• Plauderfaden: Alkoholsucht und deren Folgen

    Dieser Faden hatte ursprünglich den Titel:

    Was kann ich tun, mein Vater ist Alkoholiker?

    Da sich das anfängliche Thema bald erschöpfte, entwickelte sich langsam ein Plauderfaden, dem später durch Umbenennung Rechnung getragen wurde.
    Hallo liebe Forumsnutzer, ich habe ein wirklich schlimmes Problem, dass mich sehr belastet. Ich vermute, dass mein Vater…
  • 14 Antworten

    Point-Alpha:


    Sorry – hab es falsch interpretiert. Ist okay was du geschrieben hast. Ich war auch einmal bei einer Beratungsstelle. Mir hat das allerdings nicht besonders viel gebracht – aber auch das muß jeder für sich selber rausfinden.

    über dieses thema kann man sich den kopf heiss reden.


    wie ich auch schon sagte, nichts wird besser wenn man sich von dem süchtigen abwendet. gut, man schützt sich selber. ok..und ja auch wichtig um nicht selber kaputt zu gehen.


    aber man kann sich den menschen nicht aus dem herzen reissen, egal wie man sich entscheidet.........


    ich bin ja selber alkoholikerin wie viele hier wissen.


    ich wehre mich dagegen wie ein monster dargstellt zu werden.


    auch mir hat man gesagt, lass das doch. trink doch weniger. und bla bla bla.


    ich habe dies nicht getan. nö. wie denn auch. man KANN nicht.


    man muss erst gegreifen das man krank ist, vor allem das man sich dafür nicht schämen muss. das ist nämlich das a und o an der sache. man stellt sich selbst ins abseits. weil man denkt man ist der assi, den alle in einem sehen......man schämt sich. und man will nicht zugeben das man schwach ist. so gar nicht leben will.


    ich will hier niemals die angehörigen nieder machen. ich weiss wie schlimm auch das ist. ich habe beide verloren durch den mist.


    meinen vater wie meine mutter.


    kaum zu glauben das man dann selber so wird, nicht wahr?


    aber das zeigt doch wie machtlos man in der hinsicht ist, war.


    heute wüsste ich wie ich mir helfen lassen kann.


    ich würde das nie mehr zulassen das der alkohol die macht über mich hat.


    und dieses wissen, dieses gefühl weiter zu geben an alle die die auch nicht wissen wie es weiter gehen soll. die sich schämen und angst haben.


    dies gebe ich gerne weiter. denn jeder der aufhört, jeder einzelne ist ein gewinn........


    moni


    ich weiss ja deine geschichte. es ist völlig ok wie du entschieden hast. dies war jetzt nur mal wieder ein allgemeiner text", um nicht vergessen zu lassen, das man menschen vor sich hat.

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    katzenhpum

    auch du solltest besser lesen. Es hat keiner gesagt Suchtkranke sind Monster und es hat keiner gesagt man soll sie fallen lassen.


    So das wars von meiner Seite, aber ich weiss, (aus Erfahrung) was man nicht verstehen will versteht man eben nicht oder anders wie es gesagt wird.


    LG

    Point Alpha:

    Zitat

    keiner gesagt man soll sie fallen lassen.

    Doch das wurde mir immer wieder gesagt. Und ich konnte es auch nicht anderes- aber wie ich schon sagte - das war meine Situation, so muß es nicht bei jedem sein.

    alpha


    es liegt mir fern jemanden anzugreifen.


    ich mag deine beiträge.


    aber es wurde schon oft gesagt. ich lese es jedenfalls sehr oft.


    alss sie fallen"""""". du hilfst nur, wenn du nicht hilfst" und solche sachen.


    das muss jeder selber entscheiden.so sehe ich das auch.


    mir war nur wichtig mal wieder nahe zu legen wieso diese foren hier sind.


    um zu helfen wo man kann. und jeder auf seine art. das war alles


    :-)


    danke moni


    du hast mich verstanden*:)

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    katzenpum2

    ich glaube das es so frühzeitig wie möglich wichtig ist klare Grenzen zu setzen und zu zeigen das man als Angehöriger nicht mitspielt. Meine Mutter war eine zeitlang auch immer wie Du, da hatte sie oberwasser, sich gut gefühlt, da wahren Zeiten von über drei Jahren ohne Alkohol.


    Dann kamen Einflüsse von außen, oder das berühmte "ich wollte nur mal probieren ob ich nicht doch normal trinken kann" etc. und sie war mit einem Schluck wieder ganz am Anfang. Was konnte ihr passieren? Nichts. Die Familie stand immer und immer hinter ihr, die arme Mama.


    Auch Du kannst dich nie in Sicherheit wiegen, kannst nur vom Jetzt und Morgen sprechen, weil du immer katzenpum, aber auch Alkoholiker sein wirst.


    Ich kenne jetzt aktuell ein älteres Pärchen, der Mann hat mir sein leid geklagt, dass er seine Frau verlässt weil sie seit 20Jahren trinkt. Sie hat nie etwas dagegen unternommen, jetzt wo er konsequent wurde, macht sie eine Kur. Es passiert unter Druck, aber sie beschäftigt sich mit sich und ihrer Krankheit, zum ersten mal als "trockene" Frau und ganz bewusst.


    Ob Sie es schafft trocken zu bleiben ist eine andere Frage, aber ohne hätte man Ihr beim eigenen Selbstmord zusehen müssen, so wie ich das zum Ende bei meiner Mutter tuhen musste. Wie Mone Mini und Du das anscheinend auch schon getan haben.

    Zitat

    auch mir hat man gesagt, lass das doch. trink doch weniger. und bla bla bla.

    das haben vermutlich Menschen zu dir gesagt, die dich Lieben und lieb haben, also ist es kein bla bla. Und auch Angehörige müssen lernen sich nicht dafür zu schämen und zu verstecken. Ein Angehöriger trägt und durchlebt die Sucht nicht viel anders als der Süchtige, teilweise schlimmer weil sich der Süchtige betäubt und der Angehörige es klar erleben muss.

    Zitat

    ich würde das nie mehr zulassen das der alkohol die macht über mich hat.

    das wünsche ich dir von Herzen, aber es ist ein Satz den ich schon oft gehört habe. Nach dem Absturz hörte sich der Satz dann so an: ich weiß nicht welcher Teufel mich da geritten hat, ich wollte das gar nicht.


    Wird sich etwas ändern wenn gerusia ihrem Vater die Wange streichelt?


    Was war bei dir selber der Auslöser dagegen etwas zu unternehmen?

    Sitting-Bull:


    Das eben ist das Problem. Man kann es nicht verallgemeinern. Die Situation ist bei jedem anders. Jedem "Süchtigen" hilft etwas anderes – manchen gar nichts.


    Ich habe meiner Mutter alle helfenden Hände gereicht wie man nur konnte – sie wollte aber nicht. Auch als ich den Kontakt abgebrochen habe – sie wollte nicht.


    Es war der Weg den Sie gewählt hat und davon hat sie sich nicht abbringen lassen.


    Und geschämt hab ich mich nie. Wozu auch ???

    Mone-Mini

    Zitat

    Auch als ich den Kontakt abgebrochen habe – sie wollte nicht.

    ich denke das man als "Familie" möglichst konsequent sein muss, hätte ich meine Mutter verlassen wäre das vermutlich eher ein Trinkgrund mehr für sie gewesen, die anderen wahren ja da. Sie war nie wirklich alleine, wurde eine Session zu hart, fuhr mein Vater zum Arzt um ihr Distraneurin zu besorgen. Drei Tage später war die Welt wieder für eine weile in Ordnung. Aber im Grunde war sie nur von außen ruhiggestellt.

    Zitat

    Und geschämt hab ich mich nie. Wozu auch

    Als meine Mom mit dem Trinken anfing war ich ca. 10, da durfte man an bestimmten Tagen keine Freunde mit nach Hause bringen, oder wollte das auch gar nicht. Wenn man dachte es ist alles in Ordnung und nahm mal welche mit, dann stand sie lallend vor einem. Natürlich war das peinlich. Ich könnte hier viel erzählen von Situationen die man als außenstehender vermutlich zuerst als Assi bezeichnen würde. Das sind wir aber nicht.


    Wenn man sich in eine Gruppe begibt hört man doch zumeist die selben Storys.


    Damals gab es keine Foren zum anonym nachfragen und ausquatschen, man war allein.

    Zitat

    Es war der Weg den Sie gewählt hat und davon hat sie sich nicht abbringen lassen.

    War es die Krankheit, oder wirklich ihr gewählter Weg?

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    Sitting:


    Siehst du – da ist schon ein Unterschied. Meine Mutter war oft alleine nach dem Tod meines Vaters. Sie hätte es auch anders haben können, wir haben oft mit ihr darüber geredet. Aber sie wollte nicht. Denn sie hat natürlich gemerkt das sie uns da immer mehr mit vertreibt. Früher waren wir oft alle bei meinen Eltern.


    So wirklich peinlich war es mir nie. Gut, ich muß dazu sagen, als ich kleiner war hatte sie solche Exesse auch nicht so oft. Das kam erst später.


    Und – ja es war ihr Weg. Sie hat gesehen wie mein Vater qualvoll sterben musste. Danach fing es extrem an mit ihren Exessen, da mein Vater immer noch derjenige war der sie etwas zurückgehalten hat. Zumindest in der Art, dass wir etwas davon mitbekamen. Sie war 2 x in der Klinik. Man hat sie dort "bekniet" länger dort zu bleiben. Aber sie wollte nach 4-5 Tagen immer nach Hause. Sie hat und wollte keine Hilfe annehmen.


    Sicher – nach außen hin erzählte sie ich sei der Grund gewesen, wegen meinem Kontaktabbruch, aber das dies nicht so ist, weiß jeder – sogar Fremde, ohne wer weiß wie darüber nachzudenken. Es kann niemals ein anderer der Grund sein.


    Mein Bruder hatte ein Abkommen mit ihr: Nüchtern darf und kann sie sich melden, wenn sie getrunken hat nicht. Bei mir funktionierte das nicht. Der nötige Respekt mir gegenüber fehlte. Zu meinem Bruder sagte sie dann vor kurzer Zeit: dann saufe ich mich eben kaputt. Sie wusste ihre Krankheit schon einzuschätzen. Daher denke ich das es der Weg war den sie wählte und nicht die Krankheit schuld war.

    sitting bull


    ich weiss sehr wohl das ich immer alkoholikerin bleiben werde...


    und ich weiss auch das ich immer acht geben muss. ich weiss nicht, ob ich niemals rückfällig werde. ich kann nicht sagen ich werde es nie. aber ich kann sagen das ich dann sofort hilfe suche um da wieder raus zu kommen. ein rückfall bedeutet nicht, das man sofort wieder jeden tag trinken muss.


    das ist kein alibi für mich um dir schon zuvor zukommen;-)


    ich bin nur realistisch. ich bin auch nur ein mensch. wenn ein schwerer schlag kommen würde weiss ich nicht wie ich dann reagiere.


    aber ich wüsste genau worauf ich mich einlasse. ich bin zwar suchtkrank aber nicht blöd. wie moni auch sagt, manche wissen ganz genau worauf sie sich einlassen und tun es trotzdem. viell. weil das leben für sie keinen sinn mehr macht. wer weiss das schon.


    wenn ich wieder trinken würde. ich meine täglich, bis zum tot, dann warscheinlich nur, wenn ich genau wüsste, ich will nicht mehr leben-


    aber da ich leben will und froh und dankbar bin für jden neuen tag, kann ich die bremse ziehen, wann immer ich das gefühl habe, ein bierchen könntest du doch.......


    aufgehört habe ich nachdem mein kreislauf nicht mehr mitmachte.


    ich fiel einfach um. und ich war froh darüber. ich hatte keine lust mehr auf dieses spiel. so zu tun als könnte ich alles trotzdem schaffen. das umfallen bewies das gegenteil......


    und ich habe durch die trinkerei eine nervenschädigung. diese schmerzen will ich nie mehr haben....schon das ist für mich ein sehr grosser grund.und auch mein sohn. ich will das er stolz auf mich ist. und vor allem ich.


    ich mag mich endlich. klar, wunder geschehen nicht. ich bin immer noch schüchtern und ängstlich und mein selbstvertrauen könnte größer sein.


    aber ich merke das ich es kann. es geht alles auch ohne alkohol.


    sogar noch besser.


    es tut mir leid wegen deiner mutter. meine hat es ja auch nicht geschafft. ich denke wenn meine ein wenig mehr hilfe gehabt hätte, vielleicht.


    und das bla bla was ich sagte, meinte ich auch so.


    da machte sich niemand sorgen, glaub mir....

    ui, geballte Frauenpower:-D ich find euch beide toll:)^ Leider muss ich im Moment doch zu viel arbeiten:-(, ich Denke drüber nach und melde mich nachher. Und Danke für Eure Offenheit, ist sehr spannend und interessant mit Euch zu schreiben.


    *:)

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    Sitting Bull

    Ich möchte mich nicht weiter an dieser Diskussion beteiligen aber soviel noch zu dir

    Zitat

    fuhr mein Vater zum Arzt um ihr Distraneurin zu besorgen.

    wenn das ein Arzt tut (ohne ärztliche Aufsicht) dann kann er wegen Körperverletzung angezeigt werden.


    LG

    ruf wenn er "voll" ist die polizei an und sag ihnen, er hat mit selbstmord gedroht.


    dann kann eine einweisung erfolgen, 5 tage entgiftung und zu seinem schutz eine anschließende stationäre therapie.

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