Mein Freund ist Heroinabhängig-ich bin verzweifelt

    Hallo,


    ich glaube, dass wird ein längerer Text...Ich hoffe jemand liest ihn und ich bekomme ein paar Hilfreiche antworten. Ich muss mir jetzt einfach alles von der Seele schreiben.


    Ich hoffe es wird nicht zu wirr, mir gehen einfach zu viele Sachen durch den Kopf.


    Gestern hat mir mein Freund gestanden, dass er Heroinabhängig ist. Wir sind seit Anfang des Jahres zusammen, ich habe mich nach langer Zeit mit ihm wieder auf eine Beziehung eingelassen. Ich konnte vor ihm mit niemandem lange zusammen sein, hatte immer nur kurze Affären. Dann aber haben wir uns getroffen, es hat gefunkt und wir waren bis gestern absolut glücklich.


    Eigentlich hab ich es mehr rausgefunden, als das er von alleine auch mich zugegangen ist. Aber als ich ihn damit konfrontiert habe, hat er sofort gesagt, dass es so ist und das er schon seitdem er mich kennt versucht hat damit aufzuhören. Jetzt wo ich Zeit hatte darüber nachzudenken, weiss ich auch genau welche Tage es waren. Da ging es ihm immer furchtbar schlecht, ich habe mir Sorgen um ihn gemacht, wollte ihn zum Arzt schicken, aber dann war auf einmal alles wieder gut und ich war beruhigt.


    Er nimmt es seit ca einem Jahr. Sein "bester" Freund ist auch abhängig und er hat ihn mehr oder weniger dazu gebracht. Ich habe einen furchtbaren Hass auf diesen Menschen, ich könnte ihm die Augen auskratzen oder noch schlimmeres.


    Mein Freund raucht, er spritzt nich und hat es immer heimlich gemacht wenn er auf Klo war oder so. Er braucht es wohl zweimal am Tag.


    Ich weiss und glaube ihm auch, dass er ein schlechtes Gewissen hatte und das er es vor mir verheimlicht hat, weil er mich auf keinen Fall verlieren will. Jetzt ist er einerseits froh das es raus ist, andererseits aber ist er auch total damit überfordert, dass ich nur noch am weinen bin und auf den ganzen Dreck schimpfe.


    Ich habe ihm gestern Vorwürfe gemacht, warum er sich das antut, warum er mir das antut. Mir gehts echt beschissen.


    Er meint, dass es ja um ihn geht. Das er den Scheiss verbockt hat. Das er es angefangen hat bevor wir uns kennengelernt haben und das es nunmal nicht einfach ist davon loszukommen. Vor allem, weil er berufstätig ist. Er hatte eine gehobenere Position, kann sich keine Ausfälle erlauben und dann wollte er ja nicht, dass ich etwas merke.


    Er hat schon die ganze Zeit eine Telefonnummer vom Arzt liegen gehabt, bei dem er sich melden wollte und das haben wir gestern auch direkt noch getan.


    Er will etwas tun, er will so nicht weitermachen. Ihm zuliebe, weil es ihm nicht gut geht damit, weil er endlich wieder einfach so in den Tag hereinleben will ohne vom Scheiss Heroin kontrolliert zu werden.


    Ich mache mir echt tierische Vorwürfe, dass ich davon nichts mitbekommen habe. Hätte ich einmal in diese Richtung gedacht, hätte ich bestimmt eins und eins zusammenzählen können.


    Aber ich habe ihm vertraut. So sehr wie noch nie jemandem in meinem Leben. Ich habe ihm blind alles geglaubt. Nur manchmal, wenn es halt um seinen Freund ging hatte ich ein schlechtes Gefühl und auch kleinere Bedenken.


    Sein Freund ist echt fertig. Er hängt an der Nadel, er kokst, er kifft und er säuft. Und dieser Mensch sass bei mir mit auf dem Sofa, ich hab mich mit ihm unterhalten und wenn es ihn nicht geben würde, dann hätte mein Freund damit nie etwas zu tun gehabt.


    Der Arzt zumindest ist im moment im Urlaub. Wir wollen das ganze so schnell wie möglich hinter uns bringen.


    Ich weiss nur nicht, wie ich das aushalten soll. Mir tut die ganze Zeit mein Herz weh, ich muss kotzen und ich könnte die ganze Zeit nur schreien.


    Gestern Nacht habe ich mich wenigstens einigermaßen eingekriegt,habe nicht meine Sachen gepackt und bin verschwunden so wie es mein erster Reflex war. Ich bin bei ihm geblieben, habe ihm gesagt, dass ich stolz auf ihn bin das er es schaffen will. Ich habe ihn im Bett in den Arm genommen und wir sind eingeschlafen.


    Heute aber könnte ich wieder einfach nur heulen. Ich weiss nicht wirklich wie ich mit ihm umgehen soll. Ich kann nicht abschalten, in meinem Kopf ist nur ein Wort _Heroin_ und für mich ist das so schlimm.


    Er ist mir so wichtig. Wir lieben uns über alles, aber ich weiss nicht ob ich das verkraften kann. Ich weiss einfach nicht mehr weiter.


    Jetzt gerade ist er wieder verschwunden und ich bekomme einfach nur Ekel wenn ich daran denke was er da macht. Ich weiss, dass er diesen Ekel genauso hat, ich weiss ja das er es nicht mehr will und wenn er daran denkt, dass ich es jetzt weiss ist es bestimmt noch schlimmer für ihn.


    Kann mir nicht jemand sagen, was ich jetzt machen soll oder alles einfach nur irgendwie beurteilen? Irgendwas dazu sagen?


    Heute abend fahre ich zu meiner besten Freundin. Ihr habe ich es heute schon erzählt, obwohl ich es eigentlich nicht wollte, weil ich mich irgendwie schäme und ich es ja eigentlich selber nicht wissen will. Aber ich musste es ihr einfach sagen, ich konnte nicht anders, mit irgendeinem muss ich ja darüber reden können und ich weiss, dass sie für mich da ist.....


    Sie hat auch gesagt, dass es ein gutes Zeichen ist, dass er es selbst will. Nicht nur für mich. Und das er die Nummer schon liegen hatte und das er es schon öfters versucht hat.


    Trotzdem ist alles einfach nur zum kotzen für mich :-(

  • 9 Antworten

    hallo taze


    ich weiss gut wie du dich fühlst..


    mein ex-freund hatte diese sucht auch.


    man kommt nicht gegen an. ich wünsche mir für dich euch das er wirklich aufhören will und sich hilfe sucht.


    er könnte auch sofort in eine klink gehen. die nehmen ihn in der regle sofort auf und er muss nicht warten bis der arzt wieder kommt...


    sorry doch meine erfahrung mit heroin ist nicht gut.


    du kannst nicht gewinnen. seine "liebe" zu der droge wird immer größer sein, als die liebe zu dir.


    rede mit deiner freundin und nicht nur mit ihr. auch mit ihm musst du immer wieder reden.


    du musst auch an dich denken. er ist zwar der abhängige aber du lienst ihn und bist völlig hilflos. das macht psychisch fertig. glaub mir. ich habe auch immer kotzen müssen. mich hat das alles sowas von fertig gemacht.


    gut. mein ex hatte auch nie vor aufzuhören.


    vielleicht tut es deiner doch. aber dann schnell.


    wie lange nimmt er das zeug denn schon? und bist du sicher das er noch nie gespritzt hat?


    obwohl das keinen großen unterschied macht.


    sie können dies super verstecken.


    und: sein freund ist daran nicht schuld.


    das ist dein freund ganz alleine!!!!! es wird selten jemand gezwungen das zeug zu nehmen.


    ich wünsche euch alles gute. vor allem dir.


    denke auch an dich! denk an meine worte!!!!

    Ich dacht er nimmt es seit nem Jahr, aber es ist wohl doch noch nicht so lange.


    Wir haben heute schon rumtelefoniert und morgen gehen wir zu ner Beratungsstelle.


    Ich denke schon, dass seine Liebe zu mir alles überwiegt, denn seine Reaktionen zeigen mir, dass es ihm ernst ist.


    -ER HANDELT-


    Ich musste ihn nicht zwingen irgendwo anzurufen, er hat es von alleine gemacht...auch wenn besetzt war...immer wieder...


    Leider kann er nicht in eine Klinik gehen, er ist am arbeiten und er kann sich nicht frei nehmen. Nicht mal ne Woche, denn dann würden wir das ganze anders versuchen.


    Er hat es ja jetzt schon oft versucht und mal nen Tag ausgehalten, aber dann wurde ihm das physisch einfach zu viel. Psychisch ist er glaube ich soweit. ER WILL AUFHÖREN, sonst würde er das alles doch nicht von sich aus tun. Er "liebt" die Droge nicht, eigentlich hasst er sie und er will es ja auch nicht und wenn es so einfach wäre würde er es sofort lassen, nur geht das ja nunmal nicht, ohne dass es ihm schlecht gehen würde und das darf er sich auf der Arbeit einfach nicht leisten.

    ich weiss das das nicht so "einfach" ist.


    das ist noch harmlos ausgedrückt.


    und frei würde er sicher bekommen.....


    doch dann müsste er sein problem zugeben.


    ich bin selber abhängig. vom alkohol. seit drei jahren trocken und weiss wie schwer aufhören ist.


    heroin ist da noch ein wenig heftiker.


    ist doch schön wenn du an ihn glaubst. das sollst du auch.


    ich habe nur meine erfahrung geschildert, damit musst du rechnen.


    es wird nicht jeder glauben das er wirklich aufhört.....


    natürlich wünsche ich euch erfolg. sehr sogar.


    wenn er noch nicht so lange abhängig ist, ist die chance wohl auch größer....und da er sich bemüht hilfe zu bekommen ist es ihm sicher auch ernst.


    aber es ist das eine aufhören zu wollen. und das andere es zu können.


    viel erfolg und alles gute

    Hallo Katzentatze,

    ich verstehe ,dass Du sehr geschockt bist :°_......Ich bin selber 10 Jahre Heroin abhängig gewesen , und Ich glaube ,wenn das Alles so stimmt wie Du das beschreibst von deinem Freund,hat Er sehr wohl GUTE CHANCEN um seiner Sucht ,schnell ein Ende zu bereiten !!!


    Pluspunkte :


    1. Er hat es Dir gestanden !!!


    ( das kommt nicht so oft vor ,innerhalb einer Beziehung ,vor allem dann nicht ,wenn man merkt ,dass der Partner wirklich nichts merkt .)...mir sagt das ,dass er ein wirklich schlechtes Gewissen Dir gegenüber hat und sich selber.


    Junkies die längere Zeit drauf sind werden immer "tauber" für diese Art von Gewissensbissen.


    2. Er ist ja wirklich noch nicht lange drauf ,ob Er nun spritzt oder raucht ,ist dabei egal !


    3. Er hat sich schonmal die Nummer von dem Arzt besorgt.


    Der Wille auf zu hören ist m.E. da.


    Nun müssen eben auch ganz schnell Schritte unternommen werden,wie Ihr ja z.b. vorhabt zur Drogenberatungsstelle zu gehen.


    In dieser Situation , ist es für Ihn sehr wohl wichtig,dass du Ihn dabei unterstützt ! Er hat es Dir gesagt weil du Ihm sehr wichtig bist ! Nochmals,ich denke dass Du ruhig hoffen darfst in dieser Phase!!


    Er muss etwas finden , dass Ihm beim Entziehen hilft ,das muss nicht immer unbedingt ein Aufenthalt in einer Suchtklinik sein.


    Dass Er noch Arbeit hat ist ja nur von Vorteil ,und wenn er sich zusätzlich auch noch mit Ängsten plagen muss,dass Er die Arbeit verliert ,ist das auch nicht gerade ein Vorteil für das Entziehen.


    Sein Vorteil liegt auch ganz einfach darin ,dass Er erst kurze Zeit drauf ist.Da hat man das "normale"Leben,nämlich noch nicht vergessen...je länger man drauf ist ,desto schwieriger !


    Sein Freund ist nicht schuld daran.....wenn Dein Freund nicht gewollt hätte ,hätt Er es nicht getan !...Sprech mit Ihm...was es war warum Er es wollte ....


    Erhol Dich aber auch selber erstmal von dem Schreck !


    Schau mich an


    :-)...und mit mir Kater miky ,oder smashy , und Alle Anderen die es auch geschafft haben.Es wird kein leichter Weg...aber es lebe die Hoffnung !@:)


    ganz viel Glück wünsche ich Euch !!!

    Die zweite Nacht nach dem großen Schock....

    Oh Shunya, deine Worte haben mir jetzt wirklich gut getan. Und ich bin auch wirklich voller Bewunderung für deine Stärke!!!


    Aber auch das Treffen mit meiner Freundin hat mir Mut gemacht. Sie kennt ihn ja natürlich und sie weiss wie er zu mir steht und wie er ist. Selbst hat sie mal in einer Drogenberatungsstelle Praktikum gemacht und sie meint auch, dass wir das packen.


    Das mit dem Job ist eine wirklich verzwickte Sache, er hat die Arbeit erst seit kurzem(3 Monate), ist noch in der Probezeit. Und dann einfach sagen ich nehm zwei Wochen frei???? Dann kann er doch sofort wieder gehen und das können wir jetzt echt am allerwenigsten gebrauchen :-(


    Jetzt ist die zweite Nacht rum und ich muss sagen, langsam bekomme ich mich immer mehr in den Griff. Er ist absolut ehrlich zu mir, dass spüre ich. Er redet mit mir offen über alles, auch wenn ich das manchmal eigentlich gar nicht so genau wissen will. Aber ich denke das ist ein gutes Zeichen. Ich glaube wir haben jetzt auch so gut wie alles durchgekaut. Das er damit angefangen hat, wenige Zeit bevor wir uns kennengelernt haben, weil er keine Hoffnung mehr hatte, dass sein Leben überhaupt noch mal besser werden könnte. Ihm war alles Scheiß egal, weil er dachte, dass es eh nie wieder bergauf gehen würde.


    Tja...und dann haben wir uns kennengelernt und er hatte wieder einen Lichtblick im Leben (hört sich schmalzig an, ich weiss...aber es ist nunmal so) und von da an wollte er auch unbedingt damit aufhören. Er hat mir gestern nochmal gesagt, dass die Last es zu verheimlichen immer schwerer und schwerer geworden ist. Das er ein so furchtbar schlechtes Gewissen hatte, weil ich so ahnungslos war. Und auch sich gegenüber hat er sich einfach nur schlecht gefühlt, weil er sich selbst so verraten hat und weil er eigentlich auch nie dachte, dass ihm sowas passieren könnte. Er selbst ist immer dagegen gewesen und er kann sich selbst nicht verstehen.


    Aber jetzt ist es nunmal passiert und wir müssen etwas daran ändern!!! Ich muss stark sein und ihm keine Vorwürfe machen. Er ist kein schlechter Mensch. Er ist die Liebe meines Lebens, der Mann mit dem ich alt werden will und das lasse ich mir nicht durch diese Scheiss Droge versauen!!!! Wie feige ich doch wäre, wenn ich ihn jetzt hängenlassen würde. Man weiss nie, was einem so passieren kann wenn man in ein tiefes Loch stürzt und ich weiss genau, dass er auch immer da wäre um mich aufzufangen.


    Ich habe nur so wahnsinnigen Schiss, dass ich jetzt zum totalen Kontrollfreak mutiere. Ich würde am liebsten Abends bevor wir schlafen gehen denn Müll durchsuchen und auch so habe ich ein schlechtes Gefühl, wenn ich nicht bei ihm bin, irgendwie denke ich, dass ich dann keine Kontrolle mehr habe und ich irgendwas verpasse. Ich hoffe, dass jetzt dadurch nicht irgendwas in mir oder meiner Seele kaputt geht. Ich meine dauerhaft, nicht nur für die Zeit in der es jetzt nunmal einfach schwierig und Scheiße ist.


    Ach ja...und ich wollte noch was zu seinem "Freund" sagen. Es ist ja nicht nur so, dass ich ihm die Schuld gebe. Er ist einfach ein schlechter Mensch-Drogen hin oder her. Ich habe ihn ja so kennengelernt und ich habe ihn auch nie dafür verurteilt. Ich habe keinen Abstand zu ihm gehalten, sondern halt ganz normal als Freund meines Freundes akzeptiert. Aber es ist nunmal so, dass er den Zugang dazu hat und auch die Kontakte. Und er hat ihm auch gesagt, dass er es ruhig ein, zwei, dreimal probieren kann. Anstatt zu sagen, dass er die Finger davon lassen soll. Anstatt zu sagen, dass er sich dann den Dreck von jemand anderem besorgen soll. Er hätte ihm einfach nichts geben dürfen, ob mein Freund es nun wollte oder nicht. Klar hat mein Freund mir da auch schon den Kopf gewaschen und gemeint, dass ich dem Blödmann dafür keine Schuld geben kann, weil er ja der Dumme war der es dann doch genommen hat und es wieder genommen hat bis er gemerkt hat, dass er nicht mehr davon loskommt.


    So...und jetzt ist es zu spät und heulen nützt eigentlich echt nichts...Jetzt werden die Ärmel hochgekrempelt und die Sache wird angegangen!!!

    Hallo Katze

    ich schreibe aus einer ähnlichen Erfahrung heraus wie Shunya und kann mich da nur anschliessen.


    Es ist mit Sicherheit ein grosser Schock für dich gewesen, mit Heroin verbindet man ja doch allerschlimmste Phantasien.


    Diese Phantasien und den damit verbundenen Ekel kannst du ein wenig abmildern, indem du dich informierst. Es ist nämlich auch bei Heroin nicht alles so hoffnungslos, wie es erst mal aussieht.


    DEin Freund hat ein paar "gute" Vorraussetzungen, wie Shunya schon geschrieben hat (und wenn die Angaben alle so richtig sind)


    Wenn er nur zweimal täglich nach einem Jahr Dauerkonsum raucht ist das relativ wenig, oft muss der Konsum nämlich schnell gesteigert werden, weil die Wirkung immer schneller nachlässt.


    Wenn er raucht, fallen viele Risiken weg, die beim Spritzen entstehen (keine Infektionen, keine allergischen Reaktionen und, und, und).


    Er ist noch in ein "normales" Umfeld integriert, er arbeitet, hat dich als Freundin, hat eine Wohnung und hoffentlich noch keinen Riesenberg Schulden angehäuft. Er hängt also nicht einen Grossteil seiner Zeit mit anderen Abhängigen herum.


    Er scheint "nur" Heroin zu nehmen, keine weiteren harten Drogen wie Kokain oder auch Benzodiazepine oder Alkohol.


    Trotz allem ist die Abhängigkeit ein sehr ernstes Problem, das mit einem Entzug alleine wohl nicht zu lösen ist. Problematisch ist eher die Zeit danach, die kaum alleine durchzustehen ist. Ich würde nicht auf diesen Arzt warten, geht so schnell wie möglich zur nächsten Drogenberatungsstelle (die Initiative sollte grundsätzlich von ihm ausgehen, sonst hat es wenig Sinn), dort bekommt man Adressen und Beratung, z.B. wie sich eine Therapie mit der Arbeit vereinbaren lässt.


    Genau wie meine Vorschreiberinnen bin ich auch der Meinung, dass es nicht reicht, die Schuld diesem andern Freund zuzuschieben. Dein Freund muss eine Bereitschaft gehabt haben, Heroin zu probieren, irgendetwas muss es ihm gegeben haben und gibt es ihm wohl auch heute noch. Allerdings wäre es schon wichtig, diesen Kontakt abzubrechen.


    Wichtig für dich wäre bestimmt, dass du dir nicht die Verantwortung dafür auflädst, deinen Freund clean zu bekommen, er MUSS diesen Willen selber haben, du kannst ihn jedoch in diesem Willen unterstützen. Und es wird kein leichter Weg sein, aber er ist machmar, ich habe es auch geschafft.


    Viel Kraft wünsche ich euch:)*

    Du hast ja parallel gepostet

    und das klingt jetzt besser als beim erstenmal. Natürlich hätte dieser "Freund" ihm nichts geben dürfen, keine Frage.


    Schön finde ich, dass du auf Ehrlichkeit zu sprechen kommst, das ist das wichtigste überhaupt. Wenn er ehrlich mit dir umgeht, erübrigt sich auch der Kontrollzwang, vor dem du Sorgen hast und der übrigens nichts bringt. Sucht kann nur vom Betreffenden selbst angegangen werden, niemals von Partnern, Angehörigen oder Freunden.


    Wie gesagt, Ehrlichkeit ist eine hervorragende Sache....vor allem in dieser Situation.

    Hallo Kater Miky, was ein Zufall....

    ...das wir beide zur gleichen Zeit geschrieben und abgeschickt haben....:-)


    Ja...ich glaube ihm, ich vertraue ihm und er wüsste was auf dem Spiel steht wenn er mich jetzt weiter hintergehen würde.


    Ich muss da jetzt auch etwas differenzieren. Er hat da ja nur gelogen, wenn es um die Droge ging. Und das wiederum nur, weil er mich nicht verlieren wollte.


    Ansonsten war er in allen anderen Dingen des Lebens immer ehrlich zu mir, weil mir das auch super wichtig ist.


    Ja, und darum glaub ich ihm auch was er sagt und kann mit ruhigem Gewissen sagen, dass die Angaben alle richtig sind(sofern ich sie in meinem verwirrten Kopf nicht irgendwie verdrehe|-o,aber ich glaube das ist mir nicht passiert-bin ja eine gewissenhafte Korrekturleserin)


    Er versucht auch, mir da meine Gedanken oder meine Last oder die Kontrolle abzunehmen, indem er mir jetzt signalisiert wenn er es macht. Damit ich nicht jedes Mal wenn er aus der Tür geht denken muss:was macht er da jetzt blos, denn das würde mich glaube ich total fertig machen. So geht es mir zum einen ein Stück besser, zum anderen natürlich auch nicht, weil ich es dann so direkt auf die Nase gebunden kriege....(zum schreien, echt)....aber mal sehen...jetzt muss sich das erstmal einpendeln und wir haben nicht vor da jetzt noch lange Zeit mit zu verschwenden. Wir wollen so schnell wie möglich, dass es vorbei ist.


    Er nimmt nur das Heroin. Er hat früher gekifft, aber das hat er für mich(obwohl ich gesagt hab, dass es ab und zu kein Problem ist) vollkommen aufgegeben. (Jetzt wünsch ich es mir zurück, wenn es denn nur das wäre :-( )


    Er verträgt keinen Alkohol und ich denke er würde sich das Zeug auch nie spritzen, weil er das glaub ich selbst gar nicht könnte.


    Ich habe mich ja schon informiert, ich hab schon stundenlang im Internet gesessen jetzt und hab alles aufgesogen was ging.


    Ich bin aber auch keiner von den Menschen die gleich denken, dass alle Drogensüchtigen irgendwie vollkommen abgewrackt sind, stinken, nur am Bahnhof abhängen oder sonstwas. Ich weiss, dass ich rausgucken könnte, in ein Büro zu irgenwelchen Megabossen gehen könnte oder nur zu meinem Nachbar und ich würde ihm wahrscheinlich nicht ansehen, dass er kokst, Heroin nimmt, kifft oder vierzig Intimpiercings hat.....oder oder oder.....


    Es steht einem halt nicht auf die Stirn geschrieben. Aber der Ekel davor ist einfach doch da. Er ist da, weil ich nicht will, das SOWAS meinen Freund kaputt macht. Er ist da, weil man so machtlos ist. Er ist da, weil ich einfach Angst habe.....

    drogensüchtige sind genau wie alkis nicht gleich assis.


    das behaupte ich nicht. niemals.


    sucht ist immer eine krankheit. wenn es ihm ernst ist, wird er sich helfen lassen....es wird nur nicht leicht.


    das ist alles was ich sagen wollte.


    und ich kenne leider niemanden von früher, und ich kannte viele, der es geschafft hat da raus zu kommen. mh, doch. vielleicht einer.


    aber da bin ich nicht sicher.


    ansonsten war das immer ein auf und ab.


    für mich war das auf dauer nicht auszuhalten......


    ich wünsche euch mehr glück.ehrlich!!!!