Rauchen aufhören - Reduktionsmethode

    Hallo zusammen,


    das neue Jahr steht vor der Tür und somit auch (mal wieder :=o ) der Vorsatz, das Rauchen aufzuhören. Ich rauche seit nun 32 Jahren, momentan ca. 45 mittelstarke Zigaretten am Tag.


    Bisherige Versuche mit 'Schlußpunkt'-Methode gingen nach hinten los; spätestens nach 2 Tagen bin ich die Wände hochgegangen und habe wieder geraucht. Alan Carr, Pflaster, Medikamente, Dampfen, Wunderheiler etc. haben mir nicht helfen können.

    Vor einigen Wochen habe ich es dann mit der 'Reduktions'-Methode versucht, von der ich vorher nicht viel gehalten habe. Und siehe da, es ging eigentlich ganz gut. Mit 30 Stück pro Tag angefangen war - nach Eingewöhnung - kein großes Problem. In der 2. Woche nur noch 25 Stück - ging so einigermaßen. Dann in Woche 3 nur 20 Stück wurde schwierig.


    Ich wollte nur noch auf der Terrasse rauchen (vorher auch immer in der Wohnung) und nur zum Beginn der geraden Stunden - man kommt ja auf die tollsten Ideen.

    Dann kam zusätzlich zum zunehmend ungemütlichen Wetter noch eine sehr stressige Phase in meinem Leben und ich dachte mir, den Stress des nicht-mehr-so-viel-Rauchen-Könnens/Dürfens muss ich mir jetzt nicht noch zusätzlich geben und ich habe wieder normal geraucht. :-X


    Nun bin ich mir darüber unsicher, was die 'richtigen' Reduktionsschritte sind, vielleicht war ich einfach mal wieder zu schnell und ungeduldig. Eine Art 'erprobten' Plan konnte ich in den unendlichen WWWeiten allerdings nicht finden.

    Hat hier jemand Erfahrungen damit und kann mir den ein oder anderen Tipp geben, damit der nächste Versuch besser klappt?

  • 52 Antworten
    Waterplanet schrieb:

    Nun bin ich mir darüber unsicher, was die 'richtigen' Reduktionsschritte sind, vielleicht war ich einfach mal wieder zu schnell und ungeduldig. Eine Art 'erprobten' Plan konnte ich in den unendlichen WWWeiten allerdings nicht finden.

    Ich denke auch nicht, dass es da einen richtigen Plan für alle gibt. Du musst halt einen Weg finden, der für dich funktioniert. Meine Vermutung ist ja, dass körperliche und psychische Abhängigkeiten individuell verschieden ausgeprägt sind. Ich habe nie stark geraucht. So viel wie bei dir an einem Tag, waren es in meinen Höchstzeiten eher innerhalb von ein bis zwei Wochen. Mir ist das Aufhören vor allem psychisch ein bisschen schwer gefallen, weil es sich komisch angefühlt hat in den Situationen, in denen man vorher geraucht hat, nicht mehr zu rauchen. Körperliche Entzugserscheinungen hatte ich nicht und deshalb habe ich auch kein besonders schlechtes Gefühl ein paar wenige Male im Jahr zu speziellen Anlässen doch zur Zigarette zu greifen. Solange keine Regelmäßigkeit reinkommt, bin ich relativ safe.


    Mein Freund hat beim Aufhören in der ersten Zeit schon von körperlichen Symptomen berichtet. Aber auch wenn die, vor allem bei starken Rauchern, wohl schon teils ausgeprägt sein können: Das geht vorbei. Nichtraucher werden ist nicht soo schwer, wenn man es wirklich will. Nichtraucher bleiben ist die größere Hürde.

    Es dauert einfach, bis alte Gewohnheiten wie das zur Zigarette greifen, ersetzt werden oder in den Hintergrund geraten. Ich weiß aber von ein paar Ex-Rauchern, dass bei ihnen das Verlangen nach Zigaretten mit der Zeit ganz verschwunden und teils sogar einem ausgeprägten Ekel gewichen ist.

    Meine Philosophie zum Aufhören ist: Es einfach tun. Und wenn man Lust hat eine Zigarette zu rauchen: Keine Zigarette rauchen.

    Ist sicher in der ersten Zeit hart, vor allem wenn man nicht wenig, sondern viel geraucht hat. Abe es geht. Ausschleichen oder Ersatzprodukte mögen für manche funktionieren. Ich denke mir aber, wenn man den Entschluss gefasst hat aufzuhören, ist alles weitere als es zu tun, nur ein Grund das eigentliche Aufhören vor sich her zu schieben.


    So nach dem Motto: Silvester höre ich auf. Nein doch nicht, es ist gerade beruflich stressig. Dann höre ich eben in der Fastenzeit auf. Nein doch nicht, die Beziehung kriselt. Dann eben beim nächsten Geburtstag! Nein doch nicht, gerade ist die geliebte Katze gestorben. Man findet immer Ausreden, um es doch nicht zu tun. Und wenn man wirklich, wirklich aufhören will - warum es nicht "einfach" tun?

    Hallo Waterplanet,


    ich hatte vor längerer Zeit etwa genausoviel geraucht wie Du und diverse, sehr entmutigende Versuche gebraucht, bis ich die Zigarette los war. Bis zu dem Versuch, der gelang.


    Meine Erfahrung: einen Vorsatz an äußere Termine (Jahreswechsel, Urlaubsbeginn, Geburtstag) zu knüpfen ist immer wieder misslungen.


    Reduktion des Konsums ist aber ein sehr guter Anfang! Weil es leichter ist, von 20 auf 0 zu gehen als von 40.


    Und dann keine Ersatzstoffe (mehr Kaffee als sonst, Bonbons etc, vielleicht auch Pflaster und den ganzen Kram) denn vom Ersatz geht es ganz leicht wieder zurück. Auch ausgewiesene Raucher-Ecken meiden (Kneipe z.B., damals wurde noch voll in allen Lokalen geplotzt.)


    Wichtig: Den Ausstiegstag planen, sich mental vorbereiten, Sich die positiven Seiten des Rauchens klar machen, damit man weiß, was man aufgibt.

    (Das klingt nach Carr und so, war aber für mich wirklich wichtig) Sich mal ganz genau klar machen, warum man eigentlich aufhören will.


    Damit nicht nur die diffuse Angst vor den gesundheitlichen Folgen des Rauchens einen antreiben - der Antrieb, aufzuhören ist dann genauso diffus.


    Und dieses in einem einzigen Satz zusammenfassen, den man wie ein Mantra, wie Autosuggestion, vor sich herbeten kann. (Warum soll man nicht alle psychischen Tricks nutzen, auch wenn sie albern findet. Sie wirken dennoch)


    Und einen ganz "normalen" Tag wählen, bei mir war es der vorletzte Arbeitstag der Woche. Anfangs ganz viel trinken. Bewusst atmen an frischer Luft. Bewegung, so viel, wie möglich ist.


    Außerdem habe ich allen Bekannten und Kollegen vorher verkündet, dass ich zu genau dem Termin aufhören werde, als ich dann auch Schluss machte. Vielleicht mag das bei manchen Menschen kontraproduktiv wirken, bei mir hats geklappt, war sicherlich so etwas wie ein i-Tüpfelchen der Motivation.


    So, und nun: Viel Erfolg!


    noapostel


    schon lange EX-Raucher

    Waterplanet


    Ich finde die Reduktionsmethode klingt gut.


    Ich habe nie wirklich aufgehört mit dem Rauchen, aber bin von einer Schachtel auf zweimal die Woche oder alle zwei Wochen rauchen.

    Rauche halt nicht täglich, sondern nach "Bedarf". Und es wird immer weniger.


    Wenn das für dich auch interessant ist, sag Bescheid.

    @ screwball

    Du rauchst nach Bedarf? ":/

    Wann hast du denn Bedarf?
    @ TE,

    Ein Freund von mir hat mi dem Nicorette Spray aufgehört.

    Er hat immer dann wenn er rauchen wollte das Spray benutzt und sich danach abgelenkt.

    Abends vor dem Fernseher ein Bierchen und dabei gemütlich rauchen?

    Vergiss es, koch dir einen heißen Tee und schäl dir einen Apfel.

    Was ich damit sagen will, du musst deinen Alltag umstrukturieren-

    Waterplanet schrieb:

    spätestens nach 2 Tagen bin ich die Wände hochgegangen

    Du kannst auch einfach dann ein Weile die Wände hochgehen und das akzeptieren und in Kauf nehmen. Das sind dann vielleicht einige wenige unangenehme Tage, und dann hast Dus hinter Dir. Was ist das in Vergleich zu der Qual, die Du Dir nun stattdessen antust!?


    Und ich bin fest davon überzeugt, dass "die Wände hochgehen" ist zum großen Teil psychisch bedingt und würde sich deutlich legen, wenn man aufhört, den gedanklichen Fokus auf das Thema zu legen.


    Also Beispiel, Du strandest auf einer einsamen Insel, musst ums Überleben kämpfen. Zigaretten gibts da natürlich auch nicht. Aber wie relevant ist das dann noch!?


    Oder Du hast eine schwere Krebserkrankung mit Lebensgefahr und lauter unangenehmen Behandlungsschritten hinter Dir. Kannst Du Dich da nicht glücklich schätzen, zum Heilen Deines Leides nur ein erheblich geringeres Übel durchmachen zu müssen?

    Bei mir war das so (allerdings nach weniger Jahren und auch weniger hoher Tagesdosis): Ich hatte irgendwie dieses gehirngewaschen, zwanghafte Gefühl, ohne Rauchen "geht es einfach nicht". Als müsse man irgendwie aus magischen Gründen rauchen. Dazu kam der körperliche Drang, Schmachter.


    Es hat dann, ganz Allen Carr mässig, irgendwann "klick" gemacht, und mir wurden zwei Dinge klar:


    1 Ich will nicht rauchen (gut, das wusste ich eigentlich schon)

    2. Ich muss auch nicht rauchen, "man" muss nicht rauchen, man kann und darf "einfach so" auch nicht rauchen


    Also hab ich die letzte Zigarette abends ausgemacht und tags drauf keine neue an. Ein bisschen dieses Schmachter Gefühl, aber ich hab mich mit dem Thema auch nicht wirklich mehr viel beschäftigt. Als ich dann rauchfrei abends wieder ins Bett bin, war mir klar, "geschafft". Bis heute ohne je einmal in Versuchung zu kommen.

    Hallo Waterplanet


    Wenn du mit dem ? Rauchen aufhörst,

    Als erstes in Dich hineinhorchen, bist du dazu bereit??

    Wenn NEIN, der Rückfall kommt bedtimmt

    Wenn JA, dann aufhören, JETZT, SOFORT,

    Klingt brutal l, ist ja brutal.

    Den Nikotinverzicht an Termin, Anlass, Jahrestag, Urlaub,.... Zu planen funktioniert NICHT auf Dauer

    Rauchen besteht aus Nikotinsucht UND aus GEWOHNHEIT

    Und noch EINES wenn du den Schalter gefunden hast, zu ? Rauchen aufhörst, bedeutet das Lebenslang!!

    Viel Kraft, viel Geduld dabei.

    LG.

    PS. Ich habs gemacht, von Vollgas auf Nie wieder

    Die Methode ist nicht schlecht. Mein Onkel, ein starker Raucher über Jahrzehnte gewesen, hat so aufgehört. Am Ende rauchte er nur noch eine Zigarette am Tag, die er immer wieder anzündete....also immer nur einen Zug gemacht. Ok, immer wieder anzünden ist besonders schädlich, aber es sollte ja nicht für immer sein. Nach einiger Zeit ließ er dann auch diese eine Zigarette sein.

    Ich habe auch so aufgehört...war starke Raucherin, rauchte überall....in der Wohnung, auf der Straße....und endete mit 3 Zigaretten am Tag und die nur auf dem Balkon.

    Was man auch versuchen kann, sind Kräuteretten. Das sind Zigaretten, in denen kein Nikotin ist, sondern Kräuterkram. Die rauchte ich auch zwischendurch, um vom Nikotin runterzukommen. Ich schaffte es dann am Ende auch und bin nun seit elf Jahren rauchfrei und habe auch keinerlei Bedürfnis mehr danach.


    Kräuteretten:

    https://www.google.com/search?…&sourceid=chrome&ie=UTF-8

    Ergänzung:

    Das Ende, von wenig rauchen auf gar nicht mehr, dauerte bei mir lange, weil ich den letzten Schritt, der der schwerste war, nicht schaffte. Ich dachte ständig ans Rauchen, als ich wenig rauchte, wann ich die nächste anzünden darf....die Abhängigkeit war also noch da....auch das Zeremoniell und die Gewohnheit wurden durch die Kräuteretten natürlich weiter unterstützt....das richtige Ende machte ich so, wie meine Vorredner hier schon beschrieben: spatz.56 und rr2017 haben dazu eigentlich schon alles gesagt.

    Die ersten Tage waren die Hölle, ich habe nur geheult, aber ich war mir bombensicher, dass nun endgültig Ende ist und ich werde mir nie, nie wieder eine anzünden. Ja, es ist schwer.....wohin nur mit meinen Händen...wie jetzt...nach dem Essen keine rauchen?....ich will was grübeln....wie jetzt, keine Kippe dazu? Ich bin alle paar Minuten verzweifelt....aber das ist dann halt so. Aber glaube mir, das endet. Und irgendwann ist es dermaßen vorbei, dass Du es nicht mehr nachvollziehen kannst, wie man überhaupt rauchen konnte.


    Viel Glück!@:)

    Zitat

    Ich hatte irgendwie dieses gehirngewaschen, zwanghafte Gefühl, ohne Rauchen "geht es einfach nicht". Als müsse man irgendwie aus magischen Gründen rauchen. Dazu kam der körperliche Drang, Schmachter.


    Genau so ging es mir auch. Ich hab dann in einem Forum gelesen, dass man sich beim verlangen überlegen soll, was negatives passiert, wenn man jetzt keine raucht. Die Antwort war immer die selbe.. nix..

    Die Nervosität etc muss man einfach aushalten und sich immer ins Gedächtnis rufen, dass es vorbei gehen wird und das nicht Rauchen viele Vorteile hat. Mal abgesehen von gesundheitlichen Aspekten.. der Gestank, wie ein Depp vor der Kneipe stehen und rauchen, ständig sorge zu tragen, dass auch Zigaretten vorhanden sind, bei schlechtem Wetter draußen stehen... etc etc etc


    Ich hab von heut auf morgen aufgehört. Habe ca 1 Schachtel am Tag geraucht und hatte eine Erkältung und keine mehr daheim. Nachdem ich deshalb einen Tag nicht geraucht hatte, hab ich es einfach gelassen. Dachte mir, wenn es einen Tag geht, dann auch zwei etc. Aufhören zu. Termin xy hat auch nie bei mir geklappt.. tatsächlich hab ich bis zu dem Zeitpunkt dann wesentlich mehr geraucht ? quasi „vorgeraucht“

    Ich habe es einfach gemacht. Ich bin vor 3 Wochen von heute auf morgen, ohne nachzudenken, von 40-50 Zigaretten am Tag auf 5 oder weniger runtergegangen. Es war keine bewusste Entscheidung und fällt mir daher überraschend extrem leicht - weil es eben ohne Zwang und ständig Nachdenken ist. Ich rauche gelegentlich nach dem Essen und das warst.

    Ich rauche auch nur draußen. Ich bin auch in der Klinik, wo es extrem langweilig ist. Hat aber den Vorteil, dass wenn man rauchen will, muss man zum Raucherplatz. Faulheit besiegt gerade der Sucht.

    Plüschbiest

    Nach Bedarf heißt, wenn ich Lust habe, rauche ich. Aber auch nur dann, wenn jemand in der Nähe ist, der Zigaretten hat. Wenn ich Alkohol trinke habe ich extremen Bedarf^^ aber da ich nicht mehr viel trinke, wird das alles immer seltener.

    Ich habe in der letzten Woche eine Zi garette geraucht.


    Ich denke irgendwann werde ich auch nicht mehr rauchen, aber es kann auch ruhig so bleiben wie es ist.