• Notarzteinsatz selbst bezahlen?

    Es ist ja so, dass wenn man wegen Alkoholvergiftung oder Drogenüberdosis etc. den Notarzt rufen muss, der Betroffene den Einsatz selbst bezahlen muss. Mich würde mal eure Meinung dazu interessieren. Im ersten Moment denkt man sich (oder ich mir zumindest) ja – naja, selbst verschuldet, wer so dumm ist, etc., das soll der jenige auch selbst bezahlen und…
  • 68 Antworten
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    Ich finde es schlimm, dass durch eine solche Regelung mit Menschenleben gespielt wird. Gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen kommt es ja am häufigsten zu Noteinsätzen aus solchen Gründen, und gleichzeitig sind es gerade diese Personen, die dann vielleicht aus Angst zu lange zögern, den Arzt zu rufen.


    Natürlich ruft jeder sofort, rein logisch betrachtet, "ein Leben ist mehr wert als Geld, ruf bloß den Arzt" – aber wenn man als junger Mensch so eine riesige Geldsumme vor Augen hat und noch dazu vielleicht die Angst, dass die Eltern dadurch was mitkriegen was sie sonst nicht mitkriegen würden, ist es schnell passiert, dass man ein paar lebenswichtige Minuten zu lange überlegt.

    So traurig diese Situation nun auch endete, bin ich dennoch der Meinung der Mehrheit hier. Die Jugendlichen haben auch das nötige Geld für Alkohol und Drogen und sind außerdem selbstverantwortlich wenn sie sich das Zeug im Übermaß reinziehen. Nichts wäre dann lehrreicher als auch die Konsequenzen für das eigene Handeln tragen zu müssen!


    Daher sage ich auch "leider" muss man an den meisten Orten die Kosten für die Versorgung nicht selbst tragen, doch ich würde es absolut befürworten. Dabei ist es egal, ob es Jugendliche in Partystimmung fahrlässig so weit getrieben haben, oder ob einer im alkoholisierten Zustand ein Fahrzeug lenkte, oder wieder jemand anderer nach dem Apreski im alkoholisierten Zustand die Bergrettung bemühte ihn zu finden und zu retten. Alle, die nicht wissen, wo die Grenze beim Alkohol oder Drogen sind, sollen auch die Konsequenzen dafür tragen müssen. Wie kommen denn z.B. Bergretter dazu, wegen solchen Leichtsinns mancher Leute ihr eigenes Leben riskieren zu müssen!?

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    Ein anderer Mensch hat vielleicht einen Unfall, weil er betrunken Auto gefahren und im Graben gelandet ist. Diese Leute haben ihr Unglück doch auch selbst verschuldet und werden nicht zur Kasse gebeten.

    Alkolenker werden wohl so ziemlich überall zur Kasse gebeten, und das ist auch absolut gut so! Es ist einfach total verantwortungslos in solchem Zustand noch ein Fahrzeug zu lenken und damit mit Menschenleben Unschuldiger zu spielen.

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    Oder was ist mit Suizidversuchen? Ich wüsste nicht, dass man zahlen muss, wenn man mit aufgeschnittenen Armen in der Badewanne gefunden wird.

    Man darf einfach wirklich nicht alles in ein und denselben Topf werfen. Suizidgefährdete sind psychisch krank und benötigen dringend Hilfe. Sehr oft sind gerade solche Leute nicht mehr Herr ihrer Sinne, also unzurechnungsfähig.

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    Was soll der Unsinn also?

    Warum Unsinn? Wie kommt denn der Steuerzahler dazu den freudigen Trinkern das Rotkreuztaxi immer und immer wieder zu bezahlen?


    Zu Österreich möchte ich noch ergänzen, dass nicht einfach jeder Rettungseinsatz einer Kostenübernahme zugeführt wird. So muss etwa einer, der einem anderen beispielsweise die Nase gebrochen hat, dessen Rettungskosten wie Notarztwagen und Versorgung im Krankenhaus sowie die eventuell notwendige Operation wie den Krankenhausaufenthalt bezahlen. Da wird allerdings nicht gefragt, wieso es überhaupt dazu kam.


    Sowas wird dann mittels Regressforderung von der Kasse bei dem Betreffenden eingefordert.


    Andrerseits wiederrum wird häufig schon ein Hubschrauber angefordert, obwohl es sich vielleicht "nur" um ein gebrochenes Bein handelt, welcher auch ohne weiteres mit dem Rettungswagen transportiert werden könnte, und dann darf der Verunfallte diesen selbst bezahlen. Wenn man dann womöglich nicht hoch genug versichert ist, kann dies auch ganz enorm ins Geld gehen!

    Also meines Erachtens ist das so eine Urban Legend, die in Zeiten klammer Kassen und Praxisgebühr auf fruchtbaren Boden fällt.


    Wer soll denn entscheiden, ob da nicht jemandem was in den Drink gekippt wurde oder ob derjenige sich freiwillig zugeschüttet hat? Wenn ein Notfall ist, dann wird behandelt und logischerweise zählt das dann die Kasse. Die sind doch kein Gericht, das über Eigenverschulden oder nicht befinden darf.


    Und der Vergleich mit einem verursachten Unfall und der Kostenbeteiligung hinkt auch. Dort gibt es nämlich einen Prozess, in dem die Verantwortlichkeiten verhandelt werden.

    Man darf hier unterschiedliche Dinge nicht durcheinander werfen. Einerseits gibt es unterschiedliche Formen von Fehlfahrten, ambulanter Versorgung, Transportverweigerung bis hin zum Notrufmissbrauch. Andererseits gibt es lokal divergierende Abrechnungsmodalitäten (meist sogar auf kommunaler Ebene, nur in wenigen Bundesländern [bspw. Bayern] gibt es einheitliche Tarife).


    In meinen (norddeutschen) Wirkungskreisen wurde unter Fehlfahrt (kostet nichts) und ambulanter Versorgung (kostenpflichtig, teilweise auch unter anderem Namen wie "Versorgung vor Ort" u.ä.) unterschieden. Im Zweifelsfall habe ich auch trotz ergriffener Maßnahmen (die nur meiner eigenen Absicherung dienten) den Einsatz als Fehlfahrt klassifiziert. Rettungsdienst ist ein lediglich kostendeckendes Geschäft, mögliche Gewinne werden in der nächsten Abrechnungsperiode durch niedrigere Transportgebühren wieder ausgeglichen. Insofern gibt es keinen Grund, Patienten durch sinnfreie Rechnungen abzuschrecken. Das mag allerdings in Bundesländern mit Konzessionsmodell anders aussehen. Dass sich die Sozialgerichtbarkeit bis hoch zum BSG mit der Bezahlung von Fehlfahrten auseinandersetzen musste, hat ebenfalls unterschiedliche Gründe, die sowohl auf mangelnder Sensibilität beim eingesetzten Personal als auch auf an Missbrauch grenzende Vollkaskomentalität der Versicherten fußen.


    PS: bei volltrunkenen Jugendlichen habe ich jedoch gerne "Privatzahler" angekreuzt. Mir ist zwar klar, dass die das letztendlich über ihre Krankenkasse abrechnen, aber sie sollen zumindest sowohl die Kosten ihres Exzesses kennen als auch ein wenig Laufereien damit haben. Sozusagen meine ganz persönliche pädagogische Komponente o:)

    Also ich mußte die Rettungswagenkosten auch immer selbst tragen. Und nein,da gings nicht um Drogen oder Alkoholkonsum. Aber das hat weder 900 noch 300euro gekostet. Ein Grund wieso ich jetzt nur noch mit Taxi ins Krankenhaus fahren würde selbst in akuten Situationen. :D


    Vielleicht ist es von Bundesland zu Bundesland anders geregelt.

    @ Hekate

    Warum hast die Kosten nicht an die Krankenkasse weitergegeben? Also einfach dort Bescheid gesagt, dass du einen Rettungswagen benötigt hast?

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    finde in diesem Alter sollte man vernünftig genug sein, sich nicht so volllaufen zu lassen, dass man gar nichts mehr merkt.

    Der Effekt bei Alkohol und Drogen setzt verzögert ein. Wenn man etwas merkt und aufhört, kann es trotzdem schlimmer werden.


    Ist aber keine Entschuldigung. Bei anderen "Vergehen", etwa im Straßenverkehr, wird man ja auch zur Kasse gebeten.


    Schwieriges Thema, muss ein Lungenkrebs selbst bezahlt werden, wenn man mal geraucht hat? Und wenn man nicht geraucht hat, ist er kostenlos? Meinen Herzinfarkt zahlt der Chef, der mich jahrelang zur Eile angetrieben hat?


    Grundsätzlich sollten bei Verschulden auch Konsequenzen drohen – aber wie beweisen?

    gwendolynn


    krankenkassenkarte hatten sie, er hatte ja alles bei sich und die haben das durchgeguckt, als sie ihn aufgenommen hattene, eben auch wegen personalien etc, er konnte ja selbst nix mehr angeben.


    er hat die rechnung bekommen, eben weil die krankenkasse diesen einsatz NICHT gezahlt hat. war so, egal wie man es dreht und wendet ;-)

    zum Thema


    Wieviel mag ein Einsatz mit Behandlung im Durchschnitt kosten? 300.- € dürften knapp gerechnet sein. ":/ , laut obigem Artikel werden 45 000 Patienten deswegen eingeliefert. Daraus errechnen sich


    Kosten von


    13,5 Millionen €


    Nur weil die Damen und Herren Komasäufer nicht wissen, wo ihre Grenzen sind. >:( >:(

    Das Problem ist ja das zusätzlich Außerdem die Rettungsmittel nicht für mehr für andere Einsätze zur Verfügung stehen.


    Vor allem an Party Wochenenden ist das deutlich merkbar.

    Ich bin 2010 mit Rettungswagen in der Notaufnahme gelandet... Eigentlich selber schuld, was muss ich keine 24 Stunden nach großer ambulanter Knie-OP auch im Supermarkt rumhüpfen. Ergebnis: Massiver Kreislaufkollaps. Rettungswagen. Notaufnahme. Hat mich 20€ gekostet; 10€ Eigenanteil für den RTW und 10€ Praxisgebühr Notaufnahme.


    Ich hatte auch beruflich auch mehrfach die Situation, dass wir einen RTW gerufen haben zwecks Einlieferung in die Psychiatrie. Einige Patienten sind dort geblieben; andere durften nach Gespräch mit dem diensthabenden Arzt wieder gehen, Da hat auch nie irgendjemand eine Rechnung bekommen.


    Ich würde mich aber von drohenden Kosten NIE davon abhalten lassen, einen Krankenwagen zu rufen bzw. zu nutzen. Und mich ggf. hinterher ganz gewaltig mit der Krankenkasse anlegen, sollte ich da was selber zahlen.

    @ ZRub

    :)^ :)^ :)^ genau das isses doch... einer der grad nen schlaganfall oder sonst was hat muss länger warten weil die krankenwagen bei den alkis beschäftigt sind.... traurig...

    Hallo,


    mir ist letzte Woche auch passiert das ich vom Krankenwagen aufgrund uberhöhtem Alkoholkonsum abgeholt werden musste. Bis jetzt musste ich nichts weiter dafür zahlen. Habe auch heute bei meiner Krankenkasse angerufen. Dort wurde mir gesagt das Kosten für Rettungswägen in den allermeisten Fälle übernommen werden. Ich gehe davon aus das der Transportschein unterschrieben wurde. Im Krankenhaus wurde ich auch untersucht was ja wenig Sinn machen würde wenn der Transportschein nicht vom Arzt unterschrieben worden wäre. Meine Frage ist nur welche Unterlagen werden an die Krankenkasse weitergeleitet? Nur der Transportschein und die Abrechnung oder auch der ärztliche Bericht? oder dient der nur dem Krankenhaus?Habe vom Krankenhaus einen ärztlichen Bericht erhalten in dem sich die Situation so darstellt als sei es nicht unbedingt notwendig gewesen den Krankenwagen zu rufen obwohl ich weiß bzw ich selbst leider nicht mehr aber aus Erzählungen und Bilder/Videos weiß ich das es absolut richtig war von meinen Freunde den Krankenwagen zu rufen. Von der Krankenasse wurde mir außerdem gesagt das es bis zu einem halben jahr dauern kann bis die Abrechnung des Rettungswagen bei der Krankenkasse vorliegt. Weiß jemand warum das so lange dauert? Außerdem habe ich gelesen das es einen Unterschied macht bei der Kostenübernahme ob man ambulant oder stationär behandelt wird. Wie verhält es sich wenn man sich gegen Reversion einer weiteren Krankenhausbehandlung entzieht? Ich für meinen Teil habe aus der ganzen Sache gelernt und ich denke nicht das mir so etwas nochmal passieren wird. Geht vielleicht nicht allen so aber mir war es total peinlich wegen Alkohol im Krankenhaus zu landen. Die Leute die mehrmals oder öfter Alkohol trinken sollten meiner Meinung nach auch die Rechnung bezahlen. Wenn einem so etwas nur einmal passiert und man daraus etwas lernt und das tue ich auch ohne das ich Geld für den Krankenwagen zahlen muss finde ich es aber in Ordnung wenn man es nicht selber bezahlen muss.

    da lassen so genannte freunde eine gemeinsame freundin fast verrecken, weil sie eine urban legend gehört haben :|N :|N :|N :|N :|N


    da alle erwachsen sind, sollten sie sich eher warm einpacken, wenns ums thema unterlassene hilfeleistung geht.


    ich habe aus dem krankenhaus auch schon eine rechnung zugestellt bekommen für meine behandlung, obwohl ich meine chipkarte dabei hatte. sie wurde schlicht nicht eingelesen. die rechnugn wird zur krankenkasse geschickt und fertig.


    die stellungnahme der krankenkasse möchte ich sehen, die einen notarzt-einsatz ablehnt. auch wenn der behandelte absolut selbst schuld war.

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    krankenkassenkarte hatten sie, er hatte ja alles bei sich und die haben das durchgeguckt,

    Ja, durchgeguckt, aber haben sie die Karte auch eingelesen?


    Mir fiel doch einfach das richtige Wort nicht ein dafür, bin erst durch hag-tysias Beitrag wieder drauf gekommen.

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    Wenn man betrunken einen Autounfall verursacht, bezahlt man u.U. nicht nur den Krankenwagen, sondern auch die Behandlungskosten, zumindest anteilig. Soweit ich weiß, kann grobe Fahrlässigkeit immer mit Leistungskürzung belegt werden.

    ...das stimmt so ja nun schonmal gar nicht. niemand, der selbst einen autounfall verursacht hat, muss seine krankenkosten zahlen, dafür ist die krankenkasse zuständig.


    einzig und allein die kosten des unfallgegners werden über die haftpflicht des verursachers abgerechnet und die KK des gegners holt sich von dort die kosten wieder. deswegen heißt es haftPFLICHT...eben um größere finanzielle belastungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass bei einem unfall die kosten gedeckt sind.


    bei der gesetzlichen krankenversicherung gibts es m.E. nach keinen tatbestand der groben fahrlässigkeit. das wäre ja noch schöner, es handelt sich dabei nicht um das reguläre versicherungsprinzip der privaten versicherung, sondern um ein instrument des sozialstaates, den wir immer noch haben.


    meine meinung: jugendliche und erwachsene, bei denen aufgrund drogenkonsum (auch alkohol ist eine droge) der RTW gerufen werden muss, sollten ab dem 2. einsatz die kosten voll tragen. das wäre mal eine erziehungsmaßnahme insbesondere auch für eltern, deren sprösslinge samstag nachts um 1 Uhr von der straße aufgelesen werden. wenns nämlich ans geld geht, vergeht den meisten der spaß.


    abgesehen davon: wenn ich der meinung bin, dass jemand in meiner umgebung, unter welchen umständen auch immer, einen arzt braucht, dann werde ich den auch rufen, egal was derjenige sagt und was das für kosten verursachen sollte.