Tramadol macht mich fertig

    Hallo liebes Forum,


    ich hänge seit ca. 3,5 Jahren mit ca. 5 monatiger Unterbrechung auf Tramal 600/Tag fest. Ich habe letztes Jahr im Januar bereits eine 6-wöchige stationäre Entgiftung von Tramal und auch Benzos (Diazepam) gemacht und war dann so 3-4 Monate auch clean, bis es einen Riesenrückfall gegeben hat. Ich war sofort wieder bei obiger Dosierung angelangt und mache seit ca. Juni letzten Jahres eine erneute aber diesmal ambulante Therapie. Innerhalb von 11 Monaten wurde das Valium von 60mg auf 0 runterdosiert. War schon sehr langsam aber trotzdem sauschwer und ging nur mit medikamentöser Unterstützung von Doxepin und Clonidin. Seit 2 Wochen hab ich sozusagen "Therapieurlaub", bis es im Juni ans Tramal geht. Der Körper soll sich bis dahin von der Tortur ein bischen erholen dürfen. Mein größtes Problem ist zur Zeit, mal abgesehen von üblichen Entzugssymptomen, vor allem eine unglaubliche Übelkeit, ca. 2 Stunden nach Tramaleinnahme. Und ich bin sicher, dass es das Tramal ausmacht. Ich hab schon eine intensive Beziehung mit meiner Kloschüssel :°( .Ich kann mir das körperlich auch überhaupt nicht leisten, da ich durch den ganzen Entzug schon so abgewrackt bin, dass ich bei 173cm bloss noch 52Kg wiege. Ein richtiges Knochengestell also :(v Ich weiß, dass mir dagegen Emesan/Vomex hilft, aber nur in Überdosierung. Ich möchte das aber nicht auch noch länger nehmen, um nicht mir das nächste Ding an die Hacke zu hängen. Zumal es nach Therapieende auch darum geht das Doxepin (AD) und das Clonidin (Alpha-Blocker) wieder loszuwerden, was auch nochmal mit netten Absetzsymptomen verbunden sein wird. Und die Mittel gegen Übelkeit können laut BPZ auch in die Abhängigkeit führen. Ich bin sowieso schon prädisponiert für Süchte.


    Die ganze Abhängigkeitsgeschichte ist im übrigen das Ergebnis einer entgleisten Schmerztherapie nach einer Hirntumor-OP vor 4 Jahren und jede einzelne Tablette bekam ich vom Arzt verschrieben.


    Nun meine eigentliche Frage: Wer kennt das auch von sich, dass er plötzlich die Tramaleinahme nach monate/jahrelangem Gebrauch (ohne Probleme) nicht mehr vertragen hat und mit heftiger Übelkeit reagiert hat und vor allen Dingen, was kann ich dagegen tun? Ich kann das Tramal ja nicht einfach so weglassen oder drastisch reduzieren... Es geht nicht mit und auch nicht ohne %:|


    Sehr auf Antwort hoffend: Nausi

  • 22 Antworten

    mir würden da 2 varianten einfallen:


    1. diazepam entspannt die muskulatur. beim absetzen kann es zu vermehrter krampfbildung kommen.


    2. dein magen ist mit der menge an nahrung unzufrieden. du wiegst ja schon arg wenig und wenn du dann auf leeren magen tramal träufelst, würd ich mich auch beschweren.


    halt durch, viel erfolg *:)

    meine freundin ist tramadol abhängig


    hallo an alle


    bin neu im forum und habe viele fragen wieso bekommt meine freundin von ihrer ärztin ca. alle 10 tage ein privatrezept


    für tramadoltropfen ? sie müßte doch wissen das sie abhängig ist.


    ich habe es durch zufall endeckt sie spricht nicht darüber auch kenne ich sie erst ein halbes jahr sie wohnt bei ihren eltern 4 kilometer von meiner wohnung entfernt.


    wenn ich sie anrufe sagt sie in einer stunde kommt sie zu mir und schläft ein meist den ganzen tag so geht das immer


    einmal die woche schafft sie es zu mir zu kommen wird aber nach einen tag nervös und gereizt klagt über magenschmerzen und durchfall fährt sofort wieder zu ihren eltern.


    auch setzt sie nie das um was sie mir am telefon erzählt bekommt nichts mehr geregelt und lügt ständig.


    ich werde sie darauf ansprechen auf ihre tramalsucht wer kennt diese probleme wie soll ich vorgehen ?


    LG


    paulhansi

    @ nausea :

    Nimmst du neben Tramal noch andere Medikamente? Evt. haben die als Nebenwirkung Übelkeit / Erbrechen?

    @ paulhansi:

    Hallo,

    Zitat

    wieso bekommt meine freundin von ihrer ärztin ca. alle 10 tage ein privatrezept für tramadoltropfen ? sie müßte doch wissen das sie abhängig ist.

    Ich kenne deine Freundin nicht (glaube ich zumindest :D). Manche Ärzte wissen es nicht, interessieren sich nicht dafür, wollen nur Einnahmen machen oder deine Freundin ist Schmerzpatientin (was ich nicht glaube) und bekommt es deshalb so oft.


    Oder deine Freundin wechselt einfach die Ärzte um an so viel Tramadol zu kommen.


    Spreche doch mit ihr, erkläre ihr, dass du es verstehst und sie offen darüber reden kann.

    Zitat

    einmal die woche schafft sie es zu mir zu kommen wird aber nach einen tag nervös und gereizt klagt über magenschmerzen und durchfall fährt sofort wieder zu ihren eltern.

    Sie hat scheinbar Entzugserscheinungen (sprich: Das was sie an Tramadol verschrieben bekommt, reicht ihr längst nicht). Könnte auch etwas anderes sein, aber Durchfall ist typisch nach dem Absetzen von Opiaten / Opioiden. (Zur Erklärung: Opiate sind einfach Medikamente einer bestimmten Gruppe, dazu gehört auch Tramadol)

    Zitat

    auch setzt sie nie das um was sie mir am telefon erzählt bekommt nichts mehr geregelt und lügt ständig.

    Ich denke sie könnte einige Probleme haben. Tramadol hilft ihr, dass sie halbwegs leben kann, den Schmerz zu vergessen.


    Muss nicht sein, sind alles nur Vermutungen.


    Einfach offen mit ihr reden. Ihr müsst euch gegenseitig vertrauen, ist oft kein einfaches Thema.


    Liebe Grüße

    nausea

    Die häufigste Nebenwirkung von Tramadol ist Übelkeit. Ich vermute, das Diazepam hat auch gegen die Nebenwirkungen gewirkt.

    paulhansi

    Ich halte es für möglich, dass Deine Freundin Schmerzpatientin ist und sie daher auch so regelmäßig diese Mengen verschrieben bekommt. Auch Schmerzpatienten können eine Abhängigkeit entwickeln und dann auch Entzugserscheinungen bekommen. Manchmal gibt es für Schmerzpatienten keinen anderen Weg.

    Zitat

    einmal die woche schafft sie es zu mir zu kommen wird aber nach einen tag nervös und gereizt klagt über magenschmerzen und durchfall fährt sofort wieder zu ihren eltern.

    Das bekomme ich schon, wenn ich drei Tramadol in mormaler Dosierung einnehme. Tramadol vermidert die Magen-, Darmtätigkeit. Das führt zu einer Opstipation (Verstopfung). Daher ist vielen dann auch übel, weil der Magen sich schwer tut mit der Verdauung. Nach dem Absetzen arbeitet der Magen und Darm wieder normal, was der Verdauungsorganen dann auch nicht mehr gewohnt ist. Das führt dann zu Durchfall. Tramal macht auch sehr müde, fällt es weg, ist man etwas nervös.

    Zitat

    Tramal macht auch sehr müde,

    Nicht unbedingt. Tramadol ist da ein etwas spezielles Opioid. Es besitzt auch eine deutliche Upper-Kompotente, macht also auch wach und man hat Lust etwas zu tun.


    Allerdings nicht mehr, wenn man es regelmäßig zu sich nimmt.

    Hallo,


    ich war jetzt schon fast 1 Jahr nicht mehr hier.


    Nur so viel zum Thema Tramal: Bloß die Finger davon


    lassen. Ein absolutes Teufelszeug, wenn auch bei Schmerzpatienten


    das 1. Mittel der Wahl. Ich war 7 Jahre abhängig und kann nur jedem


    raten, es niemals soweit ( Sucht ) kommen zu lassen, bzw. sich frühzeitig


    professionelle Hilfe zu suchen. Es zerstört wie alle Suchtmittel nicht nur den


    Körper, sondern auch die Seele und das soziale Umfeld. :(v :|N

    Zitat

    Tramadol ist da ein etwas spezielles Opioid. Es besitzt auch eine deutliche Upper-Kompotente, macht also auch wach und man hat Lust etwas zu tun.

    dem kann ich so zustimmen, aber bei Gewöhnung ist diese Wirkung auch pfutsch.


    Bei geringer Toleranz und rel. hoher Dosis kommt dann aber auch so ein flauschiges Gefühl auf und man liegt auf dem Sofa und ist mit geschlossenen Augen eins mit sich und der Welt.


    Da liegt, glaube ich, auch der Hase im Pfeffer, weil sich diesem Gefühl zu entziehen ist schon schwer. Vielleicht sind einige Menschen hierfür "anfälliger"? Ih weiß es nicht. Im übrigen bin ich auch Schmerzpatientin, seit 3,5 Jahren auf Tramal. Ich hab jede einzelne Tablette auf KK-Rezept verschrieben bekommen.


    Es freut es mich, das sich der Faden hier anscheinend doch noch ein bisschen belebt.


    Bis vor kurzem war hier nur .... haaallloooo eeeccchhhooo....


    nur schön fleißig weiterschreiben!


    Für die, die es interessiert: Ich werde morgen auf Buprenorphin (Subutex) umgestellt. Ich komme von 600mg/Tag. Bin schon etwas nervös, weil ich so gar nicht abschätzen kann, was mich morgen erwartet. Ich soll morgen mit einem schönen Affen (entzügig) dort aufschlagen, je mehr desto besser für die Umstellung. Ich hör ihn schon klopfen, den Affen. Merkwürdig. Sonst kann man (ich) dieses reudige Entzugsgefühl überhaupt nicht haben und nu wart ich fast drauf. :-o

    Zitat

    Es zerstört wie alle Suchtmittel nicht nur den


    Körper, sondern auch die Seele und das soziale Umfeld.

    Absolut Idiotische Aussage, entschuldigung für meine Wortwahl.


    Opiate sind wenig gefährlich für den Körper im Vergleich zu anderen Substanzen, auch das Gehirn schädigen sie nicht. Das soziale Umfeld muss auch nicht darunter leiden, dass hängt einfach von der Person ab und wie sie damit umgeht, sowie von der Beschaffung, Geld, etc. da spielen viele Faktoren mit.


    Mag sein, dass es für dich scheiße war letztendlich, aber das heißt nicht, dass dieses Medikament für andere auch schlecht ist.


    Klar – Sucht ist nicht gerade etwas positives, soweit sollte man es nicht kommen lassen, da gebe ich dir natürlich recht. Aber auch das kann man manchmal gar nicht umgehen.


    Ich arbeite in einem Altersheim. Die Schmerzpatienten dort sind – und das sind nicht wenige – dauerdrauf. Und damit meine ich 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Und zwar auf noch stärker wirkenden Schmerzmitteln. Ja, was bleibt einem anders übrig. Die Leute halten es nicht aus vor Schmerzen, sie verbringen ihr leben im Rausch.


    Alles hat seine positiven und seine negativen Seiten.


    Ich will mit meinem Beitrag nur etwas zum nachdenken anregen, nichts verharmlosen oder als schlecht hinstellen.


    Alles klar?


    LG.

    @ nausea :

    Mach dir keinen Stress wegen morgen, das wird schon. Du wirst keinen körperlichen Entzug bekommen, du bekommst ja ein Substi. Psychisch wird sich wohl auch nicht viel bemerkbar machen, denke ich. Kann ich aber nicht beurteilent.. ich denke nur wenn du es nicht missbrauchst hast, dann wirst du keine probleme haben. ansonsten wirds auch funktionieren.


    Und ja, klar gibt es Menschen die ein erhöhtes Suchtrisiko haben. Erfahrungen können einen prägen und den Schmerz betäuben viele mit Drogen. Denkst du die Leute sind gerne auf sachen wie Heroin? Denkst du sie wollen ein so ein leben? Sie haben einfach niemanden. Niemanden der ihnen hilft, niemanden der sie rauszieht. Niemanden der sie liebt. ständig werden sie nur runtergemacht und die beschaffungskriminalität kommt mit hinzu. Manche haben den Drogen auch einiges zu verdanken, weil sie sich sonst schon umgebracht hätten.


    etc etc etc.


    aber das nur am rande weil ich nicht schlafen kann und mich ablenken muss.


    lg.

    Hi, Wolf. Nur ich nochmal kurz. Kannst auch nicht schlafen, was. Mich zwickt und laust grad der Tramal-Affe.


    Dauertriefnase, frostelig, Rücken(?)-schmerzen. Wadenkrampf. ohh guuut so. Morgen gibts ne Wende in meiner Geschichte ":/ hibbelig, ich kanns nicht unterdrücken. ich versuch jetzt trotzdem wat zu schlafen. Nur noch kurz zu Deinem Text.


    es gibt eben viele Leute, die nicht richtig differenzieren (können), selbst wenn sie mittendrin in so einem Haufen sitzen. keine sorge, ich gehör bestimmt nicht zu denjenigen, die drogenabhängige vorverurteilen. jeder hatte sein eigenes setting dabei. Aber demnächst (also morgen, wenns mir so ganz gut geht) schreib ich dann bisschen mehr darüber. gute nacht

    @ WolfAndreas:

    Zitat

    Absolut Idiotische Aussage, entschuldigung für meine Wortwahl.

    Andreas,


    so idiotisch finde ich die Aussage nicht, weil nausea sie in einem völlig anderen Kontext getroffen worden ist. nausea bezieht sich auf das Suchtpotential von Opiumderivaten (das unbestritten vorhanden ist), und Du preist, auch völlig zu Recht, die bei entsprechender Indikation vorhandene, hochpotente Schmerzlinderung des Medikaments an.


    Insofern würde ich sagen, daß beide Aussagen auf jeden Fall ihre Daseinsberechtigung haben und auf keinen Fall als "idiotisch" zu bezeichnen sind. Aus eigener Erfahrung stelle ich fest, daß Tramal in allen seinen Darreichungsformen ein zwar wirksames, aber brandgefährliches Medikament ist. Wer damit nicht umgehen kann, fährt zur Hölle - glaubt aber, daß er oder sie dabei auf der Panamericana unterwegs ist.

    Zitat

    Es zerstört wie alle Suchtmittel nicht nur den


    Körper, sondern auch die Seele und das soziale Umfeld.

    Zitat

    Absolut Idiotische Aussage, entschuldigung für meine Wortwahl

    @ behind the scenes

    Hoppla, diese Aussage ist nicht von mir, sondern von nuni 76.


    Bitte nicht die Großen mang die Kleenen bringen


    Nuni hat sicher irgendwie recht damit, sicherlich aus ihrer Erfahrung heraus.


    Ich würde es aber nicht so verpauschalisieren.


    Der der Wolf hat auch irgendwie recht. @:)

    @ nausea:

    Jepp, sorry, ich hatte das falsch im Kopf. Ich wollte damit einfach nur sagen, daß beide meiner Meinung nach Recht haben, jeder aus seinem Blickwinkel, ich finde aber auch, daß man deswegen eine Aussage nicht als unbedingt "idiotisch" bezeichnen sollte. Nuni hat auch Recht: in letzter Konsequenz kann der Ge- bzw. Mißbrauch von Tramadol oder Opiaten allgemein zur Isolation führen.

    Was ich hier schreibe, sind ausschließlich "meine" eigenen Erfahrungen!!!!!!!!!!!!!!


    Entschuldigt meine Ausdrucksweise, aber es kotzt mich an, wenn sich jemand herausnimmt, diese als " idiotisch" auszulegen. Wer so eine Aussage trifft, nimmt sich meiner Meinung nach eine ziemlich große Freiheit heraus. Ich habe nur sagen wollen, dass durch meine Sucht und dieses Schmerzmittel, mein Leben furchbare Ausmaße angenommen hat.


    >:( >:(