Wie geht`s nach dem Entzug weiter?

    Meine Schwester ist Alkohol und Tabletten abhängig und wurde vor ein paar Tagen in ne Klinik eingewiesen.


    Dort wird sie vermutl. 3 Wochen bleiben, evt. auch länger, das wissen wir noch nicht.


    Was passiert, wenn die Klinik meine Schwester entlässt?


    Kommt sie dann in ne andere Einrichtung oder wird sie direkt nach Hause entlassen?


    Wir machen uns schon jetzt Gedanken, wie's mit meiner Schwester weiter gehen soll, nach Hause kann sie nicht, da geht's dann gleich wieder von vorne los.


    Ich erhoffe mir ein paar Tipps, damit wir etwas planen können.


    Meine Schwester lebt allein, hat zwar ne Tochter, aber die wohnt 600km entfernt.

  • 5 Antworten
    Zitat

    Was passiert, wenn die Klinik meine Schwester entlässt?

    Was sagt denn die Klinik dazu?


    Im Optimalfall wird mit dem Patienten besprochen, wie es nach der Entlassung weitergehen soll und welche Möglichkeiten es gibt, oft werden auch die Angehörigen miteingebunden. Wenn deine Schwester gerade erst in die Klinik eingewiesen wurde, gab es so ein Gespräch vermutlich noch nicht. Ihr könnt das aber bestimmt ansprechen,


    Normalerweise beraten die euch, in welcher Form sie weiterhin betreut werden kann. Automatisch wird sie wohl nicht einfach in eine andere Einrichtig überstellt werden, es sei denn, die Ärzte sehen medizinische Notwendigkeit oder es bestehen Sorge und Unklarheit, wo sie nach der Entlassung hinkann.


    Jedenfalls würde ich in euren Überlegungen trennen zwischen Wohnsituation (in der langen und schwierigen Entwöhnungsphase sicher ein wichtiger Punkt) und ärztlicher/therapeutischer Weiterbetreuung.


    Zu zweitem könnt ihr euch über folgendes informieren:


    - Besteht die Möglichkeit einer ambulanten Weiterbetreuung? Gibt es vielleicht sogar eine Tagesklinik und bekäme deine Schwester einen Platz?


    - Falls nicht: Gibt die Klinik eine Überweisung für einen Therapieplatz raus? Wenn ja, schon jetzt organisieren?


    - Kann sie einen Antrag auf Reha stellen?


    - Gibt es in eurer Stadt Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Organisationen, ev. ehrenamtliche Betreuer? Auch Angehörige können Beratungsstellen aufsuchen. Die wissen oft besser Bescheid als Kliniken, welche Optionen es in eurer Region gibt.


    Alles Gute für deine Schwester und für euch! @:)

    Hallo krille,


    vielen Dank für deine Antwort.


    Momentan haben wir echt keinen Plan, außer, daß sie zu mir kommen kann, wenn sie anderweitig nirgends untergebracht wird/werden kann.


    Ein klärendes Gespräch mit dem Arzt findet vermutl. am Dienstag statt.


    Ihre Tochter kommt nächste Woche (wohnt 600 km weit weg), vielleicht setzen wir uns dann alle mal zusammen.


    Was auch unbedingt nötig ist, sie braucht nen fähigen HA (der alte hat nur verschrieben und sich kein Schlag um sie gekümmert) und natürl. auch nen fähigen Psychologen.


    Was sie selber gerne möchte, wäre eine psychosomatische Klinik, aber was da für Kriterien bestehen, um aufgenommen zu werden, keine Ahnung.


    Wir wohnen hier in einer Kleinstadt und da gibt's nicht viele Anlaufstellen.


    Ich hoff, daß wir am Dienstag schon etwas schlauer sind.

    Zitat

    Ein klärendes Gespräch mit dem Arzt findet vermutl. am Dienstag statt.

    Mir hat es geholfen, vor solchen Gesprächen alle Fragen und Unklarheiten zu notieren und diese Liste mitzunehmen.


    Oft vergisst man im Gespräch etwas anzusprechen und ärgert sich hinterher über die verpasste Gelegenheit.

    Zitat

    Was auch unbedingt nötig ist, sie braucht nen fähigen HA

    Ja, das ist sehr, sehr, sehr wichtig. Vielleicht könnt ihr die in eurer Kleinstadt ansäßigen Ärzte mal durchtelefonieren und euch erkundigen, wie die es mit der Betreuung von Suchtkranken haben. Viele Hausärzte haben durch Zusatzausbildungen Schwerpunkte, z.B. Ernährung, Abnehmen/Zunehmen, was auch immer. Vielleicht gibt es bei euch ja einen, der viel Erfahrung im Bereich Alkoholismus hat.


    Anhand der telefonischen Auskunft gewinnt ihr ja schon erste Eindrücke, ob man in der Praxis tatsächlich Ahnung hat oder es unter dem Motto "Sie soll halt mal vorbeikommen und dann schauen wir mal" läuft.

    Zitat

    Was sie selber gerne möchte, wäre eine psychosomatische Klinik, aber was da für Kriterien bestehen, um aufgenommen zu werden, keine Ahnung.

    Unbedingt in dem Gespräch ansprechen. Problematisch könnten allerdings die Wartezeiten sein. :-(

    Zitat

    Wir wohnen hier in einer Kleinstadt und da gibt's nicht viele Anlaufstellen.

    Ohje, schade! Aber haltet unbedingt die Augen offen, auch in Nachbarstädten. Kontaktpersonen von Selbsthilfegruppen geben selbst dann gerne nützliche Tipps weiter, wenn ihr nicht an der Gruppe teilnehmen möchtet. Oft haben selbstorganisierte und engagierte Privatpersonen wirklich eine sehr wertvolle Sammlung an Infos, die auf eure Gegend zugeschnitten sind, können beispielsweise konkrete Ärzte, Kliniken, etc. empfehlen und von anderen abraten.


    Ich drücke die Daumen, dass euch das Gespräch morgen weiterbringt! @:)

    Zitat

    Was sie selber gerne möchte, wäre eine psychosomatische Klinik, aber was da für Kriterien bestehen, um aufgenommen zu werden, keine Ahnung.

    Das lässt sich doch herausfinden. Ich meine, sie gibt die Antwort damit selbst!

    Das Gespräch gestern hat leider keine neuen Kenntnisse ergeben.


    Vermutl. kommt sie auch noch vor dem Wochenende raus %-|


    Ich hab heute mal im Vorfeld einen Termin bei ner Suchtberatungstelle hier vor Ort ausgemacht.


    Wäre in einer Woche.


    Ich hoff, sie nimmt ihn auch wahr.