Ist der Therapeut ein Verhaltenstherapeut? Wenn nein: Vergiss' es und such' Dir einen Verhaltenstherapeuten. Du brauchst jemanden, der auch praktisch mit Dir übt, nicht nur theoretisch-therapeutisch arbeitet. Der Dir konkrete Ansatzpunkte liefert. Dir entsprechendes Wissen über die Erkrankung und Behandlungsansätze vermittelt. Dich TÄGLICH üben lässt (allein) – und der selber Situationen herstellt, die für Dich eine Herausforderung sind – und Dich dort begleitet.


    Schlüsselerlebnisse sind häufig bei einer SozPhob – aber trotzdem kann man die Angst extrem gut in den Griff bekommen.


    "Jedes kleine Zittern":


    Kein Mensch ohne Soziale Phobie achtet SO extrem auf andere Menschen, dass er dies bemerken würde. Das ist Deine, angstgeleitete, subjektive Wahrnehmung.


    Lass' nicht zu, dass die Angst Dein Leben weiter so bestimmt (Wahl des Studienganges... Suchtrisiko,...).


    Ansonsten: Es gibt die Möglichkeit, private Nachrichten zu verschicken. Auf den Benutzernamen der Person klicken und dann gibt's rechts ein Menü mit der Option.

    "Ist der Therapeut ein Verhaltenstherapeut?"


    Ja.


    "Kein Mensch ohne Soziale Phobie achtet SO extrem auf andere Menschen, dass er dies bemerken würde. Das ist Deine, angstgeleitete, subjektive Wahrnehmung. "


    Also wenn der Lehrer sagt, dass das Referat so keinen Sinn mehr macht (ich habe am ganzen Körper gezittert – und das nicht nur einmal!) und ich mich bitte hinsetzen möge, dann hat das für mich nichts mehr mit subjektiver Wahrnehmung zu tun. Abgesehen davon sind Vorträge inzwischen das geringste Problem. Am Schlimmsten ist es momentan beim Essen mit anderen Personen.

    Zitat

    Am Schlimmsten ist es momentan beim Essen mit anderen Personen.

    Ich will das in keiner Weise herunterspielen, und ich kann mir vorstellen, dass so etwas sehr belastend sein kann; aber gestatte mir bitte, dennoch zu äußern:


    Ich kann kaum fassen, dass Du Dich dafür einer Droge aussetzt, die mit der Zeit Dein Gehirn verändern wird und Dich zur Dauerabhängigen macht ...

    "Ich kann kaum fassen, dass Du Dich dafür einer Droge aussetzt, die mit der Zeit Dein Gehirn verändern wird und Dich zur Dauerabhängigen macht ..."


    Dank Tavor führe ich seit 3 Jahren ein glückliches Leben. Wenn ich Tavor weglassen würde – was dann? Genau dieselben Probleme wie vor 3 Jahren wären wieder da! Wenn ich die Wahl zwischen potentieller Abhängigkeit und einem unglücklichen Leben habe, dann wähle ich doch lieber ersteres.

    Du hast nach einer hilfreichen Antwort gefragt und nun wählst Du lieber die Abhängigkeit?


    Eigentlich wollte ich gerade was ganz anderes vorschlagen, aber bei Deiner Antwort eben, brauche ich das nun ja nicht mehr.


    Dein Therapeut hat keine Chance, wenn Du zugedröhnt hingehst. Du musst deine Angst überwinden, indem Du Dich ihr CLEAN stellst und dein Therapeut Dir aufzeigt, wie Du mit dem gerade dann entstandenen Gefühl umgehen sollst.


    Kein Wunder, wenn Du keinen Erfolg dabei hattest.


    Und die Leute hier haben bei Dir auch keine Chance, weil Du – wie jeder Abhängige – nach Ausreden suchst.


    Wundere Dich also nicht, wenn sich hier keiner mehr Mühe geben mag.


    Ich jedenfalls nicht mehr :|N

    "und nun wählst Du lieber die Abhängigkeit?"


    Natürlich nicht! Ich habe nicht von Abhängigkeit, sondern von potentieller Abhängigkeit gesprochen. D.h. ich nehme das Risiko der Abhängigkeit in Kauf, ja. Aber ich bin auch sehr bemüht und bislang nach meiner Einschätzung gleichermaßen erfolgreich, eine solche Abhängigkeit nicht tatsächlich zustande kommen zu lassen. Aus diesem Grund habe ich mir ja selbst ein Maximum und das Ziel gesetzt, nicht grundsätzlich, sondern nur in Situationen, in denen es nötig ist, Tavor einzunehmen.

    Zitat

    Wenn ich Tavor weglassen würde – was dann? Genau dieselben Probleme wie vor 3 Jahren wären wieder da! Wenn ich die Wahl zwischen potentieller Abhängigkeit und einem unglücklichen Leben habe, dann wähle ich doch lieber ersteres.

    Du hast ein Drittes vergessen, das, was vor Dir schon viele tapfere Menschen geschafft haben: Sich den Problemen klar und nüchtern stellen, ohne Betäubung, wenn nötig, mit therapeutischer Hilfe, das erarbeiten, was Dir zur Zeit die Tabletten ermöglichen.


    Aber Du hast ja bereits gewählt. Ich denke auch, das Wort potentiell ist hier Schönfärberei. Alles Gute.

    Zitat

    "Hast Du überhaupt schon mal eine Situation, vor der Du ECHTE Bedenken hattest, ohne Benzo geschafft?"


    Ich denke schon. Ich habe erst in der 11. Klasse angefangen, Tavor zu nehmen. In den Schuljahren davor ging's ja auch ohne, nur gab es dann – in besagter 11. Klasse – ein Schlüsselereignis, an das ich mich noch so gut erinnern kann als sei es gestern gewesen. Dieses Ereignis war für mich so schlimm, dass ich seither in bestimmten Situationen grundsätzlich Tavor brauche.

    Dieses Schlüsselerlebnis solltest du bearbeiten und es für dich auflösen, statt vor den Ängsten die damit zusammenhängen wegzulaufen und das mit Tavor...

    Zitat

    "Weißt Du, ich bin im mündlichen Abi auch gestorben. Mein Vordiplom, an der Uni (6 mündl. Prüfungen): Nur sterben ist schöner. 3er-Schnitt, Übelkeit, Zittern, Blackout. Das volle Programm. Aber... man lernt es."


    Dachte ich mir auch, dass man es lernt. Der Effekt ist bei mir leider nie eingetreten.

    Warum wohl?? Wie kannst du lernen mit deinen Gefühlen/Ängsten umzugehen, wenn du sie erst garnicht zulässt und sie...und damit dich abtötest ???

    Zitat

    "Erspare Dir langfristig bitte die Sucht"


    Deshalb will ich ja nur kurz so viele einnehmen.

    ...du bist doch schon lange süchtig!!!....das Problem ist, das du in deiner jetzt subjektiv gesehenen Extremsituation wirklich nur sehr schwer ohne das Tavor auskommen wirst, denke ich... . Einerseits hast du in den letzten 3 Jahren total verlernt mit deinen Gefühlen umzugehen, weil duu dich ja schon lange nicht mehr fühlst...auf der anderen seite hast du wahrscheinlich schon angst, vor der angst und ohne tavor bricht da alles auf dich ein.


    Glaub mir... ich will dir eig. nichts böses, aber ich weiß wie es ist vor seinen ängsten davonzulaufen...ich hab mich anderweitig "betäubt", aber irgendwann muss damit schluss sein...du hast das gefühl, dass dir dein psychologe nichts bringt??...mhmm, hab das gefühl du suchst nur nach einer schnellen Hilfe, mit schnellen "ernsthaften Resultaten"...aber hey...du hast dir 3 jahre lang tavor eingeschmissen und hast jetzt das ego zu sagen, du willst ne schnelle komplettlösung?! Dein Körper/Geist braucht seine zeit/ durchhaltevermögen und mit jeder weiteren blauen kleinen pille verlängerst du deine wirkliche genesung...du solltest wohl echt über einen professionellen entzug nachdenken, um dann klarer über deine situation nachdenken zu können.


    Meine soz. Phobie war damals so groß, dass ich eig. sterben wollte, und glaub mir, ich war tot....ständig betäubt....entweder leben oder tot sein....was willst du?

    Zitat

    Wenn ich Tavor weglassen würde – was dann? Genau dieselben Probleme wie vor 3 Jahren wären wieder da! Wenn ich die Wahl zwischen potentieller Abhängigkeit und einem unglücklichen Leben habe, dann wähle ich doch lieber ersteres.

    Du bist anbhängig und mit der Einstellung...sorry...da ist jeder guter Ratschlag verloren......hoffentlich bekommst du dein tavor bald nicht mehr – dann merkst du nämlich dass, das was du hier schreibst alles nur schutz ist, schutz um es dir leicht zu machen...aber glücklich wirst du so leider niemals....

    thekts

    Zitat

    Wenn ich die Wahl zwischen potentieller Abhängigkeit und einem unglücklichen Leben habe, dann wähle ich doch lieber ersteres.

    Ich verstehe diese Haltung sehr gut, und ich würde mich, vor diese Wahl gestellt, genauso entscheiden. Ich würde sogar das potentiell weglassen, denn am Ende eines unglücklichen Lebens kann man sich nichts dafür kaufen, wenn auf dem Grabstein steht "Sie war nicht abhängig".


    ABER


    Du vergißt (oder verdrängst), daß du Alternativen hast. Es gibt nicht nur abhängig oder unglücklich.


    Zu einer Therapie wurde schon geraten. Wenn die dir nichts bringt, oder zu anstrengend ist, es gibt andere Medikamente, die nicht oder nur geringfügig suchterzeugend sind. Tonnenweise.


    Und es würde wirklich keinen großen Aufwand bedeuten: Termin beim Psychiater, von deiner SozPhobie erzählen, Rezept mitnehmen, in die Apotheke gehen, zwei bis vier Wochen testen. Möglicherweise machst du das ein paarmal, bist du "dein" Medikament gefunden hast.


    Denk mal drüber nach. Warum sollst du dich, in ein paar Jahren oder schon früher, mit Entzugsklinik & Co herumplagen, wenn du es jetzt noch verhältnismäßig einfach, mit ein bißchen Unwohlsein, in den Griff bekommen kannst?


    Wäre doch dumm.

    Zitat

    am Ende eines unglücklichen Lebens kann man sich nichts dafür kaufen, wenn auf dem Grabstein steht "Sie war nicht abhängig".

    Ich kann mir nicht helfen, aber das klingt paradox.


    Am Ende eines durch Suchtmittel vernebelten Lebens auf dem Grabstein zu finden: "Sie war zwar immer im Tran, aber sie war glücklich" – muss nicht kommentiert werden.


    Also, mir würde schon daran liegen, wenn am Ende meines Lebens gesagt würde: Sie hat sich dem Kampf gegen die Sucht gestellt und ihn gewonnen.

    Zitat

    Also, mir würde schon daran liegen, wenn am Ende meines Lebens gesagt würde: Sie hat sich dem Kampf gegen die Sucht gestellt und ihn gewonnen.

    Das finde ich nun wieder paradox – was hast du denn davon? Bekommst nicht mal eine Medaille dafür, keinen warmen Händedruck, gar nichts :-D


    Wenn du geschrieben hättest: Sie hat sich dem Kampf gegen die Sucht gestellt und ihn gewonnen, und den Rest ihres Lebens ohne vernebelten Kopf genossen – das würde ich verstehen. Das macht Sinn.


    Aber Sucht besiegen um der Sucht besiegen willen, das ist wie drei Tage lang kochen, und dann nichts essen – irgendwie fürn Arsch, oder? :-)