@ schnecke:

    Genau darauf wollte ich hinaus. Soche Berichte kenne ich. Auch wenns keiner glauben mag: 14jährige bestellen sowas online, weil sie einen legalen ungefährlichen Kick wollen.


    Solche "Legal Highs'" (ohne Apostroph oder mit) müssen vom Markt. Andernfalls interpretiere ich das als gewollten Einstieg in den Konsum.

    @ Rübensüßchen

    Ja und Nein zugleich. Sicher gibt es die unaufgeklärten Konsumenten (darunter vor allem Jugendliche / jugendliche Kinder), andererseits auch einen großen Anteil an (zumindest teilweise) aufgeklärten Erwachsenen / jungen Erwachsenen, die einfach auf den Rausch nicht verzichten wollen. Aufklärung ist sicher nie verkehrt, aber m.M. nach nicht das Allheilmittel, mit dem legalen / illegalen Substanzen begegnet werden kann.


    Beispiel Tabak: Jeder (wirklich jeder!) ist über Risiken, Spätfolgen usw. aufgeklärt, trotzdem gibt es immer noch Raucher. Konsumenten sind nur teilweise deswegen Konsumenten, weil sie es nicht besser wissen, sondern weil sie es meist einfach wollen. Die Gruppe der unaufgeklärten Nicht-Wisser ist nur ein Bruchteil der Gesamtpopulation von Menschen, mit Suchtverhalten (und ich ordne mich da auch ein). Genauso, wie alle wissen, dass hohe Geschwindigkeiten / überhöhte Geschwindigkeiten in Verbindung mit Autofahren einer der größten Risikofaktoren für Leib und Leben ist. Und dann gucke man sich mal die Entrüstung an, die bei Diskussionen um Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen hochkocht.

    Zitat

    Konsumenten sind nur teilweise deswegen Konsumenten, weil sie es nicht besser wissen, sondern weil sie es meist einfach wollen.

    Wie willst Du das *Wollen* stoppen ? Ist eine völlige Legalisierung wirklich ein Allheilmittel ? Oder schreckt nicht vielleicht doch die Angst vor der Kriminalisierung ab, zumindest einige ? Ich denke, dass eine völlige Legalität gar nicht möglich ist, denn wenn Du zB eine gewisse Anzahl an eben diesen Legal Highs frei erhältlich machst uns staatlich kontrollierst, mit Gütesiegel oder so ähnlich, welche willst Du nehmen ? Und welche ausschliessen. Für die ausgeschlossenen wird es dann wieder einen Schwarzmarkt geben.

    Zitat

    Ich bin wirklich fassungslos, dass man das bei Amazon zB. (im Fünferpack sogar und mit Prime-Vorteilen) einfach so erwerben kann.

    Stell dir vor, im Aldi bekommst du sogar eine Flasche Korn für paar Euro. Das sind auch unsere Kinder, die damit im Park hinterm Baum sitzen und den ersten Schritt in eine selbstzerstörerische Sucht machen. Und auf dem Oktoberfest darfst du ab 16 Jahre legal komatös umfallen.


    Man braucht keine Legal Highs, um vor schädlichen Wirkungen von Drogenkonsum zu warnen. Wenn wir jede Chemie verbieten, die high macht, kommen die Pflanzen dran. Was es da an Zeug gibt, welches berauscht, darüber wurden schon ganze Bücher geschrieben. Der Unterschied ist nur, dass es nicht populär ist und mit mehr Aufwand verbunden.

    Zitat

    Wie willst Du das *Wollen* stoppen ? Ist eine völlige Legalisierung wirklich ein Allheilmittel ?

    Ich würde keines von beidem in Absolutheit bejahen.


    Das Wollen kann man nicht stoppen, man kann es vielleicht reduzieren / minimieren. Aufklärung ist dazu sicher ein wichtiges Instrument, gleichzeitig überschreitet Aufklärung auf häufig den reinen Akt der Wissensvermittlung hin zur Indoktrination. Was bei den Menschen, die dann trotzdem Erfahrungen in dem Bereich machen, die mitunter sogar (momentan) äußerst positiv ausfallen, berechtigten Zweifel an der übereifrigen Aufklärung aufkommen lassen.


    Bei der Legalisierung - und auch so eine sollte in meinen Augen an Auflagen wie z.B. Altersgrenzen gebunden sein - sehe ich in der Tat die Vorteile die Nachteile deutlich überwiegen:


    - Kapazitäten sowohl bei der Polizei als dem Justizapparat im Allgemeinen würden für alternative Probleme frei


    - Cannabis (und darauf beziehe ich mich hier) ist bereits erfolgreich in vielen Ländern legal oder zumindest semilegal geduldet, ohne, dass es zu massiven Auswirkungen im Bereich der "harten" Drogen gekommen wäre


    - Cannabis ist eine Droge, die sich mittlerweile durch alle Gesellschaftsschichten zieht. Im Gegensatz zu vielen anderen Substanzen ist es ein Rauschmittel, das sich vor allem im Bereich der Akademiker und Studenten hoher Beliebtheit erfreut. Also von produktiven und erfolgreichen Menschen konsumiert wird, und das schon seit Jahrzehnten, ohne, dass es zu einer signifikanten Problematik für die Konsumenten angewachsen wäre


    - wo Illegalität ist, da ist auch die Kriminalität nicht weit. Zumal der (illegale) Dealer eben nicht nur Cannabis in der einen Tasche hat (für das sich eine breite Gesellschafts-Schicht interessiert), sondern in der anderen Tasche weitaus gefährlichere Substanzen, es ist nur eine Hosentasche weit entfernt.


    - Das Problem ist von rein medizinisch-chemischer Seite nicht das Wollen an sich, sondern die praktische Realisierung des Wollens über den Umweg vollkommen ungeprüfter Substanzen. Dafür stehen zum Beispiel auch Heroin-Substitionsprogramme, in welchen die User ungepantschten Stoff erhalten, der körperlich kaum Dauerschäden hervorruft (Morphine sind per se nicht organschädlich, die Gesundheitsschäden entstehen über den Schwarzmarkt bzw. das Strecken des Stoffes oder unhygienische Konsumbedingungen). Eine Legalisierung unter staatlicher Kontrolle und mit Auflagen (z.B. Altersvorgaben) würde die Konsumenten in hohem Maße schützen! Noch einmal: Nicht das Wollen muss per se problematisch sein, Probleme entstehen aus den Umständen. Es gibt ja nicht nur die Fun-Konsumenten, es gibt ja auch Menschen mit körperlichen bzw. emotionalen Problemen, die sich nur in Eigenregie mit Schwarzmarkt-Zeug behandeln dürfen / können. Immer auf eigene Rechnung, ohne Reinheits-Kontrollen, jederzeit in der Kriminalität / Illegalität.


    Wenn der Konsum straffrei, der Besitz aber strafbar ist, dann ist das einfach eine juristische Verarsche. Denn in 99% der Fälle koinzidieren Besitz und Konsum nun einmal. Allerdings zeigt diese unglückliche Haarspalterei auch auf, dass ein Wollen nicht strafbar sein kann / darf!

    @ Ausgangsfrage

    Die Ausgangsfrage ist eigentlich sehr simpel zu beantworten: Ein Justizapparat ist ein reaktives System, das heißt, es geht mit zeitlicher Verzögerung auf bestimmte Gegebenheiten ein. Ist ja auch einleuchtend: Im 14. Jahrhundert hätte eine Straßenverkehrsordnung wenig Sinn gemacht, weil motorisierte Fahrzeuge einfach noch nicht erfunden waren. Analogie zu den legal Highs: Wie will man Substanzen verbieten, von denen man aktuell noch nicht einmal weiß, dass es sie gibt / geben wird? Das ist einfach nicht möglich und logisch recht leicht nachzuvollziehen. Zumal ein staatliches System (Gott sei Dank) eben auch aus vielen verschieden Prüfapparaten, politischen Rand- und Hauptfiguren, einem Verwaltungsapparat ect. besteht. Der Lauf durch all diese Instanzen dauert eben. Dazu spielt noch die gesamtgesellschaftliche Relevanz für die Justiz eine Rolle: Einzelerscheinungen / Randerscheinungen sind eben bezogen auf das ganze Volk von geringerer Dringlichkeit, als gesamtgesellschaftliche Problemstellungen. :-)

    Ich weiß nicht wirklich was nun deine eigentliche Frage und Intuition ist.aber die Ausgangsfrage war ja wie sowas möglich ist. Das hat wohl eher was mit unserer Drogenpolitik zu tun.


    Dem Herrn Shulgin sei Dank dass es seit Jahrzehnten von Jahrenimmer neue psychedelische Drogen auf dem Markt gibt.


    Der alte Herr hat diese synthetisiert und stets an sich selbst ausprobiert und Buch darüber geführt. Verstarb jetzt leider kürzlich in hohen Jahren.


    Man nehme als Beispiel 2-Cb - was ja recht bekannt ist und dann irgendwann in Deutschland verboten wurde. ..ds hängt man ein winziges etwas an die Struktur dran , schon wirds zu 2-Ce ..-wird nach ner weile verboten. dann kommt 3ce...- wird verboten .aus 3CE wird 3CF und wartet auch aufs Verbot- aber in dieser Zeit dazwischen sind diese Substanzen natürlich legal.


    Und das liegt dann natürlich an unserer Politik.


    Ich persönlich finde entweder sollte man alles verbieten (und somit auch Alkohol ! Volksdroge Nr 1 , Droge bei der die meisten Toten verbucht werden ) oder eben alles erlauben und kontrolliert abgeben.


    Ich persönlich würde mich nach einer Welt ohne Drogen wirklich sehnen ! Aber der Mensch wird immer seine Wege finden um sich berauschen zu können.


    Dann nimmt man das gute