Opiatentzug/Morphinentzug stationär. Habe große Angst

    Hallo zusammen,


    wegen meiner vielen physischen, chroniuschen Erkrankungen wie z.B rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie, vier Bandscheibenvorfälle, Osteoporose mit Deckplattenfrakturen, nehme ich seit 10 Jahren Morphine. Anfangs halfen die sehr gut, bis sich ein Gewöhnungszustand einstellte, und ich nicht mehr davon profitiere.


    Mein Magen macht mir seit drei Jahren mit einer chronisch verlaufenden Gastritis Probleme. Bin jetzt 44 Jahre, und habe schon drei Entzüge hinter mir. Bin immer wieder rückfällig geworden, weil ich die schlimmen Entzugsschmerzen nie durchgehalten habe, und immer wieder rückfällig wurde. Allerdings waren das auch alles kalte Entzüge, in denen ich kein Ersatzmedikament bekam.


    Wollte nun mal wissen, ob jemand von euch schon einen Medikamentenentzug bzw. Morphinentzug hinter sich hat? ich werde in eine Klinik gehen, mir dort helfen lassen, weil ich denke, dass ich es alleine nicht schaffe.


    Welche Mediakmente kann man zur Hilfe bekommen? Wie soll ich das bl0ß überstehen? Ich hab furchtbare Angst. Wer hat das schon mitgemacht? Habt ihr es geschafft, davon loszu7kommen. Wie fühlt man sich schmerztechnisch nach der Entgiftung?


    Hab mal ein bißchen im netz recharchiert, da steht nur, dass man eventzell Doxepin für besseren Schlaf oder Clonidin , einen Blutdrucksenker bekommt. Reicht das aus?


    Bei meinen letzten Entzügen war ich fix und fertig. Kribbeln in Händen und Füssen, ich bekam keine Luft, konnte keine Treppen steigen. Schwitzen und frieren im Wechsel, unsagbare Schmerzen. Da habe ich immer gedacht, wenn das so bleibt, kann ich mir die Kugel geben.


    ich hab auch Angst vor der Zeit danach? Was, wenn die Schmerzen wieder so schlimm werden. Allerdings habe ich mit Morphinen, ich nehme das MST, habe bis vor einem halben Jahr das Levomethadon genommen auf einer Schmerzskala von 1-10 immer Schmerzen mindestens bei 9. Was sol, dann das Morphin? Da mein Magen ja so angegriffen ist, möchte ich schon damit aufhören.


    Freue mich auf eure Antworten. Am nächsten Donnerstag geht es los

  • 13 Antworten

    Opioide greifen den Magen an? Das ist mir völlig neu. Was willst du denn gegen die Schmerzen nehmen wenn nicht Opioide?


    Berät sich ein Arzt der sich mit chronischen Schmerzpatienten auskennt?


    Ich kann nicht sehen warum du die Schmerzmittel absetzt. Also wenn du mit Methadon Schmerzen 9 von 10 hast, dann wirst du vermutlich ohne Methadon 10 von 10 haben. Sinn?


    Es ist möglich von Opioiden nach vielen Jahren ohne nennenswerte physische Entzugserscheinungen zu entgiften. Es funktioniert über Ausschleichen. Also reduziere jede ein bis zwei Wochen 5 - 10 Prozent deiner Dosis. Wenn du irgendwas nennenswertes merkst an Entzugserscheinung, dann eine Woche mehr einschieben mit nicht reduzieren.


    Nimm dir dazu drei bis sechs Monate Zeit.


    Dann gibt es keinen Entzug. Aber du brauchst einen Arzt der das in der Länge unterstützt und du brauchst die Disziplin.


    Dann ist der Entzug unmerklich, also von Schmerzen, Durchdrehen, im Bett wälzen, Bäche von Schweiß Angst und Unruhe keine Spur.


    Tatsache ist dass du auch psychisch dünnhäutiger wirst ohne.


    Und wie du das mit den Schmerzen machen willst ist mir ein Rätsel.


    Ich kann nicht sehen was du vor hast und wohin es führen soll. Also wegen deinen Schmerzen.

    Ich hätte mir an deiner Stelle einfach stärkere Opioide verschreiben lassen als Levomethadon.


    Kann es sein, dass man dich schmerztherapeutisch unterversorgt hat? Hol mal Beratung bei einem anderen Schmerzspezialisten ein.

    Dass Morphin den Magen angreift, habe ich bis dato auch noch nicht gehört. Bist du dir sicher, dass deine Magenprobleme daher rühren? Wie hoch dosiert nimmst du denn das MST?


    Mein Mann nimmt seit zwölf Jahren 3 x täglich 100 mg MST. Er hatte vor zwei Jahren gerade mal begonnen, auf 3 x 90 mg Morphin zu reduzieren, als bei ihm eine Krebserkrankung festgestellt worden ist. Da hatte er erst mal andere Sorgen als den Morphinentzug und ist jetzt wieder bei 300 mg täglich. Genau wie du hat er sich längst an diese Dosis gewöhnt und hat immer noch Schmerzen ~ 7 von 10. Das variiert halt auch von Tag zu Tag. Heute Mittag hat er beispielsweise 130 mg Morphin eingeworfen, weil er die Schmerzen einfach nicht mehr aushielt. Ich denke, er muss bald nochmals zu einem Schmerztherapeuten. Jedoch sind die Wartezeiten ja ziemlich lang und das entmutigt ihn gleich schon mal so sehr, dass er erst gar keinen Termin vereinbaren mag. Er nimmt auch noch Cortison und hat die Erfahrung gemacht, dass ihm eine Cortisonerhöhung bei den Schmerzspitzen oft besser hilft als das Morphium.


    Jedenfalls macht er mir derzeit nicht den Eindruck, als sei er in der Lage, sein Morphin zu reduzieren.


    Dir wünsche ich für Donnerstag alles Gute!

    @ ConanDerZerstärer,

    ich nehme Opiate, keine Opiode. Opiate sind Morphine, Opioide sind Tramal und Tilidin. Das nur zur Info. Und, ich hatte geschrieben, dass ich bereits ein paar Entzüge hinter mir habe, und die nicht ohne waren. Mein erster Entzug war 2011 in der Schmerzklinik in Kiel. Wenn man keinen Nutzen mehr hat, sich eine chronische Gastritis entwickelt, dann macht es Sinn damit aufzuhören. Außerdem sind meine Leber und Nierenwerte erhöht. Morphine machen Verstopfung, also braucht man immer was zum abführen. Das bekommt meinem Magen nicht gut. Hatte vier Spiegelungen in den letzten 10 Jahren, wo man immer eine Entzündung festgestellt hat. Einmal war es der Helikobacter Pilori Keim. Ich habe einen Reizmagen und Darm. Der Nahrungsbrei wird durch die Einnahme von Opiaten verlangsamt.

    @ Myrmidone,

    das mit deinem Mann tut mir sehr leid. Ich hatte ja bis zum letzten Jahr, das L-Polamidon genommen. Dann mal kurzzeitig das Oxycodon, und bin letztendlich bei meinem ersten Opiat, dem MST zurück gelandet. Ich nehme morgens und abends jeweils 30mg. Bei Schmerzspitzen mit meinem Rücken nochmal 30mg am Mittag. Es hilft aber so gut wie gar nicht mehr. Wie sich der Schmerz nach einem Entzug entwickelt, weiß ich ja nicht, weil ich immer wieder auf das MST zürück gefallen bin. Vielleicht ist mein eigentlicher Schmerz auch mit einem Antidepressivum wie z.B Amitriptylin gut in Schuß zu halten. Das Zeug hab ich vorher genommen, in Kombi mit Tilidin und Tramal. Da ich auch unter Migräne leide, hab ich dazu noch durch die normalen Schmerzmittel einen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz entwickelt. ich möchte aus der Abhängigkeit raus. Welches Abführmittel niummt dein mann? ich hatte früher Lactulose. Damit konnte ich manchmal viele Tage gar nicht, und war ich dann unterwegs, bekam ich oft Krämpfe, und mußte ganz ganz schnell eine Toilette aufsuchen. Beim Movicol merke ich, dass es mir im Magen brennt. ich trinke schon ein paar Jahre keinen Kaffee, verzichte auf scharfe Gewürze. Trotzdem habe ich einmal pro Woche ganz schlimme Magenprobleme, die oft zu Krämpfen mit Durchfällen und erbrechen führen. Mittwoch habe ich eine Magenspiegelung. Bin mal gespannt.


    Niemand da, der schon eine Entzug hinter sich hat, und mir sagen kann, wie sich die Schmerzen danach verhalten?


    Allen Schmerzgeplagten eine gute Zeit.

    Zitat Januarblume

    Zitat

    Welches Abführmittel niummt dein mann? ich hatte früher Lactulose. Damit konnte ich manchmal viele Tage gar nicht, und war ich dann unterwegs, bekam ich oft Krämpfe, und mußte ganz ganz schnell eine Toilette aufsuchen.

    Mein Mann nimmt gegen die morphinbedingte Verstopfung immer nur Lactulose. Allerdings geht es ihm damit genau wie es früher auch dir erging: er kann oft 3-4 Tage nicht zur Toilette und häufig mag er sich nicht aus der Wohnung wegbewegen, weil es oft zu diesen Krämpfen kommt, wo er dann ganz dringend zur Toilette muss, was ja unterwegs nicht immer so schnell geht - von dem Zustand öffentlicher Toiletten mal ganz abgesehen.


    Am ehesten funktioniert Lactulose noch, wenn er es nachmittags einnimmt. Dann fluppt es zuweilen am nächsten Tag gegen die Mittagszeit. Aber manchmal eben dennoch mehrere Tage eben gar nicht.


    Dass du zusätzlich noch Migräne und nun auch noch diesen Medikamentenübergebrauchskopfschmerz hast, ist ja extrem verzwickt. Da kann ich gut nachvollziehen, dass du aus der Abhängigkeit raus möchtest. Bei 60-90 mg MST täglich glaube ich auch daran, dass du es schaffen kannst. Vielleicht kannst du dir nach dem Entzug bei Schmerzspitzen sporadisch mit Novalgin oder Novaminsulfon helfen? Das nimmt mein Mann zusätzlich, wenn er es nicht mehr aushält. Vor Jahren nahm er kurzzeitig auch mal Tramal und Tilidin, kam damit jedoch nicht so gut zurecht. Auf Amitriptylin greifen die Ärzte bei Schmerzpatienten ja gerne zurück. Das wollte mein Mann aber nach kurzer Zeit nicht mehr nehmen, weil er davon total schläfrig wurde. Er hatte in dieser Phase quasi den ganzen Tag nur geschlafen. Aber das kann schließlich bei jedem andere Auswirkungen zeigen, deshalb solltest du das ruhig ausprobieren. Die Ärzte in der Klinik werden dir bestimmt Optionen anbieten, um den Entzug dieses Mal nachhaltig zu schaffen.

    Zitat

    ich nehme Opiate, keine Opiode. Opiate sind Morphine, Opioide sind Tramal und Tilidin. Das nur zur Info.

    Opioide umfassen natürliche Opioide (Opiate) und (halb-)synthetische Opioide. Levomethadon dass du genommen hast ist ein Opioid und kein Opiat. Falls du Wortklauberei betreiben willst, dann erzähl wenigstens nichts falsches. Hab ich dir was getan oder warum diese Überempfindlichkeit?


    Lactulose finde ich am mildesten als Abführmittel. Bisacodyl finde ich etwas aggressiv, kann man fallweise als Ergänzung nehmen.


    Sicher sind Opioide problematisch für eine reibungslose Verdauung. Hohe Stresshormonlevel z.B. durch Schmerz sind auch nicht gerade gut für die Verdauung. Klar versuchen kann man, ob eine Veränderung der Situation eine Gesamtverbesserung erbringt.


    Ich wiederhole meinen Rat: Mach keinen beschleunigten Entzug von 6 Wochen.


    Ansonsten: Viel Erfolg.

    ConanDerZerstärer,


    ich möchte dir nicht mehr antworten!

    @ Myrmidone,

    bei Novalgin habe ich wieder Angst vor dem Medikamentenübergebrauchskopfschmerz. Es gehört ja auch zu den Analgetikern. Dann rutsche ich wieder weiter in eine andere Abhängigkeit. Am besten mal versuchen, ohne jegliche Schmerzmedikamente. Das L-Polamidon brachte mir gar nichts mehr, das MST scheint ja noch nicht wirklich hoch bei mir dosiert zu sein. Wenn dein Mann so viel davon braucht. Man denkt ja wirklich immer, Endstation Morphium. Das das Zeug auch gar nicht helfen könnte oder kann, darüber hab ich mir vorher gar keine Gedanken gemacht. Auch nicht, dass ich in eine Abhängigkeitsspirale komme. So wie der Arzt im Vorgespräch meinte, dass ich erst wieder auf L-Polamidon gesetzt werde, weil man es besser ausschleichen kann. In Kiel lief der Entzug innerhalb von 14 Tagen. Ich war bei zweimal 12 Tropfen, als ich dort ankam. Jeden Tag dosierten sie einen Tropfen runter. An dem Tag, als ich nach Hause mußte, nahm ich nichts mehr ein. Die Zugfahrt von 5 Std. habe ich ganz grausig in Erinnerung. Der Entzug fing da schon an. Ich hatte schlimme Kopf und Ganzkörperschmerzen.


    Stell dir das wie eine schlimme Grippe vor. Ich dachte, wenn das so bleibt, dann möchte ich lieber sterben. ich hielt es vier Tage ohne Morphium aus, dann konnte ich nicht mehr.


    Dann habtte ich es noch zweimal alleine zu Hause versucht. Da hab ich wöchentlich immer um einen Tropfen verringert. Aber, auch da tat wieder nach dem letzten Tropfen alles weh. An Schlafmittel, Ersatzmedikamente hatte ich damals gar nicht gedacht. Die werden mir stationär sicher was geben. Von mir aus, können sie mich in Narkose legen, was aber nicht geht.


    Dein Mann hat sicher ein großes Päckchen zu tragen. Grüß ihn mal ganz lieb von mir :-)

    Opiatentzug in der LWL Klinik Dortmund hinter mich gebracht. Habe drei Wochen Zeit dafür gehabt. Ersatzmedikamente sind Keppra und Gabapentin. Merke heute, drei Tage nach der letzten Morphineinnahme noch Schwäche in den Beinen. Schmerztechnisch bin ich mit dem Gabapentin gut versorgt.


    Wir sind wöchentlich mit dem MST um 10mg runter gegangen. Ja, und auch Morphine können die Magenschleimhaut angreifen. Ich mußte ja zusätzlich auch das Movicol gegen Verstopfung nehmen. Generell kann jedes Medikament den Magen angreifen.


    Und, wer so einen Schwachsinn verbreitet, dass man einfach die Opiate höher dosieren sollte ist wahnsinnig.


    Das Zeug hat so ein hohes Suchtpotential. Wenn es nichts mehr bringt, warum dann höher dosieren. Es gilt immer "So viel wie nötig, so wenig wie möglich".


    Ich hab medikamentenabhängioge Menschen in der Klinik gesehn. Manche putschen sich mit Opioiden auf. Tramal und Tilidin sind heiß begehrt. Manche schaffen keinen geregelten Tagesablauf, ohne sich 1800mg von dem Zeug einzuschmeißen. Dazu kommen Amphetamine. Auf dem Schmarzmarkt scheint es alles zu geben. Oder, sie rennen von Arzt zu Arzt, und bekommen immer Nachschub.


    Leute, laßt es sein. Ein Entzug ist die Hölle. Ich habe alles durch von innerer Unruhe getrieben, Schlafstörungen, extreme Körperschmerzen,schwitzen und frieren.


    Also, Finger davon

    Ich finde die Einwände von Conan gar nicht so schlecht und versteh nicht wirklich warum du gereizt darauf reagiert hast.


    L-Metha ist nun mal echt nicht das Mittel zur Wahl bei Schmerzpatienten.


    Da hättest du wirklich etwas besser geignetes verschrieben bekommen müssen bei so starken Schmerzen.


    Dass Opiate abhängig machen müsstest du ja am eigenen Leib erlebt haben....genauso können sie süchtig machen.Aber nur weil du auf Station so viele Süchtige ( oder waren nicht vielleicht doch nur abhängige?) Kennengelernt hast,die ohne diese Mittel nix mehr auf die Reihe bekommen würden und dadurch dann auch mal ärztehopping betreiben, heißt ja nicht dass du alle Schmerzpatienten über einen Kamm scherren kannst.


    Natürlich wäre es besser ,sowas niemals im Leben durchmachen zu müssen, aber bevor ich mich mit starken Schmerzen versuche durchs Leben zu winden müssen, greift man doch gerne auf solche Medikamente zurück,damit das Leben wenigstens wieder etwas lebenswert wird !


    Und über die enstehende Abhängigkeitsproblematik sollte man vom Arzt ja eigentlich aufgeklärt werden.


    Und beim Gabapentin hast du ja auch noch einiges vor. Das sollte man ja auch nicht sofort absetzen sondern möglich langsam ausschleichen lassen....wie beim Keppra.

    Ich kann das Gabapentin sogar nach dem Entzug weiter nehmen. Soll ja gegen neuropathische Schmerzen wirken.


    Nochmal zu Tramal, Tilidin und Codein. Das ist eine Unterstufe von Morphinen. Auch in der Klinik wurde unterteilt. Patienten, die Opiate nehmen, und welche, die zu Opioiden greifen. Manche haben Opioide in so hohen Massen geschluckt, dass einem gruselig wurde. Eine Opiatabhängigkeit, ist nochmal eine ganz andere Belastung. Auch da gab es Patienten, die sich mehrere Pflaster aufgeklebt hatten, dazu noch Amphetamine und Benzos nahmen. Da wurde Schritt für Schritt ein Entzug gemacht.


    Man darf die Opiate nicht mit Opioiden in einen Topf schmeißen

    Ich hatte eine starke Gastritis mit chronischem Verlauf durch die Opiate. Die Magenperistaltik war zu lahm durch das Opiat. So hat mir das der Gastro nach der Magenspiegelung erklärt.


    Ich bin bei einem niedergelassenen Schmerzspezialisten und Anästhesist in Behandlung. Er hatte damals das Levomethadon empfohlen. Als es nichts mehr brachte, bekam ich erst Fentanylpflaster, Paladon, Oxycodon und letztendlich das MST. Das hab ich auch bis zu 90-0-90mg genommen. Alles ohne Wirkung.


    Wenn ich dann hier so Kommentare höre, wie, ich soll das noch höher dosieren, sträuben sich mir die Haare. Ich bin gut betreut, auch von einem Neurologen. Ich gehe regelmäßig jedes Jahr in eine Schmerzklinik. Ich war in Kiel bei Professor Göbel, war in Sendenhorst bei Professor Hammer und auch in einer psychosomatischen Klinik.


    Heute sagen alle, dass man das Zeug lieber weglassen soll. Und, genau, das denke ich auch. Nie wieder Morphine.


    Mein erster Pola Entzug dauerte 6 Monate. Trotz des wirklich langsamen Zurückschlecichens der Tropfen, hatte ich so schlimme Entzugssympthome, dass ich immer wiedr zu dem Mittel zurück griff. Ich lag ein paarmal bewußtlos in der Ecke. Obwohl von 12 Tropfen nur alle vier Wochen einer runter dosiert wurde. Es war e3trem langsam, und trotzdem die Hölle. Jetzt hoffe ich, dass ich es diesmal schaffe. Mit Gabapentin und Keppra ist es etwas besser, obwohl ich trotzdem viele Beschwerden habe. ich möchte es aber diesmal durchziehen

    Diese Unterscheidung von Opiaten und Opioiden ist echt lächerlich.


    Opiate sind die Opioid-Rezeptoragonisten, welche im Opium (Saft des Schlafmohns) natürlich vorkommen. Opioide sind die Opiod-Rezeptoragonisten, die nicht natürlich im Opium vorkommen.


    Methadon und Levomethadon (L-Polamidon) sind z.B. Opioide. Tilidin und Tramadol sind ebenfalls Opioide und Oxycodon, Hydromorphon, Diacetylmorphin (Heroin) und Dihydrocodein sind ebenfalls Opioide, weil es sich eben um synthetische oder halbsynthetische Stoffe handelt.


    Das Substitutionsmedikament Buprenorphin ist ebenfalls ein hochpotentes Opioid und Stufe-3-Analgetium, dass jedoch an den Rezeptoren eine ausgesprochen niedrige intrinsische Aktivität aufweist und aufgrund seines partiellen Wirkmechanismus ein im Verhältnis günstigeres Nebenwirkungs- und Abhängigkeitsspektrum hat, als z.B. nicht retardiertes Tilidin, welches zwar zu den niederpotenten Opioiden zählt, dafür aber ein Vollagonist ist.


    Für Nebenwirkungen oder Abhängigkeitsrisiko ist es völlig egal, ob die Substanz ein Opioid oder ein Opiat ist. Diese Bezeichnung verrät lediglich etwas über die Herkunft und z.T. über die Molekülstruktur.


    Entscheidend ist, welche Opioidrezeptoren (z.B. mü1, mü2 oder kappa) das Zeug andockt, wie schnell es das tut, welche Bindungsfähigkeit es an den Rezeptoren hat, wie schnell es anflutet und - am wichtigsten - was es an den Rezeptoren macht.


    Ob es nun im Opium vorkommt oder nicht, ist völlig zweitrangig.