Sexuelle Verhaltensstörung?

    Hallo ihr Lieben,


    ich bin gerade etwas ratlos, habe nach "entsprechenderen" Foren gesucht (aber keine gefunden. Möglicherweise haben die "spezielle" Namen?!) und bin letzlich hier hängen geblieben.


    Eine kurze Vorgeschichte:


    Ich bin mit meinem Freund 9 Monate zusammen. Alles läuft, bis auf typische Meinungsverschiedenheiten, gut. Nur der Sex nicht. Genauer gesagt haben wir fast gar keinen Sex. Wenn, dann häufig mit Errektionsproblemen seinerseits und einem Gefühl meinerseits, dass er sich angestrengt, konzentriert, gelangweilt, ... wirkt.


    Natürlich habe ich mir erst Gedanken darüber gemacht, ob er mich vielleicht nicht attraktiv findet. Ob ich nun nackt, halbnackt, in heißer Wäsche oder wie auch immer, in seiner Nähe bin, regt ihn das nicht im geringsten. Das Gespräch habe ich natürlich gesucht, er findet mich natürlich sehr attraktiv. Das Thema Sex ist momentan mehr zum Streitpunkt geworden.


    Nun habe ich den Grund für alles gefunden.


    Er hat ein Profil auf jappy.de mit einem, sagen wir "aussagekräftigen" Text, was er im skype machen würde, wenn man ihm dort zuschaut. Ich habe einige Nachrichten in seinem skype gelesen und war entsprechend schockiert. Da er gerade beruflich unterwegs ist und ich nicht mit ihm telefonieren wollte, schrieben wir ein paar Textnachrichten.


    Er beschreibt sich selbst als krank und gestört. "Ich bin eine kranker Mensch, der versucht hat, eine normale Beziehung zu führen... missglückt."


    "Ich habe versucht in einer Beziehung mit einem gesunden Menschen selbst zu gesunden..."


    "ich wollte durch dich in einer normale Beziehung darüber hinwegkommen, schaffe aber den Absprung nicht. Ich bin es nicht wert!"


    "Das, was du da gesehen hast, erfüllt mich mit tiefstem Scharm. Ich könnte dir nicht mehr unter die Augen treten"


    Auf die Frage, inwiefern das Einfluss auf uns genommen hat, antwortete er, dass der Sex eben nicht gut war. "Mein" Sex wäre super für normale Männer. Er könne mir diesen "normalen" Sex nicht geben.


    Zudem sagt er, dass er dem Sex eine zu große Aufmerksamkeit beimisst. Süchtig ist, es nicht wegbekommt, wir wegen ihm keinen Sex haben. Er fühlt sich sehr schlecht, da er seit Jahren offiziell als Sunnyboy lebt und inoffiziell mit diesem Geheimnis. Und er schämt sich sehr...


    Es ist wohl eine Vorliebe, die er mit seiner Partnerin nicht ausleben kann. Das hat wohl zu einer Art Alternative zu Skype geführt.


    Wir wollen heute darüber sprechen, wenn er wieder da ist.


    Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich möchte versuchen Verstädnis aufzubringen, für ihn da sein. Ihn fragen, was er braucht und schauen, ob ich es ihm geben kann ohne, dass er das gefühl hat, dass es "für ihn organiesiert ist".


    Was aber, wenn es etwas ist, was ich nicht kann? Muss ich damit leben, dass er es sich jeden Tag anders holt? Ist es therapierbar? Was kann ich tun? Werden wir je "normalen" Sex haben?


    Es tut mir leid, wenn alles etwas ungeordnet und verwirrend ist. Ich bin nur gerade so ratlos. So allein, verletzt und böse, mit der Frage: Wieso muss gerade er so sein?!

  • 21 Antworten

    Das weiß ich leider noch nicht. Es fiel ihm schwer, es in einer Textnachricht zu schreiben. Er wird es mir wohl heut Nachmittag erzählen. Aber, ist das denn relevant?

    Zitat

    Was aber, wenn es etwas ist, was ich nicht kann?

    eure ganze kommunikation lässt vermuten du hättest irgendetwas konkretes rausbekommen, du wüsstest was es ist – dem ist nicht so? worüber redet ihr dann überhaupt jetzt?

    Zitat

    Muss ich damit leben, dass er es sich jeden Tag anders holt? Ist es therapierbar? Was kann ich tun? Werden wir je "normalen" Sex haben?

    wenn er einen ebstimmten fetisch hat, dann will er denn ausleben. normaler sex befriedigt ihn dann eben nicht. das ist so, dan hat niemand schuld. über kurz oder lang bleibt eigentlich nur die trennung, denn jeder hat halt andere bedürfnisse.

    Reden ist schon mal ein Weg, ansonsten bist du nur sein Alibi, sein Aushängeschild. Vielen Partnern reicht das, weil eine Zweckgemeinschaft auch beiden Freiräume lässt.

    Was ich besonders bedenklich finde, ist sein Selbsthass, seine Scham, sich selbst als krank empfinden. Was für eine sexuelle Vorliebe löst solche Gefühle aus?


    Insofern finde ich es absolut relevan, worum es ich handelt. Außerdem habe ich generell ein Problem mit Menschen, die sich nicht akzeptieren können und in diesen Gefühlen der Minderwertigkeit versinken. Allein das wäre schon für mich ein Beziehunghindernis.


    Ich kann dir nur raten, dich nicht so sehr mit reinziehen zu lassen.

    tuffarmi: Unsere ganze Kommunikation? Habe ich irgendetwas über eine konkrete Kommunikation geschrieben? Nein. Ich weiß nicht, um was es sich handelt. Bis gestern wusste ich nicht mal, dass etwas derartiges im Raum steht und ich hätte es nie, niemals vermutet. Wie erwähnt, wenn er heute Nachmittag zurück ist, möchten wir darüber reden und natürlich möchte ich dann wissen, um was es sich handelt.


    Und auf deine These, eine Trennung würde nicht ausbleiben, in ich noch nicht bereit einzugehen. Mir liegt sehr viel an diesem Menschen, er ist meine kleine Welt. Und nur aus diesem Grund versuche ich dem Ganzen so offen wie möglich gegenüberzustehen...


    Ria Grande: Deine Wort erschreckt mich leider etwas. Es muss doch nicht zwangsläufig so sein, dass ich sein Alibi bin, oder? Ich meine, dass muss doch nicht auf jeden zutreffen?! Ich habe ihn klar gefragt, ob der mich irgendwie "benutzt", ob er mich tatsächlich liebt, so wie er es sagt. Und er meinte, dass er mich nie benutzen würde. Er nur eine Beziehung führen könne, wenn er sich auch zu der Person in jeder Hinsicht hingezogen fühlt. Er beteuerte, dass dies so ist und er mich sehr liebe.


    Das kann doch nicht gelogen sein?! Jetzt habe ich das Gefühl, ihm nichts mehr glauben zu können. Egal, was er sagt. Egal ob Wahrheit oder tatsächlich Liebe...

    Monika:


    Ich denke, ich kann das schon etwas nachvollziehen. Ein Fetisch (oder was auch immer das bei ihm sein mag) wird vom Großteil der Gesellschaft leider als widerlich, pervers, unnormal, krank, gestört, etc. hingestellt. Viele wissen gar nicht, dass so etwas vollkommen regelkonform ist, solange die Person selbst oder andere nicht verletzt werden. Ich schließe mich da nicht unbedingt aus. Ich denke, dass könnte ein Grund für diese Scharm sein. Das "anders sein", das ausgegrenzt sein,...

    Zitat

    Reden ist schon mal ein Weg, ansonsten bist du nur sein Alibi, sein Aushängeschild. Vielen Partnern reicht das, weil eine Zweckgemeinschaft auch beiden Freiräume lässt.

    er schreibe doch selbst dazu:

    Zitat

    "Ich habe versucht in einer Beziehung mit einem gesunden Menschen selbst zu gesunden..."

    er wollte normal sein, ist aber eben anders.


    ich denke, je nach dem was es ist, muss er lernen mit seinen vorlieben zu leben oder, falls es etwas illegales oder gemeingefährliches ist, sich therapieren zu lassen. er scheint in jedem fall einen leidensdruck zu haben.


    davon abgesehen, scheint er ja schon zu denken, du wüsstest bereits um was es geht:

    Zitat

    "Das, was du da gesehen hast, erfüllt mich mit tiefstem Scharm. Ich könnte dir nicht mehr unter die Augen treten"

    Ich fürchte, Du wirst Dich damit abfinden müssen, dass es zwischen Euch keinen normalen oder gar keinen Sex geben wird/ kann. Oder Du mußt Dich trennen.


    Dein Partner braucht halt jemanden, mit dem er seinen Fetisch leben kann oder eine Partnerin, die freiwillig auf Sex verzichtet, weil es ihr nicht wichtig ist. Auch soetwas gibt es.

    Zitat

    Was ich besonders bedenklich finde, ist sein Selbsthass, seine Scham, sich selbst als krank empfinden.

    sehe ich auch so. da muss er sich definitv hilfe suchen.

    Ich würde erstmal abwarten und sehen, um was genau es sich denn handelt. Vorher kann man sowieso keine konkrete Aussage treffen. Möglicherweise ist es garnicht so schlimm oder Du empfindest es nicht so. Möglicherweise könnte Dir sowas auch gefallen, je nach dem was es ist.


    Ich finde es gut, dass Du dem Ganzen offen gegenüber stehst und würde, ohne zu wissen um was es geht, noch garnicht irgendwie das Wort "Trennung" in den Raum werfen. Ich kann verstehen, dass er es verheimlicht hat. Zu groß ist vielleicht die Ablehnung von Dir und die Angst davor was passiert. Lass es auf Dich zukommen und entscheide dann...


    Hier gleich Unterstellungen wie "Alibi" oder sowas in den Raum zu werfen, finde ich völlig fehl am Platz. :|N


    Vielleicht hat er einfach keine guten Erfahrungen bisher damit gemacht. Ist deshalb so voller Zweifel und Selbsthass. Es gibt noch viele Sachen in dieser Gesellschaft, die andere als widerwärtig empfinden, andere eher als normal bzw nicht weiter schlimm. :)z

    Zitat

    Ich denke, ich kann das schon etwas nachvollziehen. Ein Fetisch (oder was auch immer das bei ihm sein mag) wird vom Großteil der Gesellschaft leider als widerlich, pervers, unnormal, krank, gestört, etc. hingestellt. Viele wissen gar nicht, dass so etwas vollkommen regelkonform ist, solange die Person selbst oder andere nicht verletzt werden

    Genau das meine ich :)=


    Allerdings zu deiner Frage:


    Therapierbar ist sowas wohl nicht. Jeder hat andere Vorlieben, seien sie auch noch so "unnormal". Gesellschaftswidrig halt.


    Ob ihr jemals normal Sex haben könnt? Kann Dir keiner beantworten. Ihr entscheidet was ihr als normal empfindet.


    Berichte dann bitte wie es gelaufen ist @:)

    Zitat

    Es kommt sehr merkwürdig rüber, dass du nach 9 Monaten noch immer nicht sein "Problem" kennst.

    was ist daran merkwürdig, andere leben 20 jahre mit dem ehepartner zusammen und wissen nicht, dass der asexuell ist oder irgendeine besondere vorliebe oder gar ein doppelleben hat.

    Es kommt sehr merkwürdig rüber? Ist dir bewusst, was du da sagst? Denkst du bitte daran, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt? Ein Mensch, der auch Gefühle hat. Ein Mensch, der etwas erfahren hat, was ihn total aus der Bahn wirft. Ein Mensch, der gerade nicht mehr weiter weiß. Kein Worte mehr, sondern gerade nur Tränen findet...


    Es ist weder dein Recht, deine Zweifel offen kund zu tun, ohne zu wissen, ob diese berechtigt sind, noch mir irgendetwas zu unterstellen.


    Du solltest vielleicht mal darüber nachdenken, dass wohl manchmal einfach besser ist seinen scheiß Senf für sich zu behalten!