Selbstverständnis von Suchtpatienten/Substi's

    Ist das zu fassen? Was erlauben sich bloß die Süchtigen im vereinten Deutschland - ich bin geschockt über eine derartige Ärzte-Bewertung. Da stellt irgendwer noch Ansprüche, anstatt sein schweineteures Morphi (warum eig. so teuer? ;-D ), veranlasst durch ohnehin immer selbstverschuldete Sucht einfach zu schlucken und die Klappe zu halten


    hallo dr. xxy,


    unlängst bekomme ich mit, dass ich mit meinen Erfahrungen mit Ihren Schlampereien, für die natürlich immer wer anders verantwortlich sein soll, Ihrer phänomenalen Diskrepanz von Selbsteinschätzung und Wirklichkeit nicht so ganz allein bin - höchstens vielleicht der einzige Substi-Patient, denn viele von "uns" finden sich damit ab, ein wenig verarscht zu werden, was sicher dem Selbstbild der meisten von "uns" geschuldet ist. Die meinen, sich moralisch oder lebenspraktisch zu verbessern, weil sie für sich selbst einen Weg gefunden zu haben, sich auf die strenge, aber fähige Person Dr.... einzulassen, mit ihren "feinen Antennen für Unaufrichtigkeit", die aufgrund ihrer Lebenserfahrung "gewisse Spielchen eben satt hat." Über solche Selbstkasteiung in einer deutschen (nicht polnischen oder bayerischen) Großstadt des Jahres 2019 wundere ich mich regelmäßig, jedenfalls ist das nicht meine bevorzugte Masochistenspielart.

    Im Bestreben, meinen behandelnden Arzt ernst nehmen zu wollen - Ihre Auffassung vom, ähm, erwachsenen Benehmen ist so lächerlich einseitig, oberflächlich, dass ich es absolut angebracht sehe, ebenjenen erwachsenen Mitmenschen grundsätzlich vom Besuch Ihrer Praxis abzuraten und nicht nur Suchtpatienten. WEIL der bewusst vermittelte Eindruck von Kompetenz und Pragmatismus wesentlich täuscht, der auch mich viel zu lange auf Sie vertrauen ließ. Sehen Sie das hier ruhig als ein frustriertes Nachtreten eines entsprechend veranlagten oder durch die Sucht charaktergeschädigten Schmarotzertypen. Ich verspüre einfach nur eine kleine Verantwortung gegenüber Mitpatienten, Punkt aus. Einzelheiten meiner Kritik wollen Sie nicht wissen, dafür ist das Ross, auf dem Sie sitzen, zu hoch und die Brille braucht ja ein Mensch Ihres Formats nicht zu wechseln oder zu putzen. Und wer ändert sich schon in dem Alter ohne existenziellen Grund. Verärgere ich Sie mit derartigen unsachlichen, unfairen Zuschreibungen, die Sie selbst nicht nur den Drogenpatienten am laufenden Bande hinrotzen?


    Hören Sie besser zu, sage auch ich. Das wäre ein Anfang, falls Sie sich entgegen meiner Vermutung doch schon mal gefragt haben sollten, wie sich dieser oder jener Stress vermeiden ließe.


    Viel Erfolg


    Also, ich finde so eine Rueckmeldung ziemlich krass, aber auch interessant. Hat jemand von euch aehnliches erlebt, ich meine, diese vom Verfasser (maennlich, vermute ich?) bemängelte friss-oder-stirb Haltung von Substitutionsärzten? Oder sieht das eher nach einem verqueren Einzelkampf aus? ":/

  • 14 Antworten

    Wo steht da was von Morphi?

    Ich dacht wer substituiert wird bekommt Methadon oder Polamidon? ":/

    Ich habe nicht verstanden was er damit ausdrücken will.":/

    Ich habe einen Knoten im Gehirn. ;-D

    Vielleicht sitzt der Konsument öfters auf dem Trockenen weil der Arzt seine Vorräte nicht rechtzeitig aufstockt?:)-

    nee. der arzt stellt dem pat. sogar einen drogenausweis aus, damit man z. b. in polizeigewahrsam oder notaufnahme nie auf dem trockenen sitzt

    achja, der Patient bekommt täglich die gleiche Dosis retard Tabletten, das nennt sich Therapie oder Behandlung und nicht Konsum ;-)

    Bin kein Arzt aber habe damals im Zivildienst viele Junkies erlebt. Die waren alle so drauf. Arme Schweine natürlich aber ich fand's trotzdem reichlich ätzend.

    Es hilft jedenfalls, einen toleranten Arzt zu haben, der Realitäten akzeptiert und mit ihnen umgeht. In Berlin bin ich fündig geworden, im Grunde genommen fast sofort. Nachdem ich viel zu lange mich mit gegenteilig (konservativ) eingestellten zwei Ärztinnen abgegeben hatte. Jeden Morgen mit nem schlechten Gefühl oder Ungewissheit in die Praxis. Mindestens genau so ungesund wie jeglicher Beikonsum. :)= Finde ich jetzt :)z

    Ach so, du selbst hast die Bewertung abgegeben.

    Sorry, aber ist Substitution für die meisten nicht deshalb erstrebenswert weil man sich die Beschaffungskriminalität erspart?

    Die wenigsten Süchtigen gehen ja einer geregelten Arbeit nach.

    Und selbst wenn doch, das Geld reicht ja hinten und vorne nicht.

    Beschaffung durch klauen oder betteln ja. Einer bei uns hat sich letzens umgebracht, weil er nicht runterkam und dann Corona. Dabei geben die Leute sehr viel Geld, jetzt gerade. Aber woher hätte er das wissen sollen.


    Naja egal wie, es ist in jedem Fall purer Stress jeden Tag, den man sich erspart.

    Ich denke dass die Süchtigen alle weiter Drogen statt Methadon und Co. nehmen

    würden, wenn sie die Drogen frei Haus geliefert bekämen und die Bezahlung kein Problem wäre.

    Drogensüchtige Stars wie Whitney Houston, und Co. kamen mit ihrer Sucht wohl deshalb so lange gut klar, weil jemand für sie die Drogen organisiert und bezahlt hat.

    Was spricht denn in deinem Fall gegen einen Entzug?

    Plüschbiest schrieb:

    Was spricht denn in deinem Fall gegen einen Entzug?

    Na ja .. wenn man sich für den Entzug entscheidet, muss man sich auch mit seinen Problemen auseinandersetzen und mit der echten Realität, und die kann ganz schön gemein sein und ist selten rosa und watteweich. Das kann einem schon Angst machen, wenn man nie gelernt hat, das eigene Leben und sich selbst mal auszuhalten.

    Da ist es doch wesentlich leichter, das Leben einfach "wegzudrücken"