4-5 Gramm ist schon ordentlich wenn man überlegt dass eine Line so 50-100mg entspricht, wobei ich auch schon Junkies gesehen habe die sich einfach stumpf etwa n Viertel Gramm in die Nase ziehen. Allerdings steigt mit dauerhaftem Konsum natürlich auch die Toleranz.(Kurze Anmerkung: Speed ist in 99,999% aller Fälle stark gestreckt und hat seltenst eine Reinheit von mehr als 30%, außerdem wird es gerne mit Lösungsmitteln verlängert welche beim Aufschmieren einfach verdampfen und teilweise sogar 50% des Gewichts ausmachen.)


    Deine Freundin zieht nun weniger Speed weil sie sich mit dir wohler fühlt, das zeigt vor allem dass sie es zur Kompensation zieht. Ein Dauerspeedkonsument nutz es auch weniger wegen des Highs, sondern weil ihm nüchtern das Gefühl zu funktionieren langsam abhanden kommt. Die typischen Wirkungen treten auch etwas in den Hintergrund mit der Zeit, der Konsument kann normal schlafen und essen, während ein Erstkonsument nach einer dicken Line wohl eher die Nacht durchmachen würde und dabei vergisst zu essen.Auch wenn Speed keine körperliche Abhängigkeit aufbaut so ist der psychische Entzug doch recht schwer bei Dauerkonsumenten. Zuerst kommt ein schrecklicher Kater der sich teilweise über Wochen hinwegziehen kann und von Antriebslosigkeit, körperlicher Schwäche und Depressionen gekennzeichnet ist. Das führt definitiv zu Problemen im Alltag, Beruf und auch der Partnerschaft.


    So einen Entzug würde ich an deiner Stelle nicht auf dich abwälzen lassen, natürlich sollst du deine Freundin unterstützen aber wirklich helfen kannst du ihr dabei nicht. Am Ende rutscht du nur in eine CoAbhängigkeit ab und gehst daran ebenfalls kaputt. Sie sollte sich an eine Beratungsstelle wenden und dort mit der Hilfe Dritter einen Entzug starten.


    viel Erfolg euch beiden :)_

    Verstehe.


    Das mit der Co-Abhängigkeit ist generell kein Problem, da ich dafür nicht gefährdet bin. Ich weiß selbst - und ihr habe ich das auch gesagt - dass Drogen und Beziehung auf lange Sicht nicht funktioniert. Für mich ist es ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung, das ich nicht davon Laufe wenn Probleme da sind, sondern auch diese Hürde nehmen will. Wenn sie den Drogen Vorrang gibt, und von ihr nichts kommt, dann kommt auch von mir nichts mehr.


    Es ist einfach nur schwer, da es eine junge Liebe ist und ich nicht weiß, wie ich es richtig angehen soll.

    Zitat

    Das mit der Co-Abhängigkeit ist generell kein Problem, da ich dafür nicht gefährdet bin.

    ":/ wer attestiert einem denn sowas?


    Mir tut das alles so leid, du weißt nicht, worauf du dich einlässt und idealisierst völlig....

    Zitat

    Für mich ist es ein wichtiger Bestandteil einer Beziehung, das ich nicht davon Laufe wenn Probleme da sind, sondern auch diese Hürde nehmen will.

    In diesem Fall machst du aber ein Problem welches nicht deins ist zu deinem eigenen Problem. Das ist der erste Schritt in so eine CoAbhängigkeit und man versteht das auch erst komplett wenn man schon tief drinsteckt. Ich kenn das auch von mir, mein Freund hat ne zeitlang n wirklich heftiges Drogenproblem gehabt. Bei dem stand Zeug wie LSD, Ketamin und Koks quasi auf dem täglichen Speiseplan, womit er glücklicherweise plötzlich von selbst aufgehört hat. Mich hat diese Zeit aber wahnsinnig runtergezogen und wäre es weiter so gegangen wahrscheinlich auch kaputt gemacht. Sei bitte vorsichtig und rede dir nicht ein dass du für sowas nicht anfällig bist, schlauer bist du erst wenn sie einen hoffentlich erfolgreichen Entzug hinter sich hat, davor nicht.

    Ich habe ihr heute einen Brief in der Wohnung gelassen... Darin steht, dass sie nicht verlangen von mir, dass ihr zusehe, wie sich ins Unglück stürzt.


    Und sie mich gehen lassen soll, wenn sie es nicht von selbst will vom Zeug runterzukommen.


    Bin gespannt wie es ausgeht - aber ich rechne fast damit, dass sie sich gegen mich entscheidet - aber ich hoffe, dass sie es sich gut überlegt.

    Wow, das hätte ich jetzt nicht erwartet. Bisher klangst du sehr heroisch in der Helferrolle, was dich zwar sehr sympathisch als Mensch macht, aber eben gewisse Erfahrungen missen lässt, die man im Leben nicht unbedingt selbst sammeln will.


    Ich habe im Laufe meines Lebens - wie ich schon mal andeutete - genug erlebt. Von meinen frühen Musikzeiten, wo Bandmitglieder auf Klebstoff oder Tabletten hängengeblieben sind und schlussendlich sozial abstürzten, obwohl alles so cool und im Griff war. Leute in der 80er Szene, die Psychosen nach zu viel Speed (ja, kein Witz) entwickelten. Freunde, deren Alkoholkonsum auf Feiern anfangs noch witzig war, bis sie gnadenlos abhängig waren und morgens um 9 Uhr mit 2 Promille auf der Arbeit erscheinen. Und auch Beziehungen, die aufgrund Drogen jedweder Art belastet sind oder scheitern, weil die wahren Begleiterscheinungen erst mit der Zeit gesehen und verstanden wurden.


    Wenn man da nicht genauso tickt und bereit ist, den gleichen Weg zu gehen, funktioniert das nicht. Die Fokussierung im Leben fehlt, die man für eine Beziehung dringend braucht. Denn das Gefühl des Kicks ist irgendwann wichtiger als der bloße Kuss nach dem Aufwachen.


    Ich habe Respekt davor, dass du diesen Brief geschrieben hast und sie vor eine Wahl stellst. Denn es ist ein entweder-oder, zumindest langfristig. Wenn ihr jetzt schon das Pulver wichtiger ist als du, dann hast du viel Zeit deines Lebens gespart. Wenn sie sich aber für dich entscheidet, ist das ein gutes Signal und du kannst ihr jede Hilfe zuteil werden lassen, die sie dabei braucht. Von Beratung über vertrauensbildende Maßnahmen, besondere Aufmerksamkeit wenn ihr doch mal was Fehlen sollte, Ablenkung. Und vor allem die Kontakte abbauen, wo sie diese Drogen bisher bezogen hat. Das Umfeld ist ganz wichtig.


    Toi toi toi :)^ . Ich freue mich, von dir zu lesen, wie es weitergeht. :)z

    Brief abgegeben und Aussprache gehabt. Und irgendwie weiß ich gar nicht sosehr wie das Gespräch ausgegangen ist.


    Auf der einen Seite hat sie mir gesagt dass sie mir nicht böse ist, weil ich so viel liebes geschrieben habe. Auf der anderen Seite fühlt sie sich erpresst, weil ich sie indirekt doch vor die Wahl gestellt habe. Entweder/oder.. Aber mit dem Aspekt, dass ich nicht Perfektionismus erwarte sondern den ehrlichen Willen. Und ich einfach da bin, wenns mal nicht so gut klappt.


    Hab sie gefragt, ob es ihr egal wäre, wenn ich das nehme. Sie sagte "ja" ist meine Entscheidung - das beunruhigte mich etwas.


    Ich schenke ihr jetzt das Vertrauen im Vorhinein - einmal - und wenn es nicht klappt - dann muss ich wohl die ganze Beziehung hinterfragen. Sie hat gesagt, sie will kein Ende der Beziehung. Aber ich rechne ehrlich damit, dass es doch von ihrer Seite beendet wird. Ich weiß nicht, wie sie selbst darüber denkt - das weis nur sie. Ich habe ihr die Hand gereicht - danach greifen muss sie selbst.


    Aber es war ein sehr unangenehmes Gespräch. Sie war sehr abwesend.. hat zwischendurch sogar mal Candy crush gespielt... Irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie es nicht so ernst nimmt. Hm....

    Beende es und gut , jemand der es schon so lange macht hört nicht auf , ich war selbst konsument aber nur gelegentlich auf Partys , aber ich hatte immer die Kontrolle, und es auch nie unter der woche , glaub mir jemand der es täglich macht , hört nur auf wenn der völlige kolaps vor der tür ist .

    Zitat

    Leute in der 80er Szene, die Psychosen nach zu viel Speed (ja, kein Witz) entwickelten.

    Speed und Crystal sind die besten Drogen um sich schnell eine Psychose zuzuziehen, das Psychoserisiko ist etwa um das Vierfache erhöht und der durch den Rausch bedingte Schlafmangel tut sein übriges.


    Sehr gute Aktion mit dem Brief, wünsche dir dennoch viel Glück :)

    Zitat

    Sie hat gesagt, sie will kein Ende der Beziehung.

    Will sie denn ein Ende des Konsums? Sie muss sich dazu doch irgendwie geäußert haben?

    Zitat

    Aber es war ein sehr unangenehmes Gespräch. Sie war sehr abwesend..

    Sie sieht sich mit einer Zukunft konfrontiert, wo ihr etwas fehlen wird, was sie liebgewonnen hat. Was ihre simple Strategie war, mit diversen Lebenssituationen umzugehen, weil sie sich nie die Mühe macht, andere Kompensationswege (die es ja gibt) auszuloten.


    Verzicht bedeutet, dass ihr ein alltägliches Werkzeug im Leben fehlen wird. Das Belohnungszentrum im Gehirn ist ein Teufel, weil sich bei ständigem Triggern die Wahrnehmung der Normalität verschiebt. Das nennt man psychische Abhängigkeit. Die einen sind anfälliger dagegen, andere wiederum weniger. Aber aus ihrer Sicht wird die "normale" Lebensqualität durch Verzicht geschmälert - das musst du verstehen, um ihr Empfinden nachvollziehen zu können. Im ersten Moment ist Verzicht ein Verlust, bis sie gelernt haben, wieder mit sich allein klarzukommen und ihre Empfindungen dafür neu zu justieren.


    Ich bin gewiss kein Asket und trinke auch mal bei Gelgenheit mehr als 3 Bier. Aber die Anthropologie zeigt auch auf, dass kulturgeschichtlicher Drogenkonsum immer dann funktionierte, wenn er ausschließlich die "heiligen" Momente wie Feste o.ä. kontrolliert begleitete. Und das ist auch meine Erfahrung im Leben. Ich habe alle Menschen abstürzen sehen, die mit Drogen Probleme kompensiert haben. Das ist der erste Schritt in die Sucht. Diejenigen, die sich durch Konsum in den guten Zeiten belohnen, haben selten Probleme, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Aber da steht auch der Genussaspekt im Vordergrund. Sei es durch eine gute Zigarre am lauen Sommerabend, ein Cocktail zuviel oder auch meinentwegen mal ein Zug Gras. Ich habe noch nie Menschen erlebt, die sich aus dem Belohnungsaspekt heraus Amphetamine oder Opiate reinziehen.


    Wie geht's jetzt weiter? Wie seid ihr verblieben? Wäre es nicht sinnvoll, dass sie mal eine seriöse Beratung aufsucht, die ihr mit entsprechender Erfahrung die Risiken ihres Verhaltens erklären kann?

    Mein Vorschlag, um das nächste Gespräch auch einmal etwas "lockerer" zu gestalten: Frage sie, was sie machen würde, wenn ihre Quelle von heute auf morgen versiegt. (Auf ihre Antwort wäre ich sehr gespannt. ) Die meisten Dealer gehen eines Tages hoch. Frage nach, wie sie sich das Zeug beschafft, wie sie bezahlt, wie viel sie bezahlt, wie sie mit ihrer Quelle kommuniziert usw. Im Rahmen des Gesprächs sollte ihr zumindest die strafrechtliche Seite ihrer Sucht etwas klarer werden. Vielleicht hilft das ja, eher und schneller davon weg zu kommen. I.d.R. bemisst sich das Strafmaß bei Drogendelikten abhängig von konsumierter Dauer und Menge. In vier Jahren kann da einiges zusammenkommen, das wird dann nicht mehr als "Kavaliersdelikt" betrachtet.

    Zitat

    I.d.R. bemisst sich das Strafmaß bei Drogendelikten abhängig von konsumierter Dauer und Menge.

    Nein, der Konsum spielt bei Drogendelikten gar keine Rolle - allenfalls wird je nach sonstigen Begleiterscheinungen (Aussetzer, Beschaffungskriminalität, Unfälle, Führen eines Fahrzeugs) eine Therapie gerichtlich angeordnet. Aber das Strafmaß richtet sich nach Besitz und Handel.

    Ich würde um diese ganze Sache nicht so ein mords Fass aufmachen.


    Wesentlich ist doch, so wie sie ist, tut sie dir gut?


    Steht sie mit beiden Beinen im Leben, ist selbstständig?


    Weder verwahrlost, noch verhaltensmäßige Auffälligkeiten?


    Darauf kommt es an!


    Klar, sie hat ein Laster. Ein äußerst grenzwertiges sicherlich. Der Punkt ist jedoch,


    wie sie sich trotz ihres Lasters verhält, ja im Prinzip ihr Leben meistert.


    5g im Monat sind schon stattlich. Gesundheitliche Folgen eines solchen Gewohnheitskonsums


    wären dabei abzuklären. Aber das ist ihre Sache.


    Reinheitsgrad von herkömmlichen Speed liegt bei nicht mehr als 10%.


    Durch den Gewohnheitskonsum wird sie beim Absetzen in eine Art Depression fallen, weil


    die enstprechenden Hormone, Botenstoffe etc. nicht mehr freigesetzt werden und die Speicher wohl auch aufgebraucht sind.


    Inwieweit sich diese Depression bei ihr auswirkt bzw. in Erscheinung tritt, kann man nicht vorhersehen.


    Das ist bei jedem Menschen wohl anders.


    Speed verhält sich jedoch im Gegensatz zu dessen Derivat, dem Methamphetamin (Crystal, Perlik), nicht so immens wesensverändernd und wirkt nicht so körperlich zerstörend. Ich hoffe, sie nimmt Speed und


    kein Crystal, dass sind zwei paar Schuhe, was ggf. noch abzuklären wäre.

    Zitat

    Der Punkt ist jedoch, wie sie sich trotz ihres Lasters verhält, ja im Prinzip ihr Leben meistert.

    Sie "meistert" es mit Suchtverhalten. Daneben macht sie sich strafbar. Was gibt es da zu beschönigen?


    Klar kann jeder tun und nehmen was er will, das ändert aber nichts an der Sachlage.