• Medikamentenabhängigkeit: Das war einmal

    Hallo Stew, lese hier schon seit längerem mit und habe festgestellt, das Du sehr viel Ahnung hast. Mein Mann macht gerade einen Tabl. Entzug durch mit meiner Unterstützung. Vorgeschichte: 1 Jahr lang Tramadolor-Retard 600mg am Tag und manchmal mehr, Tilidin Tropfen und zum Schluß Codein 600mg und mehr am Tag ohne die Nedolon, Diclofenac. Rekord lag mal…
  • 768 Antworten

    Hey Semmylein

    Wollte eigentlich mal nachfragen, wann Du aus Deinem Mauseloch wieder raus kommst ;-D;-D;-D


    Hat sich wieder eine Menge angesammelt wo ich Dir berichten möchte.


    Also gib Zeichen, ab wann Du wieder hier bist.


    Kannst mich doch nicht so lange alleine lassen:°(


    Bye *:)

    Hallo beat

    Du hast mir gestern per PN in indirekter Weise vorgeworfen, ich wüsste nicht was Co-Abhängigkeit heisst, geschweigedenn, bedeutet. "Und mein Mann würde den Arsch nicht hoch kriegen". Das kann ich und will so nicht stehen lassen. Ich habe mich sehr wohl darüber informiert.


    ************************************************


    Ich zitiere:


    Alkoholabhängigkeit oder auch Medikamentenabhängigkeit hat nicht nur Folgen für den Süchtigen, sondern auch für den Partner, Familienmitglieder, Freunde und Kollegen. Etwa acht Millionen Menschen in Deutschland sind co-abhängig. Das heißt sie leben in enger Verbindung mit einem Alkoholiker und leiden über lange Zeit mit. Laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) sind rund 90 Prozent der Rat Suchenden in den Beratungsstellen weiblich. Zu Co-Abhängigkeiten kann es bei allen psychischen Erkrankungen kommen.


    Die Sucht, gebraucht zu werden


    Süchtige Beziehungen folgen einem bestimmten Muster: Der Abhängige gleitet immer tiefer in die Sucht und der Co-Abhängige versucht seinen Partner zu retten. Je mehr der Süchtige entgleitet, desto größer sind die Selbstvorwürfe und Anstrengungen des Co-Abhängigen. Dabei entsteht ein langwieriges, kräftezehrendes Beziehungsdrama, in dem sich Hoffnung und Verzweiflung stetig abwechseln - in immer schnelleren Abständen. Um den Schein nach außen hin zu wahren, verausgaben sich co-abhängige Partner bis zur Selbstaufgabe. Nicht selten endet dieser Teufelskreis auch für den Co-Abhängigen in einer Sucht.


    Co-Abhängigkeit liegt meist eine ungestillte Sehnsucht nach Liebe und Angst vor dem Verlassenwerden zu Grunde, sagen Suchtexperten. Viele wiederholen das Beziehungsmuster ihrer Kindertage. Für die fehlende Wärme und Geborgenheit in ihren Familien gaben sie sich selbst die Schuld. Solange Co-Abhängige ihre Vergangenheit nicht verarbeitet haben, versuchen sie sich in Beziehungen die Liebe zu verdienen, die sie als Kind vermisst haben. Dazu suchen sie sich unbewusst immer wieder "hilfsbedürftige" Partner.


    "Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm"


    Kinder aus suchtbelasteten Familien entwickeln spezifische Strategien, um ihren Eltern zu helfen. Doch das Verschweigen der Probleme überfordert Kinder und endet häufig in der Vereinsamung. Dazu geben sie sich oft die Schuld an der Abhängigkeit eines Elternteils. Das Risiko selbst einmal abhängig oder co-abhängig zu werden ist für Kinder aus suchtkranken Familien groß: Circa 60 Prozent der Frauen mit einem alkoholkranken Partner hatten einen suchtkranken Elternteil. Im Gegensatz zu Süchtigen haben es Familien deutlich schwerer, geeignete Therapien zu finden. Selbsthilfegruppen sind häufig der einzige Ausweg.


    Co-Abhängigkeit: Typisch weiblich?


    Natürlich gibt es die auch. Denn die Zahl süchtiger Frauen in Deutschland steigt. Der Zulauf in den Suchtstellen zeigt aber, dass Co-Abhängigkeit bislang ein typisch weibliches Phänomen ist. Weitere geschlechtsspezifische Unterschiede sind laut DHS, dass Männer ihre süchtigen Partnerinnen nicht so intensiv unterstützen wie Frauen ihren Partner. Zudem begleiten nur wenige Männer ihre Frauen in eine Selbsthilfegruppe - aber neun von zehn Frauen tun dies. Süchtige Frauen werden schneller von ihren Männern verlassen als süchtige Männer von ihren Frauen. Und zwar umso schneller, je weniger ihr süchtiges Verhalten in das traditionelle Rollenbild passt. Alkohol- und Drogensucht gelten als untypisch im Gegensatz zu Medikamentensucht und Ess-Störungen.


    "Hilfe durch Nicht-Hilfe"


    Hochzeitspaar und Vorhängeschloss © Getty Images


    Ein entscheidender Schritt in Richtung Co-Abhängigkeit ist getan, sobald der Partner versucht, dem Abhängigen Verantwortung abzunehmen. Damit bringt er den typischen Suchtbeziehungsprozess in Gang. Die Partnerin meint zu wissen, was dem Abhängigen fehlt und versucht ihn durch Liebe zu heilen. Auf diese so genannte Entschuldigungs- oder Beschützerphase folgt die Kontrollphase. Der Co-Abhängige versucht, die Fassade aufrecht zu erhalten und die Kontrolle über die Situation zu gewinnen. Er lügt im Umfeld in der eigenen Familie, um den Schein zu wahren. Er bezahlt für seinen süchtigen Partner Schulden, holt ihn aus der Kneipe ab oder entschuldigt ihn beim Chef. Gleichzeitig wächst das Gefühl der Ohnmacht und Wertlosigkeit. In der Anklagephase richtet sich der Frust gegen den Süchtigen. Vorwürfe und Streit sind an der Tagesordnung. Auf eine Trennung auf Zeit folgt die Versöhnung - und der Prozess der Abhängigkeit gerät wieder in Gang.


    "Ich wollte doch nur helfen!" klagen Partnerinnen. Leider bewirken die Hilfsversuche von Laien häufig genau das Gegenteil. Jede Erklärung, Entschuldigung oder Hilfe von anderen verstellt dem Süchtigen den Blick auf die Realität, sagen Experten. Er muss nicht handeln, solange das andere für ihn übernehmen. Daher ist der einzige Weg einem Abhängigen zu helfen, das Nicht-Helfen. Der Suchtkranke muss die Folgen seines Verhaltens zu spüren bekommen, um etwas ändern zu wollen. Das ist der einzige Weg aus der Sucht.


    So hilft man wirklich:


    * Abhängige nicht decken


    * Keine Fehler ausgleichen


    * Nicht entlasten


    * Nicht entschuldigen


    * Ausfälle nicht bagatellisieren


    * Besserungsgelöbnisse nicht akzeptieren


    Nach Meinung von Experten fiele "Nicht-Helfen" gerade Frauen sehr schwer, da Hilfsbereitschaft und soziales Verhalten zum weiblichen Rollenbild zählten. Nicht selten wird Partnerinnen von Abhängigen dann "Kaltherzigkeit" vorgeworfen. Ein Fehler, denn Nicht-Helfen heißt sich informieren und Hilfe-zur-Selbsthilfe zu leisten. Fachleute bestätigen: "Hilfe durch Nicht-Hilfe" ist der einzige Weg, Abhängigen zu helfen - und die Beziehung möglicherweise zu retten.


    *****************************************************


    Es mag sehr wohl sein, daß ich am Anfang sehr viele Fehler gemacht habe, aber einfach aus dem Grunde heraus, weil es für mich Neuland war. Ich habe auch erst einmal lernen müssen, mit der Situation richtig umzugehen. Viele Dinge habe ich doch schon abgestellt, umgestellt und umorganisiert, indem ich mich aus diesem Bereich raushalte.


    Das Ein oder Andere wird mit Sicherheit auch noch umstrukturiert. Aber alles geht halt auch nicht von Heute auf Morgen. Einen wesentlichen und weiteren Schritt habe ich doch gestern getan, daß ich bei meinen ganzen Geschwistern mit allen Lügen und Missverständnissen die aufgrund der Sozial-Phobie meines Mannes beruht, aufgeräumt habe. Auch meiner Mutter habe ich alles erzählt. Es war für mich ein Befreiungsschlag im weitesten Sinne. Von dieser Seite her habe ich jetzt keine Vorwürfe mehr zu befürchten. Weil ich für ihn gelogen habe, weil ich ihn die ganze Zeit gedeckt habe, weil ich mir für ihn habe dauernd Ausreden ausdenken müssen u.s.w.


    DAMIT IST JETZT SCHLUSS. Ich fühle mich sehr befreit.


    Im Nachhinein, und weil es mir ja dann auch zu spät wurde, sonst hätte ich darauf nochmal reagiert, hat es sich fast so angehört,


    als sollte ich meinen Mann verlassen und ihn komplett seinem Schicksal überlassen

    Das werde ich mit Sicherheit nicht tun.

    Ich werde nach wie vor hinter ihm stehen, ihm das Gefühl geben das ich da bin, ihm Mut zusprechen, ihn loben, weil er immerhin schon bald 9 Wochen nichts mehr trinkt, und auch die Geborgenheit ist wichtig.


    Hast Du denn eigentlich mit einem süchtigen Menschen schon einmal zusammengelebt? Du sprichtst nur von einer Bekannten in derem Umfeld etc. Ich glaube, das es sehr wohl einen Unterschied macht, ob man selber in so einer Situation steckt oder nur darüber zu Urteilen vermag weil man solche Menschen in seinem Umfeld kennt.


    Ich denke das reicht für´s erste *:)

    Hallo beat

    Na da scheint ja jetzt jemand mächtig eingeschnappt zu sein, oder wo bleibt Dein Statement? Jetzt wo ich so schön meine Messer gewetzt habe ;-D


    Austeilen und nicht Einstecken können, daß geht aber nicht:(v


    Bin wahnsinnig gespannt, ob Du Dich noch traust.:-/

    Hallo Sammy

    Klar, hab gestern Abend noch reingeschaut und es hat mich auch bissel geströstet. War aber nicht in der Lage zu schreiben, fällt mir auch im Moment nicht leicht.


    Hatte gestern einen schweren Nervenzusammenbruch und den spüre ich auch heute noch.


    Gestern ist die Situation eskaliert. Er ist fast wahnsinnig geworden und hat zum allererstenmal den Satz aus gesprochen,


    "Bitte gebe mir doch einen Strick, damit ich mich aufhängen kann und hat so darum gefleht". Da wäre ich fast zusammengebrochen. Es tat mir so weh ihn so leiden zu sehen.


    Ich habe zu meiner Unterstützung dann seine Eltern geholt. Dazu kam noch, daß sie mir schwere Vorwürfe gemacht haben, weil ich meinen Geschwistern jetzt mal alles erzählt habe, einfach alles was mit der Krankheit meines Mannes zusammenhängt und auch wie es mir in dieser Situation geht. Auch meine Mama weiss jetzt Bescheid, von ihr habe ich den größten Trost erhalten (Du weisst schon warum) Für mich war es eine Erleichterung, weil viel Anspannung die sich in der letzten Zeit bei mir aufgestaut hat, abgefallen sind. Was im Prinzip den Tag für mich wiederum zu einem glücklichen Ende gebracht hat war, und jetzt halte Dich fest,


    er will sich stationär aufnehmen lassen, er will in eine Klinik, er will sich helfen lassen, er will sogar einen kalten Entzug machen um so schnell wie möglich von allem wegzukommen, egal wie lange es dauert. Für morgen hat er schon einen Termin.


    Er hat eingesehen, daß er von alleine nicht mehr raus kommt. Er will auch uns, mich und seine Eltern, nicht mehr so leiden sehen, weil ihm das auch weh tut. Zum einen bringt mich das jetzt schon wieder zum weinen zum anderen macht es mich auch sehr glücklich, weil er es jetzt endlich will, worum ich die ganze Zeit gekämpft habe. Ich hatte heute solche Magenschmerzen, aber ich denke das ist normal. Hab auch was genommen.


    Sammy ich bin mir der Situation voll im klaren und da wird jetzt auch auf mich noch eine Menge zukommen. Was das genau ist, weiss ich zwar noch nicht, aber ich werde ihn mit all meinen Kräften unterstützen, soweit das überhaupt möglich ist. Was auf ihn zukommt, dessen ist auch er sich vollstens bewusst. Aber es geht einfach nicht mehr anderst und das hat er jetzt endlich begriffen.


    Darüber bin ich so glücklich.


    Ich glaube, darüber wirst auch Du sicherlich erstaunt sein.


    Bin mal gespannt auf Deine Reaktion.


    Liebe Grüße @:)

    Hallo Sonniely

    Obwohl ich die ganze Zeit hier war, habe ich Deinen Beitrag gerade erst entdeckt. Sorry.

    Zitat

    er will sich stationär aufnehmen lassen, er will in eine Klinik, er will sich helfen lassen, er will sogar einen kalten Entzug machen um so schnell wie möglich von allem wegzukommen, egal wie lange es dauert. Für morgen hat er schon einen Termin.

    Das ist wundervoll, besonders weil es so schnell passiert ist !!


    (Ich hätte gedacht es dauert noch min. Wochen)


    Ich freue mich ganz doll, Sonny. Für euch beide.

    Zitat

    Zum einen bringt mich das jetzt schon wieder zum weinen zum anderen macht es mich auch sehr glücklich, weil er es jetzt endlich will, worum ich die ganze Zeit gekämpft habe. Ich hatte heute solche Magenschmerzen, aber ich denke das ist normal. Hab auch was genommen.

    Freu Dich einfach über diese Fortschritte !! Er ist jetzt auf dem Weg zur "Freiheit" (sozusagen). Der Weg ist steinig, schwer und lang, und er hat ihn trotzdem betreten.


    Das bedeutet er will LEBEN (und sich nicht aufhängen). Er weiß, dass er erst sehr leiden muß um drogenfrei zu sein und trotzdem geht er diesen Weg. Na wenn das kein Lebenswille ist ?!!@:)


    Mach Dir keine Sorgen. Der macht das schon ;-D


    Bleib locker Sonny


    Liebe Grüße

    @ :):)*@:)

    Ach Sammylein

    Natürlich überwiegt mein Glücksgefühl und übertrumpft meine Magenschmerzen. Obwohl ich gerade weinen muss :°( weil ich im moment so sensibel auf alles reagiere, haben mein Männele und ich seit heute ein gemeinsames Lied, und ich höre es schon den ganzen Abend. Mein Mann schläft schon.


    "Xavier Naidoo, Dieser Weg, wird kein leichter sein......steinig und schwer"


    Sammy wenn Du dieses Lied hörst, dann denk bitte an uns. Ich will das mit ihm zusammen durchstehen, bei ihm sein, seine Hand halten, und wenn er auch erstmal nichts mitkriegen sollte, so soll er spüren das ich bei ihm bin. Er wird erst einmal ruhig gestellt und wird wohl viel schlafen. Ich weiss auch noch nicht so ganz genau was da noch auf uns zukommt. Oje, und eines darfst Du mir glauben, er hat solche Angst. Aber ja, ER WILL LEBEN. Das macht mich so glücklich, daß kannst Du Dir gar nicht vorstellen.

    Zitat

    Das ist wundervoll, besonders weil es so schnell passiert ist !!

    Weil er einfach an einem Punkt angelangt ist, wo er sich selbst sagte, ich schaff es alleine nicht mehr. Am liebsten wäre er noch heute rein gegangen. Aber sie haben morgen früh noch einen wichtigen Auftrag zu erledigen. So um die Mittagszeit werde ich ihn dann reinfahren. Hoffentlich hält er durch. Darum kann ich nur beten.


    Liebe Grüße


    :)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)* (Kraftsterne für mein Männele)

    @beat 62

    Ich weiss ganz genau, daß Du hier bist und meinen Bericht lesen wirst,


    soviel zum Thema, "mein Mann würde den Arsch nicht hoch kriegen"


    Ich wusste, daß Du zu feige bist, Dich jemals hier noch einmal blicken zu lassen.


    Ein schönes Leben noch.

    Guten Morgen liebe Sam

    Kann schon seit 4.00 h früh nicht mehr schlafen, bin so aufgeregt wegen heute und Danke nochmal das Du unser Lied bei Dir aufgenommen hast. Du bist so lieb :-x

    Hi Sam

    Bin total kaputt, war ein sehr anstrengender Tag für mich, wollte eigentlich gleich ins Bett, habe mich aber jetzt im ZJ Forum wach geshrieben. Jetzt kann ich Dir auch noch kurz schreiben was heute vorgefallen ist.


    Ach Sammy dieses Elend, das kannst Du Dir nicht vorstellen. Mein Mann liegt auf der Intensivstation, mind. für 3 Tage, danach kommt er wieder auf die normale Station. Hatte heute im Krankenhaus wieder einen Nervenzusammenbruch. Die wollten uns doch glatt wieder nach Hause schicken. Es war so. Am So. Abend hat uns doch unser HA einen Einweisungschein ausgestellt und im KH angemeldet. Wir waren um 11.00 h dort, haben die Aufnahme erledigt, der Arzt hat uns dann auf die gewisse Station verwiesen, eine Schwester dann auf sein Zimmer. Eine angehende Ärztin hat dann alles aufgenommen, nach 1 Std. kam dann die Stationsärztin die die Hände über den Kopf zusammen geschlagen hat, bei den Mengen Codein, wieder 1 Std. rum. Dann 2 Std. Leerlauf. Dann kam die Stationsärztin mit dem Oberarzt und dieser hat dann auch erst einmal abklären müssen wegen der großen Menge von Codein und hat den Apotheker als den größten Verbrecher bezeichnet der ihm in der letzten Zeit unergekommen wäre. Und dann sagt der doch glatt, also da sind sie im Prinzip bei uns falsch und nannte uns eine andere Suchtklinik weil diese eigentlich nur für Alkoholmissbrauch zuständig wäre. Das wusste unser HA eigentlich auch, hat aber auf den Einweisungsschein, Polytoxomenie oder so ähnlich drauf geschrieben. Ist Mischung von Alk+Tabl.


    Sam, ich habe ihn förmlich so angefleht, er möge uns bitte nicht nach Hause schicken, sondern das wir hier bleibendürfen und habe mich dann so reingesteigert, das ich fast ausgeflippt bin. Es war furchtbar. Er erkannte auch meine Situation und ich tat ihm wahrscheinlich auch leid. Er meinte erst, mit so einer Menge von 100 Codein am Tag wäre er fast überfordert und könnte das nicht verantworten. Ich habe dann so gezittert und geweint, daß er dann Einsicht hatte und mich beruhigen konnte, indem er mir sagte, er hätte vielleicht eine Idee, müsste aber erst einmal tel.


    Ich habe natürlich sofort gebetet und Jehova innerlich angefleht, er möchte mir helfen. Nach 10 Min. kam der Oberarzt wieder rein und gab uns die Bestätigung das wir hier bleiben dürfen. Für mich war das so eine Erleichterung. Er machte aber zur Auflage, daß mein Mann erst einmal auf die Intensivstation kommt und er soll sich ja nicht einbilden das er vor 4 Wochen hier raus kommt. Dieser Arzt war mir sowas von sympatisch, das glaubst Du gar nicht. Mein Mann war natürlich bereit. Hat dann wieder 1 Std. gedauert wo ins Land ging und hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen, vor lauter Aufregung. Ich durfte nicht gleich mit rein in die Intensivst. Als ich ihn dann da liegen sah, mit all den Schläuchen und Flaschen, Sam, ich musste mich so beherschen. Wohin dieses Codein ihn gebracht haben :°(:°(:°( Ich war fertig. Hab mir aber nichts anmerken lassen. War ja so froh, daß wir bleiben durften. Er bekommt jetzt eine Art Zusatzdroge Collidin genannt, um vom Codein weg zu kommen. Er tat mir ja so leid. Hab ihn dann gekusselt und gestreichelt und wollte ihn aufmuntern, daß er tapfer sein soll und wir es jetzt schaffen können. Der Arzt meint, nach 1 Woche wäre das Codein aus dem Körper. Freitags bieten sie Selbshilfegruppen an zusammen mit den Partnern. Sammy, er möchte jetzt alles in Erwägung ziehen, was seiner Genesung gut tut. Heute morgen sagte ernoch zu mir, er hätte ja schon ein bissel Bammel und Angst, aber er will mich und auch seine Eltern nichtmehr länger leiden sehen. Ist dasnicht schön. Und dafür liebe ich ihn so sehr:-x


    Oje bin ich jetzt Krocki


    Tschau meine Kleine + Bussi :-x

    Liebe Sonny

    :°_


    Hoffentlich kannst Du schlafen, nach so viel Aufregung...


    Das muß wirklich furchtbar gewesen sein. (Eine ähnliche Situation habe ich auch schon erlebt, das erzähle ich irgendwann mal in meinem Faden)


    Sicher liegst Du zitternd im Bett vermißt Deinen Mann und malst Dir aus was alles Schreckliches passieren könnte.... :°_


    Aber denk daran, das geht vorüber und danach ist alles besser.


    (Ich werde nachher noch mal googeln nach dem "Ersatzmedikament" Collidin , welches Dein Mann auf der Intensiv bekommt)


    Schlaf Dich aus !!


    Sonniely, Du schaffst das schon !! :)*:)*:)*:)*


    PS:


    Ich fasse es nicht, dass Du nach so einem Tag noch die Kraft aufgebracht hast im Cafe solche "Perlen" zu verschenken !! Unglaublich.


    -Mögen sie nicht völlig sinnlos vergeudet sein-


    Ganz liebe Grüße und einen Batzen :)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)*:)* für Dich und Deinen Mann. !!!

    Hi Sam

    Wollte Dir gerade schreiben meine liebe.


    War von heute morgen 10.00 h bis heute Abend um 19.00 h im Krankenhaus. Bin ganz schön krocki. Habe durch das ganze drum herum schon 3 Kilo verloren. Mein Mann ist einigermaßen stabil und bekommt den Entzug zwar schon in gewissen Schüben zu spüren, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Er wird in einem Dämmerzustand gehalten, damit es für ihn einigermaßen erträglich ist.


    Also er schläft die meisste Zeit, bekommt aber schon mit das ich bei ihm bin. Wir haben vorher so eine Art Code ausgemacht. Wenn ich ihm am kleinen Finger heftig drücke, dann weiss er ganz genau das sein Fraule da ist, und es kommt dann so ein leichtes Drückerle zurück. Ach Sammy ich könnt grad heulen. Habe sowas noch nie erlebt in meinem Leben und hoffe das ich dies nie mehr erleben muss. Aber ich habe mir geschworen mit ihm diesen Weg zu gehen, und ich gehe und mache und tue. Es ist mir einfach ein Bedürfnis, bei meinem Männele zu sein.


    Ich spüre auch das er mich braucht. Weisst du was, seit gestern, sind viele Dinge für mich sowas von unwichtig geworden. Über Dinge über die ich mich vllt. vorgestern noch aufgeregt habe oder sonstiges, sind mir so egal geworden. Diese Zeit jetzt bekommt für mich eine ganz andere Bedeutung und ich merke auch innerlich, daß wir dadurch noch stärker zusammen wachsen, was für mich einfach wieder nur ein schönes Gefühl ist.


    Habe ihn heute morgen begrüßt mit einem Knutscher und hab gesagt, Schatz´l ein neuer Tag in deinem neuen Leben. Da kam natürlich spaßhalber zurück (also jetzt bitte nicht ernst nehmen), und das so halt mit lahmer Stimme: "Hast du mir ein paar Tabletten mitgebracht?" Hab natürlich gelacht und gesagt: "Ich werd dir helfen". War auch schon komisch mich gestern alleine ins Bett zu legen. Wir sind das erste Mal getrennt. War aber so erschöpft gestern, daß ich ruckzuck eingeschlafen bin.


    Sammy ich drück Dich und auch einen dicken Knuddler von mir.


    Merk gerade das mein Kreuz ganz schön weh tut, könnte jetzt eine Massage gebrauchen. Die Stühle im KH sind aber auch sowas von hart und das Bett von meinem Mann zu klein um mich auch mal dazuzulegen ;-D;-D;-D


    P.S. Hatte mich gestern verschrieben. Die Zusatzdroge wo er momentan bekommt heißt Clonidin.


    :-x *:)

    Liebe Sonny

    Zitat

    Er wird in einem Dämmerzustand gehalten, damit es für ihn einigermaßen erträglich ist.


    Also er schläft die meisste Zeit, bekommt aber schon mit das ich bei ihm bin.

    Er macht im Dämmerzustand einen Opiat-Entzug ??!! Wunderbar, was heute schon möglich ist....


    (Ich mußte damals bei vollem Bewußtsein entziehen .Und weiß seit dem wie lang 5 Minuten sein können... ;-)


    Aber ich denke bei 100 Codein-Tabletten pro Tag wäre der "kalte Entzug" sogar lebensgefährlich. 100 durch 24 = 4,17 Tabletten pro Stunde = alle 15 Minuten eine Tablette (durchschnittlich versteht sich)


    Das ist wirklich krass.


    Hört sich an, als wenn Dein Mann so oder so in Lebensgefahr war.


    Wie schrecklich.


    Da kann man auch gleich Deine Erleichterung besser verstehen, dass sie ihn aufgenommen haben.


    Und auf der Intensiv ist er besonders sicher.


    Hätte kaum besser laufen können. :)^


    Bist Du auf einen unbetäubten Mann vorbereitet ?! Das kann ziemlich befremdlich sein, wenn Du ihn süchtig kennengelernt hast.


    Aber das ist erstmal egal.


    (Bei mir war es so , dass ich danach erstmal besonders "schüchtern" war.)


    Ich freue mich mit Dir, Sonniely @:)


    Es kann nur noch besser werden !!


    Liebste Grüße :)*

    Ach Schätzelein

    Muss Dir einfach nochmal zurück schreiben.


    Musste gerade mal aus dem Internet, weil ich noch Rechnungen zu schreiben hatte.

    Zitat

    Er macht im Dämmerzustand einen Opiat-Entzug ??!! Wunderbar, was heute schon möglich ist...

    Gell, ist das nicht schön. Auch für mich und seine Eltern ist es eine wahnsinnige Erleichertung ihn nicht leiden zu sehen. Für mich als seine Frau und seine Eltern die ihr einziges Kind so sehen müssen.


    Seine Eltern haben nachts schon nicht mehr geschlafen. Ich merk gerade das ich Zittern muss allein bei dem Gedanken.

    Zitat

    Aber ich denke bei 100 Codein-Tabletten pro Tag wäre der "kalte Entzug" sogar lebensgefährlich. 100 durch 24 = 4,17 Tabletten pro Stunde = alle 15 Minuten eine Tablette (durchschnittlich versteht sich)


    Das ist wirklich krass.

    Ja deswegen wollten sie ja erst die Verantwortung dafür nicht übernehmen und wollten ihn in eine regelrechte Suchtklinik überweisen. Aber ich wollte unbedingt dieses besagte Krankenhaus (Du weisst ja wo ich wohne) weil es das beste ist und wie ein Hotel anzusehen. Einfach Spitze!! Er ist in den allerbesten Händen. Oh, eben regen sich wieder meine Glücksgefühle ;-D

    Zitat

    Hört sich an, als wenn Dein Mann so oder so in Lebensgefahr war.

    Sie haben im ganz deutlich zu verstehen gegeben, daß wenn er noch 4 Wochen so weiter gemacht hätte, und dann kam der Satz, "Ach den wollen wir gar nicht aussprechen".

    Zitat

    Und auf der Intensiv ist er besonders sicher.


    Hätte kaum besser laufen können.

    Das meine ich aber auch und das sind ja meine Glücksgefühle Sammylein. Kannst Du das nachvollziehen?

    Zitat

    Bist Du auf einen unbetäubten Mann vorbereitet?! Das kann ziemlich befremdlich sein, wenn Du ihn süchtig kennengelernt hast.

    Sammy Du hast ihm seine Sucht bis zum Schluss nicht groß angesehen. Die letzten 2 Wochen vllt. aber davor, wenn´s niemand wusste, hätte das niemand für möglich gehalten.


    Aber wie ich schon sagte, mir erscheinen viele Dinge jetzt so unwichtig, gerade auch das was war.


    Am allerwichtigsten ist, das er jetzt wieder gesund wird.


    Alles andere ist mir ziemlich wurscht.


    Sammy ich werde Dir noch was per PN schicken, wirst dann begreifen warum. Obwohl ich eigentlich hundemüde bin, aber das ist so wichtig, daß musst Du unbedingt noch wissen.


    Kann aber so 20 Min. dauern. *:)