Kiffen und Lügen

    Hallo liebe Mitglieder dieses Forums,


    ich habe mich jetzt seit einiger Zeit immer wieder durch die verschiedenen Beiträge zu ähnlichen Themen gelesen und möchte heute versuchen, von meinem Problem zu schreiben.


    Mein Mann und ich kennen uns seit fast neun Jahren. Wir haben mittlerweile zwei Kleinkinder. Als wir uns kennengelernt haben, hat er gerade nach langer und ziemlich schlimmer Zeit mit dem Kiffen aufgehört. Wie ich dachte, für immer. Als wir eine Beziehung eingegangen sind, habe ich ihm vorab deutlich gesagt, dass ich keine Beziehung mit jemandem führen kann, der kifft. Er hat mir beteuert, dass das kein Problem mehr sei. Als ich mit unserem ersten Sohn schwanger war, habe ich Gras in unserem Küchenschrank gefunden. Ich habe ihn zur Rede gestellt und er hat mir gesagt, dass es sich um ein Geschenk von einem Freund aus eben dieser Zeit handle und es nur dort liege, weil er es nicht kiffe. Irgendwas kam mir an der ganzen Geschichte aber seltsam vor und so habe ich angefangen, in seinem Handy zu schauen. (Das Absurde ist, dass ich jeder Freundin genau an diesem Punkt sagen würde, dass damit die Grundlage der Beziehung weg ist und ich trotzdem nicht gehen kann.) Dort habe ich Nachrichten von ihm gefunden, in denen er sich Gras quasi bestellt hat – wusste also, seine Version hat nicht gestimmt. Wenige Monate später war ich eigentlich schon im Bett und bin noch einmal aufgestanden, da stand er mit einer Bong auf unserem Balkon. Er wollte mir dann noch erklären, dass das nicht so sei etc. Ich habe dann regelmäßig sein Handy kontrolliert und er hat die Listen regelmäßig komplett gelöscht (auch absurd, ich weiß). Unser erstes Kind kam zur Welt und lauter Todes- und Krankheitsfälle in unseren Familien noch dazu und inmitten dieses Chaos kommen immer wieder ertapptes Kiffen, zur Rdee stellen, bagatellisieren und lügen und irgendwie weiter machen. Ich merke jetzt aber, dass ich ihm gar nichts mehr glaube. Weil er mich in zu vielen Punkten angelogen hat, um Konflikten oder auch nur unangenehmen Situationen von Nicht-Übereinstimmen mit mir aus dem Weg zu gehen (also lügen nicht mehr nur bezüglich des Kiffens). Geld verschwindet, der Kühlschrank wird über Nacht vollständig leer gegessen und er ist wenig belastbar und eigentlich ist ihm sowieso alles zu viel. Er benimmt sich mir und den Kindern gegenüber immer wieder ausfallend und eigentlich seinem Wesen auch gar nicht entsprechend. Er ist unruhig und zugleich kommen von ihm überhaupt keine eigenen Ideen oder Vorschläge. Ich habe immer mehr das Gefühl, drei Kinder zu haben und keinen Partner an meiner Seite, der auch Verantwortung übernimmt und mich auffängt.


    Er kifft mittlerweile wohl bei uns unten im kalt-nassen Keller. Mich macht es so unsicher, dass ich gar nicht richtig einschätzen kann, wie massiv sein Problem ist. Andererseits weiß ich, dass wir uns seit vier Jahren damit herumschlagen und es dementsprechend ein massives Problem sein muss, da er sonst nicht immer wieder seine Familie riskieren würde (und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass wir ihm gleichgültig sind). Nachdem ich ihn wieder 'erwischt' habe, habe ich ihn wieder zur Rede gestellt und ihm dieses Mal ein zeitliches Ultimatum gestellt, dass er sich nun entweder professionelle Hilfe sucht, um seine Probleme anzugehen, oder ich mit den Kindern gehe. Seine erste Reaktion in der akuten Situation wieder ganz einsichtig und ja, ich mache alles, was du möchtest. Und nun ist er krank und möchte von mir bekümmert werden. Als ich ihm gesagt habe, dass ich das nicht mehr kann, ist er quasi in sich zusammengesunken und hat mir erklärt, dass es doch sowieso keinen Sinn ergibt und er nicht weiß, wie er mein Vertrauen überhaupt zurückgewinnen könne.


    Nun ist es 'leider' so, dass ich über keinerlei eigene Erfahrungen mit Drogen verfüge. Mir hat das einerseits immer Angst gemacht und ich fand es irgendwie für mich auch sinnfrei. Ich kann nun nicht abschätzen, wie die Chancen überhaupt stehen, dass jemand der nun knapp 20 Jahre kifft damit aufhört. Ich weiß auch nicht, ob ihn unter Druck setzen funktionieren kann. Ich merke nur, dass ich es nicht mehr aushalte. Unsere Kinder werden immer größer und bekommen doch immer mehr mit. Ich möchte nicht, dass sie so groß werden.


    Was könnt ihr mir raten oder auch von euren Erfahrungen erzählen (egal aus welcher Perspektive, also aus der des Konsumierenden oder der des Partners)?


    Vielen Dank, dass ihr euch überhaupt schon einmal die Zeit genommen habt, das alles zu lesen.

  • 19 Antworten
    Zitat

    Ich weiß auch nicht, ob ihn unter Druck setzen funktionieren kann

    Leider nicht :-( .


    Ich habe früher ziemlich viel gekifft,damals noch regelmässig fast täglich.Jetzt kiffe ich nur gelegentlich,also wenn's hoch kommt vielleicht einmal im Monat,oder sogar noch seltener.Mein Mann hat nichts-als wir uns kennenlernten-von meinem Sucht gewusst.Ich habe es heimlich gemacht,natürlich nicht in der Wohnung.Immer wenn ich mit dem Hund spazieren war,oder sonst was zu erledigen hatte (Einkauf,nach der Arbeit usw.).Ich hatte auch keinen Bong,da zu auffällig ;-D .Ich rauchte ganz normalen Joint.Aber-weil ich eben mit meinem Mann immer ausgeglichener wurde -brauchte ich immer seltener den Gras.


    Es ist natürlich auch sehr Persönlichkeit abhängig.Ich bin-auch wenn viele es von mir nicht glauben-ne ziemlich starke Persönlichkeit.Eigentlich bin ich "clean",also nicht mehr süchtig.Nur wenn ich manchmal meine gute alte Freundin treffe,kiffe ich mit ihr.


    Ich weiss,bei deinem Mann ist es leider anders.Wie oft kifft er eigentlich?

    Zitat

    ich habe mich jetzt seit einiger Zeit immer wieder durch die verschiedenen Beiträge zu ähnlichen Themen gelesen und möchte heute versuchen, von meinem Problem zu schreiben.

    Dann solltest Du eigentlich alles wissen zu dem Thema. Denn bei Dir ist es genauso wie bei vielen anderen auch.

    @ :)

    20 Jahre ist eine lange Zeit.....


    wenn er es bis zum Ultimatum nicht schafft (und damit musst du leider rechnen), musst du gehen – denn das ist evtl. das einzige was ihn noch zur Einsicht bewegt, bleibst du bei ihm wird er dich die nächsten 50 Jahre noch anlügen und weiter viel zu oft kiffen.

    Hi.


    Ich war selbst 10 Jahre "Hardcore-Kiffer". Also täglich geraucht, und das nicht wenig. Obgleich meines exzessiven Konsums habe ich dennoch eine gute Schulbildung (studiert) und einen tollen Job. Das hat mich aber auch viel mehr Kraft gekostet als es hätte, wäre ich nicht Dauerkonsument gewesen.


    Vor einem Jahr hat sich das plötzlich auf einen Schlag eingestellt. Mir ging die ganze Beschafferei auf den Keks. Zum Ticker fahren, schauen das man immer genug auf Lager hat um bis zum nächsten Einkauf durchzukommen, dieses "Dauerbreitsein", dieses "Das-Leben-Zieht-An-Einem-Vorbei" Gefühl... all das wurde mir auf einen Schlag zu blöd. Ich habe dann einfach alles entsorgt und mir nie mehr etwas gekauft. Ab und an habe ich im laufe des Jahres mal bei Freunden mitgeraucht (4 – 5 mal). Ein wirkliches Hochgefühl ist dabei aber ausgeblieben. Ich war halt beduselt aber für mich eigentlich nicht mal die paar Züge wert die ich gemacht habe. Fast schon lästig und in Erwartung bald wieder nüchtern zu sein.


    Es ist leider so, dass gegen das Kiffen nur eines hilft. Die eigene Einsicht. Die Erkenntnis, das es unnötig ist. Mehr noch als unnötig, total bescheuert eigentlich. Ich hatte im Laufe meiner Kiffer-Karriere viele gescheiterte "Entzüge" zu verzeichnen. Weil ich einfach nicht erkannt hatte welchem Selbstbetrug ich aufsaß. Ich wollte nur deswegen aufhören weil es illegal ist, weil es nicht gesund ist, weil man so verpeilt ist... aber nicht weil ICH wirklich wollte.


    Mit Druck wirst du nicht viel erreichen. Eher wird die Beziehung daran scheitern. Vielleicht hört er auf. Kurzzeitig. Weil er es muss. Aber nicht weil er es will. Das klappt dann eine Weile. Bis zu dem Zeitpunkt an dem er sich wieder sicher fühlt und meint er verpasst etwas, ihm fehle etwas. Dann kommt es wieder zu einem kleinen Tütchen mal heimlich am Abend und kurz darauf wird er wieder dort angelangt sein wo ihr im Moment steht. Das kann vielleicht mehrere Male so laufen, aber die Geheimnistuerei und das Misstrauen sind Gift für eine Beziehung.


    Natürlich ist das nicht schön zu hören, leider muss ich das aus Erfahrung berichten. Erfahrungen die ich selbst gemacht habe und bei zig meiner ehemaligen "Kifferkumpanen" beobachten konnte. Es läuft immer gleich ab. Bis einem endlich ein Licht aufgeht. Bis einem klar wird, dass einem Cannabis nichts, aber auch wirklich nichts geben kann. Entspannung? Welche Entspannung soll das sein, dass wenn ich das Zeug nicht nehme, ich an die Decke gehen könnte und wenn ich es nehme, ich zu nichts mehr zu gebrauchen bin...? Kiffer verlernen einfach, dass jeder von Natur aus die "Gabe" in sich trägt, sich zu entspannen. Zu lachen. Essen zu genießen. Usw... Man denkt einfach, das klappt nur mit Gras. Weil man es nicht mehr anders kennt. Nur ... mit Gras sind alle diese Gefühle zwar da aber man fühlt sie als wäre man in einem dicken Winterpark eingewickelt, hätte Ofenhandschuhe an den Händen und der Kopf ist vollgestopft mit Wattebäuschen.


    Ich ziehe das pure, wahre Leben vor. Gefühle positive wie auch negative wieder im vollen Ausmaß zu erleben ohne dass die Hochs und Tiefs wie mit einer Machete einfach abgehackt wurden. Ohne dass alles nur mehr wie eine seichte Suppe von minimalen "Raufs und Runters" dahinplätschert und dazwischen so ziemlich alles einfach nur "Furz-Egal" ist. Es hat leider bei mir auch 10 Jahre gedauert bis ich soweit war, das zu erkennen. Ich bereue nichts, es wäre dumm mein eigenes Leben negativ zu betrachten, ich habe es zu jedem Zeitpunkt so gelebt wie ich es für richtig hielt. Aber hätte ich die Wahl würde ich die vergangenen 10 Jahre ohne Cannabis verbringen :)


    Ich hoffe für dich, dass bei deinem Freund die Einsicht kommt. Vor allem da ihr ja Kinder habt und ich weiß wie "waschlappig" man ab und an sein kann, liegt man bekifft am Sofa. Mein Tipp an dich:


    Setze ihn nicht unter Druck! Erinnere ihn daran wer er ist. Daran, dass er Kinder hat denen er doch ein guter Vater sein möchte. Daran, dass ein weitaus viel schöneres Leben hinter der trügerischen Nebelwand des Cannabis wartet. Wenn er von sich aufhören möchte, dann kann er auch sicher sein... Es wird nicht schwer werden. Mit der Gewissheit etwas zu gewinnen und dabei noch einen Klotz am Bein zu verlieren, ist der "Entzug" von Cannabis wie aufzuhören den ganzen Tag mit den Kopf gegen die Wand zu schlagen... Man ist einfach froh es nicht mehr zu machen ;-)

    jeroslefat :)z :)^ :)^ :)^ :)=

    Zitat

    gegen das Kiffen nur eines hilft. Die eigene Einsicht.

    Genauso war auch bei mir.


    Sei stolz drauf,dass du es geschafft hat,mit dem Gras frewillig ganz ohne Druck aufzuhören :)* !!!

    Was stört dich denn eigentlich daran, wenn er hin und wieder kifft? Ist er dann tatsächlich anders? Oder geht es dir ums Prinzip, dass du grundsätzlich gegen alle Drogen bist? Hättest du ein Problem damit, wenn er in der gleichen Häufigkeit, mit der er kifft, Alkohol trinken würde?

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    @ redbaby:

    Das Problem ist ja, dass ich eben nicht wirklich weiß, wie viel er wann kifft und er mich deswegen auch belügt. Aktuell habe ich aufgrund seines Verhaltens den Eindruck, dass es wieder mehr gewesen ist. Aber genau kann ich dir deine Frage nicht beantworten und diese Unsicherheit ist für mich eben auch schwer auszuhalten.

    @ jeroslefat:

    Vielen Dank, dass du so ehrlich über deine eigenen Erfahrungen geschrieben hast. Deine Geschichte gibt mir ein wenig Mut, dass er es doch noch schaffen kann. Es ist nur schwer als Partner auf diesen Klick zu warten und es nicht auf sich zu beziehen, wenn dieser trotz zwei gemeinsamer Kinder nicht kommen will. Wobei er aktuell offener mit mir spricht (über seine Vergangenheit und seine Beweggründe etc.) und eingewilligt hat, eine Therapie zu machen. Mir ist aber bewusst, dass die Entscheidung für oder gegen das Kiffen und das Lügen bei ihm liegt. Für mich ist jedoch durch unsere Kinder ein zeitlicher Rahmen gesetzt – aktuell bekommen sie das noch nicht wirklich mit beziehungsweise hinterfragen noch nicht, warum Papa manchmal bei Kleinigkeiten an die Decke geht und manchmal der entspannteste und ruhigste Papa der Welt sein kann. Das macht mir Angst und innerlichen Druck. Gab es bei dir denn irgendeinen konkreteren Auslöser?

    @ Christina85:

    Nein, ich wäre auch nicht begeistert, wenn er mir mit einer deutlichen Fahne lallend erklären würde, dass er nicht trinkt und Alkohol sowieso gar kein Problem für ihn ist ;-). Auch das würde mich verletzen, weil es mir gegenüber nicht respektvoll wäre. Und ja, natürlich ist er anders, wenn er kifft. Weniger zuverlässig, weniger präsent, weniger belastbar und weniger er selbst. Es geht mir mit meiner Frage auch nicht darum, eine Debatte darüber zu führen, ob Alkohol nur weil er legal ist weniger gefährlich ist als Cannabis. Diese Diskussionen können von beiden Seiten mit vielen Belegen und Anführungen unterfüttert werden und helfen mir persönlich in keiner Weise weiter. – Wenn es mir um ein Prinzip geht, dann darum, dass ich als erwachsener Mensch in einer Beziehung mit einem anderen erwachsenen Menschen nicht angelogen werden möchte. Es geht darum, dass ich mir Sorgen mache, wenn der Vater meiner Kinder in Muster zurückfällt, die ihn fast seine gesamten 20er lethargisch an sich haben vorbeiziehen lassen. Das macht mir Angst.

    Hallo Hilflos,


    dein Eingangspost ist mir sehr nahe gegangen, weil es sich fast 1 zu 1 wie meine vergangene Beziehung gelesen hat und meine Partnerin exakt genauso gefühlt hat, wie du. Allerdings war es bei mir der Alkohol, was aber erstmal keinen großen Unterschied macht.


    Das Problem ist, das "Drohungen" nicht ernst genommen werden. Wir hatten zwar keine "echten" Kinder aber 8 Pferde und einen Hund (Die sind für mich wie Kinder). Hätte nie gedacht, das sie es wirklich so ernst meint, bis sie die Beziehung beendet hat. Ich glaube es wäre ewig so weiter gegangen, wenn sie es nicht getan hätte.


    Jetzt aber der positive Aspekt daran: Nach dem Ende der Beziehung sind meine Depressionen spurlos verschwunden gewesen. Ich bin in den vergangenen 9 Monaten vielleicht drei mal richtig betrunken gewesen und Schnaps habe ich seit dem überhaupt nicht mehr getrunken.


    Auf was ich hinaus möchte ist, das es sicher Gründe gibt, warum er immernoch kifft. Speziell die Szene "Abends auf dem Balkon mit der Bong" z.B. die du beschrieben hast. Evtl. ein Zeichen dafür, das er versucht zur Ruhe zu kommen, bevor er ins Bett geht, weil ihn etwas "umtreibt".


    Unter wieviel Druck und Stress ich gestanden haben muss, habe ich erst nach dem Ende der Beziehung gemerkt. Ihr solltet euch eine Trennung als "Option" offen halten. Evtl. auch einfach mal für zwei Wochen räumlich trennen.


    Viel Erfolg für dich und deine Familie

    Zitat

    Was stört dich denn eigentlich daran, wenn er hin und wieder kifft? Ist er dann tatsächlich anders?

    Hast du schon mal mit Bekifften gesprochen? Das ist nicht schön so ne benebelte Trantüte zu haben.

    @ TE:

    Zitat

    Wenn es mir um ein Prinzip geht, dann darum, dass ich als erwachsener Mensch in einer Beziehung mit einem anderen erwachsenen Menschen nicht angelogen werden möchte. Es geht darum, dass ich mir Sorgen mache, wenn der Vater meiner Kinder in Muster zurückfällt, die ihn fast seine gesamten 20er lethargisch an sich haben vorbeiziehen lassen. Das macht mir Angst.

    Ich wollte mit meinen Fragen auch keine Diskussion anregen, ob und wie welche Droge schlimmer wäre. Es ging mir nur darum, wo genau das Problem liegt. Und das Problem ist wohl vorrangig das Lügen.


    Könntest du dir denn vorstellen, irgendeinen Kompromiss bezüglich seiner Sucht zu finden? So, dass er dich nicht mehr anlügen muss, aber dennoch hin und wieder kiffen könnte, wenn er denn wirklich nicht davon loskommt?


    Wenn für dich die einzige Lösung ist, dass er nie wieder kifft und er das nicht schafft bis zu deinem Ultimatum umzusetzen, dann bleibt ja wohl nur noch die Trennung, oder?


    Wie ist dein Mann denn abgesehen vom Kiffen? Würdest du euer Zusammenleben und eure Beziehung als gut beschreiben?

    @ vanweiden:

    Zitat

    Hast du schon mal mit Bekifften gesprochen? Das ist nicht schön so ne benebelte Trantüte zu haben.

    Genau WEIL ich in meinem Leben genug mit Bekifften zu tun hatte, stelle ich diese Fragen. Ich kenne genug Dauerkonsumenten, die ein ganz normales Leben führen, und denen man den Konsum nicht anmerkt. Ich rede hier nicht von 16jährigen, die das Zeug zum ersten Mal rauchen, und dann mit glasigem Blick und doofem Grinsen nichts mehr auf die Reihe bekommen, so wie du sie vor Augen hast. ;-)

    @ Christina

    Ich hab da weniger Erfahrungen, aber die die ich hatte waren eben nicht so toll.


    Gleichgültigkeit, starrer Blick, Unsinn reden, keine Abmachungen einhalten...

    Hallo Hilflos,


    dein Mann ist nicht ehrlich in Bezug auf seine Sucht. Vielleicht will er dich nur ruig stellen mit seinen Versprechen, vielleicht ist es ihm aber ernst, nur er schafft den Absprung nicht. Was denkst du?


    Wäre es für dich denkbar das Kiffen zu dulden, wenn er es nur noch außerhalb betreibt zB bei Freunden? Vielleicht ist er dann in der Lage dir die Wahrheit zu sagen.


    Würde er dich daraufhin weiter belügen, wäre es das beste deine Drohungen wahr zu machen.

    @ Splitterseele:

    Danke für das Teilen deiner Geschichte. Würdest du denn sagen, dass deine Ex-Freundin ein Teil deines Problems gewesen ist (jetzt nicht im Sinne von Schwarzen Peter zuschieben, sondern ganz pragmatisch)? Oder wie erklärst du dir, dass es danach für dich einfacher geworden ist? War dir die Verantwortung zu viel? – Ich frage hier nach, weil ich natürlich auch über meinen Anteil nachdenke und auch wenn ich weiß, dass er die Problematik an sich schon lange vor uns gehabt hat, denke ich manches Mal, dass ich sie vielleicht nicht günstig beeinflusse. Es ist ja leider manchmal so, dass man jemanden sehr liebt und trotzdem nicht gut für ihn ist. Ich denke manchmal, dass wir vielleicht als Menschen ein zu verschiedenes Tempo im Leben haben und es ihn anstrengt, mit mir 'Schritt' zu halten. Ich mache immer mehrere Sachen gleichzeitig, im Kopf jongliere ich bis Plan d oder e, bin immer am Optimieren von irgendwas, dabei perfektionistisch und das ist mit Sicherheit für ihn als Partner manches Mal sehr anstrengend. Ich bringe schon eine gewisse Stabilität und Ruhe mit, aber eben nicht ausschließlich. Und ich habe hohe Erwartungen, nicht nur an mich sondern wohl auch an andere, auch wenn ich bemüht bin (vor allem seitdem die Kinder da sind) diese Erwartungshaltung an andere loszulassen.

    @ Christina85:

    Danke fürs Klarstellen, das habe ich dann tatsächlich falsch verstanden – entschuldige.


    Zu deiner ersten Frage: Was für einen Kompromiss kann man mit einer Sucht machen? Ist eine Sucht nicht an sich kompromisslos? Ich erwarte grundsätzlich von meinem Partner, dass er sich seinen Problemen stellt und da bin ich wohl auch ziemlich kompromisslos. Ich erwarte nicht, dass er sich alles sofort anschaut und sich im Nullkommanichts aus den lang eingetretenen Pfaden lösen kann und von jetzt auf gleich nie wieder kifft. Ich weiß, dass das lange Zeit dauern kann und ich weiß auch, dass ich ja auch permanent an mir und meinen Problemen arbeiten muss und da auch auf viel Geduld, Glaube und Liebe meines Partners angewiesen bin. Das Problem ist für mich garantiert nicht ein Joint zum Geburtstag oder als andere Randerscheinung in seinem Leben. Und das habe ich auch ihm gegenüber bereits betont. Ich denke aber, dass wir von einem solchen Bereich aktuell ziemlich weit entfernt sind.


    Unsere Beziehung ist an vielen Stellen durch unsere sehr verschiedenen Charaktere eine Herausforderung für uns beide. Ich liebe ihn, sehr. Unser Zusammenleben ist in Phasen unterteilt, Phasen in denen er sich nicht überfordert fühlt und mit dem Leben mit zwei Kleinkindern gut zurechtkommt und alles zwischen uns schön ist und Phasen, in denen es nicht so ist und er nur noch negativ spricht und mich damit sehr verletzt. Weil ich unser Leben bei aller Anstrengung, dünnen Nervenkostümen nach wenig Schlaf und noch mehr Wutanfällen mitten auf der Straße sehr gerne lebe und unendlich dankbar bin, dass wir zwei so lebendige, dickköpfige, lustige und gesunde Kinder haben.


    Und auch wenn er anders ist, wenn er kifft, so ist er tatsächlich kein Kiffer aus schlechten amerikanischen Komödien mit dem man nicht sprechen kann und der nur noch debil lacht, sondern in seinen Reaktionen auf Dinge verändert und dies vor allem, wenn dann der Abstand zum letzten Kiffen zu lange für ihn ist. Das merke ich hauptsächlich, die große Anspannung bei ihm, wenn er wieder kiffen müsste, die Gereiztheit und die Unruhe.

    @ screwball:

    Ich denke, dass er das Lügen tatsächlich ohne Hilfe nicht in den Griff bekommt, weil er irgendwie gar nicht gelernt hat, über Gefühle zu sprechen und sich Konflikten auch auszusetzen. Und ich glaube nicht, dass mein Mann in der Lage ist, ab und an zu kiffen und das im Griff zu behalten. Dafür hat es einfach eine viel zu wichtige Rolle gespielt. An diese Stellen müsste erst einmal anderes rücken können und dort lange den Platz besetzen, damit er nicht in alte Muster zurückfällt. Beispielsweise eine Runde Radfahren vorm Schlafen, um runter zu kommen und den Abstand zum Tag im Kopf hinzubekommen. Über Frust und Ärger direkt sprechen und nicht sich zurückzuziehen und das mit dem Kiffen dann auch zu vernebeln. Sich mir und den Kindern gegenüber klarer abzugrenzen in seinen persönlichen Bedürfnissen und nicht irgendwann vor lauter Überforderung auszurasten und sich nach einer Explosion auch wieder zum Gras zurückzuziehen. Das sind aber nur meine Überlegungen – ich weiß nicht einmal, ob ich der Komplexität des Verhaltens damit tatsächlich gerecht werde. Dafür bin ich auch zu nah dran.

    Zitat

    Was könnt ihr mir raten

    Komm mal runter. Jeder Druck auf deiner Seite fuehrt zu Druck auf seiner Seite, fuehrt zu Druckabbau mit ...na? Was wohl?


    Werde entspannter, er wird entspannter, denkt vielleicht mal nach, und peng, von heute auf morgen nuechtern. Vielleicht aber auch nicht, und er wird den Rest seines Lebens kiffen.


    Wenn du Unabwaegbarkeiten nicht magst, lass dich nicht mit Menschen ein. ;-)