Kompliziertes Verhältnis zu Alkohol wg familiärer Vorbelastung

    Kurz zum Kontext: meine Mutter ist Ex-Alkoholikerin und hat den Großteil meiner Kindheit über getrunken.


    Daher weiß ich, wie schädlich Alkohol sein kann, nicht nur gesundheitlich, sondern auch im familiären Kontext... man sollte meinen, dass dieses Bewusstsein gut ist und einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol begünstigt.


    Leider ist es eher so, dass ich dadurch total verunsichert bin. Ich weiß nie, wo die Grenze ist zwischen normalen Konsum und problematischen Konsum. Glaube auch, dass es vielleicht gar nicht so sehr von der Menge abhängt, sondern vom Kontext und der Motivation.


    Ich habe bis ich 18 war gar nicht getrunken, aus Prinzip nicht. Jetzt gelegentlich, d.h. alle paar Wochen oder sogar Monate, zum feiern. Blöderweise habe ich gemerkt, dass ich das Gefühl an sich mag.


    Wie bei so vielen in meinem Leben fühle ich mich diesbezüglich total zwiegespalten. Einerseits finde ich alkoholisierte Menschen oft abstoßend... andererseits mag ich das Gefühl, wenn ich eine gewisse Menge getrunken habe.


    Ich will mich durch diese übertriebene Vorsicht nicht einschränken lassen, und gleichzeitig habe ich Angst vor der familiären Vorbelastung und dass ich mal so endet könnte wie meine Mutter (und mein Großvater vor ihr).


    Gerade jetzt an Karneval macht mich das total fertig. Einerseits der Ekel vor den betrunkenen Leuten... und andererseits der Wunsch, einfach mal loslassen zu können und mitzumachen.

  • 3 Antworten

    Gibt ja Ansätze des "kontrollierten Trinkens", vielleicht ist das was für Dich.. vorher eine erlaubte Anzahl an Trinktagen und Trinkmengen festlegen und dann einhalten.


    Allerdings klingt das alles in der Tat so als bestünden gewisse Chancen dass Du Deiner Mutter langfristig folgen wirst. Präventiv gar nichts trinken wäre wohl das beste.

    Ich würde es auch wieder sein lassen. Kontrolliertes Trinken funktioniert, zumindest bei bereits abhänigen Personen eher selten. Wie weit man es auf nicht Abhängige anwenden kann, ist mir nicht bekannt.

    Aber da Du das Rauschgefühl kennst und es offensichtlich auch magst, halte ich den dauerhaften Verzicht für klüger.

    Ich würde auch sagen, du bist famililär vorbelastet, darum besser Finger weg vom Alkohol.


    Noch fällt es dir ja leicht.

    Aber je öfter du trinkst, desto mehr gewöhnst du dich daran und du würdest eventuell die Häufigkeit oder Menge steigern und dann könntest du reinrutschen.


    Darum besser jetzt stoppen, wo es dir noch leicht fällt.