Wie das Rauchen abgewöhnen – Erfahrungen?

    Ein Freund von mir und ich, wir haben beschlossen zusammen mit dem Rauchen aufzuhören. Alle Raucher hier wissen wahrscheinlich, wie schwierig es ist das auch wirklich durchzuziehen und wirklich nie wieder eine Zigarette anzufassen. In schwachen Momenten fällt es uns also ziemlich schwer nicht wieder eine zu rauchen. Kennt jemand unter euch vielleicht irgendwelche Tipps in der Hinsicht, um sich das Rauchen abzugewöhnen? Wir würden uns sehr über eure Erfahrungen freuen :)

  • 26 Antworten

    Mir hat der kalte Entzug am besten geholfen. Das erfordert jedoch den klaren Willen, nie mehr zu rauchen. Meiner Meinung nach erhält man die Sucht durch die Reduktion des Tabakkonsums nur weiter aufrecht und denkt sich wahrscheinlich zum Ende der Entwöhnung hin sowas wie "Diese Zigarette muss ich noch in vollen Zügen genießen, da es meine vorletzte Zigarette sein wird". Wenn man dann irgendwann bei der letzten Zigarette angelangt ist, ist man sicherlich dazu geneigt zu sagen "Ach, eine Woche kann ich noch täglich eine Zigarette rauchen, dann ist aber wirklich Schluss!". Dann kommt die nächste Familienfeier um die Ecke und man raucht dann wieder eine, weil man sich denkt, dass die eine Zigarette auch nicht mehr ins Gewicht fällt.


    Verstehst du was ich meine? Wenn du von heute auf morgen sofort aufhörst, gibt es keine Ausreden und Gelegenheiten mehr. Du hast aufgehört und fertig.


    Was mir als Ex-Raucher in Zeiten des Verlangens hilft, sind sogenannte Nicotine-Pouches, also kleine Beutel, die mit Pflanzenfasern gefüllt und mit Nikotin getränkt sind. Man legt sie sich unter die Oberlippe, woraufhin das Nikotin über die Mundschleimhäute aufgenommen wird. So hast du wenigstens kein Verlagen mehr nach einer Zigarette und kannst dich so vom Rauchen entwöhnen. Bedenke aber, dass die Nikotinersatzprodukte auch süchtig machen ;)


    So kannst du aber meiner Meinung nach gut vom Glimmstängel wegkommen. Hast du das geschafft, kannst du die Nikotinbeutel langsam zurückfahren. Immerhin ist darin außer Nikotin nichts enthalten.


    LG

    Ganz offensichtlich hängt es auch von Person zu Person ab (was, denke ich, auch normal ist), aber meine Schwester hat trotz eisernen Willens eindeutig mehr Zeit gebraucht und einige Anläufe benötigt, um definitiv mit dem Rauchen aufzuhören. Dafür hatte sie neben gesundheitlichen Gründen etwa finanzielle Gründe, weil die Zigaretten nun einmal ein kleines Kapital kosten. Dazu die gelben Zähne (Listerine White hat nur bedingt geholfen) und die rascher alternde Haut. Im ersten Versuch hat sie leider knapp drei Wochen durchgehalten. Nach rund zwei Monaten hat sie ein zweites Mal probiert und hat mit einem natürlichen Mittel (allerdings habe ich diesbezüglich keine Pouches in Erinnerung) nachgeholfen. Da hat es dann geklappt und mittlerweile hat sie zweieinhalb keine Zigaretten mehr in den Mund genommen.

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    Chieftain19 schrieb:

    Verstehst du was ich meine? Wenn du von heute auf morgen sofort aufhörst, gibt es keine Ausreden und Gelegenheiten mehr. Du hast aufgehört und fertig.


    Was mir als Ex-Raucher in Zeiten des Verlangens hilft, sind sogenannte Nicotine-Pouches, also kleine Beutel, die mit Pflanzenfasern gefüllt und mit Nikotin getränkt sind.

    Ja ich verstehe voll was du meinst. Man wird sehr leicht dazu verleitet eine Zigarette zu rauchen wenn man sich sagt, dass ich nur noch diese eine mal rauchen werde, aber dann ergibt sich wieder eine Gelegenheit und sagt, dass das jetzt das letzte Mal war und so geht’s immer weiter. Diesem Teufelskreis entkomme ich auch nur sehr schwer. Einen kalten Entzug, da bin ich mir nicht so sicher, ob ich stark genug für sowas bin, ich suche dann eher etwas was meinen Weg zum Nichtraucher einfach ein wenig unterstützt. Von diesen Nikotin-Pouches hab ich glaub ich schon mal was gehört. Ich glaube mich zu erinnern, dass die aber ziemlich stark waren und ich weiß nicht, ob das für mich jetzt das richtige ist. Wie hast du das denn empfunden?

    kuobi schrieb:

    Nach rund zwei Monaten hat sie ein zweites Mal probiert und hat mit einem natürlichen Mittel (allerdings habe ich diesbezüglich keine Pouches in Erinnerung) nachgeholfen. Da hat es dann geklappt und mittlerweile hat sie zweieinhalb keine Zigaretten mehr in den Mund genommen.

    Hmm, ok das klingt schon mal sehr vielversprechend. Ich bin ja sowieso auch ein Fan von natürlichen Mitteln und einfach Mitteln, die einem auch sehr sanft helfen. Wie heißt denn das Mittel, das deine Schwester genommen hat und wo hat sie es gekauft?

    Na ja, ich muss schon auch dazu sagen, dass man natürliche Mittel und einfache Hausmittel dann nützen sollten, wenn sie tatsächlich etwas Gutes bewirken. Und ich hoffe einmal, dass wir hierbei auf derselben Wellenlänge sind. ;-) Meine Schwester hat Smoksan Kapseln eingenommen. Eine Arbeitskollegin hatte ihr den Tipp gegeben und sie hatte das Mittel dann in der Apotheke gekauft.

    Hilfreich kann sein:

    -Rituale ersetzen, in denen zuvor geraucht wurde: wenn du beim Kaffeetrinken auf dem Balkon geraucht hast, trink die erste Zeit Tee in der Küche

    -Hände und Mund beschäftigen (Igelball, zuckerfreie Bonbons)

    -bei starker Sucht: Nikotinpflaster oder -kaugummis (Pflaster = kontinuierliche Nikotinabgabe, Kaugummis = schneller Nikotinkick)

    -Vorteile des Rauchens und Vorteile des Nichtrauchens bewusst machen

    -neue Gewohnheiten etablieren, die dann von Anfang an ohne Zigarette ablaufen (= vom Gehirn nicht automatisch mit Rauchen verknüpft sind), zB ab sofort mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren statt an der Bushaltestelle rauchend auf den Bus warten

    -Gleichgesinnte suchen, mit denen du bei Rauchverlangen quatschen kannst

    -Rauchfrei-App, die für dich gesparte Geld, gesparte Zeit und gesparte Zigaretten zählt, bei Rauchverlangen reinschauen. Besonders hilfreich, wenn die App eine Community-Funktion hat, weil da immer irgendjemand wach und ansprechbar ist, wenn dich mal das Rauchverlangen packt

    -in der ersten Zeit auf Ausgehen, Party, Alkohol etc verzichten (passt ja gerade gut zur Pandemiedituation), weil bei solchen Anlässen tendenziell mehr geraucht wurde, sodass diese Situationen besonders stark mit Rauchen verknüpft sind

    -"eiserner Wille" ist nicht alles: eventuelle Rückfälle nicht selbstabwertend als "ich hab mich nicht genug angestrengt" bewerten, sondern systematisch schauen, woran es lag, was einen getriggert hat, was manrückblickend hätte anders machen können um es zu verhindern

    -vielen helfen die Videos von Alan Karr, ich hab sie aber nie gesehen

    -ggf Akupunktur oder Hypnose, aber dann auf keinen Fall "nur" darauf verlassen: die größte Arbeit hat immer der Aufhörende selbst und nie der Akupunkteur oder Hypnotiseur oder sonstwer - wenn das nicht so ist, wird es nicht klappen mit dem Aufhören

    -Rauchverlangen und Suchtdruck sind nicht deine Feinde, die dich ärgern wollen, sondern normale körperliche und psychische Prozesse, die darauf hindeuten, dass dein Gehirn korrekt funktioniert. Außerdem sind sie Scheinriesen, die umso größer werden, je mehr man vor ihnen wegläuft. Keine Angst vor Suchtdruck, der ist anfangs normal und gehört dazu. Ganz zwingend sogar, denn ohne diese Dinge wäre man ja gar nicht erst süchtig geworden. Aber jeder jetzt rauchfrei überstandenen Suchtdruck macht dich stärker, weil du jedes mal etwas dazulernst


    Unser Gehirn interpretiert Dinge, die zufällig gleichzeitig passieren, als zusammengehörig. Entsprechend wird es in aller Regel nicht funktionieren, alles so weiter zu machen wie vorher und "nur" das Rauchen wegzulassen. Weil dann das Gehirn ständig kräht "Hier fehlt doch was, wo ist meine Zigarette?" und das ist unnötig anstrengend und riskant. Daher ist es wichtig, Gewohnheiten, die sehr stark mit Rauchen verknüpft waren, anfangs zu ändern. Bei mir war das zB Kaffee auf dem Balkon, nach dem Essen und am Bahnhof beim Warten auf die Straßenbahn. Anfangs habe ich kaum noch Kaffee getrunken und wenn, dann in einem anderen Raum (von dem aus ich den Balkon nicht sehen kann), nach dem Essen ein scharfes Ingwerbonbon (das war schwierig, denn essen muss man ja), am Bahnhof bin ich in der Bahnhofshalle geblieben statt draußen zu warten (passte gut, es war Dezember). Zusätzlich habe ich noch eine App genutzt mit einer netten Community, in die ich reingeschaut habe wenn ich Lust hatte zu rauchen, das hat gut abgelenkt. Jetzt, nach fast 4 Jahren ohne Rauchen, geht alles oben genannte wieder und in die App schaue ich nur noch alle Monate mal, weil die alten Synapsen mittlerweile überschrieben sind, aber diese ganzen Gewohnheiten und Raucherrituale sind aus meiner Sicht viel eher das Problem als der reine körperliche Entzug. Der ist nämlich nach einer Woche durch, aber dann ist das Rauchen noch lange nicht überwunden.

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    Argh! Jetzt aber: Alan Carr. Mit C. Doofe Autokorrektur, merkt sich sogar falsch geschriebene Worte, wenn man sie mehrmals wiederholt hat (so wie menschliche Gehirne das auch tun ;-D)

    kuobi schrieb:

    Na ja, ich muss schon auch dazu sagen, dass man natürliche Mittel und einfache Hausmittel dann nützen sollten, wenn sie tatsächlich etwas Gutes bewirken. Und ich hoffe einmal, dass wir hierbei auf derselben Wellenlänge sind. ;-) Meine Schwester hat Smoksan Kapseln eingenommen. Eine Arbeitskollegin hatte ihr den Tipp gegeben und sie hatte das Mittel dann in der Apotheke gekauft.

    Ja voll, ich finde auch ,dass man natürliche Mittel einerseits nehmen sollte wenn sie unbedenklich sind und andererseits auch positive Auswirkungen auf den Körper haben. Aber es klingt schon mal so als ob es mal ein Versuch wert wäre. Wie lange hat sie die Kapseln dann auch eingenommen, bis sie diese dann auch nicht mehr gebraucht hat?


    Danke schön für all deine Tipps Dorfnixe :). Ich werde sie mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen! Da wird sicher was dabei sein, was mir auf meinem weiteren Weg helfen wird. Und ich finde auch, dass Rauchen auch einfach eine Gewohnheitssache ist, aber meistens ist das eben das schwerste zu überwinden. Der Punkt mit Hypnose oder Akupunktur finde ich auch sehr interessant. Hast du das selbst auch schon mal ausprobiert und hat es auch tatsächlich dabei geholfen das Verlangen ein wenig zu stillen? Von dieser App habe ich tatsächlich auch schon mal was gehört und es soll echt vielen dabei helfen sich das Rauchen abzugewöhnen. Die Videos von Alan Carr (hoffentlich ist es jetzt richtig geschrieben ;) ) werde ich mir dann wahrscheinlich auch zu Gemüte führen.

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    Ich (und einige aus meinem Umfeld) haben die Zigaretten gegen e-Zigaretten getauscht und sind so sofort und ohne Probleme vom Rauchen weggekommen. Nun gibts natürlich Stimmen, die dann krähen, dass das das Problem nicht löst. Klar, ohne irgendwas ists immer besser. Aber mit Nikotinpflastern fehlt die Haptik. Und jeder Tag ohne verbrannten Tabak ist ein gewonnener Tag. Falls der kalte Entzug also nicht funktioniert, informier dich mal zum Thema. Die negativen Effekte des Rauchens, die man selber spürt (Kurzatmigkeit, Raucherhusten, Auswurf) hören innert Kürze auf. Und mit dem Nikotin kann man dann zurückfahren, wenns passt.

    Falls du dich für diesen Weg entscheidest, lass dich aber unbedingt persönlich beraten. Es lohnt sich. Viel Glück, ohne Tabak lebt sichs besser!

    Meister_Glanz also ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich bilde mir ein, gelesen zu haben, dass E-Zigaretten eigentlich schädlichen als herkömmliche Zigaretten sind. Liege ich in dieser Annahme richtig oder habe ich diesbezüglich etwas missverstanden? Unabhängig davon teile ich absolut deine Meinung, dass es sich ohne Tabak eindeutig besser lebt. Aber gut, das trifft natürlich auf alle in dieser Runde zu. ;-)


    sa.scha ich denke, dass das von Person zu Person abhängt. Meine Schwester hat die *klopf klopf* letzte Zigarette geraucht und am nächsten Tag damit begonnen, die Kapseln einzunehmen. Nach 14 Tagen hat sie nicht mehr das Bedürfnis gehabt. Die Packung reicht für einen Monat aus. Im Fall der Fälle stehen die Kapseln parat.

    also ich versuche es gerade mit stück für stück reduzierung.

    allerdings bin ich auch ständig zuhause weil ich wegen feigwarzen krank geschrieben bin.

    keinen stress zu haben ist eine enorme hilfe. und ich muss es auch zeitnah aufgeben um mein Immunsystem zu unterstützen. das ist ein wichtiger teil im kampf gegen feigwarzen.

    ich reduziere es wochenweise um 1-2 zigaretten. aber ich habe es auch von bisher ca 20 sofort auf 10 maximal reduziert. diese woche bin ich bei 8 pro tag.

    wichtig ist dass du nicht aufgibst wenn du mal über das maximum kommst. starte jeden tag aufs neue mit dem ziel.


    hoffe ich konnte dir helfen

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    Der Hersteller der die Kapseln herstellt, stellt auch Tabletten zum.abnehmen her.

    Leute spart.euch das Geld für die Kapseln.

    Am besten hilft immer noch Ablenkung.

    Ein Freund meines Vaters hat mal mit dauerschlafen den Entzug gemacht.

    Der war nur auf um etwas zu trinken, zu essen, für Toilettengänge und zum Duschen.

    kuobi schrieb:

    Meister_Glanz also ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich bilde mir ein, gelesen zu haben, dass E-Zigaretten eigentlich schädlichen als herkömmliche Zigaretten sind. Liege ich in dieser Annahme richtig oder habe ich diesbezüglich etwas missverstanden? Unabhängig davon teile ich absolut deine Meinung, dass es sich ohne Tabak eindeutig besser lebt. Aber gut, das trifft natürlich auf alle in dieser Runde zu. ;-)


    sa.scha ich denke, dass das von Person zu Person abhängt. Meine Schwester hat die *klopf klopf* letzte Zigarette geraucht und am nächsten Tag damit begonnen, die Kapseln einzunehmen. Nach 14 Tagen hat sie nicht mehr das Bedürfnis gehabt. Die Packung reicht für einen Monat aus. Im Fall der Fälle stehen die Kapseln parat.

    Schädicher sicher nicht, nein. Englische Studien sprechen von 95% weniger schädlich. Aber es fehlen natürlich Langzeitstudien. Aber schlimmer als verbrannten Tabak einzuatmen ists nicht. Wer ganz gesund leben will, sollte nichts ausser reine Alpenluft atmen. Alles andere birgt Risiken ;)

    LeanderHN also zunächst einmal wünsche ich dir an dieser Stelle eine gute Besserung. Die Tatsache, dass du derzeit keinen Stress in der Arbeit hast, ist natürlich hilfreich. Dennoch ist deine bisherige Leistung beachtlich.


    Plüschbiest nachdem sich der Hersteller auf natürliche Mittel fokussiert, denke ich nicht, dass das Kapseln für das Abnehmen Kapseln für das Rauchen abgewöhnen ausschließen. Oder weißt du von Erfahrungswerten? Die lange der Dauerschlaf des Freundes deines Vaters gedauert? Und ist ihm das von sich aus gelungen? Weil mir gelingt es nicht, mehr als sechs, sieben Stunden zu schlafen. Und ich wäre durchaus dankbar, wenn mir es gelingen würde, einmal wirklich lange durchzuschlafen.


    Meister_Glanz OK, dann hatte ich offensichtlich ein Falschgerücht gelesen. Vielen Dank für die Erklärung und man lernt eben nie aus. Und ja, ständig reine Alpenluft oder generell Bergluft zu atmen zu können, wäre natürlich perfekt.

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