Trockener Alkoholiker

    Hallo alle zusammen.


    Mein Freund ist trockener Alkoholiker. Er ist jetzt 38 Jahre und seit ca 10Jahren trocken.


    Was mich beschäftigt ist, ob sein Verhalten immer noch von seiner Alkoholkrankheit bestimmt oder beeinflusst wird.


    Was meint oder wisst ihr zu diesem Thema?


    Fakt ist, dass er ein sehr schwieriger Mensch ist. Er steht meist unter Strom, reagiert oft sehr heftig. Männern gegenüber muss er auch schon handgreiflich geworden sein. Ich erlebe ihn auch als sehr agressiv aber nicht körperlich(agressiv)


    Meint ihr das kann nach so vielen Jahren immer noch mit der Krankheit zusammen hängen.


    Oder gibt es Regeln für das Zusammenleben mit trockenen Alkoholikern?


    ???

  • 40 Antworten

    Wenn er wirklich trocken ist und dir das nicht nur erzählt, dann ist das eben seine ganz persönlich Eigenart. Möglich, dass diese Aggressivität damit zusammen hing, warum er süchtig geworden ist; aber (immer vorausgesetzt er ist wirklich trocken) mit der Sucht an sich hat das nach 10 Jahren nichts mehr zu tun.

    danke für deine Antwort


    Trocken ist er auf alle Fälle! da bin ich mir ganz sicher.


    Ich habe letzte Woche das erste mal ausführlich mit seiner Ex-Frau telefoniert und sie meinte dass ich mich ausführlich mit dem Thema beschäftigen sollte. Sie sagt ein trockener Alkoholiker leidet sein Leben lang an einer Art Entzugserscheinungen...

    Hmmm...

    ... ich persönlich glaube da nicht dran. Wenn der Körper den Suchtstoff nicht mehr bekommt, lernt er, ohne ihn zu leben. Lebenslange Entzugserscheinungen? Kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt ja noch viel härtere Drogen - und selbst bei denen ist es nicht so...


    Vielleicht kommst du auf den Internet-Seiten der Anonymen Alkoholiker oder der Guttempler weiter?

    Es besteht

    natürlich immer eine Rückfallgefahr; dennoch: im meinem Falle ist es so, daß ich allein den Geruch von Alkohol verabscheue. Ich habe mich selber vor einem halben Jahr aufs Trockendock gelegt. Zwei Dekaden Druckbetankung waren genug für meinen Körper. Und falls ich doch noch mal ein Bier genießen will, dann ist dieses alkoholfrei.


    Zum Thema: jeder Alkoholiker ist ein anderer Fall. Es ist durchaus möglich, daß der trockene Freund an seiner (gezwungenen) Abstinenz leidet und demzufolge mit Aggression reagiert. Dies ist denkbar einfach herauszufinden, indem man sein Verhalten in der Gegenwart von Trinkern beobachtet.


    Selbst wenn ein Alkoholiker (wie ich) nicht den Willen hat zur Flasche zu greifen ist eine Beziehung mit einem aktiven Trinker äußerst schwierig oder gar unmöglich.


    Worauf ich hinauswill: trinkst du selber, Dornröschen? Falls ja, hast du deine Antwort auf sein Verhalten.

    Ne ne! Ich trinke so gut wie gar keinen Alkohol. ich bringe eher mal eine Flasche-Kinder Sekt mit. Wahrscheinlich ist es wirklich seine Persönlichkeit, dass er so ist.


    Er hat nach seinem Entzug als Kellner oder Barmixer in einer Kneipe gearbeitet um sich zu testen. Also auf andere "Trinker" ist er glaub ich nicht neidisch...


    Außer beim weggehen. Er hat keinen Bock mit anderen weg zu gehen, weil er sagt, als NICHTTRINKER ist man immer eine Spaßbremse. Ich halte das für Blödsinn, aber er sagt bei Männern ist das anders als bai Frauen...


    Danke für deine Antwort.

    Ach, Ammenmärchen!

    Ich glaube kaum, daß Frostschutzmittel mit Ethanol hergestellt wird. Nur in diesem Falle könnte dies ein Problem sein. Selbst wenn.....wer würde das eklig süße Zeug schon saufen wollen. Mit Sicherheit enthält es Unmengen Methanol, so daß man zur Krönung auch noch erblindet, hahaha.....


    Zurück zum Thema; Dornröschen, du sagst du trinkst nix. Da hat er es relativ leicht. Dann haben seine aggressiven Phasen wohl mehr mit seiner Persönlichkeit als solche zu tun. Der Sohn meiner Frau (ist 19), ist da ähnlich drauf. Dem kann man nix sagen ohne daß er einen Weltkrieg vom Stapel läßt.


    Zum Thema "Spassbremse": unter Betrunkenen, ja! Unter Nüchternen, nein.


    Es ist so: stell es dich dir selber vor, da du ja nicht trinkst. Wie findest du das "Herumhängen" in einer Gruppe angetrunkener, herumgeiernder und sich ständig wiederholender, versaute Sprüche klopfender Hohlbirnen? In den Augen einer völlig nüchternen Person ist JEDER Betrunkene eine Hohlbirne, da der Sinn für Humor zwischen Trinkendem/Nichttrinkendem zwei verschiedene Welten sind. So ist dann auch die nüchterne Person aus der (Doppel)sicht des Betrunkenen der Idiot, welcher Null "Spaß" versteht.


    Fazit: Trinker und Nichttrinker haben es sehr schwer, zusammen Freude zu haben. Ist auch völlig gleich, welche Geschlechter da aufeinandertreffen; Männer mit Männern, Frauen mit Frauen oder Männer mit Frauen. Den Unterschied macht der Alkoholgenuß.


    Selbst für einen Trinker ist es schwierig, wenn er z.B. später in eine Runde schon "vorgeglühter" Trinker stößt und er selbst noch nüchtern ist. Da braucht er erst einmal ein paar schnelle Bier um "lustig" zu werden.


    Für mich ist es dieser Tage ungemein schwer, mich mit den beibehaltenen Trinkgewohnheiten meiner Frau abzufinden. Sie ist auch eine Alkoholikerin, will es allerdings nicht einsehen(was ja normal ist). Sie meint, sie sei kein Alki, da sie ja "nur" am Wochenende trinkt. Aber dann haut sie sich dermaßen einen in die Kante, daß sie fast jedesmal ganz übel mit mir zu streiten anfängt. Ich brauche NICHTS zu sagen; meine bloße Anwesenheit kann dann der Anstoß sein.


    Deshalb versuche ich ihr neuerdings so gut es geht aus dem Wege zu gehen wenn sie trinkt, was allerdings unser Sozialleben mit Freunden und/oder Verwandten zu zerstören droht. Falls sie sich dazu durchringen könnte, wenigstens an EINEM Wochenendabend nicht zu trinken anzufangen, könnte dieses Debakel abwenden. Aber das werde ich wohl zu den Akten legen müssen, wie auch leider eines nicht allzufernen Tages meine Ehe mit ihr.


    Ich könnte ein ganzes Buch schreiben.....vielleicht werde ich in nächster Zukunft ja zu einem Berater in Alkoholikerfragen werden.


    Viel Glück, Röschen :)^

    Dabbelju,

    das hört sich traurig an (Deine Ehesituation).


    Alles Gute für Dich!


    Ein halbes Jahr ist schon ganz schön lang,


    super :)* :)* :)* !


    Finde es auch toll, daß Du so offen darüber redest / schreibst.


    Halt die Ohren steif und sei weiterhin stark! :)^


    dornroeschen83: Manche Leute sind einfach (ohne Grund) aggressiver als andere.


    Alk. verändert zwar die Persönlichkeit auf Dauer (meist ohne daß der Betroffene es merkt), aber bei Deinem Freund klingt es so, daß er eben "einfach so ist". Vor allem, da er seit 10 Jahren trocken ist.

    also


    ich bin jetzt fast drei jahre trocken und weder frostschutzmittel, noch schwarzwälderkirschtorte, noch andere gerüche oder sonstwas macht rückfällig....


    eine ehe mit jemandem der trinkt ist nicht leicht.


    mein mann hat dieses "problem" auch. gott sei dank ist er nicht agressiv wenn er was getrunken hat. das sind eher die frauen.


    die lassen ihren gazne frust dann erst raus.


    ich weiss auch wie man sich unter menschen die alle angetrunken sind fühlt.


    eben wie der junge mann;-) weiss gerade den namen nicht, schon schrieb. man fühlt sich als nichttrinker unter betrunken unwohl. ganz klar.


    betrunkene reden nun mla viel mist..*g*


    und unter nüchteren menschen, den eigendlich normalen, ist dies völlig normal.


    unter trinkern kann man sich als nichttrinker gar nicht mehr wohl fühlen.


    aber deswegen bin ich doch keine spassbremse....niemals:-)


    man muss es erst wieder lernen, das gebe ich zu.


    aber es kommt zurück und dann ist das leben doppelt so schön, weil man lachen kann, ohne sich betrinken zu müssen.


    man verstellt sich nicht, alles ist offen und ehrlich.


    das ist das schöne am nüchtern sein.


    und das wohlbefinden ist auch viel besser.


    leider sehen das die wenigsten alkoholiker ein.


    ich habe das schon getan. nur, aufhören konnte ich eben nicht.


    und leider ist man in dieser situation ziemlich hilflos..aber man muss das ja nicht aushalten.


    manchmal ändern sich die menschen wenn sie merken das ganze leben geht den bach runter.....


    manchmal...aber eben doch noch oft genug:::

    Danke

    fürs Kompliment, Rübchen. Ja, ich werde auf jeden fall stark hinter meiner Nüchternheit stehen, da ich ja sehe(und es mich anekelt), wie sich meine Frau und andere benehmen beim "betanken". Auch in Sachen Wohlbefinden gibts bei mir keinen Weg zurück zur Sauferei. Kein Kater, das ist einfach Spitze.


    Übrigens, ich bin auch keine Spaßbremse! Mein Sinn für Humor ist toll, und das natürlich auch im nüchternem Zustand;-D


    Dies löst aber alles noch lange nicht die Trinkgewohnheiten meiner Frau. Hatten erst gestern abend wieder Krach, nachdem sie sich 10 Bier abgepumpt hatte. Sie wird dann so verletzend, kann man kaum in Worte fassen. Ich denke dann nur noch "Fuck you"(ich lebe in den USA) und würde am liebsten wegrennen und nie wiederkommen. Wenn sie trinkt ist sie oft das größte Arschloch, das ich je in meinem Leben kennengelernt habe.


    Und ich bin weiß Gott kein schlechter Kerl, der so eine Scheiße verdient. Tatsache ist, daß sie fünf Kinder aus vorangegangenen Beziehungen hat, und seit ich sie kenne, buttere ich jeden Groschen in sie, ihre Kinder und Familie, da es sich um eine jener armen amerikanischen Familie handelt. Selber komme ich dadurch auch kaum auf einen grünen Zweig. Wenn sie wenigstens so nett zu mir wäre wie sie früher war(das ist es warum ich sie geheiratet habe), wäre das alles noch tragbar, aber ihre aggressiven Trinkeskapaden.......nee, also da fängts dann doch an, aufzuhören.

    das ist ja schlimm. wieso trennst du dich nicht? so leicht wie es klingt ist das nicht, ich weiss..aber das ist doch kein zustand.


    mein mann ist heute auch "suffenspielen" mit seinen kollegen.


    er sucht gott sei dank dann keinen streit, heisst aber nicht, das ich es weniger hasse...


    warum gehst du ihr nicht aus dem weg wenn sie so drauf ist? und was sagt sie am nächsten tag dazu?


    lass dir das nicht gefallen. ich würde sie ignorieren, oder ja, weiss nicht, sag ihr deine meinung auch.


    wird sie handgreiflich? wenn ja, kannst du dir doch hilfe holen.....


    kaputt machen lassen würde ich mich nicht. denke an dich an dein leben..habt ihr auch kinder zusammen? wenn nicht, ist eine trennung vielleicht nicht ganz so schwer. auch wenn die kinder sicher an dir hängen.


    eine frau mit fünf kindern zu nehmen. hut ab.


    oder sehr dumm...sorry, das geht mich ja nichts an.


    trotzdem wehr dich.....das ist doch kein leben indem du nicht mehr glücklich bist...


    alles gute

    Ja....

    sagen meine Freunde auch....dumm, zu gutmütig.....ich Idiot scheine ihr aber auch alles zu verzeihen. Nach langer Zeit Sauferei bin ich jetzt allerdings seit 6 Mon. trocken, und gewinne jeden Tag neue psychologische Stärke. Je mehr, desto klarer beginne ich die ganze Situation zu sehen und die Art wie sie mich oft behandelt mehr und mehr zu verabscheuen.


    Als ich noch trank, habe ich den ganzen Scheiß anscheinend im Suff ertränkt.


    Danke Katzenpum, es hilft, sich manchmal "auszukotzen", sich den Mist von der Seele zu schreiben

    Oh ja,

    handgreiflich wird sie auch ab und zu; wenn mir dann wirklich der Kragen platzt und ich beginne, lauter zu werden. Oder ihr klar zu verstehen gebe, daß sie ohne mich mit den Kids auf der Straße sitzen würde.


    Sie weiß genau, daß ich nie zurückschlagen würde(obwohl mir SEHR danach wäre) und nutzt das voll aus. Ich habe schon Nächte zugebracht(wenn sie getrunken hat), daß ich kaum schlafen konnte; sie LÄSST mich dann kaum in Ruhe. Wenn ich mich schlafen lege, weckt sie mich auf, und und und....


    Ehrlich gesagt, in diesem Zustand der Wut und des Suffes traue ich ihr auch nicht......das geht so weit, daß ich denke sie könnte mir vielleicht ein Messer in den Rücken jagen, wenn ich schlafe. Echt stressig.....boah, bin müde, hier ist es halb sechs morgens, sie ist jetzt ihren Rausch ausschlafen und ich bin hier an meinem Laptop. Bis denne!