• Ritalin

    Da ich jetzt schon sehr oft in irgendwelchen Foren lesen musste, dass Eltern ihren Kindern Ritalin verschreiben lassen wollen, da ihre Kinder zu "unruhig" sind, muss das einfach mal raus... Ich bin 24 nehme jetzt seit gut 4 Jahren Methylphenidat. Anfangs war es noch ganz "nett", da ich mich wohler fühlte als ohne. Konzentration oder sonstige schulischen…
  • 150 Antworten
    Zitat

    Gegenfrage: Wie definierst du denn "Droge"?

    Ich orientiere mich da an der Charakterisierung, die in der obigen Definition von Drug dependence zum Ausdruck kommt. Diese steht auch in Übereinstimmung mit Wikipedia:

    Zitat

    Gesellschaftlich wird der Begriff Droge jedoch weit enger gefasst: Drogen sind Stoffe und Zubereitungen, die primär zur Erzeugung eines Rauschzustandes oder zur Befriedigung einer Sucht verwendet werden. Dabei können Drogen das Bewusstsein und die Wahrnehmung des Probanden während ihrer Wirkung und darüber hinaus verändern. Arzneimittel, die nach Definition der WHO als Droge eingestuft werden und auch im angelsächsischen Raum mit dem Begriff "drug" (engl.: Droge) belegt werden, werden im täglichen Umgang nur noch selten als Droge bezeichnet.

    Die Bezeichnung Droge synonym für Arzneimittel ist also keineswegs als üblich zu betrachten.

    Zitat

    Und ich denke, Fachleute haben bei diesem Thema erheblich mehr zu sagen als Leien.

    Fachleute verwenden häufig ein deutlich anderes Vokabular, das gilt für Mediziner und Pharmazeuten genauso wie für Statiker und Juristen. Deren Terminologie ist damit aber keinesfalls verbindlicher. Diese speziellen Terminologien umfassen nicht nur Begriffe, die außerhalb dieser speziellen Kreise weitgehend unbekannt sind, sondern auch abweichende Verwendungen von Begriffen, die außerhalb dieser speziellen Kreise eine (andere) Bedeutung haben.

    Zitat

    So gesehen existiert also doch eine gültige Definition für "Droge".

    Die WHO definiert ja nun nicht Begrifflichkeiten in allgemeingültiger Weise. In meinem obigen Zitat heißt es ja auch ausdrücklich:

    Zitat

    The Committee adopted the following definitions for use in the present context

    geh mal einer in den USA in einen "drugstore" und verlange nach Drogen.....


    genau wie in unseren" Drogerien" gibts da keinen Stoff in dem Sinne....


    Droge definieren zu wollen, artet stets in Rechthaberei aus, wie man hier gut sieht.


    Für jeden Artikel aus Wiki oder aus Fachliteratur gibts einen Gegenartikel, der den ersten für falsch erklärt.


    Viel Spass noch. ;-D

    @ Ismael

    Ich persönlich kann mit dieser "Definition" von "Droge" nichts anfangen, da sie sich überhaupt nicht einschränkt. So halte ich mich an die Definition, die Ausssagt, dass all jene Stoffe Drogen sind, die psychotropisch wirksam sind. So hat man eine relativ klare Einschränkung, und die meisten Fachleute sehen das genauso wie ich.

    Zurück zum Ritalin:

    Zitat

    Warum bekommen KINDER Ritalin auf Rezept.. und Erwachsene nicht?


    Was ist die Begründung, weiß das jemand??

    Methylphenidat ist in Europa nicht für Erwachsene zugelassen, nur für Kinder. Ärzte dürfen daher Methylphenidat erwachsenen nicht auf Kassenrezept verschreiben. Einige Ärzte wurden deshalb schon verklagt.


    Es gibt aber zahlreichende Studien über die Einnahme von Methylphenidat bei Erwachsenen bei ADS/ADHS. Auch Zulassungsstudien.


    November 2008 haben Wissenschaftler erst die Freigabe für Erwachsene gefordert für den europäischen Markt. Die Zulassung für Erwachsene kann aber noch dauern, weil Methylphenidat sehr umstritten ist.

    Zitat

    Es ist verdammt leicht, alles auf ADS zu schieben!

    Tut man auch. Hab mal ein Interview gelesen, bei dem Ritalin als schlecht bezeichnet worden ist von so einem führenden Medizinder oder so. War ich voll dafür. Bei mir wurde auch ADS festgestellt, aber er meinte, das sei eine erfundene Krankheit, um die "auffälligen" Kinder einstufen zu können. Es wurde geschrieben, dass eine Lehrerin Eltern gezwungen hat, ihrem Kind Ritalin zu geben, damit sie es im Unterricht leichter hat. :(v


    Ritalin kann man bei uns für ca. 50CHF verhökern, also irgendwie pro Pille (hab ich jedenfalls mal so verstanden ???)


    Ich hab mich immer geweigert, das Ritalin einzunehmen. Auch heute nehme ich nur dann Tabletten und Säftchen und Pillen und und und wenn es sein muss. Dann bin ich eben zwei Tage länger erkältet, NA UND?

    Kathleen-Sarah

    Könntest Du bitte auch Quellen dafür angeben? Ich kann mir kaum vorstellen, dass es ein für ganz Europa gültiges Verordungsverbot für Methylphenidat gibt.

    Zitat

    Verordungsverbot für Methylphenidat gibt.

    Das ist kein Verordnungsverbot. Es darf ja verordnet, verschrieben werden. Aber es ist eben nicht für Erwachsene zugelassen, nur für Kinder.


    Um ein Medikament zu zu lassen ist eine Zulassungsstudie vorgeschrieben, diese bescheinigt, dass das Medikament für Kinder/Erwachsene wirksam ist. Dann kann die Freigabe beantragt werden. Ohne entsprechende Zulassung muss die Kasse auch nicht bezahlen, weil ja offiziel der Beweis der Wirksamkeit fehlt.


    Hoffe ich habe das verständlich erklärt.

    Keine Sorge, ich verstehe das, was Du schreibst - allerdings habe ich erhebliche Zweifel an der inhaltlichen Richtigkeit.


    Ich sehe nicht den Unterschied zwischen Meinung, Fakt und/oder Zitat.

    Zitat

    Das ist kein Verordnungsverbot. Es darf ja verordnet, verschrieben werden. Aber es ist eben nicht für Erwachsene zugelassen, nur für Kinder.

    Wenn ein Medikament nicht zugelassen ist, darf es zumindest in Deutschland nicht verordnet werden.


    Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, aber bitte mit einer seriösen Quelle.

    http://web4health.info/de/answers/adhd-adultmph-efficacy.htm


    Methylphenidat bei Erwachsenen off-label


    Auch wenn im November 2006 eine kontrollierte Studie über 24 Wochen mit einem Retard-Methylphenidat abgeschlossen wurde und eine Zulassung des Medikamentes auch für die erweiterte Indikation ADHS bei Erwachsenen vorgesehen ist, gibt es derzeit (Stand August 2008) noch kein in Deutschland zugelassenes Metyhlphenidat für die Behandlung von Erwachsenen mit ADHS / ADS. Dabei gibt es eigentlich hinreichende Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit der Medikation belegen.

    @ mariposa

    Ich bin eine seriöse Quelle ;-D


    Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Ritalin nur dann, wenn es im Rahmen der Kindermedizin verschrieben wird.


    Erwachsene bekommen es nur auf ein privates Betäubungsmittelrezept


    Nach einer grossen Missbrauchswelle in der 70er Jahren wurde es dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt.


    Ich vermute mal, dass auch Erwachsene es nur dann auf ein priv. BTM-Rezept bekommen, wenn die entsprechende Vorgeschichte stimmt, also ADS bzw ADHS in der Jugend diagnostiziert wurde

    ich geb ja zu, dass ich es nur so gehört habe, allerdings von jemandem der es wissen müsste... deswegen habe ich auch den Smiley im Zusammenhang mit seriöser Quelle benutzt

    Zitat

    Ich muss sagen,ich habe echt glückbei mir zahlt die Krankenkasse es und das obwohl ich schon 28 bin.

    Aus dem Link, für die, die ihn nicht lesen können:


    Können Arzneimittelverordnungen von der Krankenkasse genehmigt werden ?


    Einige Ärzte argumentieren, dass die Verordnung von Methylphenidat bei Erwachsenen zunächst von der Krankenkasse genehmigt werden muss. Das ist so nicht richtig, da die Krankenkasse selber nie eine Verordnung genehmigen oder ablehnen darf. Dabei muss man wissen, dass die Krankenkasse ja auch gar nicht individuell das Medikament zahlt, sondern vielmehr ein Medikamentenpool (Summe für die Gesamtbehandlungen aller Versicherten besteht).


    Um dennoch einen off-label Gebrauch von Methylphenidat bei Erwachsenen zu ermöglichen gibt es eigentlich nur 2 Möglichkeiten


    * Der Arzt stellt ein Privatrezept (BTM) aus, das vom Patienten zunächst bezahlt wird. Der Patient beantragt bei seiner Krankenkasse schriftlich eine "Einzelfallentscheidung büer die Kostenübernahme unter Zuhilfenahme des Medizinischen Dienstes" für ein ärztlich verordnetes Arzneimittel.


    Dieser Weg kann gelingen, wobei man sich direkt an die Direktion seiner Kassse wenden sollte und ggf. auch auf die Chroniker-Bestimmungen (ADHS ist eine chronische Erkrankung) hinweisen sollte.


    * Der Arzt stellt bei der Krankenkasse einen Antrag, dass sich die Kasse bereit erklärt, keinen Prüfantrag im Prüfungsausschuss gegen den Arzt zu stellen. Grundsätzlich gilt die Verordnung ja bis zum Beweis des Gegenteils als unzulässige Verordnung und die Krankenkasse könnte gegen den Arzt ein Prüfverfahren vor der Prüfkommision der Kassenärztlichen Vereinigung einleiten. Mit der Erklärung soll erreicht werden, dass auf die Einleitung eines Regressverfahrens seitens der Krankenkasse verzichtet wird. Ob das funktioniert, bleibt aber offen.