• Nachwehen von Alkohol

    Guten Tag, zunächst mal, ich habe dieses Unterforum gewählt, da ich nicht weiß, welches sich besser eignen könnte. Glaube aber nicht an ein Suchtproblem. Problematik: Früher habe ich regelmäßiger getrunken, als Jugendlicher, verschiedene Alkoholika, und hatte maximal einen Tag Kater. Seit ein paar Jahren habe ich das deutlich reduziert und abgesehen von…
  • 23 Antworten
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    zunächst mal, ich habe dieses Unterforum gewählt, da ich nicht weiß, welches sich besser eignen könnte. Glaube aber nicht an ein Suchtproblem.

    Aus meiner Sicht hätte sich sich das Forum für Neurologie angeboten. Denn eines für Psychiatrie gibt es ja nicht.

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    Das spüre ich mittlerweile jedoch 3, 4, 5 Tage. Kann das normal sein? Ich habe die Sorge, dass das nur irgendeine Schwäche meines Körpers offenbart. Bin ein ansonsten jedoch gesunder, schlanker bis sportlicher Mittzwanziger.

    Auch die werden älter. :-)

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    Beschwerden sind in der Hauptsache Appetitlosigkeit, innere Unruhe, gestörtes Seh-/Sprachzentrum, Verängstigung und "flatternde" Hände. Alles auch durchaus über die genannte Dauer. Muss ich mir da diese Sorgen machen?

    Klar. Es betrifft alles dein Gehirn, das Steuerungszentrum.


    Was du selbst machen kannst: mit einem Alkoholtester (ordentliches Gerät) deine individuelle Alkoholkonzentration im Atemalkohol besser messen. Recht einfach handzuhaben als Atemalkoholtester. Über den Abend immer erst 15 min nach dem letzten Konsum. Und an den Folgetagen für konkrete Messwerte in einer Zeit, wo dir der Abbau offenbar noch unklar ist.


    Ich finde das insbesondere dafür wichtig, dass du auch deine Restalkoholkonzentrationen kennen musst, z.B. für Autofahren, Bedienen von Maschinen, Arbeit.

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    Abgesehen davon, dass es mich natürlich extrem unglücklich macht und verunsichert.

    Ich finde, hier hat dieses Angstgefühl mal eine gute Funktion. Eine Schutzfunktion.

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    Was könnte der Grund sein?

    Also dass der Alkohol ursächlich mit reinspielt, liegt ja auf der Hand, wenn die Symptome sonst nie bei dir Auftreten sollten. 4 Liter Bier an einem Abend ist einfach mal viel zu viel, und damit eine Alkoholvergiftung, 2. Stadium - die Symptome decken sich ziemlich gut.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholvergiftung


    Für eine persönliche Einschätzung genau deiner Verhältnisse würde sich der Gang zum Neurologen anbieten. Ich weiß nicht, ab welcher Symptomlage/Beschwerden ein EEG (recht preiswert, aber mit Schwierigkeiten in der Auswertung) oder MRT / Schädel-MRT (teurer, dafür aber erheblich informationsreicher) gemacht wird. Aber das wäre die Chance, zumindest mal einen Blick auf das Gewebe zu werfen und die Diagnosemöglichkeiten zu erweitern. Neben einem Blutbild - das ist billig zu machen, hat aber wieder einiges an Interpretationspielraum. Oder in einem Beratungsgespräch von einem Fachmediziner erklärt zu bekommen, 1) wie das zusammenhängt mit den Folgeauswirkungen von 2 Promille an den Folgetagen des Konsums und 2) wie sich die "Alkoholtoleranz" eines Körpers mit dem Alter oder anderen Einflussfaktoren (z.B. deinem nun geringeren Konsum im Alltag abseits der Intensivabende) ändert.


    Richtig bedenklich finde ich deine Denkrichtung, die du zwischendurch andeutest und die so sinngemäß ist:


    "Früher habe ich die Menge (und sogar mehr und öfter) besser vertragen, heute nicht mehr, andere scheinen es aber auch zu vertragen und ich trink doch nur Bier." => Und dann suchst du nur noch Wege dazu, quasi die frühere "Alkoholtoleranzleistungsfähigkeit" deines Körpers wieder herzustellen. Darin siehst du den Weg deiner Gesundung und Therapie. Du denkst quasi, ein Körper der ringsrum sportlich und leistungsfähig ist, der muss auch souverän mit Alkohol umgehen. Und auf Hinweise, weniger zu konsumieren, reagierst du abwehrend als Bedrohung deiner Freiheit und Entscheidungsfähigkeit als Erwachsener.


    Ich finde, dieses Verteidigen und Abwehren ist schon der erste Schritt in eine Suchtproblematik. Wenn jetzt noch ein Gedanke dazu käme, die Alkoholtoleranz durch regelmäßigen Alkoholkonsum "trainieren" zu wollen oder zu müssen, wäre das der nächste Schritt.


    Dabei könntest du es doch einfach mal probieren mit dem weniger Trinken zu den "Anlässen". Jede Menge Infos und Selbst-Tests zur Einschätzung des individuellen Limits (Mengen, Abbauraten, ein paar biologische Zusammenhänge) gibt es hier:


    https://www.kenn-dein-limit.de/


    Denn diesen Satz zwischendurch empfand ich als Lichtblick:

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    Dann muss ich wohl einfach einsehen, dass ich nicht nur meine "Ausflüge" sondern auch die Mengen deutlich runterschrauben sollte.

    hey burton,


    exakt das gleiche konnte ich bei mir auch feststellen! Auch gerade die "kognitiven" Einschränkungen am Tag/an den Tagen danach nerven mich am meisten. Also mir ist nicht nur Schlecht und ich habe Kopfschmerzen, sondern kann mich ganz schlecht konzentrieren (lesen, schreiben, etc...). Und ich kann dir mit 30 Jahren sagen, dass ich mit 25 das zwar auch hatte aber nicht so heftig wie heute ;-)


    Dadurch schränkt man seinen Konsum sowieso schon ein, aber wenn ich dann doch mal heftiger feiern gehe und viel trinke, achte ich mittlerweile sehr darauf was ich trinke und versuche so gut es geht immer wieder Wasser zwischendurch zu trinken. Das mildert meine Symptome fast gänzlich ab. Nichts desto trotz, das Beste wird sein bewusster Alkohol zu konsumieren.

    Ich bin jetzt 27 und habe immer noch denselben Freundeskreis wie mit Anfang 20. Keiner von uns ist heute auch nur annähernd in der Lage, die Mengen Alkohol wegzustecken, die wir früher ohne nennenswerte Ausfallerscheinungen getrunken haben.


    Ich hab das eigentlich immer als "Alterserscheinung" aufgefasst und eben auch als eine Sache der Gewöhnung. Meine Freunde sehen das ähnlich.


    Mit Anfang 20 sind wie 3 Tage die Woche durch die Kneipen gezogen, haben kaum geschlafen und hatten trotzdem nie einen Kater. Wenn mans mal arg übertrieben hatte, blieb man den folgenden Tag im Bett und hat fettiges Zeug gegessen. Danach war alles wieder gut. Heute würde ich mit den Alkoholmengen ohne Umwege in die Bewusstlosigkeit trinken. Vermutlich würde ich nicht mal alles schaffen, was ich damals so an einem Abend getrunken habe.


    Ich gehe auch deutlich seltener Weg, trinke nur noch alle 2-3 Monate mal größere Mengen

    Alkohol und nur noch 1-2 Mal im Jahr hochprozentigen Alkohol. Als ich vor wenigen Wochen Samstags auf dem Weihnachtsmarkt 5 Glühnwein (in gut 5 Stunden) hatte, hatte ich davon noch Mittwochs was.


    Für mich ist das einfach der Lauf der Zeit, ich bin eben keine 18 mehr. Und eben auch keine größeren Alkoholmengen mehr gewöhnt. Ich entscheide mittlerweile viel bewusster ob und wie viel ich trinken will und wenn ich weiß, der Abend wird länger werden, plane ich das entsprechend ein und weiß, dass ich dann 2-3 Tage mal nicht so fit bin. Wenn ich halt weiß, dass ich in der kommenden Wochen irgendwas wichtige vorhabe, das meine volle Leistungsfähigkeit fordert, dann spare ich mir halt den Alkohol.

    Hallo Burton1,

    da diese zwei Sätze unmittelbar nach meinem Beitrag von dir kamen, fühle ich mich mal getroffen.

    Zitat

    Ich finde es immer etwas befremdlich, wenn bei einer solchen Fragestellung die "einfach weniger/keinen Alkohol trinken" kommen. Ich gedenke nicht, hier einen Moralapostel zu brauchen.

    Und sage dazu folgendes:


    Ich kann weder in meinem Beitrag noch in dem Video etwas von Moral entdecken, eher von Gesundheit. Falls du also unter anderen auch mich gemeint hast, dann schreibe doch bitte "Ich gedenke nicht, hier einen Gesundheitsapostel zu brauchen."


    Hast du dir die Mühe gemacht und das dreiminütige Video angeschaut?


    (Ich kann auch in diesem Video keine Moralkeule erkennen, sondern eher, dass die möglichen Auswirkungen des Alkoholkonsums auf den Körper geschildert werden.)


    Ich meine du schreibst hier nicht: "Ich esse 1 kg Bio-Orangen" und seltsamer Weise wird mir seit einiger Zeit schlecht dabei.", sondern du beschwerst dich, dass dein Körper seit einiger Zeit die Zusichnahme von 4 Liter Bier nicht mehr so ohne weiteres wegsteckt. Ich gebe ja zu, dass deine Intention zu vermuten, dass da eventuell mehr dahinter zu stecken könnte, schon irgendwie berechtigt ist, zumal andere das in deinem Alter ja scheinbar noch gut wegstecken können.


    Meine Botschaft an dich war eigentlich: Alkohol ist ein Nervengift, vor allem in großen Mengen genossen und sei froh, dass dein Körper so reagiert. Bei anderen, die diese langen Nachwirkungen nicht haben und deshalb öfters größere Mengen trinken, treten vielleicht später umso mehr und graveriendere gesundheitliche Probleme auf.

    Mann042, du warst nicht gemeint, für das Video war noch keine Zeit, da ich mich auf der Arbeit quäle... ;-)


    Comran, lupus, Liverpool, Pythonist, ich daake euch allen für die durchaus bis extrem ausführlichen Beiträge! Ich werde sie alle nach und nach 2,3 Mal lesen und bin schon deutlich beruhigter, dass das auch über diese Dauer eine normale Schutzreaktion zu sein scheint. So sehr sie mich auch belastet.


    Sollte ich noch einzelne Rückfragen haben, folgen diese später.


    Lieben Gruß!

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    Ich finde es immer etwas befremdlich, wenn bei einer solchen Fragestellung die "einfach weniger/keinen Alkohol trinken" kommen.

    Gegenfrage: Was willst Du denn hören?


    4L Bier sind eine extreme Menge, die ein Nicht-Alkoholiker als Erwachsener kaum verträgt. Jugendliche Körper kommen da vermutlich leichter mit klar und der Trainingseffekt ist da sicher auch ein Punk. Ich trinke mit 45 nur gelegentlich mal Wein oder Bier, vielleicht 1x die Woche. Wenn ich bei einer feuchtfröhlichen Feier ganz selten mal richtig viel Bier trinke, sind das inzwischen vielleicht 1L. Insofern liegt der Rat an Dich doch nahe: Einfach weniger trinken. Das hat doch nichts mit Moralkeule zu tun.


    Wenn Du den Grund für Dein Unwohlsein wissen willst: Du hattest eine Alkoholvergiftung. Was das ist und was da in Deinem Körper so vor sich geht, kannst Du im Internet gut nachlesen. Es ist keine Schutzfunktion, sondern die Symptome einer Vergiftung. Bei noch mehr Alkohol im Blut kommt dann Bewusstlosigkeit, Koma oder der Tod, den dann auch Du vermutlich nicht mehr für eine Schutzfunktion hältst.

    Ein Körpergewicht von 80kg angenommen liefert der Rechner hier


    http://www.promille.co.at/promille.php


    als Ergebnis zwischen 2 und 3 Promille. Ab 3 Promille kann das theoretisch tödlich enden.

    Also das was du gerade merkst nennt man, Altern. Je älter du wirst desto länger braucht dein Körper um sich vom Alkohol zu regenerieren. Alkohol ist ein Zellgift. Der Körper versucht das Zeug so schnell wie möglich los zu werden. Einher gehen damit Dehydrierung. Das sorgt für Kopfweh, da auch Minerale ausgeschwemmt werden.


    Sauf die mal mit 30 einen an. Bracuhst wohl einen Tag oder länger um wieder fit zu sein.