• Was kann man tun, wenn das Kind kifft?

    Bin über ein paar Ecken mit dieser Geschichte in Berührung gekommen und würde gerne Anregungen hören, was man als Elternteil tun kann, wenn das Kind kifft, oder halt allgemein Drogen nimmt (z.B. im Alter von 13 Jahren)... Und wenn es dabei NICHT um Gruppenzwang direkt geht, sondern wenn das ganze besonders durch die Experimentierlust des Kindes…
  • 51 Antworten

    add1

    Frag ich mich auch immer, wie die das machen, aber ich glaube, die Preise sind auch ziemlich runtergegangen... Jeden Tag nen Joint ist mittlerweile ca. so teuer wie jeden Tag nen Döner essen. Und das bekommt man ja auch hin...%-|

    Mit 13...ist es nicht ok ab und zu zu kiffen. Definitiv nicht.


    Aber das war ja gar nicht die Frage. Sondern wie man damit umgeht. Sicher nicht mit einem simplen Verbot, das bewirkt eher nichts.


    Ich würde versuchen Gespräche mit meinem Kind zu führen und dabei erst mal herausfinden warum es das denn nun wirklich macht. Dabei würde ich nicht den erhobenen Moralfinger rausholen sondern erst mal wertfrei ranzugehen, das Kind also nicht dafür verurteilen oder Strafen androhen.


    Ich würde signalisieren dass mein Kind jederzeit zu mir kommen kann wenn es etwas auf dem Herzen hat, wirkliches Interesse für seine Gedanken zeigen und in diese Gespräche auch meine eigenen Sorgen einfliessen lassen. Und ich würde an die Eigenverantwortung appellieren und die Risiken sachlich anbringen.


    Es ist aber ein schwieriges Thema, das gebe ich zu.

    War mal der Kater

    Okay, man redet also mit dem Kind und findet dabei heraus, dass es ihm Spaß macht und es außerdem die ganze Clique macht. Für Argumente wie Schädlichkeit ist es nicht zugänglich. ("Alkohol ist auch nicht gesünder und überhaupt ist das ja meine Sache"etc.) Wenn man dem pubertären Kind sagt, ich bin immer für dich da, kommt ein: "Lass ma gut sein Mama, ich komm schon klar"


    Und was dann? Damit ist nichts bewirkt.

    Guten Tag,


    1. Kiffen macht NICHT abhängig. Süchtig, nicht abhängig. Abhängig ist man, wenn der Körper nach dem Stoff verlangt, zb bei Nikotin oder Heroin, aber Kiffen ist eine Kopfsache. Auch nach 30 Jahren Dauerkonsum hilft ein ernst gemeintes "Ich will aufhören!" (und Durchhaltevermögen)


    2. Cannabis verursacht keine Halluzinationen. Dennoch kann man "Trips" schieben, man ist in seiner eigenen Welt und interpretiert in Dinge und Mitmenschen irgendwas hinein, was real garnicht existiert, was sehr verschreckend wirken kann. Beruhigung durch andere hilft, und nachdem die Intensität des Rausches etwas nachlässt wird man sich auch oft bewusst, das es nur das Gras war, das einen so hat denken lassen. Erstkonsumenten natürlich nicht, darum sollte bei Erstkonsum auch nicht überdosiert und eine angehme Atmosphäre gewählt werden.


    3. Einen 13jährigen kiffen zu lassen ist nicht klug. Während der Pubertät kann das schwerwiegende Folgen haben. Ein Joint natürlich nicht, es sei denn, es liegt schon irgendwo versteckt ein kleiner psychischer Schaden. Dauerkonsum in der Pubertät allerdings kann seeeehr unschön enden.


    Vielleicht solltest du dir Infos darüber raussuchen und den Jungen vernünftig darüber aufklären lassen, wie schon von irgendwem gesagt ohne den moralischen Zeigefinger. Du könntest ihm erklären dass er es später immernoch versuchen kann, ohne dass es ihn vielleicht dauerhaft schädigt.


    Bei manchen 13jährigen hilft Vernunft, bei anderen nicht :)D

    Bei 13 Jahren würde ich das Kiffen aber auf jeden Fall zu verhindern versuchen, so mit 15, 16 ist es dann wieder was anderes, obwohl auch nicht so gut.

    Hmm... konkrete Tips gab's jetzt immer noch nicht. Und das mit den Halluzinationen kann ich nicht bestätigen.


    Wie gesagt, ich kenne zwei Leute und BEIDE hatten Halluzinationen (unter anderem mein bester Kumpel, er hat sie mir auch beschrieben). Zu diesem Zeitpunkt kamen wir noch gar nicht auf die Idee, dass das was mit'm Kiffen zu tun hat. Die Idee kam erst, als er nach nen paar Zügen von nem Joint stundenlange Lachkrämpfe bekommen hat, die auch am nächsten Tag immer wieder anfingen... Dann ging's in die Psychiatrie und da haben die Ärzte gesagt, dass die Halluzinationen und die Lachkrämpfe vom Kiffen kommen.

    Was willst du denn hören ?


    Es gibt kein Patentrezept gegen jugendlichen Drogenkonsum. Es gibt nur die Möglichkeit dauerhaft dran zu bleiben und das Kind ernst zu nehmen.


    Zur Drogenberatung schleppen ? Da passiert nichts.


    Strafe androhen ? Da wird aus Trotz gleich weitergemacht. Und sich entfremdet.


    Ich dachte es gibt keinen Gruppendruck und das ganze wäre ein "Experimentieren", jetzt stellt sich das ganze etwas anders dar. Wenn jemand erstmal Gefallen am Kiffen und an Drogen gefunden hat ist man logischen Argumenten nicht mehr zugänglich.


    Du kannst nur immer wieder deinen eigenen Standpunkt klarmachen und die Sache ernst nehmen, langfristig. Und sich nicht durch vorgeschobene Sätze wie "Ich komme schon klar" abblocken lassen. Das stimmt nämlich in der Regel nicht.

    Zitat

    Cannabis verursacht keine Halluzinationen

    Oh doch, es kann Halluzinationen hervorrufen. Sehr eindringliche sogar. Cannabis hat eine halluzinogene Kompente. Ich habe das am eigenen Leib gemerkt.


    Cannabis macht zwar nicht körperlich abhängig wie Heroin etwa. Aber es kann zu psychischer Abhängigkeit führen und die ist weitaus problematischer.

    Zitat

    Und was dann? Damit ist nichts bewirkt.

    Natürlich ist etwas bewirkt. Du hast dem Kind eine Brücke gebaut. Rübergehen muss er allein, da hilft kein Zwang. Nun musst du sie aufrecht erhalten - so, wie War mal der Kater es beschreibt und ..hoffen.


    Achso und vom Kiffen hab ich noch nie Hallus bekommen, wüsst auch nicht, wie das funktionieren sollte, außer, es liegt bereits eine Disposition zu psychischen Störungen vor :-/

    a.fish

    Das weiß ja niemand vorher, ob man möglicherweise Veranlagungen zu Psychose hat... Oh, da muss ich mich korrigieren; ich kenne sogar 3 Leute, die davon Psychosen bekommen haben... und insgesamt kenne ich höchstens 10 Leute die kiffen. Wenn das mal nicht bedenklich ist...


    Hmm... Ich hab mir wirklich nur überlegt: Wenn die Mutter-Kind-Beziehung eh schon denkbar schlecht ist und das Kind dazu auch noch einen Extrem-Konsum an Drogen hat, man es aber nur vor diesem Konsum bewahren möchte, und zwar so schnell wie möglich (besonders mit 13 Jahren, wo das so schädliche Einflüsse auf die Entwicklung haben kann!), da wäre die einzige effektive (wenn auch Beziehungs-schädliche) Lösung, dem Kind mit regelmäßigen Blutuntersuchen zu drohen... "Wir werden jetzt monatlich dein Blut überprüfen zu lassen und wenn da auch nur noch mal die Spur von was drinne ist, dann gehen wir zum Jugendamt und sorgen dafür, dass du ins Jugendheim kommst"... Effektiv wär's ja, oder? Ich denke nämlich nicht, dass dieses Kind sein sicheres Heim riskieren würde... Auf der anderen Seite aber auch ziemlich extrem:-/

    Die beschriebene Methode wäre die Prophylaxe...


    Die vorgeschlagene Methode mit "Brücke bauen" würde nur das Auffanglager bilden, wenn alle Stricke reißen. Und nicht mal dann unbedingt, bei dieser Familie...:-|

    Effektiv, klar. Zumindest bis das Kind 18 ist und nicht mehr unter ständiger Kontrolle gehalten werden kann. Wenn man dann natürlich seine Elternpflicht erfüllt sieht, kann mans so machen.


    Ein anderer Weg wäre es, nach Ursachen zu suchen. Du schriebst am Anfang, es wäre reine Experimentierfreude, nun sprichst du von schechten Familienverhältnissen und extremen Konsum. Das wäre vielleicht ein sinnvollerer Ansatzpunkt? Wenn man dem Kind das Familienleben so gestaltet, dass es nicht mehr in Drogen flüchten muss.

    man könnte sich ja auch an eine beratungsstelle wenden. aber ob das so gut ist - einige sollen sehr schlecht sein ud einfach nur hochnäsig über einen richten.


    aber vielleicht ist es auch nur eine phase? jeder probiert doch mal rum.

    Mmmh...

    Zitat

    Wenn die Mutter-Kind-Beziehung eh schon denkbar schlecht ist und das Kind dazu auch noch einen Extrem-Konsum an Drogen

    Wie kommt das schlechte Verhältnis ? Wäre das nicht ein Ansatzpunkt einzugreifen, das Verhältnis zu verbessern ?


    Kinder und Jugendliche kompensieren mit Drogen nämlich oft Dinge die sie im Leben vermissen. Zusammenhalt, familiäre Stabilität, Freundschaft, Verlässlichkeit....


    Was ist extremer Drogenkonsum, doch nicht nur ab und zu kiffen um zu experimentieren oder ? Bei sehr starkem Konsum würde ich auf jeden Fall mal selbst eine Beratungsstelle aufsuchen, schaden kann es nicht. Es kommt drauf an aus dieser Spirale gegenseitiger Entfremdung rauszukommen die nur in gegenseitigen Vorwürfen gipfeln. Dabei kann fachliche Hilfe vor Ort nie verkehrt sein.