• Mein Mann ist wohl Alkoholiker....

    Hallo liebes Forum, ich bin unglaublich aufgeregt, wütend, traurig.... ich kann es kaum in Worte fassen.... eben sind wir erst umgezogen und nun fällt mir sein Alkoholkonsum erst auf.... Er trinkt täglich 2-4 Bier. Die Vodkaflaschen hat er so gestellt dass es mir nicht mehr so auffällt nachdem ich ihn nun mehrfach angesprochen hab da er nie am Tisch…
  • 85 Antworten
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    Er ist viel auf Montage wo ich sein Alkkonsum natürlich nicht sehe.

    Summerdream, ich habe in deinem alten Faden vom Herbst 2015 diesen Satz gelesen:

    Zitat

    Jetzt ist er wieder auf Montage, kann nicht schlafen wegen bescheuerten Mibewohnern die die halbe Nacht Fernseh gucken und saufen und kommt am Freitag wieder völlig erledigt her...

    Überhaupt hattet ihr in diesem Zeitraum zusehends Stimmungsprobleme. Es war ja nicht nur der Alkohol, der aber offenbar damals schon eine routinierte Rolle in seinem Leben gespielt hat.


    Wie hat sich das letzte Jahr bei euch entwickelt? Fühlst du dich ihm wieder näher, oder blieb alles beim Alten?


    Pass gut auf euch und dich auf. So ein Jahr ist eine sehr lange Zeit, da können sich schlechte Gewohnheiten einschleichen, die immer schwerer in den Griff zu bekommen sind. Ihr hättet früh anfangen müssen, die Probleme im Leben anzugehen.


    Was das Trinken angeht ist in meinen Augen auch erhöhte Wachsamkeit geboten. Ich habe es leider im Freundeskreis erlebt, wie eine Freundin auf diese Weise in den Alkoholismus abgerutscht ist. Flaschen verstecken ist ein absolutes Alarmsignal. Rede mit ihm Klartext und zeig ihm auf, was er damit alles gefährdet. Vor allem lass dich nicht vertrösten, dass er irgendetwas ändert. Es muss nachprüfbar sein und du braucht komplette Transparenz über sein Trinkverhalten. Am besten geht ihr gleich zusammen zu einer Therapie. Auch als Angehörige kannst du da viel lernen. Selbst wenn er noch kein richtiger Alkoholiker ist, wird das auf Dauer nicht gut gehen.

    Wir wissen hier alle nicht, ob er immer die gleiche Sorte Wodka kauft, und es sich somit nicht schon längst um die 8. Flasche handeln könnte.


    Verstecken, leugnen, verharmlosen, das ist genau das, was für einen typischen Alkoholiker sprechen würde.


    Professionelle Hilfe wäre gut. Für die TE.


    Er selbst müßte sich an dieser Krankheit stören, sofern er sie denn hat, müßte es eisern wollen, davon wegzukommen.


    Bitten, Betteln, Drohen, Briefe schreiben halte ich für die Katz.

    Und jemanden, der sich so verhält wie der Mann, um den's hier geht, zu einer gemeinsamen Therapie zu bewegen, ist höchstens eine "fromme" Hoffnung. Ich verwette meinen Christbaum, dass er dazu in dieser Phase in keiner Weise bereit ist. Er leugnet ja noch, dass er überhaupt Probleme mit dem Alkohol hat. Die TE kann zu diesem Zeitpunkt erst einmal nur für sich sorgen - z. B. indem sie zu der Selbsthilfegruppe geht.

    Hallo an alle, vielen dank erstmal für eure zahlreichen Gedanken zu dem thema.... ich kam grad von Arbeit, er recht gut drauf und hat mit mir Tee getrunken. Nun ist er im alten haus, morgen wird Sperrmüll abgeholt. Er war total lieb und nett, so wie er es eigentlich meistens ist. Wir sind seit 7 Jahren verheiratet und ich denke wir haben eine gute Ehe und konnten uns immer alles sagen. Sein mangelndes Selbstbewusstsein hat er schon immer, letztes Jahr hatte ich schon mal auf Depression getippt (siehe meinem alten thread), aber seit er dann wieder im frühjahr einen neuen Job hatte war alles ok. Im Sommer starteten wir das Projekt neues haus und nun sind wir da. Die letzten Monate waren klar anstrengend, dieses Häuser hin und her war ziemlich viel, seine Arbeit hasst er, zu seiner Familie hat er eigentlich null Bezug (trotzdem Kontakt) und ärgert sich immer wieder über die.... tja und dann komm ich noch und mecker wenn er was trinkt.... Und genau da frag ich mich was ist richtig und was ist falsch zu denken? Jemand der tgl Alk trinkt ist für mich eben nicht normal.... andererseits tun das wohl viele Männer so, ihr Bierchen.... vielleicht versteckt er den vodka nun eben um mich nicht zu beunruhigen oder damit ich nicht wieder nerve.... andererseits sage ich ja nix wenn er mal n Glas trinkt.... nur wenns überhand nimmt oder er n Schluck aus dem Kühlschrank aus der Flasche nimmt.... Da steht allerdings nun keine Flasche mehr.... Aber egal wie rum ich es drehe, hätte er kein problem mit Alk müsste er ihn nicht verstecken....

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    andererseits tun das wohl viele Männer so, ihr Bierchen.... vielleicht versteckt er den vodka nun eben um mich nicht zu beunruhigen oder damit ich nicht wieder nerve.... andererseits sage ich ja nix wenn er mal n Glas trinkt.... nur wenns überhand nimmt oder er n Schluck aus dem Kühlschrank aus der Flasche nimmt.... Da steht allerdings nun keine Flasche mehr....

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    Ach so, er kauft immer unterschiedliche Sorten. Auch keinen billigen, nur "Guten" und da je nach Angebot....

    Du versuchst dich nun selbst zu beruhigen - absolut verständlich! Trotzdem:

    Zitat

    Aber egal wie rum ich es drehe, hätte er kein problem mit Alk müsste er ihn nicht verstecken....

    Und er würde nicht heimlich, also hinter deinem Rücken trinken, und er würde vermutlich auch auf deine diesbezüglichen Sorgen anders reagieren als er es tut.


    Sein Konsum ist kritisch, selbst wenn er noch nicht in die Suchtphase, in der er nicht mehr auf den Alk verzichten kann, eingetreten sein sollte.


    Wenn solche Sorgen um den Angehörigen da sind und man von ihm Änderung erwarten würde - sollte man dann nicht selbst den Schritt in eine Gruppe oder auch in eine Beratung gehen?

    Ja, das habe ich vor. Hab heut schon geguckt wo u wann hier sowas ist.... dennoch bin ich erst am Anfang und versuche neutrale Meinungen einzufangen.... dsnke

    Naja, jemand der das von außen versucht einzuschätzen ohne dass er uns kennt. Ich hab ja nur meine Meinung u die kann auch falsch sein. Aber sieht ja die Mehrheit so wie ich.... wen fragt man schon wie viel u wann er so trinkt.... so im alltag....

    Ich verstehe, dass du unemotionale Meinungen suchst, ob dein Mann bereits süchtig trinkt oder nicht. Nur ist genau das "von außen" ebenso schwer - oder noch schwerer - zu beurteilen, wie durch die, die es selbst erleben.


    Die Grenzen der Sucht sind nicht 100% feststehend zu definieren. Unabhängige Kriterien wurden dir schon genannt, und du erkennst ja selbst, dass der Umgang deines Mannes mit dem Alk einige davon erfüllt.


    Hast du mit deinem Mann eigentlich mal ein ruhigeres Gespräch darüber führen können? Ich meine mit möglichst wenigen Vorwürfe und nicht so sehr damit, deine eigene Betroffenheit klarzumachen? Ich könnte mir vorstellen, dass ihm das eher die Möglichkeit gibt, mit weniger Abwehr und Versuchen sich herauszureden, darauf einzugehen.

    Ja, habe ich. Als ich in tränen ausgebrochen bin u ihm gesagt hab dass ich angst um ihn und uns habe. Er war sehr lieb u lügte aber fröhlich weiter.... er trink ja nicht täglich, auf montage nie, die vodkaflasche war noch von der einweihungsparty usw....

    A

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    ls ich in tränen ausgebrochen bin u ihm gesagt hab dass ich angst um ihn und uns habe.

    Tränenausbrüche machen ein furchtbar schlechtes Gewissen, und der Trinker reagiert mit Ausflüchten. Genau das meine ich. Es ist sehr schwer einzusehen, aber das läuft auf "in die richtige Richtung schieben" hinaus, und wie ich oben schon sagte, ist das bei Sucht hoffnungslos. Das muss der Angehörige erkennen, und der Betroffenen muss zu allererst selbst sehen, wie selbstschädigend und sozialschädigend sein Verhalten ist, um es zu ändern und weil diese Einsichten so schwierig sind, gibt es die Selbsthilfegruppen.

    Wenn du weiterhin seine Mutter spielst, wirst du bald andere Probleme haben. So lange er nicht jeden Tag einen Vollsuff hat, hast du nix zu befürchten. Sein gesteigerter Alkohlbedarf kann genau so schnell wieder verschwinden wie es angefangen hat. Hier bei Med1 scheint es an der Tagesordnung zu ein, per sofort eine Klinik oder andere atialk Organisation beizutreten. Natürlich möchte ich nicht die Sucht verteidigen. Aber hier deutet noch nix auf darauf hin.


    Dein Mann tut mir Leid. Nicht wegen dem Alk sondern wegen deinem hysterischem Auftreten.

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    So lange er nicht jeden Tag einen Vollsuff hat, hast du nix zu befürchten.

    Sorry, aber das stimmt nicht! Es gibt z. B. die Quartalstrinker, die nur alle paar Wochen trinken, dann allerdings oft bis zur Bewusstlosigkeit, auch diese werden als Alkoholiker eingestuft. Nicht von Med1, sondern von den Experten vom Fach.

    Und die TE reagiert im übrigen nicht hysterisch, sondern menschlich sehr verständlich mit Ängsten und Sorge!