Mutter ist Alkoholiker und hat Psychosen, wie kann man helfe

    Hallo, ich brauche mal einen Rat von euch


    Ich bin zwar bereits Erwachsen und habe selber zwei Kinder, spekuliere aber doch oft über meine Mutter nach ob es irgendetwas gibt, mit dem man ihr helfen könnte.


    Meine Mutter ist schon seit vielen Jahren Alkoholiker (Sekt) ist wird allerdings immer schlimmer. Vorallem ist sie zudem stark Depressiv und "lebt teilweise in einer anderen Welt". Sie findet immer wieder einen Grund fürs trinken. 1x die erkrankte und später verstorbene Mutter, wenn das vorbei ist war es das gleiche mit dem Opa usw., vorallem wirft sie meinem Vater immer vor er gehe Fremd und seit Homosexuell usw. was alles absolut nicht stimmt. Mein Vater ist auch schon ziemlich hilflos. Mehr wie immer seine Liebe zeigen und ihr versichern, dass er ein treuer Ehemann ist, kann er nicht. Wenn sie wieder ihre Phase hat, dann glaubt sie ihm nicht. Er kann deshalb überhaupt nichts machen, 1x sagte er sie soll sich in der Klinik behandeln lassen, da war sie ihm vor er will sie ja nur loswerden. Was aber absolut nicht stimmt. Wir Kinder (meine ebenfalls Erwachsene Schwester) und ich haben es ihr auch schon gesagt, aber sie meint nur wir helfen zum Vater. Letztlich hat sie den Bogen sehr überspannt und ist stockbesoffen auf einem Geburtstag von meiner Nichte aufgetaucht und hat die Kinder gegen den willen der Kinder dort abgeholt (mein Mann und ich waren 1 Tag verreist und die Kinder sollten eigentlich bei meiner Schwester sein aber das interessiert meine Mutter in solchen Phasen eben nicht) die Kinder haben geweint und die restliche Verwandschaft auch. Als wir von dem Vorfall höhrten stellten wir meine Mutter das erste mal so richtig zur rede und sagten ihr das es so nicht geht und sie die Kinder nie mehr ohne unser dabeisein sieht. Die Kinder bekommen aber vieles schon mit (10 Jahre und 7 jahre) und so gern sie früher bei der Oma waren, desto weniger fragen sie jetzt nach ihr.


    Sie hat dann zum ersten mal zugegeben das sie trinkt, sie könne aber nicht anders, denn sie mache ja so viel mit Papa mit (was aber absolut wirklich nicht stimmt).


    Jetzt ist sie schon etwas verärgert uns gegenüber weil wir uns sehr zurückziehen und sie die Kinder auch nicht mehr oft sieht (die Kinder stört es aber im moment auch nicht).


    Wenn sie nichts trinkt und ihre Depressionen einigermaßen im Griff hat, dann ist sie eine der liebsten Mutter und Oma und Frau und deshalb fällt uns es allen sehr schwer.


    Kann man etwas machen? Ich weiß das es eigentlich heißt, sie muß es selber kennen, aber wann und wie kann man es evelt. beeinflussen das sie es selber so richtig erkennt, so stark das sie weiß das sie ohne Behandlung nicht mehr auskommt. Sie jetzt schon selber auch darüber gschockt und schämt sich das es jetzt schon Außenstehende mitbekommen haben, dass hat sie vorher nicht so realisiert. Aber irgendwie schein es ihr egal zu sein, sie ist zwar seitdem nicht mehr so oft betrunken (ich weiß es von meiner Schwester die wohnt das Haus neben ihr und teilen sie sogar "leider" einen Garten), aber sie trinkt immer noch. Gibt es einen trockenen Alkoholiker/in der beschreiben kann, was für ihn der Punkt war, dass er sich in Behandlung gegeben hat. Ich weiß richtig helfen können wir ihr nicht, so lange sie es selber nicht will. Aber gibt es Situationen oder Worte die wir machen bzw. sagen können um das alles zu beschleunigen. Oder müssen wir sehr sehr viel Geduld aufbringen und warten bis sie richtig zusammenklappt (wenn das überhaupt passiert) und sie dann wirklich ganz von alleine zusammenbricht und sich behandeln lässt. So kleinere Zusammenbrüche hatte sie ja schon, die schiebt sie aber dann immer auf Papa oder eben jetzt auf uns (weil sie mit dem "Kinderentzug" nicht klar kommt, da sie ja ihre Enkel sehr liebt) aber da es jetzt schon so viele Jahre geht, glaube ich nicht mehr an einen solchen Zusammenbruch.


    Wer kann mir bzw uns helfen?

  • 9 Antworten

    Trockene Alkoholiker

    Es gibt doch so viele trockene Alkoholiker in diesem Forum. Warum kann mir keiner schreiben, was für ihn der Anlass bzw. der Anstoß gewesen ist um eine Entziehung zu machen? Einfach so wird man das ja nicht machen, da muß doch was vorgefallen sein oder? Kam der Entschluß ganz von allein oder haben Taten oder Aussagen von anderen auch dazu beigetragen. Sowas würde mich interessieren. Nimmt man als Alkoholiker überhaupt Worte von anderen wahr oder igniert man sie oder bleibt im Unterbewußstsein doch was hängen, was über längere Zeit dann doch den Ausschlag für eine Entziehung gibt?


    Würde mich sehr über eure Zuschriften freuen.

    Istrienfan

    überlege schon den ganzen tag ob ich dir schreibe


    und da du gar keine kommentare bekommst, mache


    ich das jetzt auch einfach!


    ich bin keine trockene alkoholikerin, sondern


    ich habe ähnliche erfahrungen gemacht, wie du!


    als ich deinen beitrag las, dachte ich zum teil, dass hätte


    auch von mir stammen können! ich erlebe das jetzt seit


    ca. 24 jahren und ich glaube sagen zu können, dass ich


    einen schritt weiter bin als du!


    das brachte allerdings die zeit mit sich und die erfahrungen die


    ich gesammelt habe!

    Zitat

    Nimmt man als Alkoholiker überhaupt Worte von anderen wahr oder igniert man sie oder bleibt im Unterbewußstsein doch was hängen, was über längere Zeit dann doch den Ausschlag für eine Entziehung gibt?

    meiner meinung nach, ein klares "nein", und wenn der alkoholiker


    nicht selbst zu einer therapie bereit ist, bringt es auch nicht viel!


    meine eltern sind schon lange geschieden, wir haben damals


    geredet, geredet und noch mal geredet!


    alles ist an ihr abgeprallt!!!!


    sie war immer nur zu einem entzug bereit, wenn sie körperlich


    nicht mehr konnte!


    ich möchte dir deinen mut nicht nehmen, was mir damals


    sehr geholfen hat, waren gruppenabende für angehörige, der


    alkoholiker, du findest dort ausschließlich leute mit


    ähnlichen problemen, wie du sie hast!


    ein ausstausch dort, kann sehr wohltuend sein!


    noch ein tip zum schluss.......der alkoholiker sucht


    immer die schuld bei anderen für sein trinken, auch das


    habe ich nicht anders erlebt, aber du darfst dir auf keinen


    fall diesen schuh anziehen, selbst wenn deine mutter


    dir sagen sollte, dass DU dann irgendwann mal der


    grund dafür bist!


    eines noch, das sind nur erfahrungen die ich gemacht habe,


    die aber auf keinen fall allgemeingültig sind!


    liebe grüße

    Danke Miros

    Danke Miros das du mir geschrieben hast. Es ist einfach auch der Ausstausch mit Anderen. Auch das zu lesen das es Menschen mit ähnlichen Erfahrungen gibt tut gut.


    Bin gespannt ob meine Mutter körperlich auch mal so fertig wird, dass sie den Entzug wahrnimmt und ob das dann was bringt. Ich weiß das meine Familie und ich uns keine zu großen Hoffnungen machen dürfen. Aber die Hoffnung stirbt zu letzt. Und es gibt ja viele trockene Alkoholiker und jeder war mal tief drinnen und konnte sich ein Leben ohne Alkohol nicht vorstellen. Vielleicht wird sie sich auch zu Grunde trinken, aber vielleicht schafft sie es auch. Ich hoffe nur, dass mein Vater irgendwann hilfe annimmt oder sich im schlimmsten Fall auch von ihr trennt, denn sonst geht er an der ganzen Sache kaputt und das wäre furchbar. Das habe ich mir schon geschworen, wenn Mutter den Vater "ins Grab bringt" will ich absolut nichts mehr mit ihr zu tun haben und deshalb habe ich vor der ganzen Situation sehr viel Angst. Ich muß nächste Woche für ca. 2Wochen ins Krankenhaus. Früher ist eben meine Mutter in solchen Situationen als Hilfe eingesprungen. Dieses mal will mein Mann alleine für die Kinder sorgen und sie nicht meiner Mutter überlassen. Unterstütz wird er dabei von meiner Schwester und meiner Schwiegermutter. Bin mal gespannt wie meine Mutter darauf reagiert. Wahrscheinlich trinkt sie nächste Woche extrem und dann sind wir Schuld, weil a) ich eine größere OP vor mir habe und sie sich angeblich darum größere Sorgen macht und b) weil sie die Kinder nicht bekommt.


    Nochmals vielen lieben Dank für deine ehrliche Antwort und deinen guten Zuspruch.

    Zitat

    Bin gespannt ob meine Mutter körperlich auch mal so fertig wird, dass sie den Entzug wahrnimmt und ob das dann was bringt.

    es ist nur eine entgiftung, eine therapie ist etwas


    anderes und bringt auch eine ganze menge!

    Zitat

    Aber die Hoffnung stirbt zu letzt

    das stimmt und das solltest du dir auch von niemandem


    nehmen lassen! wenn du irgendwann einmal, vielleicht,


    anders darüber denken solltest, dann nur weil du deine


    erfahrungen selbst gesammelt hast!


    ich bin einen sehr steinigen weg gegangen, habe viel


    mit ihr erlebt, dass war nicht immer leicht, aber ich kann


    heute zu meinen entscheidungen stehen!


    ich wünsche dir das es bei dir anders verläuft!

    Zitat

    Wahrscheinlich trinkt sie nächste Woche extrem und dann sind wir Schuld,

    wenn dies so eintreffen sollte, dann bitte denke daran was


    ich dir geschrieben habe, das habe ich nicht nur einmal


    erlebt, irgendwann gewöhnt man sich daran und es


    fängt an nicht mehr so weh zu tun!

    Danke

    So persönlich nehme ich es schon lange nicht mehr. Als ich eine junge Frau bzw. vorallem auch während meiner Pupertät war, tat vieles sehr sehr weh und da haben weder meine Schwester und ich und später auch unsere Männer noch nicht verstanden was los ist. Erst als wir dahintergekommen sind, dass sie trinkt. Anfangs nahmen wir vieles noch persönlich, jetzt nicht mehr sonst würden wir verrückt werden. Manches tut halt im ersten moment doch weh, aber man kann damit umgehen. Zumindest versucht man es.


    Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende

    ich glaube ein wenig weh tun, wird es immer,denn


    es ist schließlich die eigene mutter und nicht


    irgendeine fremde person.


    wichtig für mich ist es, mir dinge zu bewahren die


    vor ihrer sucht waren, dinge bzw. situationen die


    sehr schön waren, erinnerungen an einen ganz


    anderen menschen!


    sie ist heute, aufgrund ihrer sucht, ein ganz anderer


    mensch geworden......leider...!


    aber ich werde meine kindheit niemals vergessen!


    bis dahin war es ein weiter weg für mich, auseinander halten


    zu können, was damals war und was heute ist!


    in meiner erinnerung wird sie immer ein ganz


    lieber mensch bleiben!


    ich wünsche dir ebenfalls ein schönes Wochenende und


    wenn du irgendwelche fragen hast bzw. dich austauschen


    möchtest, kannst du dich gern immer an mich wenden


    liebe grüße

    hallo istrienfan


    ich bin trockene alkoholikerin


    und auch ich habe lange überlegt ob ich schreiben soll.


    denn das vorurteil das man gegen uns hat, ist immer noch groß.


    ich kann nur von mir reden.


    und ja, ich habe sehr wohl regestriert, das ich zu viel trinke, das ich einen weg finden muss und das ich so gar nicht leben will.


    aber man schafft den absprung alleine nicht.


    man hat angst.


    angst vor dem gerede. angst vor dem entzug. angst vor allem was auf einen zukommt.


    denn das dies nicht angenehm ist weiss der alkoholiker sehr wohl.


    ich musste dann leider doch erst zusammenbrechen, bis ich den mut hatte, mich den ärzten anzuvertrauen.


    heute weiss ich nicht mehr warum ich so lange gewartet habe.


    die waren alle sehr nett zu mir und ich wurde gut behandelt.


    niemand gibt gerne zu das er eine krankheit hat, die er nicht steuern kann.


    du gibst damit auch ein wenig dich selbst auf, weil du ja in geweisser weise "nicht frei bist"


    das dies alles blödsinn ist muss man erst lernen.


    und dazu braucht man sehr wohl die familie, freunde oder wenigstens einen freund.


    sonst ist es noch viel schwerer dies durchzustehen.


    weisst du , nicht das aufhören ist das wirklich schwere.


    sondern das trocken bleiben.


    alles ist neu. du musst lernen mit dem leben ohne flucht klar zu kommen.


    und vor allem muss man sich eingestehen, das man krank ist.


    und sich klar machen, das man damit nicht sehr alt wird.


    und an alkohol zu sterben, ist eine lange qualvolle zeit.


    dann sehen es die meisten ein, doch dann ist es unwiderruflich zu spät.


    deine mutter hat doch perspektiven, sie hat menschen die sie lieben.


    du solltest nochmal versuchen mit ihr zu reden.


    sag ihr du würdest mitgehen in eine selbsthilfegruppe.


    oder erst mal zur beratung....


    aber es stimmt schon.


    wenn sie nicht wirklich aufhören will, bringt das alles nichts.


    dann solltet ihr euch wirklich von ihr fernhalten, das rüttelt sie dann vielleicht auf.


    muss aber nicht.


    kann genauso gut ins gegenteil umschlagen und gibt ihr grund noch mehr zu trinken.


    am ende kann nur sie über ihr leben entscheiden.


    und nur sie kann es bestimmen.


    gut oder schlecht.


    alleine, oder in harmonie.


    und nochwas zu mir.


    ich habe niemals anderen die schuld daran gegeben. an gar nichts.


    ich wusste sehr wohl das ich das alleine verschuldet habe.


    und ich habe auch niemanden für irgendwas verantwortlich gemacht.


    und dieses einsehen lernt sie auch in einer gruppe.


    wie gesagt, wenn sie will...


    lg

    Danke

    Vielen dank für deinen Beitrag. Er hilft mir doch sehr. Beim entzug oder wenn sie dafür bereit ist, hat sie die Unterstützung der ganzen Familie. Aber jetzt distazieren wir uns etwas, in der Hoffnung das sie, wenn sie ihre geliebten Enkel nicht mehr so oft sieht, reagiert. Schlimmer kann es ja nicht mehr werden, wenn dies nichts nützt.


    Danke nochmal und liebe Grüße

    klar einen versuch ist es wert.


    wenn sie dann "kleinbeigibt" rede gleich über eine therapie und gib nicht auf.


    denn wir sagen gerne mal schnell: ja, mach ich . aber dann war ´s das wieder. dran bleiben solange sie will....


    am besten sofort.


    wie gesagt, ob du ihr damit gut tust weiss ich nicht.


    jedenfalls ist es für die kinder besser.


    die haben nichts getan und müssen nicht mit ihr zusammen sein, wenn sie das nicht wollen.


    aber du solltest sie das auch entscheiden lassen und sie nicht als druckmittel benutzen.


    das wird ins gegenteil umschlagen..


    rede immer wieder mit ihr.


    sie wird es aufnehmen auch wenn es nicht so scheint.


    und dann muss sie eine entscheidung treffen.


    oder sie verliert ihre familie.


    gott sei dank habe ich das so nie mitmachen müssen.


    ich war nie gemein oder akressiv wenn ich betrunken war.


    ich war auch immer "nur" so betrunken das ich mein ding machen konnte...


    ohne ging es ja nicht.


    ich kenne diese art von menschen die dann so sind.


    meine mutter war es auch. sie hatte nichts mehr unter kontrolle und wurde richtig widerlich wenn sie getrunken hatte-


    nüchtern war sie der liebste mensch, wie deine.


    leider habe ich ihr nicht helfen können.


    sie ist mit 44 jahren gestorben. und das war kein schöner tot, das sage ich dir.


    eigendlich hätte mich das abschrecken müssen und das hat es auch lange zeit.


    als ich dann süchtig war, hielt ich mich immer noch für anders. weil ich eben arbeiten ging und auch den haushalt und auch meinen sohn nie im stich lies.


    aber wie gesagt, das spielt keine rolle. ich bin alkoholikerin da gibt es nix zu rütteln.


    wo drauf ich besonders stolz bin, ist. das mein sohn, jetzt 18, ganz vorsichtig mit alkohol umgeht.


    denn trotz meiner sucht, habe ich ihm immer verständlich machen können, das er super aufpassen muss...


    nagut, ich bin abgeschwiffen. entschuldige.


    ich will damit nur sagen. deine mutter braucht super viel kraft um das durchzustehen.


    die wenigsten schaffen dies. mal ehrlich gesagt.


    vier von meiner ehemaligen gruppe trinken wieder.


    also musst du immer damit rechnen, das es ein kampf auf lebenszeit wird.


    deswegen nimm dir das nicht zu sehr an.


    lebe dein leben mit deiner familie...sei da für sie, aber mach dich damit nicht kaputt.


    damit ist niemandem geholfen.....


    sie macht doch was sie will. oder wie sie es kann. nicht jeder hat die kraft diesen kampf aufzunehmen der wirklich sehr hart ist.


    ich wünsche dir, deiner mutter, euch allen alles gute.


    wenn du mal fragen hast, oder vielleicht sogar deine mutter,dann frag ruhig. ich werde versuchen so ehrlich wie möglich zu antworten....


    lg