OPIAT-Abhängigkeit / Hilfen für betroffene Langzeit-User

    Hallo,


    ich werde in ein paar Jahren 50 (bin seit 4 Jahren Vater einer ganz lieben Tochter) und bin seit meinem 15. Lebensjahr mal mehr + mal weniger (meistens mehr) abhängig von Opiaten.


    Es begann mit Alkohol, dann Trips + Kiffen und ging weiter mit Valoron (damals noch ohne Naloxon und laut Beiblatt nicht süchtigmachend), dann Heroin, Opium, Dihydro-Codein, Dolantin, Polamidon, Methadon aus NL, Palladon, Oxygesic, Durogesic, Morphin-Hydrochlorid, Morphin-Sulfat und einiges andere mehr. Die Ärzte haben mich abgeschrieben. Einige Entgiftungen haben geklappt, wobei die von Methadon die allerschlimmste war.


    Der Rückfall kam immer, sei es mit Alkohol - was ja auch meine Einstiegsdroge war. Seit einigen Jahren bin ich an Hepatitis C erkrankt, Leber und Nieren sind geschädigt, Depession wurde diagnostiziert usw, usw.


    Ich suche noch immer den Ausstieg und würde mich freuen hier mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sich mit mir austauschen möchten und eventuell Hilfe geben oder nehmen wollen.


    Bin übrigens neu hier, also sorry für Fehler und einstweilen Euch allen alles Gute!! *:)

  • 9 Antworten

    es gaben wohl noch nicht viel leute die dir helfen wollten hier:-/die geschichte ist so ziemlich identisch mit der meiner mutter.sie hat es nach 35 jahren geschafft clean zu werden:)^man kann wenn man wirklich will.auch wenn es hart ist

    Hi Brood

    Ich kann mich ganz gut da reindenken. Ich hab das auch jahrelang durchgemacht! Nicht solange wie bei dir.....aber es waren auch ca. 11 Jahre allein auf Shore und bestimmt knapp 17 Jahre Drogen insgesamt. Ich hab auch ne Menge durch: Cannabis, Speed, Koks, Benzos, Tramal, Morphin, Heroin, Extasy,.....


    Der Ausstieg davon ist natürlich ne schwierige Sache.....erstrecht wenn man schon so lange dabei ist! Leider gibt es da keine Standartlösung! Jeder Mensch ist halt anders. Der eine geht in ne Langzeittherapie.....fühlt sich da sehr gut aufgehoben. Der andere kann mit den Regeln in solch einer Therapieeinrichtung garnichts anfangen. Ich gehörte dann mal eher in die zweite Gruppe! Dann gibt es ja noch Substitution......dann kommt die Frage auf.....Metha, Subu oder doch Pola? Ist halt bei jedem anders!


    Also ich habs dann irgendwann mit Pola geschafft! Nach einigen anderen Anläufen (Entgiftung, Methadon,...)


    Das ist aber nur ein Aspekt, der stimmen muß.....z.B. einen Job als Zukunftsperspektive zu haben ist auch kein Nachteil!


    Schwierige Sache.......aber nicht ZU schwierig um es trotzdem schaffen zu können!!:)z


    lg *:)

    Hey Brood,


    auch ich kann dir leider keine Lösung bieten, aber gerne Austausch. Substituieren scheint bei dir ja nix zu bringen, den Weg hast du ja schon mehrfach versucht.


    Mich persönlich hat die Hepatitis "geheilt" von den Drogen, hatte eine schlimme A vor vielen Jahren die mich fast umgebracht hat und C, die vor ~5 Jahren ganz akut war. Kam wie ein Fluch aus alten Zeiten. Und Interferon ist nicht so schön, milde ausgedrückt! Alles um mich herum ist zerfallen, mein Körper auch. Das war der Preis, den ich zahlen musste. Das hat mich einschneidend verändert, mich meinen Körper schätzen und ehren gelehrt, Demut vor dem Leben. "Nur" die Kifferei ist übrig geblieben, woran ich gerade arbeite.


    So wie Jens schreibt, du brauchst eine Zukunftsperspektive. Und du hast doch schon mal eine ganz tolle, deine Tochter?

    Frag mal den "War mal der Kater".... der hat selber jahrelang Erfahrung gemacht und wenn wer hier Rat weiß dann er.


    Sonst ... ja das übliche runterdosieren unter ärztlicher Aufsicht... gegen Depressionen Antidepressiva oder ne Psychotherapie.


    Ich würd mich bei Hepatits C und einem Nierenschaden nicht mehr lange fackeln. 2 deiner wichtigsten Entgiftungsorgane sind angegriffen, wenn deiner Tochter ihr Vater noch eine Weile erhalten bleiben soll bist du ja auf dem richtigen Weg ... das mal ein Wille da ist. Wenn deine Nieren den Geist aufgeben, bzw. deine Leber hast du auch schlechte Karten auf ein Spenderorgan.


    Wie gesagt ich selber kann dir nur die Standard Methode ans Herz legen - die lautet eben Substitution. Ein kalter Entzug kommt nicht in Frage das hält man glaube ich auch nicht durch bzw ist schlichtweg unmenschlich. Ein Schnellentzug unter Vollnarkose birgt zu viele Risiken und wird hierzulande fast nicht durchgeführt.


    Ich kann dir wenn du wirklich Hilfe willst nur eines raten - ich weiß nicht ob es mir zusteht aber schreib mal "War mal der Kater" an bzw. vermute ich dass er sich ohnehin hier einklinken wird. Du kannst dir auch seine Beiträge mal ansehen... der weiß wovon er spricht.

    :)_ hallo JimmyRay, benji73, Jens08 + thaja!!! Bin wirklich froh über Eure Meldungen!! Ich würde so gerne mehr von meiner "Geschichte" diskutieren und damit auch anderen helfen...könnt ihr mich nicht ein wenig ausfragen? Glaube dann fiele mir das hier viel leichter... Einstweilen, alles Liebe + Gute und ** DANKE*:)

    Ich bin grad mal 20 und bin grad dabei meine ganzen Erfahrungen in einem Buch zu verfassen.(ich versuche es jedenfalls).


    Ich fing mit 12 an zu kiffen(ab dem 13 Lebensjahr täglich), schmiss mit 15 mein erstes Teil und von da an war ich erstmal 2 Jahre täglich auf mind.20 E's,paar gramm Amphe/coca/Meskalin/MDMA/Speed oder etc. Mit 16 kam ich das erste mal total abgemagert mit ner Psychose in ne Psychatrie...und von da an ging es über Jahre verteilt immer so weiter.In der Psychatrie lernt man noch verrüktere Leute kennen mit denen man sich draussen gleich trifft und wochenlang auf drogs durchfeiert(natürlich zu Tecno/Hardcore versteht sich).Ab dem ersten Tag woe man mal nix hat,fängt man an durch zu drehen ,versucht alles mögliche um an geld ranzukommen(auf entzug zwischen 1000Leuten die einen ständig beobachten). In Bus und Bahn kriegt man Panikattaken,ANgstzustände,Schweissausbrüche,Zukunken und wird verhaltensgestört. Echt Schlimm der ganze kack. Ich war jetzt auf 8 Entgiftungen,habe nur 1ne davon richtig durchgezogen.Es ist schwer eine Einrichtung zu finden wo man sich wohl fühlt . Ich kann nur K1 heinrich Sengelmann Krankenhaus Haus Husum 3 empfehlen. Das ist ein hamma großes Gelände mit vielen Psychatrien, das eine Haus für ältere,das andere für Alkis&Medisabhängige,das andere für leute mit der doppeldiagnosik.Aber egal wo man ist,nach der aufenthaltszeit geht es einem ein paar Tage gut,und wenn dann die erste sache net so klappt wie man sich es vorstellt, z.b im job ,dann denkt man gefrustet gleich wider an die Flasche oder Joint und greift danach folgend wider zu harten Drogen. Es ist bei mir immer der selbe Teufelskreis und ich habe einfach keinen bock mehr. Man steckt sich nicht nur die finger in den hals und will sich ritzen, man denkt bei jeder nächsten gelegenheit vor die bahn zu springen. Man gerät auch nur an falsche Leute. In den Keisen wird dein Vertrauen gleich ausgenutzt. Es gibt wenige gute Freunde und vor den wirklichen Freunden schämst du dich und wendest dich ab....naja erstmal genug erzählt,will ja net hier als total PLemm plemm abgestempelt werden...auch wenn ichs schon bin lol

    Hey Babe, bevor ich Deinen Beitrag hier gesehen habe, hab´ich Dir schon etwas in "Deinem" Faden geschrieben...melde Dich jederzeit. Ich finde Dich überhaupt nicht plemplem! Ist echtes Pech was Dir passiert ist....wird aber auch für etwas gut sein, glaub´ mir. Gute Grüße von Brood :)^