern gar keine echte Substanz hatte. Die "echten" sind geblieben. Tut also ganz gut, man merkt wer die richtigen Leute sind. Kann natürlich passieren dass erstmal gar keiner übrig bleibt, aber das ist dann halt so. Ich war da auch 20 bzw 21 Jahre alt.

    Zitat

    Gibt es hier im Forum Leute mit ähnlichen Erfahrungen? Wie ist es euch ergangen? Wie sieht es mit euren Freunden aus?

    Ich (m, 35) trinke auch keinen Alkohol. Habe ich noch nie. Ja, Freunde habe ich wenige, das hängt aber eher an einigen Ortswechseln. Ich akzeptiere das einfach so. Und die Freunde, die ich habe, auch.

    Zitat

    Seid ihr bei denen auf Akzeptanz gestoßen oder musstet ihr euch Neue suchen? Wie macht man den Anderen klar, dass man kein kleines Schlückchen machen möchte?

    Ich muss da nix klarmachen oder das rechtfertigen. Und wenn sich jemand für meine Entscheidung interessiert, habe ich die Story schon parat. Alkoholkranke Großeltern, Scheidung der Eltern wegen Alkoholproblemen meines Vaters, und ich möchte, dass mir das nicht passiert. Nun müsste das nicht gleich so radikal ausfallen, aber ich halte es für mich für das richtige. Meine Entscheidung habe ich früh getroffen (mit etwa 14) und bis heute nicht bereut. In meiner Familie (Eltern, Geschwister, Verwandte) selbst habe ich zumindest für mein Verhalten großen Rückhalt. Mein Bruder trinkt auch keinen Alkohol mehr, seit er 18 ist, die anderen haben ihren Mittelweg gefunden. Meine Mutter hat vor 25 Jahren neu geheiratet, leider wieder jemand mit Alkoholproblemen, aber während mein Vater gewalttätig wurde, schläft der Stiefvater ein, wenn er zuviel hat und schnarcht. Naja, es ist ihr Leben. Da müssen sie ihren Weg finden.


    Was ich auf jeden Fall vermeide: andere dafür zu verurteilen, in Maßen Alkohol zu trinken. Oder sie zu maßregeln. Sie sollen akzeptieren, dass ich nix trinke und ich akzeptiere, dass sie "gern mal nen Wein trinken". Und was auch wieder verbindet, einfach zu sagen: "Ich habe andere Laster, Prost." ;-D Was auch stimmt (Eis, Lebkuchen). Und wer was kompatibles bestellen will: Apfelschorle sieht fast so aus wie schales Bier. Oder alkoholfreie Cocktails sind auch sehr sozial kompatibel. Was einen als Exot dastehen lässt: kalte Milch oder Tee bestellen, nachts um 11, wo die Stimmung schon gut angeheizt ist. Der eine wäre neulich fast vom Stuhl gefallen, als der ne Runde gab und ich meinte: ich hätte gerne eine große kalte Milch.


    Gegen Menschen, die regelmäßig abstürzen habe ich eine tiefe Abneigung. Das weiß ich. Und ich meide sie – von mir aus.


    Was ich in mir unterdrücken muss: Bei Menschen, die mir wirklich nahestehen, die ich mag oder liebe, habe ich manchmal das Gefühl, dass ich sie beschützen will/muss. Wenn z.B. eine Frau, in die ich verliebt bin, ein Bier trinkt, dann habe ich innerlich große Spannungen. Da braucht es dann Arbeit im Kopf, mir zu sagen: "Lass sie in Ruhe. Es ist ihre Sache. Und es ist nicht schlimm." Aber für mich fühlt es sich eben für mich "schlimm" an, und es vergrößert die Distanz zwischen uns.

    Zitat

    Wie geht man damit um, wenn die Freunde anzufangen einen nicht mehr einzuladen mit der Begründung, dass man ja eh nicht richtig feiern würde?

    Betonen, dass man andere Vorzüge hat? Z.B. die anderen noch nach Hause fahren. Mach ich aber nur, wenn diese sich zusammenreißen. Ich räum auch gerne auf oder wasche ab. Das verstehen dann wenige der echten "Feiertiere", aber für mich ist das großartig. Ich entfern mich da ein bisschen von der Gesellschaft, wirble im Hintergrund und bin am Ende zufrieden. Und wenn sich dann eine/einer zu mir in die Küche gesellt, dann mag ich es wieder. Den Zweierkontakt und das Zweiergespräch. Und sonst: Neue suchen. :-)


    Ich glaube das größte Hindernis, wenn man keinen Alkohol trinkt, ist nicht unbedingt eine gewisse latente Ablehnung der anderen. Sondern dass bei einem selbst die Hemmungen nicht so weit sinken, sich schneller und tiefer auf andere einzulassen. Ich bin ja überzeugt, da würde schon ein Glas Sekt "was bringen", aber auch darauf kann ich mich nicht einlassen.

    Zitat

    Ich (w) bin nun 20 Jahre alt und in meinem Freundeskreis gehört es einfach dazu in sehr unregelmäßigen Abständen große Mengen an Alkohol zu trinken.

    wenn du glaubst mit Alkohol nicht vernünftig umgehen zu können ist Abstinenz sicher am besten, andererseits verstehe ich aber nicht das eine junge aber doch schon erwachsene Frau sich nicht ganz klare Grenzen setzen kann. 2-3 Gläser ab dann Alkfrei. Du bist doch nicht gezwungen wie ein Schaf mit der Herde zu laufen, setz dir deine eigenen grenzen und scheiß drauf (pardon) was "Freunde" denken. Freunde finden toll das du Persönlichkeit hast und vernünftig bist, dafür respektieren sie dich mehr als fürs Saufen.

    und wie siehts denn aus nach einem halben Jahr bei der Fragestellerin??


    Ich möchte jetzt auch auf Alkohol verzichten!

    Also ich bin 23 Jahre alt und in der selben Situation wie du. Ich finde es auch unheimlich schwierig abzulehnen ohne dass man gleich als Langweiler dasteht.


    Ich glaube das einfachste ist wirklich stur zu bleiben, an das zu denken was man wirklich möchte im Leben (und das ist sicher nicht jeden Monat mal kotzend über der Kloschüssel zu hängen). Achja und falls es dir ein kleiner Trost ist: Männer finden nüchterne Frauen um einiges attraktiver als eine betrunkene die herumkreischt.


    lg und viel glück


    andi