• Mein Mann ist wohl Alkoholiker....

    Hallo liebes Forum, ich bin unglaublich aufgeregt, wütend, traurig.... ich kann es kaum in Worte fassen.... eben sind wir erst umgezogen und nun fällt mir sein Alkoholkonsum erst auf.... Er trinkt täglich 2-4 Bier. Die Vodkaflaschen hat er so gestellt dass es mir nicht mehr so auffällt nachdem ich ihn nun mehrfach angesprochen hab da er nie am Tisch…
  • 85 Antworten
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    ab wann der Konsum für den Menschen selber negativ in sein restliches Leben übergreift. Zum Beispiel die Beziehung, die Arbeit, den Alltag insgesamt und natürlich die Gesundheit.

    Und genau da liegt die Tücke: Wenn es so weit ist, kann es zu spät sein.


    Ging es hier nicht darum, frühzeitig aufmerksam zu machen auf die Möglichkeiten, die der TE zur Verfügung stehen, z. B. auf den Selbsthilfegruppenbesuch, der jetzt vielleicht noch nicht zwingend notwendig wäre?


    Die TE ist aber ja anscheinend schon nicht mehr so besorgt. Ein, zwei gute Tage sind nur leider wie die Schwalbe, die noch keinen Sommer macht. Auch wenn ich die schnelle Hoffnung verstehe ... Selbstbetrug gehört nicht zuletzt zur sogenannten Co-Abhängigkeit. Trotzdem natürlich: Alles Gute. *:)

    Keine Sorge, ich bin kein Stück weit entspannt. Freuen tu ich mich trotzdem.... wäre ich so leicht zu beruhigen würd ich nicht hier schreiben. Und nein, ich rede mir auch nichts schön. Ich habe das Problem sehr wohl erkannt und befinde mich in keiner Abhängigkeit.... :(v

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    Der gesundheitlich unbedenkliche Alkoholkonsum liegt bei gesunden erwachsenen Frauen bei 12 Gramm, das heißt bei etwa einem Standardglas Alkohol am Tag. Für gesunde erwachsene Männer liegt diese Grenze bei 24 Gramm Alkohol pro Tag, das sind etwa zwei Standardgläser. Wenn Sie als Frau mehr als 0,1 Liter Wein oder Sekt, mehr als 0,25 Liter Bier oder 4 Zentiliter Schnaps pro Tag trinken, bewegen Sie sich also bereits in einem gesundheitlich riskanten Bereich.


    (Inday)

    Fett hervorgehoben von mir.


    Ich rätsel bei solchen Sachen immer wieder, wie es sein kann, dass Franzosen und Italiener (und Spanier?) mit die höchste Lebenserwartung haben. Mehrmals war ich in Frankreich in Familien und keine Frau hat dort nur 0,1 L Wein am Abend zum Essen und danach getrunken. ???


    Und ich kann mich auch nicht an einen alkoholfreien Tag in der Woche dort erinnern.


    Ich selbst war noch so jung, dass ich keinen Alkohol getrunken habe.


    Sieht man das in Deutschland zu eng, oder in südlichen Ländern zu lax?

    Zitat

    Keine Sorge, ich bin kein Stück weit entspannt. Freuen tu ich mich trotzdem.... wäre ich so leicht zu beruhigen würd ich nicht hier schreiben. Und nein, ich rede mir auch nichts schön. Ich habe das Problem sehr wohl erkannt und befinde mich in keiner Abhängigkeit....

    Ich war 6 Jahre mit jemandem zusammen, der recht eindeutig das Verhalten eines Spielsüchtigen an den Tag legte. Ich kenne also ein bisschen diese Situation, diese ständige Schwanken zwischen Sorge, Wut, Trauer und Hoffen, dass es doch nicht so schlimm ist und sich von alleine wieder gibt. Und gleichzeitig die Angst zu übertreiben und meinem Freund Unrecht zu tun. Ich weiß nicht, ob ich damals co-abhängig war, aber gut getan hat es mir nicht.

    Zitat

    Ich rätsel bei solchen Sachen immer wieder, wie es sein kann, dass Franzosen und Italiener (und Spanier?) mit die höchste Lebenserwartung haben. Mehrmals war ich in Frankreich in Familien und keine Frau hat dort nur 0,1 L Wein am Abend zum Essen und danach getrunken

    Ich hab das mal nachgeguckt. Tatsächlich liegt der Alkoholkonsum pro Kopf und Jahr in Frankreich nur knapp über dem von Deutschland (12,2 vs. 11,8 Liter). Dadurch dass es weniger Abstinente gibt, liegt er sogar drunter, wenn man nur die betrachtet, die trinken.


    Außerdem hängt die durchschnittliche Lebenserwartung ja nicht nur vom Alkoholkonsum ab. Der "Years of life lost score", also wieviele Lebensjahre aufgrund von Alkohol verloren gehen, ist allerdings etwas höher, was damit zusammen hängen könnte, dass es mehr "heavy episodic drinking" gibt. Vermutlich gibt es da einfach andere Faktoren, die in die andere Richtung wirken. ??Z.B. gibt es dort weniger CVDs und Diabetes. Aber das führt jetzt zu weit vom Thema weg.??

    Ich glaube auch, dass es viele Lebensumstände sind, die in den Mittelmehrländern zusammenkommen, ebenso wie z. B. bei Vegetariern. Deren gesünderer Durchschnitt liegt ja auch nicht unbedingt am Weglassen von Fleisch, sondern am insgesamt gesünderen Leben, wie durch Befragungen herausgefunden wurde. So ist es vielleicht auch in den südlichen Ländern: sie trinken dort zwar täglich ihren Wein, aber der Gesundheitsfaktor, der das zumindest ausgleicht, soll in ihrem ruhigeren Leben und in ihrer Familenfreundlichkeit liegen! (Das finde ich hochinteressant.) Außerdem enthält Rotwein Stoffe, denen anders als dem auch enthaltenen Alkohol eine gute gesundheitliche Wirkung nachgesagt wird. Es gibt unterm immer Unbekannte in der Gleichung, deshalb kann die Angabe von gesundheitlich unbedenklichen Mengen m. M. n. auch nur ein Richtwert sein, der ins allgemeine Leben einzuordnen ist.

    Inday

    Co-Abhängigkeit schleicht sich unbemerkt ein und war von mir gegenüber der TE kein Angriff, sondern die simple Feststellung dessen. Du hast das, wie ich finde, sehr gut erfasst.

    Zitat

    Es gibt unterm immer Unbekannte in der Gleichung, deshalb kann die Angabe von gesundheitlich unbedenklichen Mengen m. M. n. auch nur ein Richtwert sein, der ins allgemeine Leben einzuordnen ist.

    Richtig - es sind Werte, ab denen die Wahrscheinlichkeit, dass etwas Schaden anrichtet, ansteigt. Ob es das tatsächlich tut, hängt dann noch von ganz vielen anderen Faktoren ab und lässt sich nicht vorhersagen.

    Zitat

    Co-Abhängigkeit schleicht sich unbemerkt ein und war von mir gegenüber der TE kein Angriff, sondern die simple Feststellung dessen. Du hast das, wie ich finde, sehr gut erfasst.

    Habe ich auch so verstanden. Wie gesagt, ich weiß nicht, ab wann man von Co-Abhängigkeit reden kann. Aber ich denke, wenn jemand, der einem am Herz liegt, ein Verhalten an den Tag legt, mit dem er sich potentiell selbst Schaden zufügt, ist das einfach sehr belastend und diese Reaktion sehr verständlich.

    Zitat

    Aber ich denke, wenn jemand, der einem am Herz liegt, ein Verhalten an den Tag legt, mit dem er sich potentiell selbst Schaden zufügt, ist das einfach sehr belastend und diese Reaktion sehr verständlich.

    Absolut. Dass die Sorgen und Ängste der TE verständlich sind, hatte ich schon weiter vorn geschrieben.


    Da Co-Abhängigkeit hier nicht Thema ist, nehme ich mich da jetzt auch vollkommen zurück.

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    Ich rätsel bei solchen Sachen immer wieder, wie es sein kann, dass Franzosen und Italiener (und Spanier?) mit die höchste Lebenserwartung haben. Mehrmals war ich in Frankreich in Familien und keine Frau hat dort nur 0,1 L Wein am Abend zum Essen und danach getrunken. ???

    Als ob sich eine Lebenserwartung ausschließlich durch den Alkoholkonsum definieren würde :|N . Männer mit Glatze verdienen statistisch auch mehr Geld, dennoch würde niemand mehr Geld bekommen, weil er sich eine Glatze schneidet.

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    Als ob sich eine Lebenserwartung ausschließlich durch den Alkoholkonsum definieren würde :|N . Männer mit Glatze verdienen statistisch auch mehr Geld, dennoch würde niemand mehr Geld bekommen, weil er sich eine Glatze schneidet.

    Schönes Beispiel für einen Confounder ;-)