Best., sehr niedrigpotente Neuroleptika. Konkret kenne ich da die Wirkstoffe Promethazin (z.B. Atosil) und Melperon. Bei Neuroleptika denkt man i.d.R. erstmal an Psychose und üble Nebenwirkungen best. Neuroleptika. Die hier genannten wirken aber in deiner Dosis beruhigend, die auf eine psychotische Symptomatik gar nicht großartig wirkt – und werden bei Psychosen auch gar nicht eingesetzt, sondern wirklich als beruhigendes Medikament ohne Suchtpotenzial.

    Nein. Haldol ist das absolute Hammer-Neuroleptikum, mit dem man entsprechende Nebenwirkungen (EPS, Gewichtszunahme,...) verbindet. Der absolute "Klassiker". Trotz selber Oberklasse "Neuroleptikum" liegen da aber Welten zwischen!

    Ich bin gerade etwas erschrocken darüber, dass es scheinbar immer noch Ärzte gibt, die über Jahre Benzos verschreiben :-o ??ich komme frisch von der Uni und würde als anxiolytikum kein tavor verschreiben sondern ein niedrigpotentes neuroleptikum??

    "HAST Du keine anderen Optionen – oder WILLST Du keine?"


    Bisher habe ich nicht die Notwendigkeit gesehen. Inzwischen schon, aber jetzt ist es ja zu spät.


    "Ich könnte in dem Zustand kein Vorstellungsgespräch führen, keine Rede halten oder Präsentation durchführen."


    Also mein mündliches Abi wäre eine Katastrophe geworden, hätte ich zuvor kein Tavor eingenommen.


    "nn gibt's immer noch andere Mittel gegen Angst/Unruhe, die immerhin nicht das Suchtpotential haben."


    Wenn die wirklich helfen, dann bräuchte man ja kein Tavor mehr, oder? :/


    "was passiert denn in diesen 17 tagen?"


    In der Zeit werde ich verstärkt unter Beobachtung stehen und es darf unter gar keinen Umständen auffallen, dass ich eine soziale Phobie habe.

    @ thekts

    ganz ehrlich... ich kann mich sunflower nur anschließen....


    Mein Arzt hat mir auch einmal tavor verschrieben (obwohl ich aufgrund prüfungsangst nur nach einem leichten beruhigungsmittel gefragt habe...)...und ich bin sehr dankbar, dass man mich in der apotheke ganz kritisch gefragt hat, was ich denn damit will und wie lange ich es einnehmen möchte... . Ich hab es nicht genommen und bin mir bei dir 100%ig sicher, dass du schwer abhängig von dem zeug bist, weil du deinen alltag ja anscheinend nicht mehr ohne durchstehst!!! Du frägst hier, ob du es jetzt 17 tage am stück nehmen sollst/kannst und dabei weisst du die antwort doch ganz genau, nur du kannst nicht mehr anders...die angst ist zu groß. Versteh mich nicht falsch...ich weiss genau wie schlimm soziale ängste sein können und ich hab fast 2 jahre gesprächstherapie gebraucht, aber konsequent ohne medikamente.... du MUSST in genau solche situationen gehen, in deine angst gehen, um diese endlich zu überwinden...oder du schluckst dein lebenlang dein tavor...und ich glaube nicht, dass es bei dir die letzten 3 jahre gutging....du bist einfach schon 3 jahre abhängig....wie abhängig wirst du erst merken, wenn du es nicht mehr hast... ;-)


    Und ja....dir fehlt in den kommenden 17 tagen, wie auch in den letzten jahren eine alternative... . Du glaubst es nicht ohne zu können....das ist die Sucht...!


    Was ist denn in der nächsten Zeit ?


    Ob heute oder erst in 17 Tagen...such dir unbedingt einen therapeut, der dir helfen will, deine ängste zu überwinden, statt dich ruhig zu stellen.....vorrausgesetzt du willst das selbst!!!!!!! (Und ich finde du wirkst extrem gleichgültig!!!)


    Meins nicht böse....find deine kommentare einfach zum sorgen machen!!!!

    ich hab meine bachelorpräsentation ohne medikamente geschafft, obwohl es meine größte angst war.... also wer weiß, wies bei dir gewesen ist und hey....steh zu deinen ängsten.... das ist der 1. schritt zu dir selbst!!! Jeder ist mal unsicher...aber klar...tavor ist wohl dein einziger fels ...versuch mit so wenig wie möglich durchzukommen und danach....TU WAS FÜR DICH!!! Tavor ist für Notfälle....nicht um das leben leben zu können!!!!!!


    Sry...aber ich könnt kotzen, was da für ärzte durch die gegend rennen....hauptsache mann/frau funktioniert....

    Ich hatte auch mal Tavor. Ich fand die gut ;-D


    Ich habe Jahre später erst erfahren, dass Tavor so extrem abhängig machen soll. Ich hab die damals nicht ausgeschlichen, sondern "einfach so" selber abgesetzt, OHNE Probleme.


    Ich muss sagen, dass ich mit Tavor in soweit zufrieden war, als dass es (bei MIR zumindest) so gewirkt hat, OHNE Nebenwirkungen! Was ich von diversen anderen Psychopharmaka/Antidepressiva nun wirklich NICHT behaupten kann.


    Citalopram zum Besipiel haute mich völlig um: 1 Tablette mrogens genommen, und ich war 3 Tage nicht brauchbar, bin rumgelaufen wie Falschgeld, ständig gestolpert, gegen Wände und Türen gelaufen etc.


    Mit tavor hatte ich das alles nicht...


    Ist das Zeug wirklich SO schlimm? Kann das nicht doch von Mensch zu Mensch anders wirken ":/

    Also die Frage, ob er dadurch süchtig werden kann, wenn er die siebzehn Tage am Stück nimmt ist ziemlich überflüssig... Die Sucht ist doch schon längst vorhanden und kann höchstens noch weiter ausgebaut werden.


    Oh ja Tavor... wie auf Wolke sieben fühl ich mich da nicht unbedingt, es ist nur ein schöner Nebeneffekt dass Gedanken und Gefühle total verschwinden. Ich habs zwei Monate genommen, und beim Absetzen hab ich langsam gemerkt wie die Gedanken wiedergekommen sind, und mich gefragt wo die die letzte Zeit geblieben sind.


    Tavor bringt einen eben ins Reine, wenn man nicht damit klar kommt sich selbst zu belügen. Mit Tavor geht das Selbstbelügen ganz ganz einfach ! :-) Und wenn man da schon so tief drin steckt wie der TE, glaub ich kaum, dass er je wieder so viel Gefühl aufbringen kann, dass er mal wirklich über sich nachdenken kann. Kurz gesagt, Hopfen und Malz verloren.


    Und der TE sollte es einfach nehmen und fertig... sich zu fragen ob er mehr braucht, finde ich relativ lächerlich... Vielleicht sollte er seine Kraft lieber dafür verschwenden sich zu fragen, wo sein Platz im Leben ist, mit dem er zufrieden leben kann. Ich zum Beispiel habe mich nach jahrelangem Ringen dazu entschieden Einzelgänger und Aussenseiter zu bleiben, diese Titel aber mit Stolz und Würde zu tragen. Um noch auf die Ängste zu kommen, meine soziale Phobie trägt im wesentlichen dazu bei, dass ich generell der Aussenseiter bin... Warum ich mit der Angst jetzt leben kann? Weil ich mich von niemandem mehr abhängig machen muss... Ich bin niemandem Rechenschaft schuldig, und muss auch keinem mehr gefallen. Im Gegensatz zu früher fliegen die Leute heutzutage regelrecht auf mich. Das führt auch wieder zu Krisen aber naja... irgendwann wird meine Therapie beendet sein, und ich werde ein gesundes Mischmasch mit allem was ich brauche gefunden haben...


    Vielleicht sollte der TE mal Zeldox ausprobieren. Das setzt die Hemmschwelle ziemlich runter, und macht auch sehr locker. Unter dem Zeug war ich echt glücklich xD Ist ein Neuroleptikum... Und ich glaube es gibt noch keine Generika dazu... Ich als Kassenpatienten habe hier zumindest die original Tabletten. Und ich muss sagen, die sind sehr edel verpackt, und die Tabletten sehen wirklich edel aus ;-) Auch wenns absurd ist... aber ist toll mal in den Genuss von was derart luxuriösem zu kommen : P


    In dem Sinne dem TE alles Gute!

    @ thekts:

    Hast Du überhaupt schon mal eine Situation, vor der Du ECHTE Bedenken hattest, ohne Benzo geschafft? Wo bist Du überhaupt bereit, noch was zu riskieren, ein Risiko einzugehen?


    Wenn das schon im Abi anfing, hast Du verdammt jung gelernt, sämtliche (evtl. auch normale) Ängste zu deckeln – aber nicht zu bewältigen.


    Weißt Du, ich bin im mündlichen Abi auch gestorben. Mein Vordiplom, an der Uni (6 mündl. Prüfungen): Nur sterben ist schöner. 3er-Schnitt, Übelkeit, Zittern, Blackout. Das volle Programm. Aber... man lernt es. Hauptdiplom war okay.


    Ebenso die ersten Referate an der Uni: Hölle.


    Ein Jahr nach dem Diplom stand ich 8 Stunden pro Woche als Dozentin vor Studenten. Im Hauptstudium, also mit Wissen und durchaus anspruchsvoll. Vor dem ersten Seminartag habe ich kaum geschlafen, war nervös, konnte vor Übelkeit nichts essen und war überzeugt, da entweder zu kollabieren, mich zum Deppen zu machen oder in den Seminarraum zu kotzen. Nix passiert, außer Nervosität. Verdammt gute Lehrevaluation gab's auch, also kann mein Eindruck, dass ich es doch gut hinbekommen habe, nicht so völlig daneben liegen.


    Dieselbe Entwicklung habe ich bei Studenten erlebt. 1. Referat Katastrophe, ein Jahr später schon ziemlich souverän. Die einen sind halt insgesamt sicherer, andere werden immer etwas ruhiger/schüchterner wirken. Nicht jeder ist der geborene Alleinunterhalter.


    Der Unterschied zu Dir:


    Manche stellen sich dem Problem, ggf. mit therapeutischer Hilfe. DU deckelst unangenehme Empfindungen mit Benzos. Bloß NICHTS empfinden.


    Fakt ist auch:


    Du DENKST, Du wirst auffallen. Wirst Du zu 99% nicht mal. Denn nicht jede subjektive Wahrnehmung ist objektiv ebenso stark oder überhaupt wahrnehmbar. Vieles passiert in DEINEM Kopf. Allein schon die Erwartung, ständig unter Beobachtung zu stehen.


    Ich kann Dir nur raten (egal, was Du in den 17 Tagen machst... wobei mich interessieren würde, wo man 17 Tage under Dauerbeobachtung steht. Exkursion?): Setze Dich mit dem Grundproblem auseinander. Blöd bist Du nicht – aber auf dem völlig falschen Weg. Erspare Dir langfristig bitte die Sucht. Gerade Männer mit SozPhob haben diesbzgl. ein x-fach erhöhtes Risiko (gerne auch Alk). In diesem Sinne ein kleiner Buchtipp: http://www.hogrefe.de/programm/ratgeber-soziale-phobie.html

    @ colaküsstorange:

    Tja – aber DU machst eine Therapie. Und Du hast Dich unabhängig vom Urteil anderer gemacht (wobei das GANZ nie geht). DAS ist doch das Hauptziel bei der Soz. Phob.: Nicht mehr die totale Angst vor einer (befürchteten, vermuteten, aber viel seltener eintretenden) Abwertung zu haben und dadurch freier zu sein.


    Was einem dann liegt... der große Entertainer oder der ruhige Beobachter, liegt eh nicht nur in der SozPhob begründet.


    Die Zeldox-Schwärmerei finde ich allerdings völlig unangemessen.

    @ öndurdis:

    Dann hast Du Glück gehabt – oder warst recht unempfindlich. Tavor IST so schlimm und wirkt – im Gegensatz zu Antidepressiva – NICHT bei jedem Menschen anders. Der eine verträgt vielleicht mehr als der andere (wie bei Alk auch) – aber das Grundproblem aus Abhängigkeitsrisiko und Suchtpotential besteht. Fakt.

    "Hast Du überhaupt schon mal eine Situation, vor der Du ECHTE Bedenken hattest, ohne Benzo geschafft?"


    Ich denke schon. Ich habe erst in der 11. Klasse angefangen, Tavor zu nehmen. In den Schuljahren davor ging's ja auch ohne, nur gab es dann – in besagter 11. Klasse – ein Schlüsselereignis, an das ich mich noch so gut erinnern kann als sei es gestern gewesen. Dieses Ereignis war für mich so schlimm, dass ich seither in bestimmten Situationen grundsätzlich Tavor brauche.


    "Weißt Du, ich bin im mündlichen Abi auch gestorben. Mein Vordiplom, an der Uni (6 mündl. Prüfungen): Nur sterben ist schöner. 3er-Schnitt, Übelkeit, Zittern, Blackout. Das volle Programm. Aber... man lernt es."


    Dachte ich mir auch, dass man es lernt. Der Effekt ist bei mir leider nie eingetreten.


    "Ebenso die ersten Referate an der Uni: Hölle."


    Deshalb habe ich einen Studiengang gewählt, in dem man so gut wie keine Referate halten muss.


    "Manche stellen sich dem Problem, ggf. mit therapeutischer Hilfe"


    Mach ich ja, die therapeutische Hilfe hat mich bislang aber keinen Schritt weitergebracht. Der Therapeut hält auch nichts von Tavor, aber so lange es da keine ernsthaften Resultate gibt, bleibe ich beim Tavor – und wenn ich es bis an mein Lebensende nehmen muss. Besser als die Situationen, die ohne Tavor auftreten, ist es allemal. Ich will damit nicht sagen, dass ich mit diesem Zustand glücklich bin. Es ist aber der einzige Ausweg, den ich momentan habe.


    "wobei mich interessieren würde, wo man 17 Tage under Dauerbeobachtung steht"


    Es fällt dort zumindest sofort jedes kleine Zittern auf und das war's dann mit dem, was ich vorhabe. Wenn man das hier irgendwie vorbei an der Öffentlichkeit tun kann, kann ich es dir gerne sagen.


    "Erspare Dir langfristig bitte die Sucht"


    Deshalb will ich ja nur kurz so viele einnehmen.