Leben nach 10 Jahren Benzo-Abhängigkeit

    Hi,


    ich bin 27 und meine Geschichte beginnt 2009. Es fing mit leichter Übelkeit an, die jeden Tag etwas stärker wurde bis dahingehend, dass ich mich täglich erbrechen musste. Später kamen zum Erbrechen dann auch noch Angstzustände und Panikattacken dazu.

    Nach geraumer Zeit des Leidens einen Psychiater aufgesucht, der zuerst verschiedene AD und Neuroleptika verschrieb, leider ohne gewünschten Erfolg, und daraufhin Benzodiazepine verordnete, die auch wirkten.

    Zur Ursache konnte man mir nichts genaues erzählen, eine Angst- und Panikstörung sei am wahrscheinlichsten sagte man mir.


    Viele Hochs und Tiefs später, nach ca. 10 Jahren, haben die Benzos langsam aber sicher aufgehört zu wirken und ich bekam zunehmend sehr sehr starke Angstzustände und Panikattacken.

    Das ganze ging soweit, dass ich das Haus nicht mehr verlassen konnte und ich Schritt für Schritt an mir arbeiten musste, um wieder nach draußen zu können, was jetzt zum Glück funktioniert, ich aber immer noch sehr sehr weit vom Berufsleben entfernt bin .

    Bis heute weiß ich nicht genau was ich habe, ich wache mit Angstzuständen auf und gehe damit ins Bett.

    Es gibt keinen Moment, nicht einmal alleine beim Sport draußen, an dem ich Beschwerdefrei bin. Es ist ein einzelner, durchgehender Angstzustand, bei allem was ich tue.

    Gedanklich kann ich es auch nicht nachvollziehen, da ich keine auffallenden bewussten Ängste vor irgendetwas habe, schließlich habe ich ja auch nichts mehr zu verlieren, das macht einen gedanklich relativ unbeschwert.

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter, vielleicht fällt euch ja was dazu ein X-\

    Über jede Nachricht bin ich dankbar :)z

  • 3 Antworten

    Also hast du deine Einstellung von 2015 durchaus revidiert, wo du dir den Konsum doch noch ein wenig schöngeredet hast und nach Monaten ohne wohl doch wieder was eingenommen hast. Es ist eben doch keine gute Lebensqualität, wenn man abhängig ist.


    Dir dürfte in den Jahren durchaus das Wort Sucht öfter begegnet sein, das ist dein aktuelles Problem. Du bist süchtig/abhängig von den Benzos.

    Das grundlegende Problem der Angststörung wurde offenbar nie therapeutisch, sondern immer nur medikamentös angegangen, was natürlich nur Symptome angeht und nicht das Problem selbst.

    Mich wunder und ärgert, dass es Ärzte gibt, die bereit dazu sind einen Menschen in eine Sucht gleiten zu lassen ohne anderweitige Angebote zu machen oder eben auch einen Riegel vorzuschieben, wenn das Zeug nach mehr als 14 Tagen noch eingenommen werden soll/will.


    Mein Rat:

    Klinik. Entzug, Suchttherapie. Das wird schon lange dauern

    Danach, auch meinetwegen ineinander übergehend: Therapie (medikamentös evtl. durch Antidepressiva begleitend) der Angststörung. Wenn es im Alltag zu schwierig ist auch hier: Klinik.

    In einer Klinik war ich erst vor kurzem für ca. 3 Monate, Suchtklinik + Therapie + Tagesklinik, eingestellt bin ich zurzeit auch auf 2 Antidepressiva. Mir geht es dennoch nicht gut genug arbeiten zu gehen aufgrund sehr starker Angstzustände.

    Ich kann mir jetzt raussuchen ob das noch Nachwirkungen vom Benzo sind, die ursprüngliche Erkrankung oder beides.

  • Hyperion

    Hat das Thema geschlossen