@ chevylaady & Hickory

    wie die TE schon schrieb, lässt er nicht mit sich reden, weist allen anderen nur nicht sich selbst die schuld zu und zeigt auch sonst noch eine Menge symptome von uneinsichtigkeit und massiver Ignoranz...


    sicher ist er auch ein Mensch, aber wenn die TE schon angst vor ihm hat, sollte sie sich erst mal und ausschliesslich auch sich und die Kids konzentrieren...


    ihn dazu zu bringen, einsicht in das Problem zu entwickeln, dazu noch die anderen psychischen Defizite anzugehen, wäre eine aufreibende Sisiphusarbeit, da würde sich monate – wenn nicht jahrelang alles nur um ihn drehen, das führte schnrustracks in eine wundervolle Co-abhänigkeit und die Kinder blieben auf der Strecke und die TE würde sich völlig aufreiben.. – er läge auf der Couch und ist müde und SIE würde versuchen ihm zu helfen (wunderbar für ihn.... – zuwendung frei haus, alles wird geregelt, für ihn bleibt alles wie es ist, er ist der "Arme" – also super für ihn, warum sollte er dann wirklich was ändern? ihm ginge es doch subjektiv gut dabei)


    abgesehen davon der körperliche Jammerzustand – über kurz oder weniger kurz (aber nicht sehr lang) ist der Mann ein Pflegefall – dann hätte die TE einen Pflegefall am hals, den sie nicht liebt....


    das ALLERerste für die TE ist (meiner Fremdeinschätzung nach), abhängigkeiten zu verringern, sich und die Kinder aus der Schusslinie zu bringen und erst mal für Stabilität zu sorgen und sich wichtige Sorgen abzunehmen (Geld, wohin mit den Kids, etce etc...)


    was mit ihm ist? ER hat sich entschieden, sich täglich 10 Bier und mehr reinzustellen, ER runiert seinen Körper – ER liegt auf der Couch und tut sich selber leid und beschuldigt die anderen – es isst auch SEINE Sache, sich da rauszureissen – oder SEINE Wahl, bis zum zusammenbruch weiterzumachen und weiterzusaufen – die TE sollte so schnell wie möglich einfach Schluss machen, abhauen, sich aus der Schusslinie bringen, die Kids in Sicherheit bringen, damit sie nicht noch mehr schaden an der situation nehmen und einfach nicht zulassen, dass ihr so ein Subjekt das Leben versaut...


    warum sie ihn einst geheiratet hat – das ist ihre Sache, es war halt mal anders oder sie hat manches nicht gesehen – es ist müssig darüber nachzudenken – jeder macht Fehler im Leben, es gilt aus der jeweiligen aktuellen Situation mnach vorne zu schauen...


    Er muss auf sich selber schauen


    diese Sorte Ignorant zur Einsicht zu bringen ist ausserdem fast unmöglich, die wissen immer alles besser, haben für alles eine Erklärung (die sie selber aus der Verantwortung nimmt), kennen sich unglaublich aus im Leben (in ihren Augen) und kommen sich dabei noch toll vor.... – meiner bescheidenen Meinung nach sinnlos, die zur Einsicht zu bringen, die halte an ihren irrwitzigen Einstellungen noch fest, wenn sie (selbstverschuldet) auf der Intensivstation liegen und mit gelben Augen ohne Leber und Niere unterm Sauerstoffzelt liegen...


    nein, sein Leben ist seine Verantwortung, der einzige der ihm helfen kann, ist er selber...

    Zitat

    épine *die Anfang des Jahres ebenfalls jemandem einen solchen Schuss vor dem Bug versetzt hat und natürlich die Böse dabei ist heute...*

    natürlich bist Du jetzt schuld %-|


    suchtkranke können sich nur selbst helfen, und viele wachen erst auf, wenn sie gaaaz unten im Dreck liegen – so tragisch das ist, man hilft ihnen am besten, in dem man sie sich selbt überlässt und so dazu beiträgt, dass sie recht schnell anz unten landen....

    @ Insulaner

    Ich weiß nicht, ob heute Einsicht da ist oder ob der alte Status wieder da ist – kein Kontakt. Aber mein Schuss war deutlich früher (wobei, 6 Bier am Tag... Nunja. Aber definitiv mit ansonsten aufrecht erhaltenem "normalen" Leben)...


    Da sind auch für ihn weniger radikale Wege denkbar heute, von Abstinenz über Totalabsturz bis zum alten, noch gemäßigten Status zurück.


    Aber ich musste weg... :-|

    Zitat

    körperlich kann es sein, dass er die Kurve nicht mehr kriegt, wenn er noch heute in eine Entzugsklinik ginge

    davon ist mit ziemlicher Sicherheuit auszugehen..


    ich hab einige dieser menschen gesehen nach dem Entzug und einigen Monaten in der Klinik (wo er SICHER hinmüsste) – wenn ein gewisser Punkt überschritten ist, gibt es kein Zurück mehr... und dass das bei diesem Mann der Fall sein könnte, ist sehr zu vermuten (gelbe Augen, Filmrisse etc) – da ist einfach alles kaputtgesoffen, das Nervenkostüm ist auf ewig ruiniert, die Motorik wird nicht mehr und das Hirn ist auch angegriffen, das ist alles irreversibel

    épine

    Zitat

    Bei der beschriebenen Uneinsichtigkeit wird es keinen gemeinsamen Weg geben – höchstens nach einem deftigen Schuss vor den Bug. Und Vorwürfe gehen ihr gegenüber da gar nicht... *find*

    Finde ich toll das du für Sie antwortest obwohl du nur das weißt was hier geschrieben wird. Die andere Seite kennen wir nicht und haben kein Hintergrundwissen. Und Vorwürfe habe ich hier nie gemacht und würde ich auch nicht machen.


    Insulaner

    Zitat

    abgesehen davon der körperliche Jammerzustand – über kurz oder weniger kurz (aber nicht sehr lang) ist der Mann ein Pflegefall – dann hätte die TE einen Pflegefall am hals, den sie nicht liebt....

    Und deshalb ist es sinnvoll vorher wegzulaufen ??? Anstatt erst einmal einen Versuch eines gemeinsamen Weges zu gehen. Das sie sich selber und die Kinder schützen müssen ist was ganz anderes.

    @ chevylady

    Zitat

    Und deshalb ist es sinnvoll vorher wegzulaufen ??? Anstatt erst einmal einen Versuch eines gemeinsamen Weges zu gehen. Das sie sich selber und die Kinder schützen müssen ist was ganz anderes.

    dass sie sich selbst schützen muss ist das ERSTE...


    natürlich sind wir hier im Forum nicht dabei und wissen nur, was erzählt wird...


    was die TE schreibt,. ist der Mann völlig uneinsichtig. gibt allem nur nicht sich die Schuld und droht auch noch, er wolle ihr die Kinder nehmen... – soll sich die TE völlig aufreiben?


    sorry, aber bei solchen Entwicklungen auf den "gemeinsamen" Weg zu drängen, halte ich für realitätsfern...

    Ich dränge niemanden irgendwo hin. Es bleibt jedem selber überlassen wie er mit irgendetwas umgeht. Aber ich hätte womöglich schon ganz andere Maßahmen ergriffen. Das kann ja nicht erst seit gestern so sein, bei solchen Leberwerten. Es gibt hier zur Zeit einen anderen Faden, wo ein Mann sehr gut beschreibt was man wie machen kann. Das zeigt das es noch andere Wege gibt. Aber verlassen ist natürlich der einfachere Weg. Für mich wäre das der letzte Ausweg – aber nicht der Weg den ich als erstes gehen würde.

    @ Chevylady

    Ich wollte nicht für sie antworten, ich habe lediglich wiedergegeben, welche Aussagen es bisher zur Einsicht gibt. Und dass man in einem Forum nur eine Seite kennt, liegt in der Natur der Sache. (Um das nochmal aufzugreifen: Sei Dir versichert, "meine" kurz angedeutete Geschichte würde aus seinem Munde auch anders klingen.)


    Ich fand schon, dass Du ihr (und jedem Anderen, der bei einem Suchtkranken diesen Weg geht) einen leisen Vorwurf machst, nicht zu kämpfen. Hast Du eigene Erfahrungen oder professionellen Hintergrund, wie ein solches tägliches Zusammenleben aussieht? Ich habe wie einige andere hier beides. Vielleicht musste ich das deshalb betonen – ich fühlte mich sicherlich ungerechtfertigt auch ein wenig angegriffen.

    Zitat

    Für mich wäre das der letzte Ausweg – aber nicht der Weg den ich als erstes gehen würde.

    Es ist aber nicht 5 vor 12, es ist maximal 1 Minute vor 12. Ihr Mann steht schon körperlich längst am letzten Ende der Klippe. Seine Familie hängt noch mit Seilen verbunden dran, wird ihn aber nicht von dort oben aus helfen können. Von "retten" mag ich nicht reden, denn dafür ist es wohl zu spät. Helfen geht nur mit Abstand und wohldosiert, denn nicht der Herr ihr-habt-doch-alle-keine-Ahnung, sondern die nicht abhängige Frau und die komplett unschuldigen Kinder stehen im Mittelpunkt...


    Und ich bin ebenfalls der Überzeugung, dass die einzige Möglichkeit, ihm noch zu helfen, gewesen wäre, noch viel eher zu gehen.

    @ Insulaner

    Zitat

    sorry, aber bei solchen Entwicklungen auf den "gemeinsamen" Weg zu drängen, halte ich für realitätsfern...

    :)^

    @ épine

    Wenn du es als Vorwurf siehst, dass du wie alle anderen nur geraten habt sich schnellstens zu trennen. Da seh es als Vorwurf. Frage mich nur warum – also scheint ja doch etwas nicht richtig zu sein. Meiner Meinung nach ist es nicht innerhalb kurzer Zeit so gekommen und Sie hätte schon viel früher etwas unternehmen müssen. Klar, manchmal möchte man Dinge nicht sehen. Das verstehe ich schon. Aber dennoch ist es für mich persönlich der letzte Weg den ich gehen würde.


    Spielt es eine Rolle ob ich so etwas kenne oder nicht ???

    Zitat

    Und ich bin ebenfalls der Überzeugung, dass die einzige Möglichkeit, ihm noch zu helfen, gewesen wäre, noch viel eher zu gehen.

    absolut :)^

    Zitat

    Hast Du eigene Erfahrungen oder professionellen Hintergrund, wie ein solches tägliches Zusammenleben aussieht?

    ich habe solche Erfahrungen, daher meine etwas radikal anmutende meinung – ich denke doch dass ich weiss wovon ich schreibe

    Zitat

    Spielt es eine Rolle ob ich so etwas kenne oder nicht ???

    Natürlich nicht direkt, aber eine gewisse Rolle schon. Es sagt sich hinterm Rechner leicht, dass sie eher etwas unternehmen hätte müssen. Dass das Festhalten an Hoffnungen z.B. bekanntes Muster ist und durchaus unter Co-Abhängigkeit läuft, sollte man sich halt auch bewusst machen.


    Es ist nicht immer einfach – und nicht möglich – den "richtigen" Weg zu gehen. Erst Recht nicht, wenn Kinder im Spiel sind. Hätte, müsste, sollte... Suchtkrankheiten sind ein für alle Beteiligten ein verflucht kompliziertes Feld. Und irgendwann steht man vielleicht vor dem Punkt, sich zu entscheiden – gemeinsam vor die Hunde gehen oder flüchten. Heilung geht nicht immer, und in dem beschriebenen Falle ist der zwangsläufig folgende Weg mit Krankenhausaufenthalten, Aszites, immer weiter voranschreitender Enzephalopathie, Wesensveränderung, Ösophagusvarizen und letztlich dem Tode Einigen von uns vor dem inneren Auge absolut klar.


    Jetzt zu hadern, dass man eher "etwas hätte tun müssen" hilft niemandem weiter. Man kann nur Schadensbegrenzung betreiben. Wenn ein Partner entscheidet, seinem kranken Partner beizustehen, dann soll er das fein machen – aber spätestens mit Kindern hat man eine große Mitverantwortung.


    Nachdem hier durchaus Aggressivität im Spiel ist (und ja, auch da kennen wir natürlich nur ihre Schilderung – aber warum sich etwas aus den Fingern saugen?), ist es in meinen Augen also fast schon eine Pflicht, die Kinder zu schützen und zu flüchten.


    Nichts für ungut :-)

    Ach Eines noch vergessen:


    Der Mann hat sich für den Alkohol entschieden. Und er tut es in meinen Augen immer wieder – wenn er alternative Hilfsangebote laut polternd ablehnt.


    Auch Partner sind Individuen – und in meinem jugendlichen Wahn bin ich der Meinung, dass Beziehungen nur funktionieren, wenn auf lange Sicht beide Partner davon profitieren. Ich meine keine Krankheit, in der der Andere Unterstützung braucht – wohl aber eine, die selbstverschuldet ist und das Leben beider (plus Kinder) hemmungslos vereinnahmt und kaputt macht.


    Und ja, selbstverschuldet, weil es für JEDEN Menschen Alternativen gibt. Niemand muss süchtig werden, weil ihn äußere Umstände dazu zwingen.


    (und ja, einige Menschen neigen eher zu Süchten, dafür gibt es auch professionelle und medizinische Erklärungen – aber unter dem Strich hat jeder Mensch die Möglichkeit, sich für einen gesunden Weg der Konfliktbewältigung zu entscheiden.)

    @ Insulaner

    Das nahm ich an, ich meinte mit der Frage Chevylady ;-)


    Ich denke, gerade real gemachte Erfahrungen können Sandjana hier helfen :)z

    Das er aggressiv ist hab ich hier übrigens von der TE noch nirgends gelesen.


    Ich habe selber Erfahrung und denke auch das ich da mitreden kann. Und nun

    Das sie schon längst vorher etwas hätte machen müssen war ja lange mein Reden. Solche Leberwerte kommen nicht auf einmal. Aber das er gar nicht wissen wird was los ist, wenn Sie noch nie wirklich mit Ihm geredet hat ist wohl auch verständlich, oder ??? Ich glaube kaum das Sie ihn bisher einmal richtig unter Druck gesetzt hat.


    Was mich auch interessieren würde, wer holt das Zeug eigentlich alle ran. Ich meine, wäre täglich solche Dosierungen an Alkohol trinkt wird wohl kaum einen solchen Moment haben um alles ranzuschaffen.