Mein Mann (Alkoholiker) sagt: "Ich trinke nie wieder"

    Wie soll ich mich verhalten ?


    Eigentlich hatte ich "die Nase voll" und Schluß gemacht mit ihm ...


    Aber nach 2 Tagen hat er dann angerufen: ich solle ihm noch eine letzte Chance geben, er würde garnichts mehr trinken.


    Es würde so sein wie als er das Rauchen aufgegeben hat ... (er ist seit 8 Jahren Nichtraucher ohne Rückfall)


    Da habe ich wieder Hoffnung geschöpft und ihm diese Chance gegeben.


    Das ist jetzt erst 3 Tage her .... der körperliche Entzug hält sich einigermaßen in Grenzen und er will es weiterhin schaffen.


    Mein Problem ist, dass ich es nicht so recht glauben kann und Angst habe mich wieder emotional auf ihn einzulassen....


    Obwohl es manchmal schön mit uns ist, kann ich es nicht mehr genießen (seit ca 4 Jahren) , weil die Angst vor dem nächsten Alkoholexsess alles überschattet.


    Ich kann kaum noch...


    Hat hier jemand ähnliche Erfahrungen und/oder Tipps ?

  • 262 Antworten

    Hallo...

    mir geht es gerade genauso wie dir. Letzten Freitag hatte mein Mann wieder einen Alkoholexzess. Ich wollte mich daraufhin von ihm trennen, aber er sagte nur: Na gut, dann trinke ich jetzt eben zwei Monate gar nichts mehr. Ich traue der Sache auch noch nicht, habe auch Angst dass es nicht klappt. Und vor allem was soll in zwei Monaten dann sein, dann geht doch alles wieder von vorne los.


    Ich habe mal gelesen du darfst deinem Mann nicht ohne Vorbehalte vertrauen, du musst emotional eine Art kritische Distanz wahren. Es ist wohl sehr schwer für Angehörige mit dem Suchtkranken umzugehen, es gibt ja auch den Begriff Co-Abhängigkeit.


    Ich würde mich freuen wieder von dir zu hören, sieht so aus als wenn wir in einer ähnlichen Situation sind. Ich habe am Donnerstag einen Termin in der Angehörigenberatung, bin schon sehr gespannt und bin froh diesen ersten Schritt zu tun.


    Hat dein Mann schon einmal einen Entzug gemacht? Hat er jeden Tag getrunken? Ist er bereit eine Therapie zu machen?

    Hallo Salino

    Danke für Deine Antwort.


    Einerseits freut es mich natürlich mich mit jemandem austauschen zu können, der ca das gleiche Problem hat und andererseits tut´s mir natürlich leid, dass Du auch dieses fiese Problem hast...


    Um Deine Fragen zu beantworten:


    Mein Mann hat vorallem das Problem, wenn er einmal die 2-Bier-Grenze überschritten hat, dann kann er oft nicht mehr aufhören zu trinken, bis er irgendwann einschläft.


    Dazwischen können die "schizophrensten Dinge" passieren.... oft ist er am nächsten Tag irgendwie verletzt (Schramme am Kopf, Fuß verknackst....)


    Er trinkt dann oft tagelang/wochenlang nichts, oder schafft es wochenlang abends "nur" 4 Bier zu trinken , bis dann irgendwann wieder der "Kontrollverlust" eintritt. So sicher wie das Amen in der Kirche.


    Und das seit 10 Jahren.


    Allerdings ist mir dieser Teufelskreis erst seit 4 Jahren bewußt und seit dem kann ich kaum noch "Zeit" wirklich genießen . Die Angst schwebt immer wie ein dunkler Schatten über allem.


    Von einer Therapie ist bis jetzt nicht die Rede. Aber es ist trotzdem das erste mal, dass er sagt er will ganz und gar und für immer mit dem Trinken aufhören.


    Wir sind übrigens beide Mitte 30 und haben 2 gemeinsame Kinder.


    Wir leben seit ca 4 Jahren in 2 getrennten Wohnungen, die aber nur 2 Blocks auseinander liegen. Er übernachtet praktisch immer hier bei uns, außer wenn er trinkt....


    Es würde mich freuen, wenn Du auch weiterhin hier über Deine Erfahrungen berichtest. Ich werde das auch tun.


    Bin gespannt ob Du von der Angehörigenberatung berichtest !


    Wie ist das genau mit dem Trinken bei Deinem Mann?

    Hallo Sam Self

    auch das hört sich ziemlich ähnlich an wie bei uns, nur das es bei meinem Mann statt Bier meist Rotwein ist. Wir sind beide Ende 30 und haben auch zwei Kinder. Bei meinem Mann ist es so, dass er in letzter Zeit schon fast jeden Tag etwas getrunken hat, aber meist nur max. 2-3 Glas Rotwein am Abend zuhause. Am Freitag escaliert es dann leider meist und er trinkt bis 2 Uhr nachts. Letzten Freitag war so extrem, ich schätze er hatte 2,5 Promille. Er war den ganzen nächsten Tag sterbenskrank. Er hat auch diese Kontroll-Verlust-Problem. Und kritisch ist natürlich immer wenn er mit Kollegen weggeht. Es passieren leider auch die schlimmsten Sachen, du kannst dazu auch meinen anderen Thread lesen, ein paar Seiten zurück (Alkoholprobleme meines Mannes).


    Wir wohnen zusammen, aber wenn es so weiter geht würde ich auch ausziehen wollen, eine eigene Wohnung in der Nähe und ihn nur sehen wenn er nüchtern ist. Aber klar das ist natürlich kein Ideal-Zustand, aber zur Zeit ist mein Traum einfach nur nie wieder neben einem betrunkenen Mann im Bett zu liegen (vor zwei Wochen hat er sich direkt neben das Bett erbrochen)....


    Hat es denn deinem Mann nicht zu denken gegeben, dass du und die Kinder bei ihm ausgezogen sind? Ich hoffe auch dass nicht die Theorie stimmt, dass ein Alki erst ganz unten ankommen muß, bevor er aufhört zu trinken. Ich denke die Systematik der Krankheit muß einem erstmal bewußt werden, um den Teufelskreis zu durchbrechen. Mir selbst ist es auch erst vor Weihnachten bewußt geworden was überhaupt mit meinem Mann los ist. Er ist der beste und liebste Mann, aber wehe er ist betrunken, dann wird er echt fies, er beschimpft mich dann leider auch, ist der reinste Psycho-Terror. Das Problem ist dass ich niemand habe wo ich dann hin kann in solchen Fällen, mitten in der Nacht mit den Kindern. Ist schon echt krass. Und reden kann ich auch mit niemandem, daher freue ich mich jetzt schon auf die Angehörigenberatung. Hast du nicht auch mal überlegt so etwas zu machen?


    Eigentlich trinkt mein Mann immer schon ab und an zuviel, wie oft habe ich schon nachts auf ihn gewartet, wie oft habe ich gedacht hoffentlich trinkt er nicht so viel, wie oft habe ich mich geschämt wenn er zuviel getrunken hat etc, ... 20 Jahre lang. Bloß habe ich nicht gemerkt dass es krankhaft war, weil immer zwischendurch alles wieder normal war und weil andere eben auch trinken. Ich wünsche mir einfach nur ein Leben ohne Alkohol-Exzesse. Ich habe leider schon einen Fall in meiner Familie: Mein Großvater war nach dem Tod meiner Oma Alkoholiker und hat sich zutode gesoffen.


    Ich berichte auf jeden Fall von meinem Termin. Mein Mann interessiert sich auch nicht für eine Therapie, er beschäftigt sich leider nicht mit seiner Sucht, er redet auch nicht darüber, darin sehe ich auch das Problem - aber immerhin trinkt er nun seit Samstag nichts mehr, das ist immerhin ein Anfang.


    Ich drücke unseren beiden Familien die Daumen, dass wir es gemeinsam schaffen dieses dunkle Kapitel hinter uns zu lassen und dem Leben wieder nüchtern in die Augen sehen zu können, das müssen unsere Männer erst wieder lernen.... dazu brauchen wir alle viel Kraft....

    mir ist noch was eingefallen...

    Ich habe nochmal über eure Wohnsituation nachgedacht, weil ich ja auch schon an getrennte Wohnungen gedacht habe. Weißt du eigentlich, dass du dadurch im Prinzip deinem Mann das perfekte Doppelleben ermöglicht hast? Er kann je nach Lust und Laune entweder braver Ehemann und Papa sein, oder eben er säuft, wenn ihm mehr danach ist (... ist jetzt übertrieben dargestellt). Soll kein Vorwurf sein, aber denk mal drüber nach ob da evtl. ein wahrer Kern dabei ist. Wieso hätte dein Mann sich in den vier Jahren ändern sollen? Ich denke für ihn war die Situation durchaus angenehm. (Wer hat denn seine Wäsche gewaschen, Essen gekocht?) Also ich denke wenn mein Mann weiter trinkt, dann würde ich das als Übergangslösung für ein halbes Jahr mit zwei Wohnungen versuchen, aber nur wenn er eine Therapie macht.


    Es gibt ja auch die Aussage dass man/frau als Partner einem Alkoholiker nur wirklich helfen kann, indem man ihn fallenlässt, weil er nur so eine Chance hat sich zu ändern. Solange man hinter ihm steht nennt sich der Zustand auch Co-Abhängigkeit, weil man dem Alki so ermöglicht seiner Sucht nachzugehen, indem man dafür sorgt, dass er nicht sozial auffällig wird. Ist etwas kompliziert, ich denke am Donnerstag werde ich mehr wissen...


    Würde mich freuen mit dir in Kontakt zu bleiben, es hilft doch schon zu wissen dass man nicht alleine mit so einem Problem dasteht.


    Hast du gute Freunde / Familie die zu dir halten und dich moralisch unterstützen?

    Salino

    Deinen Beitrag "Alkoholprobleme meines Mannes" habe ich gesucht, aber leider nicht gefunden %-| . (Vielleicht nennst Du mir das Datum, damit ich es leichter finden kann.) Ich würde es gern lesen !!

    Zitat

    Ich habe nochmal über eure Wohnsituation nachgedacht, weil ich ja auch schon an getrennte Wohnungen gedacht habe. Weißt du eigentlich, dass du dadurch im Prinzip deinem Mann das perfekte Doppelleben ermöglicht hast? Er kann je nach Lust und Laune entweder braver Ehemann und Papa sein, oder eben er säuft, wenn ihm mehr danach ist (... ist jetzt übertrieben dargestellt). Soll kein Vorwurf sein, aber denk mal drüber nach ob da evtl. ein wahrer Kern dabei ist. Wieso hätte dein Mann sich in den vier Jahren ändern sollen? Ich denke für ihn war die Situation durchaus angenehm. (Wer hat denn seine Wäsche gewaschen, Essen gekocht?) Also ich denke wenn mein Mann weiter trinkt, dann würde ich das als Übergangslösung für ein halbes Jahr mit zwei Wohnungen versuchen, aber nur wenn er eine Therapie macht.

    Da hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen und sehr gut die Kehrseite dieser Maßnahme durchschaut !!!


    Trotzdem bereue ich diese Entscheidung nicht.


    Denn leider war es für mich die einzige Alternative damals, es war extrem schlimm mit dem Alkoholkonsum, (viel schlimmer als die nachherige/(jetzige) Situation).


    Auch wollte ich den Kindern nicht antun diese ekelhaften Streitereien miterleben zu müssen. Denn immer wenn ich mich über seinen alkoholisierten Zustand bei ihm beschwerte, wurde er sehr ausfallend (Ausdrücke wie Votze (sorry) und "Du willst mich kontrollieren" waren dann für ihn völlig "normal" ... )


    Wenn er die Situation ausgenutzt hat, also bewußt denkt: "jetzt sauf´ ich mal wieder, dann kann er natürlich nicht sofort zurück wenn er meint er will "wieder lieb" sein. Ich bestimme wann er zurück darf, (falls überhaupt). Ich bin inzwischen an dem Punkt angelangt, dass ich lieber völlig auf ihn verzichte als SO weiterzumachen wie bisher. Ich mag nicht mehr, und ich glaube das spürt er.

    Zitat

    (Wer hat denn seine Wäsche gewaschen, Essen gekocht?)

    Die Frage find ich lustig (sorry)


    Nun das war dann allein sein Problem natürlich !!! Und es ist auch immernoch sein Problem, (was er aber ausgezeichnet meistert).

    Unterstützung ?

    Ich habe eine beste Freundin, mit der ich (falls ich will) über das alles reden kann. Sie hat sogar beruflich mit sowas zu tun, sodass ich schon einige gute Tips von ihr bekommen habe.


    Familiemäßig ist keine Unterstützung vorhanden und das möchte ich auch nicht. (Mein Vater verteidigt ihn, meine Mutter verteufelt ihn...)


    Außerdem sind sie , meiner Meinung nach, auch garnicht in der Lage so "komplex" zu denken ...


    Hast Du Unterstützung ?

    Hallo ihr Beiden

    Ich, männlich, Alkoholkrank, habe mir erst Gedanken darüber gemacht, als meine bessere Hälfte mir sagte, und das ganz ernsthaft, Mein Freund, entweder du tust etwas oder du fliegst im hohen Bogen hier raus. Da wurde ich wach und das wollte ich nicht riskieren. Da suchte ich mir einen Beratungstelle, machte eine Therapie und bin seit etwas mehr als zehn Jahre trocken. Aber immer noch alkoholkrank, denn es ist eine Krankheit und ich werde sie bis an mein Lebensende in mir tragen. Euch kann ich nur den Rat geben, geht zu einer Beratungstelle, Caritas, Gesundheitsamt oder auch Diakonie. Oder eine Selbsthilfegruppe.


    www.freundeskreise

    Sorry

    da ist n mir etwa davongeflutscht,


    http://www.freundeskreise-sucht.de


    zum Beispiel, es gibt auch andere,aber auch als Angehörige kann man sich da Hilfe holen.


    vor allen Dingen ist es wichtig zu wissen, diese Stellen und Gruppen sind alle verpflichtet zu schweigen.


    Ich wünsche Euch viel Erfog


    aber- nur-so geht es.


    Es gibt da einen schönen Spruch


    Du alleine schaffst es


    aber alleine schaffst du es nicht

    Hallo

    SamSelf, da hast du es deinem Mann ja doch nicht so leicht gemacht wie ich dachte mit den zwei Wohnungen. Für mich wäre es auch besser als weiter mit einem betrunkenen Mann zusammenzuleben. Aber trotzdem ist es eben keine Dauerlösung. Jetzt muß dein Mann mal zeigen was ihr ihm wert seid, oder? Mein anderer Beitrag steht übrigens noch auf Seite 1, vom 11.1.


    Ich genieße diese alkohlfreien Tage und freu mich schon auf das Wochenende. Aber vertrauen kann ich diesem Zustand noch nicht, so leicht kann es doch nicht sein. Was ist bei der nächsten Geschäftsreise, wo alle anderen trinken?


    Ich habe zur Zeit keine Unterstützung. Freunde habe ich leider keine, und Nachbarn kann ich nicht damit kommen. Meine Eltern habe ich auch noch nicht eingeweiht, werd ich aber noch tun


    (sie wohnen aber sehr weit weg - und trinken auch ganz gern mal ein paar Gläschen). Daher denke ich auch dass ich in eine Selbsthilfegruppe gehen werde.


    Aber-so: Zunächst Glückwunsch dass du es geschafft hast, wirklich jeder trockene Alkoholiker hat meinen vollsten Respekt dafür dass er es geschaft hat aufzuhören. Ich glaube auch dass es bei Alkoholproblemen nicht reicht einfach nur aufzuhören, sondern man muß auch eine Therapie machen, denn es gibt ja schließlich irgendein Problem was hinter der Alk.sucht steht. Oder zumindest in eine Gruppe gehen, wo man sich gegenseitig unterstützen kann.


    Morgen berichte ich von meinem Gespräch bei der Suchtberatung. Ich bin froh eindlich den ersten Schritt zu tun.

    Ich habe mir Deinen Faden gerade durchgelesen.


    Das mit dem Puff ist natürlich krass... sowas geht eigentlich garnicht, wie steckst Du das nur weg ???


    Ist Deinem Mann eigentlich bewußt, was er da Schlimmes angerichtet hat ?! (Auch vertrauensmäßig)


    Und wie betrunken muß man eigentlich sein um in den Puff zu wollen, und gleichzeitig wie nüchtern, um es auch tatsächlich noch tun zu können ?!


    Also wie man es auch dreht und wendet, dafür gibt es keine Entschuldigung. (Ganz abgesehen davon, dass sowas auch ein Gesundheitsrisiko birgt... war er denn nüchtern genug um ein Kondom zu benutzen ?!)


    Wie konntest Du blos danach mit ihm in den Urlaub fahren?!


    Ein so mieses Verhalten von ihm, sollte doch negative Folgen für ihn haben....


    Andererseits weiß ich wie schrecklich weh solche Dinge tun. Wie verletzt man ist, und wie sehr man Trost braucht... Und so paradox es auch sein mag, am liebsten läßt man sich doch vom vertrautem, geliebten (Ehe-)Partner trösten, selbst wenn er die Ursache des Schmerzes ist...


    Man liebt und man möchte verzeihen. Man sucht geradezu nach Entschuldigungen für den geliebten Menschen.


    Und das ist ja auch gut so, bis zu einer gewissen Grenze.


    Es ist spät und ich kann nicht schlafen. Die Angst nagt an mir.


    Wieviele "Rückfälle" werde ich "dulden/ertragen" ?? Keinen ? Einen ? Gar Zwei ? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur ich kann so nicht mehr.


    Die Sommer sind immer am schlimmsten.... ich habe gelernt meine Lieblingsjahreszeit zu hassen. Das ist doch auch schon krank ...


    Viel Kraft uns allen,


    und schlaft schön.

    hey


    ich kann gut nachvollziehen was in euren köpfen vorgeht,ich selbst war in meiner kindheit stark betroffen ,da mein vater jeden tag gesoffen hat und nicht selten seine wut an uns kindern und meiner mutter ausgelassen hat....


    was ich sagen will ist,wenn man dem alk den rücken kehren möchte braucht man sehr viel kraft die der konsument meist nicht hat(der partner wahrscheinlich auch nicht mehr),aber man wird das ganze zu zweit effektiver bekämpfen können wenn man will!!wenn man noch n fünkchen hoffnung hat sollte man alles probieren!


    meindad war 12 jahre alkoholiker und nun seit mehr als 5 jahren trocken,aber um jemanden trocken zu bekommen ist leider ein full time job der übel an deinen nerven zerrt,jedoch machbar,man du darfst nur den glauben an das gute in ihm nicht verlieren....

    Hallo SamSelf,


    ja es war - und ist - schon alles sehr schlimm für mich. Klar hab ich an Trennung gedacht, hab mich von ihm zurückgezogen, aber dann war Weihnachten - und ich habe mal wieder verziehen. Außerdem war das eben der Tiefpunkt, den ich als Anlass genommen habe eine Veränderung einzufordern. Und du hast recht, ich habe doch nichts außer ihn, also wo soll ich mir sonst Trost suchen.


    Wieso ist für dich der Sommer am schlimmsten? Ich finde immer noch den trüben Herbst/ Winter am schlimmsten, einfach weil man weniger raus kann, weil die Depressionen stärker sind. Im Sommer radel ich mit den Kindern zum Badesee, arbeite im Garten, liege in der Sonne - das hilft.


    Gestern war ich in der Beratung, es tat echt gut. Leider ist in der Angehörigengruppe zur Zeit kein Platz frei, aber ich kann bei der Frau weiter zur Einzel-Therapie kommen. Sie hat mich gefragt was ich mir für mich wünsche, wo meine Interessen liegen, was ich für mich tun will etc. Das ist mir gar nicht leicht gefallen zu antworten, weil ich selbst eigentlich gar nichts habe. Das ist auch ein Punkt, dass ich keine Freundschaften habe, mich sozial isoliert fühle etc. Da gibt es also noch Therpiebedarf. Auch eine Broschüre über Co-Abhängigkeit hat sie mir mitgegeben, muß ich erst noch studieren.


    Samself, ist doch irgendwie komisch, jetzt ist dein Mann endlich so wie du es dir seit Jahren wünscht, nämlich nüchtern - und trotzdem kannst du die doch eigentlich schöne Zeit mit ihm nicht richtig geniessen, weil immer noch eine dunkle Wolke über dir schwebt, die Angst vor einem Rückfall. Aber klar wenn du dich jetzt emotional wieder auf ihn einlässt, dann bricht deine ganze Welt zusammen, wenn er wieder einmal trinkt. Hast du schonmal mit deinem Mann darüber geredet? Kannst du überhaupt leicht mit deinem Mann über dieses Thema reden? Mir fällt es sehr schwer. Aber als ich es letzten Freitag versucht habe, da gab es ja auch den totalen Absturz - und alles verkehrte sich ins Gegenteil, ich wurde beschimpft - auch so eine Sache die ich nur schwer verarbeiten kann, diese Beschimpfungen...


    Ich hoffe jetzt auf ein alkoholfreies Wochenende und daher auf eine bessere Basis für Gespräche...


    sick u broke:


    ja, du hast natürlich recht es ist sicherlich gut wenn man einen Partner hat der zu einem steht. Aber was das oft für den Partner bedeutet, das kann glaub ich nicht jeder nachvollziehen. Und in einem Punkt bin ich nicht deiner Meinung: Es ist nicht mein Job, meinen Mann trocken zu bekommen. Das muß er ganz alleine schaffen - und vor allem wollen! Die Frau muß wirklich verdammt auf sich aufpassen, um in diesem Kampf nicht zerrieben zu werden. Und der Glaube an das Gute ist leider irgendwann auch verbraucht, nicht wahr Samself? Normal heißt es ja die Hoffung stirbt zuletzt, aber ich glaube die Hoffnung ist oft schon nicht mehr da, aber die Liebe noch - nur die stirbt irgendwann auch. Es gibt einen Punkt, da ist der Selbsterhaltungstrieb (und die Verantwortung für die Kinder) einfach größer als die Aufopferungsbereitschaft für den Partner. Ich kann schließlich nicht den ganzen Scheiß ausbaden, den er angestellt hat. In der Broschüre steht es auch: Hilfe durch Nicht-Helfen. Und oft ist es auch erst die Trennung die den Alki zurück auf den Boden der Tatsachen holt und ihn dazu bringt sich Hilfe zu holen.


    Euch allen viel Kraft.... und holt euch Hilfe wenn ihr meint alleine nicht weiter zu kommen....

    krank und gebrochen

    Leider muss ich Deinem Beitrag ganz energisch widersprechen, Niemand, aber auch wirklich Niemand kann einen Alkoholikrer trocken legen. Das muss er oder sie schon selber tun, andere können da nur stützen und Hilfe geben, wenn diese Hilfe angenommen wird.


    Liebe Grüsse


    aber so

    Zitat

    Das ist auch ein Punkt, dass ich keine Freundschaften habe, mich sozial isoliert fühle etc.

    Salino, hast Du Dich "sozial isoliert" weil Du es so wolltst, oder hat sich das so ergeben(Kinder,Haushalt, Job) oder hat es mit der Alksucht Deines Mannes zu tun?


    Bei mir ist es eigentlich ähnlich. Ich habe zwar eine beste Freundin mit der ich jederzeit quatschen kann, aber so richtig Leute einladen, eingeladen werden ... das habe ich irgendwann ganz bewußt vermieden.


    Schließlich ist es "normal" bei solchen Anlässen Alkohol zu trinken; und da mein Mann nach ein paar Bier "die Kontrolle über sich" verliert und uns öfter schon ganz furchtbar blamiert hat, habe ich einfach aufgehört in Gesellschaft zu feiern..


    (Wie ich gehört und gelesen habe, sehr typisch für Alkproblem-


    Familien.)


    Schade, dass in der Gruppe gerade kein Platz ist (wo Du Dich doch so darauf gefreut hattest) , aber so´ne Einzeltherapie ist ja auch nicht zu verachten, oder ?!


    Muß man sowas eigentlich bezahlen, oder wie läuft das?

    Zitat

    Ich hoffe jetzt auf ein alkoholfreies Wochenende und daher auf eine bessere Basis für Gespräche...

    Ich drücke Dir die Daumen !!


    Die Sommer mag ich übrigens nur aus dem Grunde nicht mehr so gern, weil mein Mann seltsamerweise besonders viel trinkt während dieser Jahreszeit.(War schon immer so).


    Ansonsten liebe ich den Frühling und den Sommer und den Herbst. Den Winter mag ich nur deshalb , weil mein Mann dann weniger säuft. :-/


    Was bleibt einem eigentlich anderes übrig als Co-Abhängig zu sein ?


    Liebe Grüße