Spielsucht: Angehörige von Betroffenen?

    Mein Freund ist spielsüchtig und natürlich belastet mich das auch.


    Gibt es hier evtl. noch andere Freunde / Angehörige von Süchtigen, mit denen man sich austauschen könnte?

  • 27 Antworten

    Spielsucht - Angehörige von Betroffenen

    Guten Tag,


    mein Sohn ist mit grosser Wahrscheinlichkeit Computer-Spielsüchtig, er hat seit Wochen keinen Kontakt zur Aussenwelt. Wir haben seit drei Wochen nichts von ihm gehört noch gesehen.


    Anrufe nimmt er nicht entgegen, die Tür öffnet er nicht und die Post nimmt er auch nicht entgegen. Vor einiger Zeit war er schon einmal so komisch und gespielt hat er immer schon gern, er fand auch immer ein Ende, aber jetzt hat mir die Freundin von ihm berichtet, dass er beim spielen ringsherum nichts mehr wahr nimmt, und erst aufhört zu spielen, wenn er völlig erschöpft ist und nicht mehr kann. Die Freundin hat vor einaar Tagen die Beziehung beendet, weil mein Sohn nicht vom Computer wegkommt und mit ihr kein einziges Wort mehr gewechselt hat.


    Ich möchte ihm gern helfen, leider komme ich nicht an ihn heran. Vielleicht hat hier im Forum jemand einen Rat.


    Danke


    Alycha

    Re:Spielsucht

    Hallo. Oft sind die Co-Abhängigen, d.h. die Partner der Spieler, denn sie sind auch 'abhängig', überlastet. Sie haben es sich allerdings auch ein Stückweit so ausgesucht. Meist haben sie ein Helfersyndrom und verstecken damit ihre eigene Hilfsbedürftigkeit. Von daher kann ich nur raten: Der Spieler in der Beziehung solle zu einer Selbsthilfegruppe gehen - regelmäßig - und die gibt's überall eigentlich in erreichbarer Nähe, oft von der Caritas. Der Partner/die Partnerin sollte ebenfalls in eine Selbsthilfegruppe, die gibt's speziell für Angehörige in der gleichen Einrichtung wie oben beschrieben, nur separat eben und meist an einem anderen Wochentag. Das getrennt zu halten ist wichtig, denn es sind unterschiedliche Hintergründe der jeweiligen Sucht. Oder - wenn der Partner/die Partnerin nicht in der üblichen o.g. Abhängigkeitsrolle ist, sollte man sich evtl. gleich trennen.


    (ich schreib aus Erfahrung, gehe ich doch selbst in eine Gruppe, allerdings in die erstgenannte, und ich bin seit über 1 Jahr spielfrei.)


    LG

    Re:Oft sind die Co-Abhängigen

    Hallo, wie soll ich das verstehen, ich bin bestimmt nicht süchtig danach durch die Welt zurennen um Süchtigen zu helfen, es geht mir eizig und allein um meinen Sohn, der wie ich meine noch zu jung ist um sein Leben einer Sucht hinzugeben und in Isolation zu verkümmern, es sollte sich niemand einer Sucht hingeben. Mein Sohn soll ersteinmal leben, denn er hat davon noch nicht so viel gehabt.


    Alycha

    Spielsucht... Folgen für die Beziehung

    Hallo,


    meine beziehung zu meinen Freund ist gerade an seiner spielsucht zerbrochen.


    ich habe es eigentlich erst gar nicht gemerkt, dass er spielsüchtig ist. am anfang unserer beziehung wollte mich besonders tolerant verhalten, nicht als zicke gelten und so. das hing mit seiner ex zusammen, die hat ihm die hölle heiss gemacht. er spielt schon seit mind. 5 jahren. ausserdem spiele ich selber manchmal gerne, was er auch besonders toll fand an mir. irgendwann ist es mir dann doch aufgefallen, aber bewusst geworden ist es mir erst vor 2 wochen.


    auf das thema angesprochen hat er immer sehr ungehalten reagiert und meinte es wär ja nicht so schlimm wie früher, er hätte das hinter sich.


    da ich mal sehr abhängig vom kiffen war, (bei mit ist da fast mein ganzes leben verloren gegangen, ich habe meine früheren freundinnen verloren, mein abi habe ich mit 2 jahren verspätung gemacht, habe aber dann fürs abi aufgehört zu kiffen) hätte ich die zeichen, zum beispiel das "leugnen!", eigentlich besser deuten müssen!!


    ich habe ihm geglaubt dass er nicht süchtig ist, ich wollte es glauben. er hat immer auf seine kumpels verwiesen, die noch viel schlimmer sind, was auch stimmt aber damit hat er nur von sich selbst abgelenkt.


    er spielt jeden tag.


    ich weiss andere leute haben auch hobbies und da muss man auch mal weg aber ich persöhnlich sehe es nicht ein, dass so ein spiel genauso wichtig ist wie fussball spielen oder so... wenn dein freund nie zeit hat für dich, aber dann die ganze zeit spielt, oder ein wochende nur für ein neues spiel für sich haben will aber wenn man dann mal ein wochendene zusammen weg ist, seine kollegen vom teamspeak vermisst... da fühlt man sich echt scheisse.


    er hat neben dem spielen kaum ein leben, - ich spiele auch mal gerne computer, aber ich habe ein leben in das ich zurückkehren kann und wenn ich 2 nachmittage mal gespielt habe ist es mein schlechtes gewissen oder meine freunde die mich zurückrufen.


    ich weiss auch nicht wie man damit umgehen soll, aber die augen verschließen ist sicher falsch. bei mir ist leider zu spät die beziehung gibt es nicht mehr.


    ich hoffe das er jetzt aufhört zu spielen und anfängt wieder im realen leben zu leben.


    vielleicht ist das falsch aber ich würde ihm trotzdem helfen wenn jemand was weiss bin ich für tipps dankbar...

    "schluck"

    Hallo fabelhafte-amelie *:),


    irgendwie tut es mir gut, dass ich mit diesem Problem nicht allein bin - ich hoffe, du verstehst das richtig. Auch mein "Freund" ist der Spielsucht verfallen.


    Nach dem 26.Juni habe ich ihn genau einmal getroffen (16.Juli), und abgesehen davon, dass er sehr schlecht aussah, hat er sich erstmals kritisch über seine Sucht geäussert, zugegeben, dass er irgendwie alles übertrieben hat und erstmal wieder versuchen muss, in's reale Leben zurückzufinden.


    Nach diesem Sonntag hat er sich nie mehr gemeldet (wir wohnen nicht zusammen) - das ist für mich der absolute Schock, und ich bin einfach nur noch entsetzt und sehr verletzt.


    Ich darf noch in dem Forum meiner ehemaligen Gilde mitlesen, und dort kann ich das gesamte Ausmass seiner Besessenheit mitlesen (ich hatte fast drei Monate intensiv mitgezockt).


    Gestern musste ich ihn kontaktieren, da mein Rechner nicht mehr bootet, und die Anleitung für mein Mainboard bei ihm liegt. Noch nicht mal darauf habe ich eine Antwort bekommen :-(


    Bisher habe ich mich davor gedrückt, Nägel mit Köpfen zu machen und die "Beziehung" zu beenden - totales rumgeeier. Das werde ich morgen per Mail nachholen. Ich bin völlig am Ende, es tut alles sehr weh, er war meine grosse Liebe, aber ich merke, dass ich dabei vor die Hunde gehe. Wir waren über fünfeinhalb Jahre zusammen.


    Was bleibt, ist Entsetzen und unendliche Traurigkeit!


    Die letzten Wochen habe ich öfter überlegt, seine Schwester oder Eltern einzuweihen, aber letztendlich ist er ein erwachsener Mann, und das würde sicher zu nix führen.


    Bei ihm kommt auch noch eine ausgewachsene Alkoholproblematik dazu.


    Ich glaube, Süchtige sind Reisende, und die kann man wohl wirklich nicht aufhalten.


    Wie lange wart ihr zusammen? Mich würde interessieren, ob Du mit Deinem Schritt bei ihm etwas erreichen kannst / erreicht hast - wenn Du darüber berichten magst.


    Liebe Grüsse an Dich und alles Gute


    Wuestenrabe

    doppelschluck

    hallo wuestenrabe,


    mir geht es auch so. es tut gut mal was von leuten zu hören, die ähnliche probleme haben. ich habe auch erst beschloßen was zu schreiben als ich deinen bericht unter bei onlinesucht gelesen habe


    bei mir wars aber nicht so krass wie bei dir, wir haben uns gesehen, aber ich musste um ein treffen regelrecht kämpfen. mehr als 2 mal die woche war nicht drin, und wenn wir uns getroffen haben, nach dem traning... manchmal haben wir uns auch seltener gesehen. zu mir kommen war fast nie drin, sicher weil er seine spielausrüstung nicht bei mir hatte... es ist doch bescheuert das ich das so genau weiss oder? aber wenn das so selten ist- und man fast bettelt...


    wir waren nur ein jahr zusammen, man kann sagen da ist es nicht so schlimm aber ich fühle mich trotzdem scheisse.


    die probleme haben, wenn ich jetzt überlege, eigentlich schon nach den ersten 3 monaten angefangen.


    das einzig gute oder schlechte? ist, das nicht ich sondern er schluss gemacht hat. ich habe ihn vor 2 wochen auf die probleme angesprochen. er meinte sein leben ist nichts, er würde mir nur schlechtes tun wenn wir zusammen bleiben, er müsste erstmal anfangen wieder richtig was zu machen. das hört sich gut an oder? er meinte mit mir könne er sich nicht ändern denn die gefahr wäre da dass er alles nur für mich tun würde, was ich ja gar nicht will!


    ich denke aber das er ohne mich ja auch keinen konkreten grund hat sein leben zu ändern. es kann jahre dauern bis er sich aufrafft. vielleicht schafft er aber auch jetzt den absprung aber- keine ahnung. ist es besser dabeizusein und zu helfen? wird das dann co-abhänigkeit?


    für dich weiss ich leider auch keinen rat- versuch mit ihm zu reden. wenn es nur eine phase ist, dann kann sich ja auch was ändern? bei 5 1/2 jahren gibt es vielleicht etwas worauf man aufbauen kann. aber eine antwort ist er dir eigentlich schuldig. wenn das nicht geht, denk erstmal an dich.


    ich glaube du solltest dir überlegen noch jemand einzuweihen, man zwar kann niemanden zu seinem glück zwingen aber wenn er hilfe braucht, es ist vielleicht besser wenn da noch jemand pocht...


    alleine hätte ich nie mit dem kiffen aufgehört. aber ich wollte es auch. das ist die grundvorraussetzung.


    ich wüsche dir auch alles gute und halt den kopf hoch! es ist nicht deine spielsucht ( ich weiss das hört sich krass an)


    fabelhafte-amelie

    Symptom oder Ursache?

    Ich bin in der Zwischenzeit bei meinem zweiten Onlinespile angelangt. Erst war es World of Warcraft und dann Guild Wars. Ich war bis vor einem halben Jahr jemand, der sehr gern Bücher gelesen hat und nicht mal einen Fernseher hatte. Ich war mit mir und meiner Umwelt großteils im Reinen. Ich habe viel Sport gemacht und war auch sonst sehr gerne draussen. Also eigentlich niemand, der ein Potential für Spielsucht gehabt hätte. Pustekuchen. Dann kam die Trennung von der Beziehung, der Umzug in eine neue Stadt, Schwierigkeiten im Studium und ein DSL-Anschluss in der neuen Wohnung. Um mich ein wenig abzulenken, habe ich mir World of Warcraft gekauft. Innerhalb einer Woche war ich süchtig. Ich habe im Schnitt 6 - 12 Stunden gespielt, habe mich nur noch von Kaffee ernährt, bin erst dann ins Bett, wenn gar nichts mehr ging um dann einzuschlafen mit den Gedanken, wie man am nächsten Tag weiterspielen will. Am nächsten Tag selbes Spiel: Aufgestanden, den Rechner hochgefahren, Kaffee gemacht und den Tag durchgezockt. Nicht ans Telefon gegangen, nicht in den Briefkasten geschaut, Freunde vernachlässigt, Zu keiner Vorlesung mehr gegangen, Hausarbeiten nicht geschrieben, Scheine nicht bekommen, vier Kilo abgenommen und ausgesehen wie eine Wasserleiche (dicke Augen und so). Meine Freunde haben dann irgendwann nicht mer angerufen und ich hätte fast mein Studium geschmissen.


    Irgendwann hab ich mich dann gefragt, warum ich so süchtig geworden bin. Es war eigentlich ganz logisch. Ich hatte eine schwierige Phase in meinem Leben, in der ich vielen Unsicherheiten ausgesetzt war. Ich wusste nicht, ob es Richtig oder Falsch war, mich von meinem Partner zu trennen. ich fühlte mich in meiner neuen Umgebung nicht wohl und hatte auch sonst einige Schwierigkeiten in meinem sozialen Umfeld. Sprich: Ich war aus einer gesicherten, behüteten Existenz in etwas völlig Unsicheres geraten. Mit dieser Voraussetzung und diesen Spielen, war die Konsequenz ganz klar: Ich wollte vor allen Schwierigkeiten flüchten. Abtauchen in eine Welt in der alles einfacher war. Eine Welt, in der Gut und Böse ganz klar getrennt sind und man selbst auf der Seite der Guten steht. Eine Welt in der man für Leistungen belohnt wird, eine Welt in der man es zu etwas bringen kann ohne dass man verteufelt und aus dem Spiel geworfen wird, wenn man mal auf einem Level stehen bleibt. Es gibt einfache und klare Regeln, die nicht schwer zu befolgen sind. Man ist sein eigener Herr und ist nicht fremdbestimmt.Man kann tun und lassen was man will.


    Und jetzt mal ehrlich: Wer kann das in unserer heutigen Gesellschaft noch von sich behaupten: Zu wissen was Gut und Böse ist in einer immer komplexer werdenden Welt in der sich Grenzen imer mehr verwischen. Politische Verdrossenheit, Uneinigkeit, wirtschaftliche Stagnation, Angst um den Arbeitsplatz bei Erwachsenen, kaum Zukunftsperspektiven bei Jugendlichen und enormer gesellschaftlicher Druck führen doch zwangsläufig dazu, dass Menschen, die sich nicht in einem stabilen, abgesicherten Umfeld befinden, diese Möglichkeit der Realitätsflucht in Anspruch nehmen. (Wie übrigens auch Alkohol)


    Es ist sind nicht diese Onlinespiele, die uns süchtig machen. Sie sind nur das Symptom für eine ganz andere Ursache. Und diese Ursache liegt wahrscheilich in der Gesellschaft. Also auch in uns. Wir sind unsere eigenen Opfer geworden. Die Katze beisst sich in den eigenen Schwanz.


    Leider weiss ich auch kein Patentrezept. (Ich wäre wahrscheinlich ein reicher Mann, wenn ich eins hätte) Ich kann nur von mir sagen, dass ich erstmal auf den Trichter kommen musste, meine Lebenssituation zu hinterfragen und zu ändern, um meine Sucht in den Griff zu bekommen. Aber eins kann ich wohl sagen: Einem Süchtigen zu sagen, dass er süchtig ist und aufhören soll bringt nicht viel. Er weiss es meisens selbst. Und aufhören wollen sie insgeheim alle, weil sie merken, dass es ihnen nicht gut bekommt. Aber meistens muss der Leidensdruck noch höher werden, um eine Einsicht zu bekommen. Bei mir musste mein Studium aufs Spiel gesetzt werden um zu bemerken, dass ich so nicht weitermachen kann. Leider ist es manchmal so, dass nicht einmal die Beziehung zum Partner wichtig genug ist.


    Auch wenn ich hier zu keiner Lösung komme, so hoffe ich doch, dass ich mit meinen Erfahrungswerten einen kleinen Beitrag zum Thema leisten konnte

    mein freund spielt auch sehr viel am pc und muss ihn mit dieser maschine teilen, aber es klappt eigentlich ganz gut, da ich selbst auch den spaß daran entdeckt hab. gibt ja auch so kleine gruppen. Zockerclans genannt. Da bin ich auch Coleaderin gewesen und trotzdem stand immer meine außenwelt im vordergrund. so haben wir - mein freund und ich - uns einfach darauf geeinigt, dass wir jeder nur 2 stunden maximal am tag zocken und gut is :-)


    klar kann so ein hobby zur sucht werden - das ist eben sehr verführerisch . gerade bei den ganzen neuen games mit toller grafik. aber wenn man klare grenzen setzt, geht das. am besten wäre es, wenn man erst einmal den pc für ein paar wochen entzieht oder internetanschluss. ich rede aus erfahrung. hat mir auch geholfen. auch ich hatte mal kurz eine zeit, dass ich mich total abgeschirmt hab von allen. familie, schule, freunde usw. aber jetzt bin ich wieder "normal" :-)


    also..klare grenzen oder harter entzug wären meine vorschläge

    Wütend und ratlos

    Hallo,


    mittlerweile mache ich die Spielsucht meines Mannes schon 13 Jahre mit. Er spielt nicht ständig, es sind Phasen aber wenn die auftreten haut es auch gleich rein. Ich habe alles versucht, doch immer wieder fällt er zurück und verläßt sich dann darauf, das ich ihn wieder rausziehe. Langsam bin ich aber soweit, das ich selber nicht mehr kann und will. Wir haben schließlich auch drei Kinder zusammen und es ist eine wahnsinns Belastung, denn die merken es schließlich auch wenn etwas nicht stimmt, besonders wenn der Vater ständig am arbeiten ist und wir trotzdem nie richtig Geld haben. Natürlich kannn man einfach sagen, lass ihn laufen, aber das ist nicht so leicht, denn lieben tu ich ihn noch. Wenn er seine Zeit hat ist er unausstehlich. Entweder er verschließt sich dann vor mir, oder er hat ständig schlechte Laune. Damals habe ich es nie bemerkt aber jetzt spüre ich es schon, wenn er wieder spielt. Ich mag ihn auch schon gar nicht mehr fragen ob er es wieder tut. Immer wieder dieses Misstrauen!


    Ich habe ihn sonst immer noch in Schutz genommen, doch seit geraumer Zeit verteidige ich ihn nicht mehr. Wenn die Leute ankommen und ihr Geld zurück haben wollen, sag ich immer nur das sie sich an ihn wenden sollen, denn er hat es sich geborgt und nicht ich.


    Ich komme mir ziehmlich allein gelassen vor mit dem Problem, denn die Familie kann oder will es nicht verstehen. Entweder kommen dann dumme Sprüche oder sie sagen erst gar nichts drauf.


    Ich ziehe mich immer weiter zurück, von der Aussenwelt wie auch von ihn.


    Es ist alles so schwer zu erklären wie es in mir aussieht aber vielleicht versteht es hier jemand.

    Ende einer Beziehung

    *:) Hallo Ihr Lieben ( Leidensgenossinnen und -genossen),


    zunächst einmal bin ich ganz froh, daß ich mich registrieren konnte, das war nämlich ganz schön schwierig...


    Ja, ich habe ganz interessiert den einen oder anderen Artiekle gelesen und wollte dazu auch mal was sagen. Ich bin nun 30 Jahre alt und am Freitag vergangener Woche ist meine Beziehung nun seitens meines Freuendes nach knappen 12 Jahren beendet worden, weil ich morgens des gleichen Tages den Rechner einfach zu seinem Vater gebracht hatte. Das war offensichtlich zu viel. Die vergangenen 8 Jahre habe ich damit verbracht zu leiden und ihn darum anzubetteln mit mir doch ein wenig mehr Zeit zu verbringen und das hat leider nicht geklappt. Ich habe sehr lange gebraucht um einzusehen, daß ich ihm nicht helfen kann und unsere Beziehung ihm offensichtlich nicht so viel bedeutet wie die Beziehung zu seinem Computer. Das ist ziemlich hart, aber das waren die letzten 8 Jahre insgesamt auch. Er hat sehr viel Pech gehabt mit seinen Jobs und hat das nicht verkraftet. Kompensiert hat er das duch die Erfolge am PC. Ich habe an zweiter Stelle gestanden, die war aber von Platz eins so weit weg, daß ich das gar nicht beschreiben kann. Keine Unternehmungen, keine Zeit zum reden, kein Sex immer nur der Rechner. Und da ich ihn nicht verlassen konnte, habe ich seine Entscheidung herausgefordert. Er hat sich entschieden. Ich hoffe, daß er irgendwann auch sein Leben wieder in die Hand nimmt. Ich habe begriffen, daß egal was ich gemacht habe, das nicht gut genug war. Ja es gibt eine co-Abhängigkeit. Ich habe das alles immer auf mich bezogen und immer gedacht, es liege doch wohl irgendwie an mir. Komischerweise hatte ich das Gefühl ihn am meisten zu lieben, wenn er ganz extrem gezockt hat und gar nicht mehr bei mir war. Dann habe ich mich immer besonders ins Zeug gelegt um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und wenn es gelungen ist, ging es mir gut. Ist es mir nicht gelungen, ging es mir so schlecht, Streit, viele Tränen, Hoffnungslosigkeit und Leere. Das ewige Gefühl ihm nichts zu bedeuten. Dann wieder Illusionen über eine Zukunft mit ihm, eine die es nie geben sollte. Ich habe mich so sehr nach ihm gesehnt und das hat so wehgetan. Nun da es zu ende ist, vermisse ich ihn, obgleich ich weiß es ist besser so. Es tut nicht so sehr weh wie ich gedacht habe, dafür ist wohl im Vorfeld zu viel kaputtgegangen. Die unzuverlässigkeit die sich kontinuierlich gesteigert hat, das nicht Einhalten der Versprechen die er gegeben hat, zum Schluß habe ich ihm ohnehin nicht mehr geglaubt und hatte auch kein Vertrauen mehr zu ihm. Er war meine erste große Liebe, ich dachte immer (wie naiv) das wäre was für immer, und nun stelle ich fest so war es gar nicht. Das war eine Fantasievorstellung von mir, die ich nicht aufgeben wollt. Es gibt doch schlimmere Probleme und schlimmere Beziehungen, man muß doch auch Kompromisse eingehen, so habe ich gedacht und letzten Endes mich selber beschissen. Es war einfach wohl noch nicht an der Zeit, nun da ich langsam merke, daß mir die Zeit wegläuft, meine Trämue realisieren will, während er im Höchstfall davon gesprochen hat "als hypothetisch", da merkte ich so langsam was schon lange Realität war. Er hat schon lange eine Beziehung die ihm wichtig ist, die mit dem Rechner und nicht die mit mir. Ich bedauere im Moment noch nichts und will es auch gar nicht. Ich hoffe, daß er für sich zur Einsicht kommt, das er sein Leben leben sollte. Eine Chance für uns wird es wohl nicht mehr geben, nicht nach allem was passiert ist. Auf mich wartet das Leben, mit, so hoffe ich, schönen Dingen. Es ist schwierig sich von jemanden zu lösen den man liebt, aber ein Leben lang einer Beziehung nachzutrauern die man gar nicht hat auch. Ich bin traurig, anders als vorher, leichter einfacher würde ich sagen. So ist die Trauer berechtigt und etwas nachzutrauern während es vermeintlich naheliegend ist, ist schwieriger. Ein Glück fangen mich meine Freunde auf. Die hat er schon lange nicht mehr. Menschlichen Kontakt sowieso kaum. Ich glaube, er muss erst alles verlieren bevor er begreift was er verloren hat. Ich hingegen hatte bereits lange davor verloren was ich noch zu haben geglaubt habe. Ich sehne mich nach ihm, nach wie vor, aber anders. Letze Woche noch war er in greifbarer Nähe und doch so weit entfernt nun ist er noch nicht mal in der Nähe. Ich weine nicht viel, weil ich wahrscheinlich vorher schon zu viel geweint habe. Ich habe keine Wut und keinen Hass auf ihn, er tut mir im Moment einfach nur leid, denn auch die Zeit wird kommen, da er anfängt zu sehen, was ich schon lange vorher gesehen habe. Jede Hilfe habe ich ihm angeboten, alles was in meiner Kraft stand habe ich gegeben und bin gescheitert an dieser Ohnmacht. Letzten Endes ist es besser so. Ich wäre am Ende ansonsten auch noch zu Grunde gegangen so. Ich hoffe, daß meine Geschichte dem einen oder anderen von Euch hilft. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie schlimm das sein kann und wie leidensfähig man als Mensch doch ist und wie man sich verrennen kan in eine bereits ausweglose Situation. Meiner Meinung nach ändern sich solche Menschen nicht. Wenn sie sich ändern dann doch nur weil sie eingesehen haben, daß sie ein Problem haben und dann evt. Hilfe suchen und dann kann man auch helfen. Vorher macht das keinen Sinn. Denn wenn das Problem als solches nicht gesehen wird, oder aber man sieht es aber keine Notwendigkeit darin sieht es zu ändern, dann ändert sich gar nichts. Diese Erfahrung habe ich 8 Jahre lang jeden Tag gemacht. Mit Beteuerungen und nicht eingehaltenen Verspechen. Und das war es nicht wert. Hätte ich die Erkenntnis von heute darüber schon früher gehabt, wäre ich den Weg vielleicht auch schon vorher gegangen, so bleiben die Jahre die ich vergeudet habe. Im Moment trauere ich nicht um die Zeit die ich investiert habe, sie war notwendig um hier hin zu kommen, aber dennoch ist ein Großteil meiner Jugend auf der Strecke gebleiben, für einen Mann, der es nicht wert ist. Einer den ich sehr liebe und der auch der Mann meines Lebens hätte werden können, jedoch unter den gegebenen Umständen es definitiv nicht ist. So versuche ich nun den Blick nach vorne zu richten und mich zu freuen auf das was noch auf mich wartet. Einfach ist es wie bereits gesagt nicht, aber viel einfacher war es vorher auch nicht. Keiner kann Euch sagen, ob es Euer Mann/Frau Euer Leiden wert ist, das müsst Ihr selber entscheiden, aber glaubt mir, kein Mensch ist es wert, daß man sich einem solchen Leid aussetzt und das auch noch ohne Aussicht auf Besserung.


    Wenn man Angst hat diese Frage zu stellen; Ist Dir Dein PC wichtiger als ich? Dann weiß man eigentlich auch schon die Anwort auf die Frage, die dann wahrscheinlich lautet; ja, mein Rechner ist mir wichtiger. Das war es was mich die Jahre abgehalten hat zu handeln. Das Hoffen und Glauben, daß dem nicht so ist, bzw. das Wissen darum, daß es so ist. Und aus der Angst heraus zu handeln ist nie gut.


    Ich hoffe, ich konnte Euch mit meiner Geschichte ein wenig helfen.


    Liebe Grüsse

    @ :)@:)

    an anno 1503

    hay anno 1503, solange du es nicht ändern willst, nützt all das jammern nicht.


    am besten bringst du das ding erst mal weg und holst dir hilfe bei einer gruppe und einem therapeuten. an eine gruppe kommst du wahrscheinlich schneller und kannst dich da mit gleichgesinnten austauschen... ehrlich, du verplemperst dein ganzes leben und ruck zuck ist es vorbei und dann? nichts gesehen und nichts mitbekommen von der welt, dafür ist zumindest meiner meinung nach das leben zu schade....:)^


    mach was draus...

    @ itenmann

    Habe gerade deinen Beitrag gelesen und musste weinen. Habe an anderer Stelle auch schon einen Beitrag darüber geschrieben, dass mein Partner nicht vom Rechner (WoW) wegkommt.


    Ich weiß, dass du mit allem, was du schreibst, Recht hast. Ich war gerade eine Woche dienstlich unterwegs. In den zwei Tagen, die ich wieder da bin, hat er 25 Stunden am PC gehangen, hat lächerliche 3,5 Stunden mit mir verbracht (vor dem TV - sehr kommunikativ...). Das ist nur der Gipfel großen Leids, das ich inzwischen seit einem halben Jahr ertrage. 8 Jahre sind für mich die absolute Horrorvorstellung.


    Ich befinde mich in dem von dir angesprochenen Dilemma. Ich weiß, dass ich handeln müsste, weiß aber insgeheim, wie's ausgehen wird. Stelle ich ihn vor die Wahl, wird er sich für das Spiel entscheiden. Ich liebe ihn, merke aber, wie ich vor die Hunde gehe. Jeden Tag halte ich diese Verletzungen aus, suche bei mir nach der Schuld. Jeden Tag hoffe ich auf Besserung, die nie eintreten wird. Es macht so hilflos, einen virtuellen Feind zu haben. Jede Frau, auf die ich eifersüchtig sein könnte, wäre mir lieber. Ich dachte, ich hätte den Mann meines Lebens gefunden...


    Das Schlimmste ist, dass vermutlich auch ich darauf warten werde, bis er sich von mir trennt, weil ihm mein Genörgele zu viel wird. Dann werde ich mich vermutlich noch schuldig fühlen und denken, ich hätte es nicht besser verdient. Inzwischen bin wahrscheinlich schon ich diejenige, die Hilfe braucht...


    Ich freue mich für dich, dass dein Leiden nun hoffentlich ein Ende gefunden hat, auch wenn du nun durch diesen furchtbaren Liebeskummer musst. Vermutlich siehst du das Licht am Ende des Tunnels bald - in dieser Beziehung hättest du es wohl nie gesehen.


    Grüße