Allein die Tatsache, dass du schon jetzt nicht selbst entscheidest, ob du so mit ihr zusammen sein willst, sondern es ihr überlässt, ist kein gutes Zeichen. Keiner ist gegen Co-Abhängigkeit total gewappnet. Oder sagen wir es anders: Auch Frauen von aggressiven hochgradigen Alkoholikern wissen natürlich, dass das keine gute Grundlage für eine Beziehung ist. Wissen, dass Leben eigentlich ohne Abhängigkeit funktionieren sollte. Und dennoch bleiben sie. Das Wissen darum ist kein Kriterium.

    @ Comran

    Zitat

    Nein, der Konsum spielt bei Drogendelikten gar keine Rolle - allenfalls wird je nach sonstigen Begleiterscheinungen (Aussetzer, Beschaffungskriminalität, Unfälle, Führen eines Fahrzeugs) eine Therapie gerichtlich angeordnet. Aber das Strafmaß richtet sich nach Besitz und Handel.

    Damit das niemand falsch versteht, möchte ich es gerne noch mal so formulieren:


    Bestraft wird nicht der Konsum, der Konsum ist straffrei und wird vom Gesetzgeber lediglich als Selbstmord auf Raten betrachtet (Selbstmord ist nicht strafbar).


    Um dem Drogenkonsum Einhalt zu gebieten, quasi um ihm das Wasser abzugraben, werden jedoch sämtliche "Begleitumstände" bestraft, also Beschaffung, Besitz, Verkauf usw.


    Die Konsummenge wird insofern als Indikator für die Bemessung eines Strafmaßes verwendet. Richtig?

    Eine Frage so nebenbei...


    Hat gute Laune was mit Drogen zu tun.. erkenne ich den Unterschied zw guter Laune und Wirkung vom Speed oder hat Speed weniger damit zu tun?


    Auf was soll ich aufpassen... Ich denke, wenn sie es weiter nehmen sollte, dann wird es nur noch heimlich sein.


    Da wo sie das Zeug her hat, dass ist ihre Jugendfreundin - momentan seit einem Monat im Streit.. aber irgendwann wird das auch vorbei sein.

    Zitat

    Hat gute Laune was mit Drogen zu tun

    Nicht zwingend, aber möglich.

    Zitat

    erkenne ich den Unterschied zw guter Laune und Wirkung vom Speed oder hat Speed weniger damit zu tun?

    Es kann sein, dass du Jahre brauchst, um den Unterschied zu erkennen. Einfach ist das nicht. Selbst wenn du einen Verdacht hast, wirst du ihn nicht dauernd ansprechen, weil ja auch die Gefahr besteht, ihr Unrecht damit zu tun. Es ist eine beschissene Zwickmühle und setzt Vertrauen voraus.

    Zitat

    Ich denke, wenn sie es weiter nehmen sollte, dann wird es nur noch heimlich sein.

    Ja, aber heimlicher Konsum fliegt irgendwann auf. Auch das kann allerdings dauern.

    Glaube es wird schwer bei niedriger Dosierung das zu unterscheiden, das kann man oder man kann es nicht.


    Wenn jemand auch im relativ Hellen ziemlich große Pupillen hat, oder wenn sie durch mehr Licht nicht kleiner werden, dann deutet das auf die Einnahme von Amphetaminen, Ecstasy, Kokain, LSD hin.


    Gibt noch wehr Anzeichen wie Unruhe, Tics, wie mit der Zunge, Lippen, Fingern rumspielen, Schwitzen. Das sind aber unsichere Zeichen, und können beim Amphetaminkonsumenten auch teilweise generell eine Zeitlang vorhanden bleiben.

    Zitat

    Amphetaminen, Ecstasy, Kokain, LSD

    Sind alles Drogen, richtig. Aber trotzdem nicht alles das gleiche. LSD ist zB für die tägliche Einnahme überhaupt nicht geeignet:

    Zitat

    LSD bildet eine Toleranz von ein bis zwei Wochen aus. Innerhalb dieser Zeit verliert LSD bei wiederholter Einnahme einen großen Teil seiner Wirkung.


    https://de.wikipedia.org/wiki/LSD#Dosierung

    Mal ganz davon abgesehen, dass LSD nun wahrlich keine alltagskompatible Droge ist.. Bitte nicht alles in einen Topf schmeissen ;-)

    Naja, Pupillenerweiterung ist nun mal eins der zuverlässigeren Mittel um Amphetaminkonsum zu erkennen.


    Und nach einer Methode zu unterscheiden ob Amphetaminkonsum vorliegt wurde ja am Beispiel von Stimmungslage gefragt.


    Der Vollständigkeit halber gehören aber noch andere Wirkstoffe aufgezählt, die ebenso die Pupillen erweitern können. Da in dem Fall im Gegensatz zum oben gesagten erweiterte Pupillen eben nicht auf den Konsum von Amphetamin hindeuten.

    Zitat

    Speed verhält sich jedoch im Gegensatz zu dessen Derivat, dem Methamphetamin (Crystal, Perlik), nicht so immens wesensverändernd und wirkt nicht so körperlich zerstörend.

    Amphetamin zieh ein stark erhöhtes Persönlichkeitsrisiko mit und eine Suchterkrankung wirkt IMMER wesensverändernd. Ebenso hat Amphetamin ein nicht zu vernachlässigendes Abhängigkeitspotential. Dies mag zwar weniger stark als bei Methamphetamin sein ist jedoch trotzdem nicht gerade gering und sollte nicht heruntergespielt werden... Körperlich zerstörend wirkt Amphetamin auch, besonders der Calciumhaushalt ist gestört was irgendwann zu Knochenproblemen und schlechten Zähnen führen kann. Nicht ganz so krass wie bei Meth, trotzdem passiert es irgendwann. Von der Schädlichkeit diverser Streckstoffe mal ganz zu Schweigen.

    Zitat

    Naja, Pupillenerweiterung ist nun mal eins der zuverlässigeren Mittel um Amphetaminkonsum zu erkennen.

    Nicht wirklich, eine Mydriasis tritt bei Amphetamin eher erst bei hohen Dosierungen auf (gibt natürlich Ausnahmen), bei Langzeitkonsumenten ist es sehr wahrscheinlich dass sich da gar nix mehr verändert. Was noch ein Hinweis sein könnte wäre eine angespannte Gesichtsmuskulatur und starrende Augen. Aber Dauerkonsumenten verhalten sich halt eher normal und nicht druff.


    Bei Leuten die in kurzer Zeit viel gezogen haben kannst du einen unangenehmen Körpergeruch wahrnehmen. Aber die Toleranz bei Dauerkonsumenten ist echt hoch und muss nicht unbedingt auftreten. So Peppschweiß riecht aber auf jeden Fall ekelhaft und unverwechselbar nach Chemie.

    Zitat

    Hat gute Laune was mit Drogen zu tun.. erkenne ich den Unterschied zw guter Laune und Wirkung vom Speed oder hat Speed weniger damit zu tun?

    Drogen können Euphorie auslösen, müssen sie aber nicht. Es gibt so ein paar charakteristische offensichtliche Hinweise bei Leuten die Drogen genommen haben, bei Dauerkonsumenten flachen die aber halt mit der Zeit ab. Man hat sich einfach dran gewöhnt. Außer sie geben sich den Stoff in starken Dosen, was bei Amphetamin aber untypisch ist.

    Ich glaube, die dezidierte Diskussion über Drogennebenwirkungen ist hier nicht zielführend. Sie könnte sich genauso mit Schokoriegeln gesundheitlich ruinieren.


    Hier geht es um ein mögliches Suchtverhalten in einer Partnerschaft, um psychische Veränderungen, Vertrauen und Tolerierbarkeit. Also primär um eine Kopfsache und einen zwischenmenschlichen Konflikt.

    Ja diese ganzen psychosen und Charakterveränderungen die snickers auslösen ... schlimm schlimm. Es ist so nervig wie Leute ständig synthetische Drogen verharmlosen nur weil manche Menschen ihre Kalorien zu und abfuhr nicht so gut managen können. Es geht hier um Drogen die das Wesen verändern

    Zitat

    Ich glaube, die dezidierte Diskussion über Drogennebenwirkungen ist hier nicht zielführend. Sie könnte sich genauso mit Schokoriegeln gesundheitlich ruinieren.

    ... oder mit Karottensaft.


    Der TE hatte nach erkennbarer Wirkung und sichtbaren Symptomen gefragt. Warum sollte die Beantwortung dieser Frage nicht "zielführend" sein?


    Umfassende Aufklärung ist doch genau das, was unserer Drogenpolitik fehlt.


    Allein auf das "Geschwafel" seiner Freundin kann sich der TE ja wohl kaum verlassen.


    Ich finde den Beitrag von BlackMonday sehr informativ.

    Zitat

    Der TE hatte nach erkennbarer Wirkung und sichtbaren Symptomen gefragt. Warum sollte die Beantwortung dieser Frage nicht "zielführend" sein?

    Weil das Problem das fehlende Vertrauen ist und dass ihm unwohl bei dem Gedanken ist, dass sie problemlos heimlich konsumieren könnte.


    Alles, was ihm hier an Wirkungen und Nebenwirkungen genannt wird, mag zwar richtig sein, aber hat nur eins zur Folge: er wird sie ständig analysieren und beobachten und jede Regung oder Verhaltensauffälligkeit bewerten und deuten. Tun wir ihm damit einen Gefallen? Rote Augen von schlechtem Schlaf oder Klimaanlage, gute Laune wegen Sonnenschein, Lust auf Sex wegen Verlangen, starrer Blick wegen beruflichen Gedanken und Problemlösungen, Euphorie wegen Projekterfolgen ... all das wird der TE nun in die Waagschale werfen und möglicherweise als Anzeichen von Drogenkonsum werten.


    Also ich finde das nicht zielführend. Es geht in Richtung Überwachung, Verdachtsmomente und ständigen Zweifeln. Das wird für beide Stress ohne Ende, weil alle Anzeichen ein Indiz sein können, aber nicht müssen. Er kennt sie nicht ohne Konsum - soll er jetzt zukünftig jede gute Laune argwöhnisch begleiten?


    Wichtiger ist von beiden Seiten eine klare Vertrauensbildung. Das unangenehme Gespräch müsste nochmal aufgenommen werden und man müsste zu zweit schauen, wie es nun weitergeht. Zunächst einmal das Bekenntnis, dass sie wirklich lieber aufhört zu ziehen, als ihn zu verlieren. Dann die Verabredung von Unterstützung wo möglich und auch Maßnahmen wo nötig. Und vor allem gnadenlose Ehrlichkeit. Er wird sich ja von Rückfällen nicht abschrecken lassen, wenn sie dennoch unbedingt aufhören will.


    Es darf erst gar nicht dazu kommen, dass Heimlichkeit eine Option ist.