Suchtpotential von Tavor

    Moin,


    ich nehme nun seit ca. 3 Jahren Tavor gegen eine soziale Phobie ein. Mir ist bekannt, dass das Medikament ein gewisses Suchtpotential hat (dazu gibt es ja im Internet massenhaft Beiträge). Daher nehme ich normalerweise maximal 3 Tabletten pro Woche ein. Allerdings wird es demnächst einen Zeitraum von 17 Tagen geben, in dem ich verstärkt – vermutlich sogar täglich – Tavor benötigen werde. Jetzt ist es mir aber schon ein wenig mulmig zumute, dass ich nachher tatsächlich von Tavor abhängig werde. Wie realistisch ist das, wenn man bedenkt, dass ich in den vergangenen 3 Jahren auch nicht abhängig geworden und auch ansonsten von nichts abhängig bin?


    Meine medikamentöse Therapie wird nur sehr rudimentär ärztlich betreut, sodass ich da leider keinen verlässlichen Ansprechpartner habe. Umso besser wäre es also, wenn mir hier jemand eine hilfreich Antwort geben könnte. Vielen Dank im Voraus dafür!


    Liebe Grüße


    thekts

  • 125 Antworten

    Woher weißt du denn dass du nicht abhängig bist? Du nimmst es ja regelmäßig 3 mal die Woche. Ich glaube du würdest es erst herausfinden wenn du es mal ne Woche gar nicht nimmst, was dann passiert. Ich denke dass du nach dieser Woche evtl die Dosis erhöhen musst. Der Körper gewöhnt sich ja an die Dosis, wundert mich eh dass er bei 3mal die Woche noch keine Gewöhnung hat ":/


    Wieso lässt du dir nicht ein angstlösendes Antidepressivum verschreiben? Das kannst du ganz normal täglich einnehmen ohne zu befürchten dass dein Körper abhängig wird oder dass die Dosis nicht mehr ausreicht, also eine Gewöhnung eintritt. Machst du eine Therapie?

    tavor ist ein notfallmedikament, ist dir das bewusst? mein psychiater hat mir mal 3 stück mit nachhause gegeben nur für den absoluten notfall...bin froh so einen verantwortungsbewussten arzt gefunden zu haben....

    Zitat

    Allerdings wird es demnächst einen Zeitraum von 17 Tagen geben, in dem ich verstärkt – vermutlich sogar täglich – Tavor benötigen werde. Jetzt ist es mir aber schon ein wenig mulmig zumute, dass ich nachher tatsächlich von Tavor abhängig werde.

    Es tut mir leid, aber das liest sich, als ob Du JETZT schon in gewisser Weise abhängig davon bist.


    Wenn Du nämlich im voraus weißt, dass Du eine bestimmte Situation nicht ohne meistern können wirst – das IST abhängig.

    wenn es ärztlicherseits keine andere möglichkeit gibt, dann bleibt dir nichts anderes übrig. sedieren kann man allerdings auch mit anderen weniger suchtmachenden medikamenten.


    ich bereue es, dass ich mal länger tavor genommen habe. ich habe immer wieder darn zu knabbern.


    frag deinen arzt nach einer anderen möglichkeit bzw, ob du danach einen absetzplan bekommst. denn ein entzug wird es mit sicherheit. drei tabletten in der woche?


    an wieviel tagen nimmst du die? halbiert an 6 tagen oder 1,5 an zwei tagen?


    kommt ganz darauf an. vielleicht bist du sowieso schon abhängig.


    2 mal in der woche ist sicher kein problem.


    außerdem merkst du den entzug, wenn du mal 3 tage keine nimmst.


    Ich gehe mal davon aus, dass du in diesen 17 tagen das nicht auf eigene faust machst?!


    wenn doch, lass es lieber.

    ups stimmt da steht ja 17 Tage, hab was von EINER Woche gelesen. Ok also 17 Tage sind schon :-o Ich hab mal Tavor eine Woche oder warens 10 Tage durchgenommen (ich wusste da nicht dass sie süchtig machen) und dann hat die Wirkung nach gelassen, mein Körper hätte mehr gebraucht. Hab ich ihm aber nicht gegeben. Und bei "Vorbelastung" durch 3 Tavor/Woche denke ich dass dieser Effekt dann wohl doch schon eher eintritt.


    Also wie gesagt: es gibt auch andere Medis außer Tavor!

    "Woher weißt du denn dass du nicht abhängig bist? Du nimmst es ja regelmäßig 3 mal die Woche."


    Ich glaube nicht, dass ich davon abhängig bin, da es auch mal vorkommen kann, dass ich in der Woche kein einziges Mal Tavor einnehme, vorausgesetzt es tritt keine Situation ein, in der ich es bräuchte. Ich nehme es ausschließlich situationsbedingt ein, ansonsten gar nicht!


    "Wieso lässt du dir nicht ein angstlösendes Antidepressivum verschreiben?"


    Hab ich probiert, bringt aber überhaupt nichts.


    "Machst du eine Therapie?"


    Ja, aber ich sehe nicht, wie das jemals zum Erfolg führen soll. Da verlasse ich mich lieber auf Tavor.


    "an wieviel tagen nimmst du die? halbiert an 6 tagen oder 1,5 an zwei tagen?"


    Ich nehme 2,5mg Plättchen am Tag, also in der Woche maximal 7,5mg.


    "Ich gehe mal davon aus, dass du in diesen 17 tagen das nicht auf eigene faust machst?!"


    Doch, sonst hätte ich ja nicht gefragt.


    Ich formuliere meine Frage am Besten nochmal anders: Wenn die 17 Tage vorbei sind – wie wahrscheinlich ist es dann, dass ich öfters als bisher Tavor einnehmen werde bzw. muss? Was mir vor allem Sorge bereitet ist, dass die Wirkung mit der Zeit nachlassen könnte und ich mehr bräuchte als sonst (liest man ja ebenfalls). Ist das auch nach 17 Tagen schon so?

    Zitat

    Wie realistisch ist das, wenn man bedenkt, dass ich in den vergangenen 3 Jahren auch nicht abhängig geworden und auch ansonsten von nichts abhängig bin?

    Auch wenn mir da wahrscheinlich einige nicht zustimmen werden: Wenn man nicht abhängig werden will, dann wird man es auch nicht. Abhängig wird man durch Unwissenheit (mal eine Weile lang täglich Tavor nehmen und dann irgendwann bestürzt feststellen, daß man abhängig ist), oder indem es einem trotz besserem Wissens egal ist, bzw. man dieses Wissen verdrängt.


    Du wirst wahrscheinlich nach diesen drei Wochen ein verstärktes Bedürfnis nach Tavor haben. Verstärkte Symptome der Erkrankung, wegen der du Tavor einnimmst. Da mußt du die Backen zusammenkneifen und durch, darfst diesem Bedürfnis nicht nachgeben.


    Wenn du dir des Suchtpotenzials bewußt bist, dich selbst genau beobachtest, dir vernünftige Grenzen setzt und diese auch einhältst, sehe ich kein allzu großes Problem, vor allem nicht, wenn du die letzten Jahre ohne Dosissteigerung rumgebracht hast.


    Um aber auf der sicheren Seite zu sein: Es gibt ein relativ schnell wirkendes Medikament (natürlich nicht so schnell wie ein Benzo, aber schneller als Antidepressiva) namens Lyrica, das (in Grundzügen) ähnlich wie ein Benzo wirkt . Wenn du dir Sorgen über deine "Standhaftigkeit" machst (und das tust du, sonst hättest du hier nichts geschrieben) kannst du ja deinen Arzt mal drauf ansprechen.

    Zitat

    "Wieso lässt du dir nicht ein angstlösendes Antidepressivum verschreiben?"


    Hab ich probiert, bringt aber überhaupt nichts.

    Hast du nur eines ausprobiert und auch über einen längeren Zeitraum? ADs wirken verschieden, es gibt welche die speziell angstlösend wirken. Brauchen halt ca 2 Wochen bis sich die Wirkung entfaltet, aber dafür ist es danach stressfreier. Und für die Übergangszeit kannst du mit Tavor überbrücken.

    Zitat

    "Machst du eine Therapie?"


    Ja, aber ich sehe nicht, wie das jemals zum Erfolg führen soll. Da verlasse ich mich lieber auf Tavor.

    Bist du mit dem Therapeuten unzufrieden? Dann wechsel ihn wenn er dir nicht weiterhilft. Ich wechsel gerade zum 3.Mal den Therapeuten weil die beiden davor meine Probleme nicht ernst nahmen und mit mir nicht an dem Problem gearbeitet wurde.

    Dreimal die Woche Tavor find ich schon ziemlich viel. 2,5mg? Davon schlafe ich wie ein betäubter Elefant. Diese Menge ist nicht wenig und es spricht sehr für eine Toleranzentwicklung, wenn man so viel Tavor braucht um runterzukommen.

    "Wenn du dir des Suchtpotenzials bewußt bist, dich selbst genau beobachtest, dir vernünftige Grenzen setzt und diese auch einhältst, sehe ich kein allzu großes Problem, vor allem nicht, wenn du die letzten Jahre ohne Dosissteigerung rumgebracht hast."


    So habe ich mir das auch gedacht. Grenzen setze ich mir auf jeden Fall, d.h. in diesem Zeitraum maximal 2 Tabletten täglich und danach kehre ich zum Normalzustand zurück. Kann das jemand noch so bestätigen?


    "Hast du nur eines ausprobiert und auch über einen längeren Zeitraum?"


    Promethazin war das. Ich habe es ca. 1 Woche eingenommen und dann wieder sein lassen, da es nur müde gemacht hat. Gut, Tavor macht auch müde, aber ich nehme es ja auch nicht die ganze Zeit.


    "Bist du mit dem Therapeuten unzufrieden?"


    Nö, bin mit dem sehr zufrieden und halte ihn für sehr kompetent. Ich war noch nicht besonders oft dort, insofern kann ich das natürlich nicht besonders gut beurteilen, aber die Phobie ist bei mir so tief verwurzelt, dass ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie das mit einer nicht-medikamentösen Therapie besser werden soll. Ich habe kein Problem damit, Tavor 3x die Woche einzunehmen, nur haben sich in letzter Zeit immer mehr Fälle herausentwickelt, in denen ich das Gefühl habe, Tavor zu brauchen - daher vorsorglich die Therapie.

    Zitat

    "Wenn du dir des Suchtpotenzials bewußt bist, dich selbst genau beobachtest, dir vernünftige Grenzen setzt und diese auch einhältst, sehe ich kein allzu großes Problem, vor allem nicht, wenn du die letzten Jahre ohne Dosissteigerung rumgebracht hast."

    Nochmal sorry, aber aus meiner Sicht ähnelt das dem Russisch Roulette. Das Problem ist ja gerade, die Grenzen einhalten zu können.


    Versuchs ruhig so, Du wirst ja sehen, ob es funktioniert oder nicht. Aber wenn nicht, gesteh Dir ein, dass die Grenze zur Abhängigkeit bereits überschritten ist.

    Weiß dein Therapeut dass du 3mal die Woche Tavor nimmst und wer verschreibt es dir? Und nochmal zum Thema AD: Ein einziges AD probieren finde ich nicht ausreichend und dann auch nur 1 Woche. ADs wirken bei jedem anders und dafür gibt es einen Psychiater der mit dir herausfindet welches für dich am besten ist.


    Schränkt dich Tavor denn nicht ein? Ich könnte damit zB nicht arbieten, geschweige denn zur Arbeit fahren (was ja eh verboten ist, also aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen).

    du hast 2,5mg-tabletten (expidet???)


    ja um himmels willen, lass die finger davon.


    wenn du 17 tage lang jeden tag so eine dosis nimmst bist du definitiv abhängig. und die benötigte dosis wird immer höher und höher.


    setzt du die dann auch noch abruppt ab, geht dir so dreckig, wie nie im leben zuvor. das kann ich dir singen.


    es wäre sogar unter umständen lebensgefährlich.


    magst du mal epilepstische anfälle haben, atemdepressionen oder schmerzen, krämpfe, zittern, albträume?


    dann nur zu... :-o


    mir haben 10 tage 1mg schon gereicht und die habe ich nicht freiwillig genommen. danach habe ich einen absetzplan über mehrere wochen bekommen, damit der entzug nicht so hart wird. und selbst das ist schon schlimm genug gewesen.


    jaja, tavor ist ja soo schön einfach. wolke 7, hm?


    irgendwann macht das gesundheitliche probleme, die irreversibel sind. spätestens dann beißt du dir in den hintern.


    oder schon früher, wenn dich jemand in die klinik in den kalten entzug schickt. :(v :(v :(v


    zu sinnestäter


    korrekt


    lyrica kann man wirklich problemlos absetzen. tavor wird auch nach jahren noch probleme machen.