Spielsucht, wie geht's weiter?

    Hallo


    mein Partner ist spielsüchtig und ich suche hier gleichgesinnte zum Austausch.


    Es gibt so viele Spielsüchtige, nur warum wird noch so wenig darüber gesprochen?


    Das könnten wir hier ein Stück weit ändern.

  • 4 Antworten

    Das ist in unserer Gesellschaft wie mit dem Alkohol es ist erlaubt und der Staat verdient ordentlich dabei mit. Ich denke Spielsucht wird deswegen nicht thematisiert weil selbst die Spielsüchtigen also den einzigen von denen ein Aufschrei kommen müsste teilweisenicht realisieren das sie süchtig sind. Und unter uns wer will sich in unserer Leistungsorientierten Gesellschaft schon outen ein Suchti zu sein der sein Geld in eine Maschine wirft.

    Zitat

    Das ist in unserer Gesellschaft wie mit dem Alkohol es ist erlaubt und der Staat verdient ordentlich dabei mit.

    Das ist durchaus ein Faktor. Das Problem ist nur das Süchte sich auf ALLES legen können. Es gibt Menschen die Sexsüchtig, Fresssüchtig, Sportsüchtig u.ä. sind ... Süchte kann man durch Regeln/Gesetze nicht abstellen. (Wollte ich an dieser Stelle mal los werden.)

    Zitat

    Ich denke Spielsucht wird deswegen nicht thematisiert weil selbst die Spielsüchtigen also den einzigen von denen ein Aufschrei kommen müsste teilweisenicht realisieren das sie süchtig sind.

    Ich denke das man süchtig ist realisiert man – nur sitzt hier die Schwelle zum 'die Wahrheit zulassen' an anderer Stelle. Grundsätzlich hast du aber Recht. Die 'Dunkelziffer' liegt hier so lang im dunkeln, bis Betroffene ihr Schweigen brechen.




    Ich denke das es auch daran liegt, dass Spielsucht eine solche Sucht ist, die Maßgeblich/Ausschließlich psychisch abhängig macht. Ein Alkoholabhängiger ist irgendwann körperlich 'darauf angewiesen' Alkohol zu bekommen – so wie es in den meisten Substanzsüchten (bzg. Nervengifte) der Fall ist.


    Ein Spielsüchtiger hat Not sich zu erklären. Und da 'von anderen' immer Erklärungen erwartet werden (mind. ein Mal wird die Frage des Warums ausgesprochen), redet er lieber nicht darüber.


    Das ist meinerseits reine Spekulation, bzw. sind es meine Gedanken dazu.

    In meiner Verwandschaft ist auch ein junger Mann, der spielsüchtig und depressiv ist. Bei ihm ist nicht klar, ob er aus der Depression in die Spielsucht geraten ist – umgekehrt ist es genauso möglich.


    Ich finde das sehr, sehr schlimm, weil er nur lernen kann, damit umzugehen, wie ein Alkoholiker mit dem Alkohol – aber es wird ihn ein Leben lang begleiten. Das heißt, er kann zwar "trocken" werden, aber die Versuchung u der potentielle Rückfall sind immer möglich.


    ER wird innerhalb einer Beziehung nie ein zuverlässiger Lebenspartner sein, weil immer zu befürchten steht, dass er bei einem Rückfall alles verspielt und die Beziehung/Familie damit in Existenznöte bringen kann. Demzufolge wird er finanziell wohl nie auf einen grünen Zweig kommen.


    Wenn ein Spielsüchtiger so richtig in seiner Sucht verfangen ist, lügt u betrügt er rücksichtslos, er erzählt Dir alles, was Du hören willst, verspricht dir alles – nur um an Geld zu kommen, um weiter spielen zu können.


    Mit einer solchen Sucht hat er sich selber entmündigt , weil er sich selber nicht mehr trauen kann und du ihm auch nicht!


    Ich denke, die Spielsucht ist ein gesellschaftlich weit unterschätztes Problem – könnte mir sogar vorstellen, dass die Börsenzocker an der Wallstreet im Grunde auch einer Art Spielsucht verfallen sind (Weltwirtschaftskrise, Bankenkrise). Die BEträge, um die es bei denen teilweise geht, kann sich kein normaler Mensch mehr vorstellen – das ist einfach zu abstrakt u ausserhalb jeder Vorstellungskraft – allerdings mit verheerenden Folgen, wie wir alle gemerkt haben.


    Nite-owl, entschuldige wenn ich das so sage, aber wenn du mal ernsthaft über eine Familienplanung nachdenkst, überlege Dir sehr genau, ob Du das mit deinem jetzigen Freund durchziehen willst/kannst. :)*

    Hallo nite owl,

    Zitat

    mein Partner ist spielsüchtig und ich suche hier gleichgesinnte zum Austausch.


    Es gibt so viele Spielsüchtige, nur warum wird noch so wenig darüber gesprochen?


    Das könnten wir hier ein Stück weit ändern.

    Warum möchtest Du vorwiegend über die Spielsucht Deines Partners sprechen? Mich würde ??als EHEMALIGE Angehörige eines Spielsüchtigen?? sehr interessieren, wie es DIR dabei geht und wie Du für DICH etwas verbessern kannst. Deinen Partner wirst Du nicht ändern (und die Gesellschaft auch nicht), es sei denn, er möchte es ... irgendwann ... wenn gar nichts mehr geht ... und Du voraussichtlich nach langem Leidensweg aufgegeben hast, ihn verstehen zu wollen.


    LadySue hat so einige Dinge wunderbar zusammengefasst. Dies entspricht auch meiner Erfahrung. Vor allem das hier:

    Zitat

    Wenn ein Spielsüchtiger so richtig in seiner Sucht verfangen ist, lügt u betrügt er rücksichtslos, er erzählt Dir alles, was Du hören willst, verspricht dir alles – nur um an Geld zu kommen, um weiter spielen zu können.

    Es zählen nur ... Zeit / Geld / Gelegenheit.


    ALLES andere ist dem untergeordnet. Ja, auch Du als Partnerin. Tut mir leid.

    Zitat

    Die 'Dunkelziffer' liegt hier so lang im dunkeln, bis Betroffene ihr Schweigen brechen.

    Das tun sie. In anonymen Internetforen. Dort kann man Antworten von trockenen Spielsüchtigen bekommen. Vorsicht, der Ton ist rauh. ;-)


    Und jene, welche im TV offen über ihre

    Abstinenz sprechen und dazu noch demonstrieren, an welchen Automaten/Roulette-Tischen sie vorwiegend wie gespielt haben, werden milde belächelt, denn sie sind so nass, wie es nur geht. Aber sie werden ja bezahlt dafür. The show must go on. Geld zum Weiterspielen. ;-)


    Nite owl, Du wirst diese Sucht niemals ganz verstehen können, egal wie sehr Du Dich bemühst. Es wird auch nicht helfen, irgendwen dafür verantwortlich zu machen. Aber ich kann gut verstehen, dass Du das möchtest. Bitte schau mehr auf Dich. Es gibt oft gute Gründe, warum man genau an solch einen Menschen gerät ... und bei ihm bleibt. Wenn es irgendwann schön werden soll im Leben, fang bald damit an, DICH zu hinterfragen, nicht ihn. ??ich wollte das damals nicht hören, habe mich mit Händen und Füßen gewehrt, aber es war das einzige, was letztlich Sinn machte und mir geholfen hat. Mir geht es heute sehr gut??


    Ich wünsche Dir wirklich von Herzen alles Gute. :)*