Ich wuerde lügen wenn ich sage, das es mir gut geht, aber ich darf sein Problem einfach nicht mehr zu meinem machen.


    Ich warte jetzt im Moment darauf, das ein Freund meinen rotzbesoffenen Freund aus der Kneipe Heim bringt!!!!!!!!!

    Und davor habe ich Angst!


    Angst, ob ich stark genug bin.


    Angst, wie er sich wohl aufführt.


    Angst, was mich erwartet und wie ich damit umgehe.


    Ich will mir endlich selber Wert genug sein, das ich mich um MICH kümmere und mich nicht laufend diesem Zustand ausliefere.


    Es heißt in meiner Angehörigengruppe:


    " Hättet IHR Angehörige, früher aufgehört, uns zu helfen, hätten WIR, Alkoholiker, früher aufgehört zu trinken!"

    Hui ist der dicht! :(v %-| :|N :-o Scheisse aber auch!


    Wurde gegen 10 Uhr heimgebracht, sie redeten noch ne Std draußen, dann ist der Kumpel gefahren, ER sitzt seit na ganzen Weile aufm Klo.....und pennt!!!!!!!


    Nein, nichts hat sich geändert, ja, er braucht Zeit, man kann seine Sucht nicht auf einen Schlag komplett beenden, schließlich hat er über Jahre hinweg seine Sucht "gezüchtet", aber er kann es auch nicht alleine schaffen. Ohne Hilfe geht es nicht, wieso versteht er das nicht? Wovor hat so jemand Angst?


    Wenn ich Magenschmerzen habe, gehe ich zum Arzt.


    Wenn ich Kopfschmerzen habe, gehe ich in die Apotheke.


    Ich will doch meinen Schmerz lindern und loswerden, warum macht Mann das bei seinem Problem nicht??


    Ich selber habe über viele Jahre hinweg an schweren Depressionen gelitten und habe mit niemandem darüber geredet, doch als ich merkte, das ich es nicht mehr alleine schaffe habe ich mir Hilfe gesucht, bin in eine Klinik gegangen, habe Therapien gemacht, bin medikamenös eingestellt worden und mir geht es wieder gut.


    Ich darf nicht von mir auf andere schließen, das weiß ich, aber ich bin mit meinem Latein am Ende.

    Zitat

    Nein, nichts hat sich geändert, ja, er braucht Zeit, man kann seine Sucht nicht auf einen Schlag komplett beenden, schließlich hat er über Jahre hinweg seine Sucht "gezüchtet", aber er kann es auch nicht alleine schaffen.

    Stimmt. Aber er muss die Sucht auch selbst beenden wollen. Das ist noch nicht der Fall. :|N

    Zitat

    Ohne Hilfe geht es nicht, wieso versteht er das nicht?

    Weil er Hilfe zur Suchterhaltung sucht, auch wenn er anderes behauptet. Seine Aussage, die Sucht beenden zu wollen ist ja offensichtlich bisher nur ein wirksames Mittel, dich zu festzuhalten – da du seine Sucht erhältst. Tut mir leid, aber so ist es. :-( :°_

    Zitat

    Wovor hat so jemand Angst?

    Vor Veränderung. Vor der Ungewissheit, was ihn dann erwartet. Auch wenn es das Paradies sein könnte... der Weg dahin ist ungewiss. Die Sucht ist gewisse Sicherheit – und deine Loyalität ??besser gesagt deine Abhängigkeit von ihm, die du "Liebe" nennst?? auch. :-|


    Im Übrigen hast du dasselbe Problem. Auch du fürchtest die Veränderung – die dich befreien könnte – mehr, als die tägliche Hölle der Sucht... deiner Sucht. ":/


    Der einzige Ausweg ist DEIN Absprung. Zuerst. Ins Ungewisse. Veränderung ist deine Chance. Solange du sie vermeidest, drehst du dich im Kreis.


    Viel Glück – nein, besser: VIEL MUT!!!!! :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)* :)*

    Violetta

    :°_


    Wohnt Ihr fest zusammen ? Es stimmt, was Hanna-Maria schreibt: Auch bei Dir muss sich was ändern. Den Spruch hast Du selbst gebracht ! Ich kann mir vorstellen, es ist schwer und für einen selbst unvorstellbar. Falls Ihr fest zusammen wohnt: Kannst Du nicht ein paar Sachen packen und auf unbestimmte Zeit zu einer Freundin, Deinen Eltern .... ziehen ? Vielleicht wacht der Mann ja dann mal auf. Warum er nichts macht? 1. Ist es eine Sucht, und in seinem Fall ja wohl eine sehr schwere. 2. Na klar, hat er Angst vor dem Entzug. Mit Sicherheit geistert der Gedanke in seinem Kopf herum, mit dem Trinken aufzuhören. Er schaffts aber offensichtlich nicht. Er belügt sich selbst. Wenn er sich seiner Sucht mit einer Entscheidung, einem Entzug stellt, dann steht er sich ja auch selbst als Alkoholiker gegenüber. Noch dazu kommt, dass sein ganzes Umfeld Bescheid weiß. Und das ist demütigend und hat nichts mehr mit nem echten Kerl zu tun, der er in seinen Augen und in denen seiner Freunde - oder besser Saufkumpane - ja zu sein scheint. Bisher ist seine Welt ja offensichtlich noch ganz in Ordnung. Oh Gott, wie muss man sich nach solchen Abstürzen fühlen, und das regelmäßig ":/ . Was sagt er denn, wenn er wieder klar ist ? Nie wieder und er liebt Dich oder wie ?


    Violetta, mach was !!!! Jetzt. Du kannst doch nicht noch jahrelang weiter SEINE Last mit Dir rumschleppen. Wenn er merkt, dass Du ihn SO nicht mehr auffangen und tragen willst und kannst, ist es eine Chance für ihn.


    Ich drück Dich unbekannterweise :°_ .

    Danke marie-jana, Danke Hanna @:)


    Ja, ihr habt recht, das weiß ich, doch es ist etwas passiert, und auf dieses Ereigniss baue ich jetzt ein absolut allerletztes Mal!!


    Er war wieder weg bis morgens um 9:00 Uhr, sturzbesoffen von einem guten Freund heimgebracht, die beiden sich noch lange ruhig unterhalten, guter Freund ist gefahren, meiner ins Bett, ich zum Sport und mit na Freundin getroffen, ihn ganz und gar ignoriert, kein Wort gesprochen. Als ich heimkam war er wach, badete, war schlecht drauf, telefonierte später mit jemandem dem er noch Geld schuldet, war sehr aufgebracht und wütend auf diesen jemand. Meinte dann zu mir das es so nicht mehr gehe und wir die Beziehung beenden sollen, er wolle mir das nicht weiter antun. Darauf ich(ganz ruhig, ganz gefasst):" Ok, wenn du das so möchtest!" PUNKT!! mehr nicht!


    Er ging ins Bett, ich später! Jeder schlief für sich, gab nur ein leises "gute Nacht".


    Gestern morgen dann, wir waren beide sehr ruhig, Stimmung war auch ruhig, wir redete in Ruhe, er fragte, ob er denn heute Abend was kochen solle, darauf sagte ich, das ich ja nicht da sei (Alanon Gruppe), und nach etwas zögern fragte ich ihn das absolut allerletzte Mal: Moechtest du nicht mitkommen, daneben ist ne AA Gruppe! Und er stimmte zu, das er mitfahren möchte.


    UND ER GING DIESMAL WIRKLICH MIT!!!! Ich habe es ja nicht für möglich gehalten!!!!!!! :)^


    Am Abend waren wir hoch gegangen, ins Bett, dann fiel mir das mit der Trennung wieder ein und ich fragte ihn, ob das denn sein Ernst gewesen sei oder ob er das wieder gesagt hatte, weil ihm alles zuviel wurde und er noch unter Alkohol stand, da meinte er, das es einfach nicht mehr klappen würde und es für uns beide besser wäre.


    Ich war ganz ruhig.


    Auch innerlich.


    Kein Gefühl von Angst.


    Ein paar Tränen flossen kurz.


    Ich wusste, das ich das schaffen wuerde.


    Dann drehte er sich zu mir und meinte, was ich davon halten würde. Ich sagte ihm, das wir uns wirklich etwas voneinander entfernt hätten und das es nicht mehr so stimmte. Und das ich Grade am überlegen sei, wie es jetzt weitergehen würde. Er sagte, er werde mit mir jeden Montag zu AA/Alanon fahren, da ihm das gut getan habe und er sich dort verstanden gefühlt hat. Er bedankte sich bei mir, das ich ihn nochmal gefragt habe. Wir sagten uns, das wir uns lieben, aber es müsse sich endlich was ändern, sonst geht es nicht mehr.


    Wir haben uns wirklich anständig, erwachsen und ehrlich miteinander unterhalten, ganz in Ruhe und mit Verstand. Und haben beschlossen, das es der absolut letzte Versuch ist, das wir uns und unsere Beziehung wieder richten können.


    Wie ich da so lag und spürte, das ich keine Angst hatte, alleine, ohne ihn sein zu können, wusste ich, das eine Trennung für mich nicht schlimm wäre! Es war ein merkwürdig gutes Gefühl.


    Das IST die letzte Chance, ich weiß, das ich das auch mir schon sooft gesagt habe und mir bald selber nicht mehr glauben kann, aber ich weiß, das ich es wahr machen werde.


    Ich weiß, das ich die Kraft dazu habe, ich weiß, das tief in mir noch eine Reserve schlummert, die mir dabei helfen wird.


    Ich weiß es!!! :)z

    Einen guten Morgen für Euch alle *:)

    Violetta

    Endlich !!! :)=


    Das liest sich alles sehr hoffnungsvoll. Du bist offensichtlich an einem Punkt angekommen, wo Du ganz klar weißt, was Du willst und was nicht. Ich drücke Euch ganz doll die Daumen für Eure Beziehung und wünsche vor allem Deinem Freund einen langen Atem und viel Kraft. Schaut nach vorn !


    Nebenbei: Geht Dein Freund nicht arbeiten ?

    Vielen Dank!


    Doch, er geht arbeiten. Er ist selbständig, macht viel von daheim am PC und Telefon und auch von seinem neuen Büro aus. Er kriegt das alles irgendwie immer hin!


    Ich hatte gestern Nachtdienst und er hatte Freunde zum Grillen eingeladen. Doch obwohl er so optimistisch war, so zuversichtlich und alle die dort waren wussten, das er ein Alkoholproblem hat, trotzdem verliess mich mein ungutes Gefühl nicht. Er wusste, das er nicht trinken möchte und ihm hat die AA Gruppe so gut getan. Doch von 1x Gruppe kann man nicht erwarten, das er sich ändern kann.


    Und auch nach all den Jahren hat mich mein gefuehl nicht enttäuscht- ER mich dafür schon :°(

    Wieviel kann ich von ihm erwarten, nach nur einem Meeting?


    Wieviele Chancen kann ich ihm noch geben, wo ich doch sehe, das er was ändern möchte und daran arbeitet!?


    Wie soll ich mich ihm gegenüber verhalten, jetzt, wo er noch irre einen im Tee hat?


    Was soll ich tun?


    Was soll ich machen?


    :°(

    Das weite suchen..... So blöd es sich anhört, aber denke in erster Linie nur an dich. Ich bin selber trockener (ich hasse das Wort!!) Alki und habe das was du da von deinem Partner erzählst alles ja mit mir selber erlebt. Meine Frau hat mich auch immer wieder auf mein Alkproblem angesprochen. OK, ich war nie so betrunken, dass ich lange ausser Gefächt war, aber es hatte eine Regelmässigkeit angenommern, dass es für mich und meine Frau zu einer grossen Belastung wurde. Ich hab auch immer gesagt: Morgen höre ich auf, besuche eine Selbsthilfegruppe und nehme mich meinem Problem ehrlich an...


    Vergiss es... Ich hab nie eine Selbsthilfegruppe gesehen...


    Erst als ich beim Fremdgehen (im Suff) erwischt wurde, als die Polizei mir meinen Führerschein nach einer Trunkenfahrt (1,02 Promille) abgenommen hat und ich mein Arbeitsleben als Vertreter der auf das Auto angewiesen war, an mir vorbeirauschen sah, habe ich eine Nacht wach gelegen und für mich, alleine für mich, klar gemacht, dass es ohne Fachkundige Hilfe nicht geht. Hab mich dann mit meinem Doc kurz geschlossen morgens um 8 Uhr und habe ihm mein Problem geschildert. Er hat mich dann mit einer Überweisung in der Hand in die hier ansässige Diakonie geschickt, wo mich meine Frau hinbrachte. An der Tür habe ich mich von meiner Frau und meinem "alten Leben" verabschiedet und habe die Hilfe in Anspruch genommen, die mir dort geboten wurde.


    Wenn dein Partner (Freund würde ich nicht sagen, denn Freunde würden sich sowas nicht antun) wirklich mit dem Alkohol Schluss machen will, geht es nur mit Hilfe von Profis. Was dich betrifft: Pack deine Sachen und greif nicht jedesmal nach dem Strohhalm Hoffnung, den er dir hinhält um dich zu beruhigen. Geh weg von ihm, damit er endlich versteht, dass er wirklich am Ende seines Alkweges angekommen ist. Solange du bei ihm bleibst, wird er sich einreden: Alles ist in Ordnung.


    Ich wünsche dir sehr, sehr viel Kraft um das durch zu stehen...


    Gruss


    Ich

    Hallo ihr Lieben und vielen Dank für eure Beiträge zu meinem Problem @:) !


    Ich hatte am vergangenen Freitag Mittag, also nach meinem letzten Beitrag ein sehr langes, ernstes, ehrliches und verdammt gutes Gespräch mit meinem Freund, unser erstes eigentlich seit unserer Beziehung.


    Wir haben BEIDE :)z alles offen gelegt, alle Lüge verräumt, alle Wünsche erzählt. Er erzählte viel davon, warum er trinkt, was es bei ihm auslöst, das ihm AA so gut getan habe aber er dachte, er könne nur ein Bier trinken und gut, das er sich seither viele Gedanken über seine Trinkerei gemacht habe und darüber, wie er sich sein Leben weiter vorstelle, das er entsetzt darüber war, das ich ihm sagte, ich habe mich in seinem Suff schon oft für ihn geschämt. Seine Worte waren:"

    Zitat

    Erst dachte ich mir, Was bildet SIE sich ein, zu sagen, sie habe sich im Suff für mich geschämt, wer ist sie eigentlich. Dann fragte ICH MICH, WAs ICH mir eigentlich einbilde zu sein, das ich etwas tue, wofür sich meine Partnerin schämen muss!"

    Darüber war ich sehr erstaunt. :-o


    Wir redeten fast 3 Stunden, er zeigte mir auch seinen Terminkalender, in dem jeder Montag mit dem Vermerk "AA-Meeting" versehen war.


    Wir waren wirklich ehrlich zueinander. So ein intensives Gespräch hat uns gefehlt. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich Veränderungen bei ihm sehe, das ich merke das er was tun will und auch tut.


    Ich WEISS, das es Rückfälle geben wird, ich WEISS, das wir noch eine Chance haben unser gemeinsames Leben wieder in den Griff zu bekommen. Eine letzte, allerletzte Chance.


    Ich weiß, das es kein leeres Gerede war, und ich wünsche mir, das er sein Leben endlich in den Griff bekommt. :)*