Plauderfaden: Alkoholsucht und deren Folgen

    Dieser Faden hatte ursprünglich den Titel:

    Was kann ich tun, mein Vater ist Alkoholiker?

    Da sich das anfängliche Thema bald erschöpfte, entwickelte sich langsam ein Plauderfaden, dem später durch Umbenennung Rechnung getragen wurde.




    Hallo liebe Forumsnutzer,


    ich habe ein wirklich schlimmes Problem, dass mich sehr belastet. Ich vermute, dass mein Vater ein Alkoholproblem hat. Gestern habe ich sogar eine leere Flasche Korn (0,5l, also kleinere Flasche) hinter seinen Büchern entdeckt.


    Das ist nicht das erste Mal, dass ich (wir, meine Schwestern) sowas entdeckt haben. Schon seit ca. 3 Jahren finden wir immer mal wieder versteckten Alkohol und mein Vater ist auch immer mal wieder auf Entzug (nicht betreut, nur aus reiner Willensstärke).


    Wie kann ich ihn mit seinem Problem konfrontieren und langfristig vom Alkohol wegbekommen?


    Vilen Dank für eure Antworten!

  • 14 Antworten

    Gerusia: erst einmal einen Trostdrücker.:°_


    Ich kenne das. Machen ??? Nicht viel. Der Wille muß von ihm kommen. Wer er nicht möchte kannst du gar nichts erreichen. Leider. Wie oft hat er denn schon Entzug gemacht? Wie geht es euch dabei??? Hast du für dich Hilfe an die du dich wenden kannst???

    Das der Willen von ihm selbst kommen muss, das ist mir schon klar, dennoch möchte ich wissen, wie ich ihn bei der Bewältigung seines Problems helfen kann. Wer sollte mit ihm reden, ich, meine Mutter, vielleicht sogar mein Freund oder sollte ich ihm mal eine Broschüre hinlegen, oder die Startseite auf seinem Computer veränder auf eine Seite bezüglich Alkoholismus.


    Danke für das Mitgefühl, Freunde habe ich, die mir beistehen. Es ist nur so furchtbar den Verfall eines Menschen zu beobachten, den man so sehr liebt.

    Gerusia:


    Das ist schwer zu sagen. Wie ist denn deine Beziehung zu ihm? Wie alt bist du eigentlich? Und wie geht deine Mutter denn mit dem ganzen um?

    Ich kenne das nicht aber ich kann dir helfen

    Hallo ich bin der michael und ich glaube ich weiß wie du deinem vaer helfenkannst.


    Gib einfach bei google Alkoholentzug ein und dann findest du einige entzugs stellen die wirklich helfen ein Nachbar von mir war auch mal Alkoholiker und heute ist er ein normaler Mensch :)^

    Michael: sicher ist es ein Versuch wert – aber wie ich auch schon sagte: es kommt auf den Willen an. In dem Moment wo ein Abhängiger zu solchen Stellen geht, gibt er automatisch zu das er Abhängig ist. Und das zu verstehen oder zuzugeben kostet eine heftige Überwindung.

    Ich kenne das nicht aber ich kann dir helfen

    keine ahnung warum, aber über den Beitrag musste ich Schmunzeln. Wofür Googlen alles gut ist.


    gerusia


    wenn dein Vater aus freiem Willen bereits entzüge hinter sich hat, dann müsste ihm ja sein Problem weitestgehend klar sein und dann solltest du ganz offen mit ihm darüber sprechen. Erst wenn er ganz bewusst und offen dazu steht Alkoholiker zu sein kann er gegen seine Sucht vorgehen, von selber.


    Ihr solltet euch innerhalb der Familie aber klarmachen das ihr ihn nicht Deckt oder schützt, weil er sich dann auch weiterhin mit der Flasche geborgen und Sicher fühlt. Die wirkungsvollsten Schritte kann da vermutlich deine Mutter unternehmen. Die meisten finden erst zum klaren Denken zurück, wenn ihre Sicherheiten verloren gehen. Deshalb kannst Du ihm wenig helfen, dass kann er nur bei sich selber. Kann man schwer verstehen, vermutlich kann man eine Sucht nie wirklich verstehen, aber so ist es.


    Wenn er von selbst aus seinem Kreislauf raus möchte sollte er in eine Gruppe gehen, evtl. eine Kur machen und/oder psychologische Hilfe annehmen. Alleine wird er es nicht oder nur sehr schwer schaffen.


    Alles gute für Euch*:)

    Michael

    Zitat

    war auch mal Alkoholiker und heute ist er ein normaler Mensch

    Wer oder Was ist normal und nicht normal? Wer bestimmt das denn?

    Hallo ihr Leben,


    heute Morgen habe ich de gesamten Alkoholvorräte meiner Eltern (vor allem Rotwein, den trinkt er, weil das weniger auffällt) in meinem Schrank eingeschlossen. Als ich zum Frühstück runterkam, wurde ich dann auch gleich von meinem Vater darauf angesprochen. DAnn habe ich ganz sachlich gesagt (wie sachlich man eben sein kann, Tränen blieben nicht aus), dass er wieder trinkt, wir wisen das, nicht nur Rotwein, sondern auch Korn. Er war dann schon ziemlich schockiert, sagte dann: "Ja, stimmt, bumms, aus, fertig."


    Meine Mutter hab ich nun auch schon Selbsthilfeseiten für Betroffene gezeigt. Am Donnerstag wollen wir zu einer Betroffenen-Selbsthilfe-Gruppe. Was mein Vater nun tut, weiß ich nicht. Meine Eltern sind Lehrer und haben gerade Ferien, ich schreibe an meiner MAgisterarbeit und meine beiden kleineren Schwestern sind gerade im Ausland. Na ja, alles nicht so toll, aber nun ist es raus.


    Wenn er nicht wil, können wir eh nix tun.

    Zitat

    Wenn er nicht wil, können wir eh nix tun.

    Stimmt, das könnt ihr nicht. Ihr könnt nur für euch den richtigen Weg finden. :)*

    Ich hatte auch über lange Zeit krasse Alkoholprobleme und es war ein langer Weg, da raus zu kommen. Ich habe eine stationäre Therapie gemacht. Ein Allheilmittel ist aber auch das nicht. Man muß sich schon selbst von Zeit zu Zeit in den Hintern treten. Es liegt, wie hier von anderen schon gesagt wurde, an deinem Vater, an der Situation etwas zu ändern. Angehörige können im Prinzip leider nichts tun. Selbsthilfegruppen wären ein erster Schritt. Ich wünsche euch viel Kraft!:)^

    @gerusia und all die Anderen

    Ich habe mal eine Frage:" Hier wird immer von Entzug geschrieben. Was versteht ihr denn darunter?


    LG

    @Point Alpha

    Ich verstehe darunter das Absetzen eines Suchtmittels (in diesem Fall Alkohol). Alkoholentzug sollte grundsätzlich nur in unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden, wegen der unter Umständen auftretenden Komplikationen (Krampfanfall, Delir, etc.). Im Krankenhaus wird ein Entzug in der Regel mit medikamentöser Unterstützung durchgeführt.

    Ich glaube man unterscheidet zwischen Entgiftung und Entzug. Meine Mutter war immer nur 4-5 Tage in der Klinik zur Entgiftung. Ein Entzug ist ein längerer Aufenthalt. Man lernt ohne Alk zu leben und zu verstehen.