• Medikamentenabhängigkeit: Das war einmal

    Hallo Stew, lese hier schon seit längerem mit und habe festgestellt, das Du sehr viel Ahnung hast. Mein Mann macht gerade einen Tabl. Entzug durch mit meiner Unterstützung. Vorgeschichte: 1 Jahr lang Tramadolor-Retard 600mg am Tag und manchmal mehr, Tilidin Tropfen und zum Schluß Codein 600mg und mehr am Tag ohne die Nedolon, Diclofenac. Rekord lag mal…
  • 768 Antworten

    Ich will und möchte es ja auch mit ihm durchstehen und das weiss er im Prinzip auch. War halt überfordert, weil mich keiner darauf aufmerksam gemacht hatte was noch auf mich zukommt. Verstehst Du was ich meine???


    Ich dachte, er ist jetzt entgiftet und alles wird gut. Ich kenn mich halt mit diesen Dingen nicht aus. Ich habe noch nie Drogen genommen, noch nie gekifft oder einen Hang zu Tabletten gehabt. Das alles war totales Neuland für mich.

    Sonniely

    Zitat

    Ich will und möchte es ja auch mit ihm durchstehen und das weiss er im Prinzip auch. War halt überfordert, weil mich keiner darauf aufmerksam gemacht hatte was noch auf mich zukommt. Verstehst Du was ich meine


    Ich dachte, er ist jetzt entgiftet und alles wird gut. Ich kenn mich halt mit diesen Dingen nicht aus. Ich habe noch nie Drogen genommen, noch nie gekifft oder einen Hang zu Tabletten gehabt. Das alles war totales Neuland für mich.

    Habe Dir auch schon per E-Mail geantwortet.


    Sonny, ich sagte doch schon mal , dass es 4 Wochen dauert !!!


    Wieviel Tage hat er jetzt ohne alles ?? 8 ?? Also noch 20 Tage.


    Vorausgesetzt er nimmt wirklich nix.


    Er mag jetzt denken es ist unmöglich jemals wieder glücklich zu sein. Das gehört dazu. Aber es wird ihm in 20 Tagen merklich besser gehen.


    Mach ihm das klar !! Es ist so.


    Liebe Grüße


    *:)

    Liebe Sonny


    habe eine Gute Zeit, auch wenn die Zeichen nicht so aussehen. Ich wünsche Dir viel Kraft, genug für Euch beide. Ihr werdet den Weg gehen, der so beschwerlich ist, ihr mögt straucheln, weil er steinig ist, aber ihr werdet nicht fallen, sondern gesund und froh am Ziel ankommen!


    :)*:)*:)*:)*:)*@:)@:)@:):°_:°_:°_@:)@:)@:):)*:)*:)*:)*:)*


    :-xx:)


    SamSelf, Dir auch eine Gute Zeit!@:)@:):)*:)*???:-D:)*:)*

    Sonny

    Es tut mir so Leid für dich. Hast du denn wirklich nicht geahnt, dass die wahre Bewährungsprobe erst kommt, wenn der sichere Rahmen der Betreuung im Krankenhaus wegfällt? Es ist doch ganz klar, dass eine "Heilung" von so einer extremen Sucht nicht innerhalb einer guten Woche erfolgen kann...


    ...und das Problem ist ja, dass der Körper zwar entgiftet sein mag, dass aber die psychische Abhängigkeit noch viel, viel schwieriger zu bewältigen ist...


    ...das wird alles seine Zeit brauchen...


    ...ich wünsche dir viel, viel Kraft, die Ostertage nicht nur zu überstehen, sondern auch ein bisschen Freude daran zu haben...


    ...und fühl' dich nicht so verantwortlich für die Depri-Phasen deines Mannes. Du kannst nichts daran ändern. Sie sind einfach durch die nun fehlenden Medikamente bedingt. Und da muss er durch! Es wird ja besser!


    Alles Liebe!

    Ich melde mich heute Abend hier ausführlich. Im Moment geht es gerade nicht, ist sehr sehr schlimm.


    Sammy habe ihm Deine E-Mail schon 20 mal vorgelesen.


    Bis später

    Sonny

    Zitat

    Sammy habe ihm Deine E-Mail schon 20 mal vorgelesen.

    (Vorsicht Sonny , vertrau ihm - Du weiß was ich meine)


    Er muß sich wirklich damit abfinden, dass er noch ca 3 Wochen "im dunklen Tunnel wandelt". Akzeptiert das beide.


    Ganz ohne Leid kommt man nun mal nicht aus dieser Sucht raus.


    Und die erste Woche "der Höllenqualen" wurde ihm schon erspart. (Das hat Vor- und Nachteile ....)


    3 Wochen hören sich in seiner Situation wie eine Ewigkeit an, -das weiß ich noch ganz genau- aber was sind drei sehr lange Wochen , gegen ein langes, erfülltes, suchtfreies Leben ??!!


    Denn das wird das Ergebnis seines Durchhaltevermögens sein, echtes Leben !!


    Er wird ohne Drogen glücklich sein, auch wenn er es sich nicht vorstellen kann im Moment.


    Kann er Nachts schlafen ?! Sicher nicht wirklich. Aber auch das wird in 3 Wochen vorbei sein. Er wird wieder schlafen und träumen.


    Bis später.


    Muß Essen machen.


    *:)

    Hi Sammy

    Im Prinzip hat es ja gestern schon angefangen, war aber nicht ganz so schlimm wie heute.


    Er wurde stellenweise regelrecht aggresiv und ich weiss, daß das seine Sucht ist die sich da meldet. Klar hattest Du das mal erwähnt, daß mit den 4 Wochen danach und so. Hatte ich aber total verdrängt und war deswegen total irritiert und ratlos. Man hat mir auch im KH nichts gesagt, was danach noch passsieren kann oder was auf mich im grunde noch zukommt.


    Er ist jetzt in so einer Phase, wo er sich mir mitteilt, daß man ihm seine ganzen Ideale genommen hätte. Keinen alk mehr und keine Tabletten. Er fühlt eine regelrechte Leere. Er hat zwar keine Weinkrämpfe, aber dafür wird er jetzt eher aggresiv und seine Glieder tun ihm weh. Wird wohl noch eine Art entzug sein.


    Er nimmt über den Tag verteilt, und das wurde vom KH verordnet, 250 mg Aponal und bekommt einmal die Woche eine Imap 0,75 ml Spritze. Sonst nimmt er nichts. Vllt. mal ein od. 2 Aspirin um das Blut dünn zu halten. Er will auch nichts mehr nehmen, aber der Kampf für ihn ist auch was neues, weil er im Leben noch nichts aushalten musste, sondern immer was nachschmiess. >Oder gibt es vllt. noch was anderes was ihn unterstützen könnte?

    Zitat

    (Vorsicht Sonny, vertrau ihm - Du weiß was ich meine)

    Natürlich vertrraue ich ihm, sonst hätte es ja keinen Sinn. Oder glaubst Du, ich würde wieder auf der Suche sein, irgendwo ein Versteck zu finden. Das hat er mir geschworen, daß er nie wieder auf eine Intensivstation landen will.

    Zitat

    Er muß sich wirklich damit abfinden, dass er noch ca 3 Wochen "im dunklen Tunnel wandelt". Akzeptiert das beide.

    Ich hätte da kein Problem damit. Er tut sich halt im Moment sehr schwer damit.

    Zitat

    Ganz ohne Leid kommt man nun mal nicht aus dieser Sucht raus.

    Das sage ich ihm auch immer. Was man in so vielen Monaten kaputt gemacht hat, kann man nicht erwarten, daß es sich von Heute auf Morgen wieder einstellt. Das es auch seine Zeit braucht.

    Zitat

    Er wird ohne Drogen glücklich sein, auch wenn er es sich nicht vorstellen kann im Moment.

    Daran kann er im Moment noch nicht glauben. Er hätte mal gelesen, daß sowas ein Jahr anhalten würde. Vllt. hat sich dieses schon in seiner Psyche festgebissen.

    Zitat

    Kann er Nachts schlafen?! Sicher nicht wirklich. Aber auch das wird in 3 Wochen vorbei sein. Er wird wieder schlafen und träumen.

    Da muss ich sagen, Gott sei Dank. Er schläft gut. Geht zwar früh ins Bett. So gegen 20.00 h und hat um 6.00 h ausgeschlafen. Er war aber schon immer ein Frühaufsteher.


    Sammy er hat heute Nachmittag 2 Weizenbier getrunken und hat dann aufgehört. Es hat ihn beruhigt und gibt auch jetzt Ruhe. Er weiss das ich Dir jetzt schreibe und er sagte mir, frag mal Deine Internetfreundin was sie davon hält oder ob sie das verurteilt und ob er das in Zukunft lieber sein lassen soll. Was jetzt nicht heissen soll, dass er jeden Tag trinken will, hat er ja auch vorher nicht getan. Was meinst Du dazu?


    Sammy Du scheinst schon einen mächtigen Einfluss auf meinen Mann zu haben. Allein die Mail heute Morgen. Ich habe ihm mal erzählt was Du durchgemacht hast und das verdient seinen vollen Respekt dafür, daß du es geschafft hast.


    Hatte eigentlich geglaubt mein Akku ist bereits leer. Schöpfe aber immer wieder, gerade was ich dann so zu lesen bekomme, von Dir oder auch anderen, immer wieder Kraft, durchzuhalten und weiter zu machen. Bleibt mir ja auch nix anderes übrig. :°(


    LG

    Zitat

    Wieviel Tage hat er jetzt ohne alles??

    Am 03.04. ist er ins KH, darf man aber nicht zählen, weil er da noch zugedröhnt war. Also vom 04.04. - heute sind es 11 Tage.

    Hey Sonny,

    nicht das du denkst, du hörst heute nix mehr von mir...


    Ich wollte dir ja noch ne PN schreiben heute, mir hat aber ehrlich gesagt die Zeit gefehlt|-o


    Wollte nicht mal eben so null acht 15;-D antworten. Verzeih mir, wenn ich das heute nicht mehr mache, werde es mir aber (fest versprochen) für morgen vornehmen@:)


    Hoffentlich lese ich gleich noch was kurzes von dir:-D


    Hoffe du kannst beim Film schauen, etwas abschalten:-/


    Lg und *drückundknuddel**:)

    Hi Sonny

    Die Zehn Gebote.... ich mag nur die ganz alten Schinken dieser "Monomentalfilme". Der "Neue" der gerade auf Sat1 läuft gefällt mir nicht ganz so, is aber immernoch besser als Anderes heute.

    Zitat

    Er wurde stellenweise regelrecht aggresiv und ich weiss, daß das seine Sucht ist die sich da meldet. Klar hattest Du das mal erwähnt, daß mit den 4 Wochen danach und so. Hatte ich aber total verdrängt und war deswegen total irritiert und ratlos. Man hat mir auch im KH nichts gesagt, was danach noch passsieren kann oder was auf mich im grunde noch zukommt.

    Wenn man längere Zeit leidet, wird man manchmal aggressiv ... (Allerdings sollte er eher auf sich selbst wütend sein , keinesfalls nicht auf Dich - Holz hacken , oder aufs Feld fahren und schreien sind ganz hervorragende Methoden um sich abzureagieren. Hört sich fast schon klischeehaft an, hilft aber.)


    Wenn er Dich anschreit/anfeindet/schubst o.ä., wie reagierst Du dann eigentlich ?

    Zitat

    Er ist jetzt in so einer Phase, wo er sich mir mitteilt, daß man ihm seine ganzen Ideale genommen hätte. Keinen alk mehr und keine Tabletten. Er fühlt eine regelrechte Leere. Er hat zwar keine Weinkrämpfe, aber dafür wird er jetzt eher aggresiv und seine Glieder tun ihm weh. Wird wohl noch eine Art entzug sein.

    Seine IDEALE waren Alk und Tabletten ??!! Du meinst wohl seine "Krücken". Wozu braucht er Krücken ??!! Kann er nicht laufen ??!! -Er soll es doch bitte lernen, wird langsam Zeit mit 40 Jahren %-| ;-D ( Ohje, ich hoffe Du verstehst mich nicht miß )


    Diese ´´Leere fühlen´´ ist typisch für Entzug. Er wird lernen (müssen) sie mit Dingen zu füllen, die ihn nicht umbringen.


    Aber das passiert ganz von selbst; wenn er "die Drogen" weglässt, wird er feststellen wie "berauschend" das "unbetäubte Leben" sein kann. (Mit all seinen Höhen und Tiefen)


    Schlappheit, Gliederschmerzen, Leere, (normalerweise) Schlaflosigkeit --> Aggressivität .... all das vergeht bald, wenn er durchhält. Alles noch Entzug den das Opioid verursacht hat.


    Denn er darf nicht verwechseln:Nicht weil er das Codein nicht mehr nimmt geht es ihm so schlecht, sondern weil er es genommen hat.

    Zitat

    und bekommt einmal die Woche eine Imap 0,75 ml Spritze. Sonst nimmt er nichts.

    Was ist IMAP ??

    Zitat

    Er will auch nichts mehr nehmen, aber der Kampf für ihn ist auch was neues, weil er im Leben noch nichts aushalten musste, sondern immer was nachschmiess. >Oder gibt es vllt. noch was anderes was ihn unterstützen könnte?

    Sag ihm, er sei stark (und alt) genug das unbetäubte Leben auszuhalten. Die meisten können das. Er kann es auch.


    "Unterstützen" kann ihn "das Leid" was er erträgt. -Selbsterzeugtes Leid. Es verschwindet automatisch, wenn er die Ursache seines Leides vermeidet (in seinem Fall Codein)


    Ich schreibe gleich weiter. Muß erstmal die Kinder ins Bett bringen.


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